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International

«Es ist wie im Gefängnis»

Isolation in der Kabine. Seit zehn Tagen sind der Binniger Peter Meyer und seine Partnerin auf einem Kreuzfahrtschiff vor Brasilien in Quarantäne.

Peter Meyer (73) sitzt vor Recife in Brasilien auf einem Kreuzfahrt-Schiff fest. Der Grund: Einer der Passagiere auf dem Schiff hat das Coronavirus und wurde ins Spital gebracht – die restlichen 309 Passagiere müssen in Quarantäne bleiben. Jeder in seiner eigenen Kabine.

«Wir flogen direkt nach der Nicht-Fasnacht in die Ferien», erinnert sich der Binniger im Gespräch mit Telebasel. Gemeinsam mit seiner Partnerin reiste er nach Südamerika – damals war die Corona-Lage auf dem Kontinent noch entspannt. In Basel wurden bereits die ersten Fälle gemeldet. «Wir dachten erst noch, dass sei eine gute Möglichkeit, dem ganzen aus dem Weg zu gehen», erzählt Meyer.

Seit zehn Tagen müssen Meyer und die restlichen Personen nun an Bord verweilen. «Wir haben Glück. Unsere Kabine geht auf die Seeseite, wir haben immer einen schönen Seeblick aus unserer Suite.» Dennoch: «Nach eineinhalb Wochen in Quarantäne wird es etwas langweilig. Die Leute, die mich kennen, wissen: Ich bin ein ‹Zappeli›», sagt Meyer.

«Wir haben nie jemanden gesehen»

Einmal hätten die Passagiere ihre Kabinen verlassen dürfen. «Der Captain hat in Eigenregie entschieden, dass wir uns – in auf die einzelnen Decks aufgeteilte Gruppen – eine Stunde auf dem Schiff frei bewegen dürfen.» Das war am Samstag vor einer Woche. Danach habe die brasilianische Regierung diese Art von Freigängen verboten.

Seither sind Peter Meyer und seine Partnerin in ihrer Kabine. Kontakt gibt es keinen – auch nicht zum Personal des Luxus-Kreuzers. «Das Essen wird uns vor die Tür gebracht. Servieren müssen wir es dann aber selber. Wir haben nie jemanden gesehen. Es ist wie im Gefängnis.»

Auf die Qurantäne habe er sich aber recht gut einstellen können, sagt Meyer. «Ich habe mich da reingeschickt», sagt er. Dennoch bedrücken ihn die Bilder und Nachrichten aus Europa. Besonders die Neuigkeiten aus Italien haben Meyer betroffen gemacht, wie er erzählt.

Wie lange er noch auf dem Schiff festsitzen muss, sei nicht klar. «In der Regel dauert eine Quarantäne wohl 14 Tage», sagt Meyer.

2 Kommentare

  1. Tut mir ja leid. Aber man hätte denken können das dass nicht gut geht . Wenn die Fasnacht abgsagt wird hat das einen sehr ernsten Grund.
    Ich wünschen Glück und Durchhaltevermögen.
    Und eine baldige Heimkehr.Report

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