Die Unia fordert, dass alle nicht notwendigen Arbeiten während der Corona-Krise eingestellt werden. (Bild: Keystone)
Schweiz

Unia fordert Einstellung der Arbeit

Die Unia fordert von den Unternehmen, alle nicht essentiellen Arbeiten einzustellen. Wegen des Coronavirus gelte es, die Arbeiter zu schützen.

Die Gewerkschaft Unia fordert, dass die Arbeiten in nicht-essentiellen Bereichen eingestellt werden, ausser die Unternehmen können nachweisen, dass sie die Tätigkeit in der Corona-Krise im Rahmen der behördlichen Schutzvorgaben weiterführen können.

In den letzten Tagen sei klar geworden, dass viele Betriebe die Massnahmen des Bundes gegen die Verbreitung des Coronavirus nicht einhalten und die Behörden die Massnahmen nicht durchsetzen, teilte Unia am Freitag mit.

In den meisten Bau-, Gewerbe- und Industriebetrieben sowie in vielen Dienstleistungsbranchen werde praktisch unverändert weitergearbeitet. Zudem haben laut Unia die meisten Arbeitskontrollorgane, namentlich die Arbeitsinspektorate der Kantone, ihre Kontrolltätigkeit eingestellt.

Schliessung von Baustellen angeordnet

Nur «eine Minderheit verantwortungsvoller Arbeitgeber», etwa die Baumeisterverbände der Kantone Waadt, Genf und Tessin sowie Uhrenproduzenten in der Romandie, hätten nach Gesprächen mit den Sozialpartnern die richtige Konsequenz gezogen: Die Betriebe wurden weitgehend eingestellt, weil sich die Massnahmen nicht umsetzen lassen, wie die Gewerkschaft schreibt.

Die Kantone Genf und Waadt ordneten am Mittwoch die Schliessung der Baustellen auf ihrem Gebiet an. In der Waadt trat der Baustopp am Mittwochabend in Kraft, in Genf gilt er ab diesem Freitag.

Unia fordert weiter vom Bund und den Kantonen insbesondere eine Garantie, dass die Löhne bezahlt werden. Zudem soll das soziale Sicherheitsnetz an die Notlage angepasst werden, indem namentlich der Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung um mindestens 200 Tage verlängert wird. Weiter verlangt Unia ein Stützprogramm für notleidende Betrieb und Branchen sowie ein Krisenpaket zur Wiederbelebung der Wirtschaft in der bevorstehenden ökonomischen Krise.

Betrieb eingeschränkt

Unterdessen teilte der Baukonzern Implenia am Freitag mit, den Betrieb auf seinen Baustellen einzuschränken. Im Kanton Genf hätten die Behörden die Baustellen geschlossen. Im Tessin sei es teilweise zu Schliessungen gekommen, weil Subunternehmer nicht mehr arbeiteten oder Grenzgänger nicht mehr einreisen konnten. In den übrigen Kantonen werde auf den Baustellen gearbeitet, teilweise entstünden Verzögerungen durch Probleme mit Subunternehmern und Lieferanten.

Unter Einhaltung der behördlichen Empfehlungen und Weisungen sowie der notwendigen eigenen Vorsichtsmassnahmen sei Implenia bestrebt, das Tagesgeschäft, darunter auch die Bauproduktion, soweit und wo möglich aufrecht zu erhalten – trotz der erwähnten Einschränkungen.

Der Baumeisterverband wandte sich am Donnerstag in einem offenen Brief an Unia. Sie solle die gewerkschaftlich motivierte Kampagne einstellen. Es sei nicht die richtige Zeit, Gewerkschaftskämpfe zu Lasten der Gesellschaft auszutragen. Die Situation auf den Baustellen sei anspruchsvoll. Die Baumeister würden aber alles unternehmen, um die Schutzmassnahmen umzusetzen.

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