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Der Telebasel News Beitrag vom 20. März 2020.
Basel

Unia erhebt schwere Vorwürfe wegen Zuständen auf Baloise-Baustelle

Die Schutz-Massnahmen gegen das Coronavirus sollen auf der Baloise-Baustelle nicht eingehalten werden, so Unia. Die Baloise kontert: Sicherheit habe Prioriät.

«Die Bauarbeiter auf der Baloise-Baustelle in Basel arbeiten unter katastrophalen Zuständen», klagt die Unia in einer Mitteilung am Donnerstag an. Die Bauleitung missachte die Massnahmen des BAG und setzt die Bauarbeiter einem unnötigen Risiko aus.

Die Baloise weigere sich beim Neubau in Basel, die über 200 Bauarbeiter auf der Baustelle ausreichend zu schützen, klagt die Unia an. «Das Unternehmen ignoriert damit die Massnahmen des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), mit denen das Risiko für die Arbeitnehmenden am Coronavirus zu erkranken gesenkt werden soll.»

«Die Baloise will die katastrophalen Zustände stattdessen verschleiern und hat Unia-Mitarbeitende mit physischer Gewalt daran gehindert, eine Kontrolle auf der Baustelle durchzuführen und die Einhaltung der Arbeitsbedingungen zu überprüfen», so die Mitteilung weiter. Erst mit dem Schutz der Polizei habe die Kontrolle schliesslich vorgenommen werden können.

Keine Seife, kein Desinfektionsmittel

«Bei der Kontrolle stellte sich heraus, dass den Bauarbeitenden weitgehend weder Seife noch Desinfektionsmittel zur Verfügung gestellt wurden. Die wenigen Toitoi-Klos verfügen nicht einmal über fliessend Wasser, mit dem sich die Bauarbeiter die Hände waschen könnten», berichtet die Unia weiter. Zudem werde auch der Mindestabstand von zwei Metern, den das BAG vorsieht, nicht eingehalten.

«Dieses Verhalten ist respekt- und rücksichtslos und muss sofort von den Behörden geahndet werden, denn damit wird die Gesundheit der Betroffenen und ihrem Umfeld fahrlässig aufs Spiel gesetzt», so die Unia. Sie verlangt vom Kanton ein härteres Durchgreifen.

Im Interview vom 20.März 2020 erläutert Lucien Robischon von der UNIA die Baustellensituation. (Video: Telebasel)

So sieht es auf der Baustelle aus

Es sind grosse Vorwürfe, die gegen die Baloise ausgesprochen werden. Diese möchte sich nicht direkt gegen die Vorwürfe die Unia äussern. Jedoch ladet die Baloise das Fernsehteam von Telebasel auf die Baustelle ein. Fliessendes Wasser, Seife und Desinfektionsmittel sind vorhanden. Überall auf der Baustelle hängen Schilder mit Verweisen auf die Hygiene- und Sicherheitsmassnahmen. Der Besuch auf der Baustelle geschah, wohlgemerkt, einen Tag nach dem Besuch der Unia.

«Die Sicherheit der Leute auf dem Bau ist uns, als Bauherr, natürlich am wichtigsten», meint CEO des Baloise Immobilien Management, Dieter Kräuchi. Er führte Telebasel am Freitag durch die Baloise Park Baustelle. «Seit Wochen ergänzen wir unsere Massnahmen stetig und wir werden dies auch weiterhin tun», ergänzt Kräuchi. So dürfen sich beispielsweise nicht mehr als fünf Personen im Pausenraum aufhalten, diese Regelung gab es bereits vor der Weisung des Bundesrats am Freitag.

Zur weiteren Regelungen gehören, dass die Treppenhäuser nur in eine Richtung benutzt werden dürfen. So kommt es zu keinen Kreuzungen im Treppenhaus und diese werden zur Zeit oft genutzt. «Im Lift dürfen nur noch Objekte transportiert werden, keine Personen», das höchste der drei Bauobjekte hat über zwanzig Stockwerke. Die Bauarbeiter laufen aktuell also, je nach Einsatzort, täglich mehrere Treppen hoch und runter.

Kommunikation und nächste Schritte

Die Baloise wurde nicht direkt von der Unia kontaktiert. Diese kommunizierte mit den Baumeistern und jene meldeten sich mit einem öffentlichen Brief zurück. In diesem Brief stand, dass der schweizerische Baumeisterverband daran appelliert, dass besonders in diesen schwierigen Zeiten jeder auf die Empfehlungen des Bundesrats hören sollte.

Der Bundesrat würde eine bestmögliche Erhaltung der Baustellen empfehlen, da ansonsten kleinere Betriebe, Arbeitsplätze und Lehrbetriebe auf der Kippe stehen würden. Jetzt appelliert der schweizerische Baumeisterverband an die Unia: «In dieser schwierigen Situation ist es zentral, dass die Spitzen aller Sozialpartner die Strategie des Bundesrates mittragen. Helfen auch Sie mit!»

Dem Baumeisterverband sei bewusst, dass die Situation auf den Baustellen aktuell anspruchsvoll ist. «Die Bauunternehmen unternehmen alles, um den sicheren Betrieb und die Eindämmung des Coronavirus sicherstellen zu können», hierbei würden sie auch die Unterstützung der Gewerkschaften benötigen. Die Kommunikation ist hierbei essentiell.

Auch die Baloise kommuniziere stetig mit den Bauleitern des Baloise Park. «Wir aktualisieren jegliche weitere Massnahmen stetig in Zusammenarbeit mit den einzelnen Bauleitern», meint Kräuchi. Somit sei sichergestellt, dass neue Massnahmen bei jedem Bauarbeiter ankommen würde.

5 Kommentare

  1. Habe einiges gehört von betroffenen und es sei schlimmer als im Bericht erwähnt wird!
    Es ist einfach unverantwortlich mit der Gesundheit der Menschen zu spielen!
    Doch es ist ja nur ein Versicherer und es geht um Geld!
    Wenn dann jemand stirbt, wars ja nur die Grippe und man hätte nicht besser schauen können….

    Es gibt leider viele Risikoberufe, die nun unter miserablen und nicht tolerierbaren Zuständen arbeiten müssen.
    Entweder werden die Bestimmungen des Bundesrates nicht eingehalten und/oder es werden die Ruhezeiten gestrichen. Beides ist eine absolute Katastrophe und die Behörden machen einen auf Blind.
    Entschuldigung an die nicht sehenden, die würden dies sogar bemerken!!Report

  2. Wir bauarbeiter sollen verecken, wir haben keine familien zuhause oder was???
    Das ist ja das grösste witz.
    Alle, alle zuhause bleiben und die Bauarbeiter müssen arbeiten.
    Bla bla bla
    Es geht alles nur uns geld!
    Scheiss SystemReport

  3. Unia…. tut sicher viel gutes, leider war wohl kaum ein Wesen von Unia Jahre auf einer Baustelle tätig …… … real leben ist praxis ….. theorie nur doof!!Report

  4. Mutiges Statement von Telebasel – man sollte nur von Dingen berichten, die man gesehen hat! Bin sehr gespannt auf die Auflösung bzw. weitere MeldungReport

  5. Bin selber Bauarbeiter und arbeite auf auf einer anderen gross baustelle mit 300 arbeiter… auf dem bau können diese massnahmen niemals durchgesetzt werden nur wen sie geschlossen werden… aber wir bauarbeiter als unterste schicht sollen einfach immer weiter arbeiten wichtig ist das die gebildeten lehrpersonen zuhause sitzen können…Report

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