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Für seine «Stopp das Virus»-Kampagne holt das Rote Kreuz den Komiker Müslüm an Bord. (Video: Youtube/Das Schweizerische Rote Kreuz)
Schweiz

Müslüm stellt sich dem Coronavirus

Der Komiker Müslüm startet zusammen mit dem Roten Kreuz eine Kampagne zum Coronavirus. Darin zeigt er den Menschen, wie sie ihre Hände richtig waschen.

Für die Kampagne «Stopp das Virus» hat das Rote Kreuz den Berner Komiker Müslüm an Bord geholt. In einem Video vermittelt er den Menschen, wie sie richtig Hände waschen, um die Verbreitung des Coronavirus zu stoppen. «Einige waschen Geld, andere waschen Autos, du wäschst dir die Hände», meint der «Süperimmigrant» Müslüm in der Botschaft.

Mit Müslüm als Botschafter will das Rote Kreuz ein ernstes Thema mit einer gewissen Lockerheit ansprechen, wie es in einer Mitteilung schreibt. Das sei eine Herausforderung gewesen, meint Regisseur Luki Frieden: «Es war eine Gratwanderung. Uns war es wichtig, dass wir es schaffen, trotz Humor der Ernsthaftigkeit des Anliegens gerecht zu werden».

Das Video «Stopp das Virus!» wurde in 17 Sprachen übersetzt, um auch die fremdsprachigen Menschen in der Schweiz zu erreichen. Denn das Coronavirus betreffe alle: «Endlich haben wir etwas, das uns alle verbindet. Ganz unabhängig von Bildungsgrad, Glaubensrichtung oder Herkunft», sagt Müslüm zu Beginn des Videos.

2 Kommentare

  1. Müslüm (Semih Yavsaner) ist eine Person mit Migrationshintergrund. Müslüm ist eine überspitz dargestellte Kunstfigur. Müslüm darf so sein, muss so sein, weil er so uns alteingessenen Kuhmelkerschweizer und -schweizerinnen den Spiegel vor die Nase halten kann. Einige von uns verstehen, wenn er sagt, dass wir im 20 Jhrt. sind und über Händewaschen diskutieren müssen. Denn da wir in unserer fortschrittlichen Zeit noch über Händewaschen diskutieren müssen, dann ist Hopfen und Malz verloren, wenns um Rassismus geht. Und die Reaktion von Frau Hoeflich ist typisch für den höflichen Schweizer: das Thema Rassismus ja nicht zu nahe kommen lassen und den Rassismus sogar da anprangern, wo er vom Künstler mit Migrationshintergrund gemacht wird. Es kann denn doch nicht sein, dass ein Ausländer dem sauberen Schweizer sagt, dass er die Hände waschen soll.Report

  2. Hallo,
    die Botschaft der Relevanz des Hände waschens locker rüber zu bringen, finde ich an sich sehr gut. Die Umsetrzung sehe ich aber sehr kritisch. Auch wenn es sich mit Müslüm anscheinend um einen bekannten Komiker handelt, finde ich es herabwürdigend, eine Person mit Migrationshintergrund ins Lächerliche (Akzent und Monobraue) zu ziehen. Der Grad zwischen Komik und dem Spielen mit oder gar dem Fördern von alltagsrassistischen Denkmustern ist schmal. Und natürlich besonders, wenn der Protagonist das Spiel mitspielt. Mir kam bei dem Video sofort der Film Monsieur Chocolat in den Sinn. Hier geht es darum, dass eine Person of Colour, im Paris des frühen 20. Jahrhunderts als Schauspieler nur Erfolg in der Rolle des dümmlichen Clowns und aufmüpfigen Dieners mit dem Namen Chocolat haben kann. Als Schauspieler, geschweige denn als Person wird er nicht wahrgenommen und seine Rechte werden mit Füßen getreten. Natürlich haben sich die Zeiten geändert. Aber manche Muster wiederholen sich. Für mich offembart sich auch in diesem Video leider ein unreflektierter Humor einer elitären weißen Bevölkerung. Alltagsrassismus ist überall zugegen, und gewisse Denkmuster sind uns allen vielleicht nicht unvertraut. Ich finde es aber wichtig, diese zu reflektieren und nicht über öffentliche Videos zu unterstützen. In diesem Fall wäre das die Frage: „Warum ist das witzig?“ und „Worüber wollen wir, dass Menschen lachen?“ Und für außenstehende bleibt natürlich das Bild, wie und auf welcher Basis sich das Schweizer Rote Kreuz vermarktet.
    Ich freue mich über eine Antwort oder gerne eine Erklärung.
    Herzliche GrüßeReport

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