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Der Telebasel Report vom 18. März 2020.
Basel

Report – Senioren in Zeiten der Coronakrise

Alte Menschen haben es nicht leicht im Moment: Sie gehören zur Risikogruppe beim Coronavirus. Wie gehen sie aktuell damit um? Eine Reportage.

«Ich habe überhaupt keine Angst», sagt Hanni Strebel, 84 aus Basel. Klar, ein wenig Rücksicht nehme sie schon. Das Tram zum Beispiel nütze sie nur noch im äussersten Notfall. Aber Einkaufen zum Beispiel. Das Einkaufen das lasse sie sich nicht nehmen. Und genau das ist laut Bund das Problem.

Hanni Strebel, 84 geht weiterhin selbstständig einkaufen. (Bild: Telebasel)

Einschränkungen schwierig zu akzeptieren

Dieser hat nämlich nochmals ausdrücklich die ältere Generation aufgerufen, die Anweisungen des Bundes ernst zu nehmen. Das bedeutet: Wo immer möglich gelte es Einkäufe von Angehörigen oder Hilfsorganisationen machen zu lassen.

Das Haus sollen ältere Menschen nur noch verlassen, um möglichst alleine einen kurzen Spaziergang zu machen oder natürlich bei Arztbesuchen. Nur: So einfach umzusetzen ist das gar nicht: «ältere Menschen haben ja sonst schon genug mit Einsamkeit zu kämpfen», sagt etwa Michael Harr, Geschäftsleiter von Pro Senectute beider Basel. Wenn sie jetzt nicht mal mehr Freunde treffen dürfen, ihre Enkel nicht mehr sehen dürfen und selbst das Einkaufen wegfällt – ja was bleibt dann noch?

Willy Wild aus Liestal ist 92 Jahre alt. Er informiert sich täglich am Computer über die neusten Entwicklungen. (Bild: Telebasel)

Telefonate oder gar Skype-Unterhaltungen empfohlen

Umso grösser ist die Versuchung, den kleinen Enkel eben doch mal einen Tag zu besuchen. «Davon rate ich strikte ab», interveniert jedoch Dieter Breil, Chefarzt für Akutgeriatrie am Felix Platter Spital: «Wenn jetzt alle denken, sie könnten den Enkel doch mal ein Tag in der Wohnung herumturnen lassen, widerspricht das klar dem Ziel des Bundesrats, die Infektionskurve zu glätten».

Er empfiehlt, den Kontakt zu den Enkeln beispielsweise per Skype aufrecht zu halten. So könne man den Nachwuchs immerhin auch sehen und hören. Etwas, das auch Michael Harr von Pro Senectute als sinnvoll erachtet. Generell müsse man vermehrt zum Telefon greifen, auch bei Freunden und Bekannten.

Der Report hat Senioren und Seniorinnen in ihrem Alltag begleitet und zeigt, wie sie versuchen, diesen in Zeiten der Coronakrise zu meistern.

1 Kommentar

  1. Meine Mutter kann weder telefonieren noch skypen. Sie hört schlecht und ist im Pflegeheim. Sie wird an Einsamkeit und Depression sterben. Sie hat schon den zweiten Weltkrieg mitgemacht. Sie ist sicher in Angst und Panik. Ich kann sie nicht mehr sehen. Ich darf sie nicht mehr besuchen. Ich darf das öffentliche Verkehrsmittel nicht mehr benutzen. Ich kann aber nur so einkaufen gehen, da ich kein Auto habe und keinen Laden, Apotheke und Post im Dorf..Report

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