Baustellen-Stopp in Genf: Die Kantonsregierung droht mit 300'000 Franken Bussen bei Nichteinhalten der Anordnung. (Symbolbild: Keystone)
Schweiz

Genf und Waadt schliessen Baustellen wegen Coronavirus

Auf Baustellen in den Kanton Genf und Waadt darf wegen der Ausbreitung des Coronavirus bald nicht mehr gearbeitet werden.

Im Kanton Waadt schliesst das Dekret zudem gewisse industrielle Tätigkeiten ein, sofern die Gesundheit der Mitarbeitenden nicht gewährleistet werden kann. Die Waadtländer Regierungspräsidentin Nuria Gorrite (SP) sprach an einer Medienkonferenz von einer «sehr ernsten Lage». «Gefährdete Menschen gehen weiterhin aus dem Haus und die am wenigsten gefährdeten Menschen versammeln sich weiterhin in grosser Zahl auf öffentlichen Plätzen oder am Arbeitsplatz», sagte sie.

Viele nicht wesentliche wirtschaftliche Aktivitäten gingen weiter. Der Kanton habe deshalb beschlossen, den gesamten Handlungsspielraum zu nutzen, der ihm nach den Bundesbestimmungen zur Verfügung stehe. Die Verordnung tritt am Mittwoch 18 Uhr in Kraft. Die Polizei wird Kontrollen durchführen.

Hohe Strafen drohen

Im Kanton Genf werden die Baustellen ab Freitag geschlossen. Wer sich nicht an das Verbot hält, riskiert hohe Strafen. «Zuwiderhandlungen können mit einer Geldstrafe von bis zu 300’000 Franken geahndet werden», sagte der Genfer Staatsrat Serge Dal Busco (CVP) an einer Online-Medienkonferenz der Regierung.

Ausnahmen können aus Gründen der Sicherheit oder eines überwiegenden öffentlichen Interesses erlaubt werden. Entsprechende Anträge werden von einem dreigliedrigen Gremium aus Gewerkschaften, Arbeitgebern und dem Staat beurteilt.

Die Gewerkschaft Unia hatte die Regierungen in mehreren Kantonen dazu aufgefordert, einen Baustopp anzuordnen. Der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) ist hingegen der Ansicht, dass mit flächendeckenden Baustellenschliessungen niemandem gedient sei. Er will die Arbeiter auf den Baustellen mit hygienischen Massnahmen und organisatorischen Anpassungen vor dem Coronavirus schützen.

Staatsräte machen Tests

Weil sich der Genfer Kantonsarzt mit dem Coronavirus angesteckt hat, haben sich die sieben Mitglieder des Staatsrates ebenfalls testen lassen. «Wir warten auf die Ergebnisse», sagte Regierungspräsident Antonio Hodgers (Grüne). Am Dienstag war bereits der Walliser Staatsrat Frédéric Favre (FDP) positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Zudem will der Genfer Staatsrat die Besuche in Spitälern so weit wie möglich einschränken. In Pflegeheimen werden diese gänzlich verboten. Ein Bewohner eines Genfer Pflegeheims sei der Lungenkrankheit Covid-19 erlegen, sagte Gesundheitsdirektor Mauro Poggia (MCG).

2 Kommentare

  1. Hallo
    Es ist absolut unverständlich, dass die Baustellen noch immer offen sind.

    Der Bundesrat hat Massnahmen ergriffen die gut sind.

    Es ist nur konsequent die Baustellen per sofortzuuschliessen.

    Grüsse,
    Guido JoosReport

  2. Ich bin der Meinung alle Baustellen sollten geschlossen werden, ich arbeite im Raum Zug und in naheliegenden Kantonen, sitze jeden Tag mit 2-4 anderen Mitarbeitern in einem Auto, noch engerer Kontakt geht kaum, teilweise sind wir zu 8. In kleinen Räumlichkeiten. Auf vielen Baustellen teilen sich ca. 40 Läute eine sehr unsaubere Toilette, bei der sich weder Wasser noch Seife befindet. Desinfektionsmittel bekommen wir auch nicht. Wir teilen uns Werkzeug etc.
    Es wurden einzelne Arbeiter nachhause geschickt, Informationen erhalten wir keine. Ebenfalls habe ich mitbekommen wie einem Arbeiter von einem Vorgesetzten das Husten untersagt wurde, damit die Firma offen bleiben kann. Dies sind keine Zustände mehr! Keine Massnahmen werden erfüllt und viele dieser arbeiter gehen Abends nachhause zu Ihren Familien und gefährden somit auch diese. Ich hoffe dies wird veröffentlicht und es wird endlich was unternomenReport

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