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Der Telebasel News Beitrag vom 17. März 2020.
Basel

Reduzierter Kita-Betrieb in der Stadt

Die Kitas sind im Kanton Basel-Stadt faktisch nicht geschlossen. Mit wesentlich weniger Kindern bleiben sie als Notlösung bei Betreuungsengpässen in Betrieb.

In Sachen Kindertagesstätten kommunizierte das Baselbiet anders als Basel-Stadt. Wie die Basler Regierung letzte Woche mitteilte, bleiben nebst den Schulen auch die Kitas geschlossen. Auf der anderen Seite der Kantonsgrenze ist das nicht so. Faktisch bleiben aber auch im Stadtkanton die Kitas in Betrieb. Wie das Erziehungsdepartement an die Betreiber schrieb, sollen diese auch diese Woche offen stehen.

Für gesunde Kinder, die aus zwingenden Gründen betreut werden müssen, soll dieses Angebot nach wie vor bestehen bleiben. Dies gelte etwa für Notfälle. Oder auch dann, wenn einzig die Grosseltern die Kinder betreuen können, was aber angesichts des Coronavirus-Risikos vermieden werden müsse.

Betreuungsangebot soll bestehen

ED-Vorsteher Conradin Cramer sieht im Ergebnis keinen grossen Unterschied zur Handhabe im Nachbarskanton. «Wir haben klar kommuniziert, dass die Kitas geschlossen sind, aber offen sein müssen für Kinder von Eltern, die dringend arbeiten müssen», sagte Cramer am Montag gegenüber Telebasel. Dies sei zum Beispiel für Eltern gedacht, die in Spitälern und in der Pflege arbeiten. Für diese brauche es ein Betreuungsangebot, das der Kanton sicherstellen soll.

Gespielt, gemalt und gekocht wird etwa weiterhin in der Kita «Kindernest» beim Dreispitz. Dies geschieht nun unter kleiner Flamme. «Es ist so, dass der Betrieb sehr reduziert ist, weniger als die Hälfte der Kinder sind anwesend», sagt die stellvertretende Leiterin Karima Porchet. Am Dienstag spielten um Mittag neun «Binggis» im Kindernest. Die kleinere Anzahl Kinder komme auch den Hygieneempfehlungen entgegen. Denn auch im reduzierten Kita-Betrieb gelte es, nicht zu viele Menschen in einem Raum zu versammeln.

Schutz für Grosseltern

Wie Karima Porchet erklärt, bemühten sich auch manche Eltern darum, ihre Kinderbetreuung möglichst daheim zu organisieren. Dies aus Rücksicht auf diejenigen Eltern, die wegen ihrer beruflichen Situationen überhaupt keine andere Möglichkeit haben als die Kita.

So ist auch die Haltung von Yves Thiriet, Vater eines 14 Monate alten Kindes. Er ist auch der Meinung, dass die Not-Kita vor allem für die akuten Fälle bestimmt sein sollte. So etwa für Eltern, die kein Home Office machen können. Trotzdem ist er froh, dass er gestern seinen Sohn ins «Kindernest» bringen konnte. Wie viele Väter und Mütter muss auch er nun für die nächsten Wochen nach Betreuungslösungen suchen. Denkbar seien etwa Absprachen mit dem Arbeitgeber. Oder auch die Hilfe von jungen Bekannten, die nicht zu einer Risikogruppe gehören. Bis es so weit ist, ist er froh um diese Überbrückung in der Kita. Denn wie viele möchte auch er vermeiden, dass die Grosseltern als Risikogruppe in die Bresche springen müssen.

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