Schweiz

Eine Saison die niemals stattgefunden hat

Ein Abbruch der Meisterschaft würde viele Vereine in der Schweiz treffen wie ein Hammer. Es wird mehr Unterstützung vom Bund gefordert.

Der Profi-Fussball ruht bis Ende April. Auch in den unteren Ligen rollt kein Ball mehr. Auf keiner Altersstufe. Sogar Trainingsanlagen werden geschlossen. Ein Abbruch der Saison steht unmittelbar bevor.

Mehr Unterstützung vom Bund

Es wäre der vermeintliche Todesstoss für zahlreiche Vereine im Land. Davon ist Sion-Präsident Christian Constantin gegenüber «Blick» überzeugt. Denn der finanzielle Ausfall von sieben bis acht Heimspielen, könnte die Vereine in den Konkurs treiben. Er fordert mehr finanzielle Unterstützung vom Bund – wie bei den KMUs.

Der Bundesrat hat 50 Millionen Franken für den gesamten Mannschaftssport in der Schweiz zugesichert. Zu wenig, meint der Walliser. «Wir sind alles Aktiengesellschaften mit vielen Angestellten, nicht nur Spielern. Ohne echte finanzielle Hilfe ist das Aktienkapital in Kürze aufgebraucht und die Klubs überschuldet», so Constantin.

Keine Hoffnung mehr

Der Sion-Präsident hofft auf eine Ausdehnung der Kurz-Arbeit für befristete Arbeitsverträge. Dafür bräuchte es aber eine Gesetzesänderung. Ansonsten sieht der Walliser schwarz: «Ohne die Möglichkeit der Kurzarbeit werden wir nicht überleben. Wir werden gezwungen werden, Entlassungen auszusprechen und uns von allen Spielern ohne Bilanzwert zu trennen.»

Er geht nämlich nicht davon aus, dass in dieser Saison nochmals gespielt wird in der Schweiz und findet klare Worte: «Wer auch nur einen Gedanken daran verschwendet, ist wie der letzte Passagier auf der Titanic, der immer noch dem Orchester zuhört, als ihm das Wasser schon bis zum Kopf steht. Nein. Wir können nicht mehr trainieren. Gesetzt den Fall, wir könnten Anfang Mai wieder trainieren, so braucht es eine Vorbereitung von fünf, sechs Wochen, um wieder wettkampftauglich zu sein. Dann ist Mitte Juni. Und es sind noch 13 Runden zu spielen. Nein. Das kann man alles vergessen.»

Wie geht es weiter?

Es gibt viel zu diskutieren also für die die Präsidenten der 20 Super-League-Klubs an ihrer ausserordentlichen GV am Montag. Denn ohne einen Meister oder Auf- und Absteiger hat diese Saison auf dem Papier niemals stattgefunden.

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