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Der Telebasel Sport Beitrag vom 14. März 2020.
Basel

Das Coronavirus schreibt Sport-Geschichte

Das Coronavirus findet seinen Weg in die Geschichtsbücher. So etwas hat es – wenn überhaupt – seit dem ersten Weltkrieg nicht mehr gegeben.

Die Sportwelt kommt zum Stillstand. Kein Ball rollt mehr. Kein Schläger wird mehr geschwungen. Jeder einzelne Wettbewerb ist unterbrochen oder gar abgebrochen – und das wegen eines Virus‘.

Wie im ersten Weltkrieg

«Das hat es so noch nie geben», sagt Prof. Dr. Christian Koller, Direktor des Schweizerischen Sozialarchivs. Zwar wütete vor rund hundert Jahren die Spanische Grippe. «Der internationale Sportbetrieb war allerdings aufgrund des ersten Weltkriegs ohnehin schon stark eingeschränkt», so Koller.

Damals, wie heute, sei es zu vielen Spielabsagen und -verschiebungen gekommen. Auch die Olympischen Spiele und andere internationale Veranstaltungen fielen dem Krieg zum Opfer und mussten abgesagt werden. Heuer stehen die Olympischen Spiele in Tokio Ende Juli auf der Kippe.

Kürzer aber härter

Laut Prof. Dr. Christian Koller gibt es aber einen deutlichen Unterschied zwischen dem Virus und den Weltkriegen: «Damals ging der Sportbetrieb teilweise auf regionaler Ebene und in Militärmannschaften weiter. Der reguläre Ligabetrieb war aber während Jahren unterbrochen. Heute wird der Unterbruch wohl kürzer, aber auch totaler sein».

Eins ist klar: Das Coronavirus wird gesellschaftlich und sportlich seinen Weg in die Geschichtsbücher finden. Davon ist auch der Direktor überzeugt: «Das, was momentan geschieht, ist historisch.» Ob es die bislang grösste sportliche Krise der Weltgeschichte ist, sei aber noch nicht absehbar.

Nichts Vergleichbares

Wohin der Weg allerdings gehen wird, was noch passieren wird oder wann die Pandemie ihr Ende nehmen könnte, kann uns die Geschichte nicht erzählen. «Da es bislang nichts wirklich Vergleichbares gegeben hat und wir die zeitliche Dimension des Unterbruchs noch nicht kennen, kann man da nur mutmassen», so Koller.

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