Weltweit suchen Forscher mit Hochdruck nach wirksamen Medikamenten gegen das Coronavirus. (Symbolbild: Keystone)
Schweiz

Zürcher Forscher testen Wirkstoffe gegen Coronavirus

Verschiedene Forschungsgruppen in der Schweiz und weltweit suchen mit Hochdruck an wirksamen Medikamenten gegen das Coronavirus.

Ein Forschungsteam um Urs Greber von der Universität Zürich durchforstet bereits zugelassene Medikamente auf ihre Wirksamkeit gegen Viren. Derzeit arbeiten sie mit einer abgeschwächten, ungefährlichen Variante des momentan grassierenden Coronavirus Sars-CoV-2, um einen Ansatz zur Behandlung von Covid-19 zu finden. Die ungefährliche Virusvariante stellte ihnen Volker Thiel von der Universität Bern zur Verfügung.

Das spezielle an ihrem Verfahren: Sie vermessen alle einzelnen Schritte der Virusvermehrung, von seinem Eindringen in eine Zelle bis zum Austritt der neu gebildeten Viren und der Infektion der Nachbarzellen. «Wir betrachten dabei Phasen der Virusvermehrung, die sonst nicht angeschaut werden», erklärte Greber im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Tests Ende des Jahres abgeschlossen

Grundlage für die Suche nach einem wirksamen Mittel gegen Sars-CoV-2 ist eine Bibliothek aus rund 5000 bekannten chemischen Wirkstoffen, die bereits für andere, auch nicht-virale Indikationen zugelassen sind oder sich bereits in Klinischen Phase-II-Studien befinden. Sie bringen je einen Wirkstoff mit Zellen in Zellkultur und dem abgeschwächten Coronavirus zusammen und vergleichen dessen Vermehrung in Anwesenheit und Abwesenheit des Wirkstoffs.

Dieses erste Durchforsten braucht dank der abgeschwächten Virusvariante keine Biosicherheitsstufe 3, sondern kann in einem «normalen» Biosicherheitslabor der Stufe 2 durchgeführt werden. Ende des Jahres könnten diese Tests abgeschlossen sein, schätzt Greber. Danach stünde die Validierung mit dem «echten» Virus an, die in einem Sicherheitslabor der Stufe 3 der Universität Bern stattfinden müssen.

Ihr Verfahren hatten die Forschenden um Greber bereits erfolgreich eingesetzt und einen Wirkstoffkandidaten gegen Adenoviren ausfindig gemacht. Diese lösen beim Menschen ebenfalls Atemwegsinfektionen aus.

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