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Basel

Wenn Elefanten über den Barfi bummeln

Am 3. Juli 1874 öffnete der Zoo Basel zum ersten Mal seine Tore. Seitdem hat sich viel verändert, wir blicken zurück.

Es ist der 3. Juli 1874: Der Zoo Basel ist zum ersten Mal für Besucher geöffnet. Somit ist er der älteste Zoo der Schweiz und besitzt bis heute den grössten Tierbestand.

Während Basel in jenem Jahr 50’000 Einwohner zählte, besuchten im Eröffnungsjahr rund 62’000 Besucher den Zoologischen Garten im Bachletten Quartier beim Birsig.

In seinen Anfängen wurden im Zoo nur einheimische Tiere zur Schau gestellt. Diverse Vögel, Dachse, Füchse oder auch Marder konnten die Besucher bestaunen. Doch, es fehlte an exotischen Tieren und die Sterblichkeit der Alpentiere war hoch. Die Tierhaltung musste überdacht werden.

Nicht nur Tiere

10 Jahre später, 1884, konnte der Wunsch nach mehr Exotik umgesetzt werden. Das Gartenareal wurde erweitert. Im Zentrum stand die Festwiese, auf der diverse Veranstaltungen stattfanden. Dort zeigte der Zoo Basel nicht nur Tiere, sondern bis ins Jahr 1935 auch Menschen: Sie hielten in den aufgebauten Dörfern ihre Kriegs- und Maskentänze ab oder beschwörten Schlangen. Diese heute sehr umstrittenen Völkerschauen waren bei den Besuchern äusserst beliebt.

Für die ersten Löwen, die 1890 in den Zolli kamen, musste ein besonderes Gehege gebaut werden. Zur Jahrhundertwende, kam dann der erste Menschenaffe in den Zoo Basel. Es war das Orang-Utan-Weibchen Kitty.

Zudem erhielt der Zoo Basel während dieser Zeit eine feste finanzielle Grundlage durch die Gründung der Johannes Beck-Stiftung. Bis zum heutigen Tag wird der Eingang einer hohen Summe des Basler Bürgers Johannes Beck an den Zoo Basel mit dem Johannes Beck-Tag gefeiert. Dieser ermöglicht allen Besuchern an diesem Tag freien Eintritt.

Auch die Elefanten gehen «gassi»

1930, fast 60 Jahre nach der Eröffnung, erfolgte eine wichtige Erweiterung: Der Zoo-Eingang wurde verschoben und die ersten Parkplätze wurden errichtet. Ausserdem wurden die Besucher mit einem neuen Eingangsbereich empfangen. Und der neue Affenfelsen wurde zum Highlight.

In den 30er-Jahren folgten ausserdem ein neues Restaurant und unter anderem der Bau des Pinguinbassins. Das neue, kleine Aquarienhaus öffnete seine Türen 1942 im Rahmen einer Weihnachtsüberraschung für die Besucher.

Eine aussergewöhnliche Attraktion war der Elefanten-Spaziergang durch die Innenstadt. So spazierten fünf junge Elefanten zum Beispiel vor dem heutigen McDonalds auf dem Barfüsserplatz oder entdeckten den Allschwiler Wald.

Eine europäische Premiere

Der 23. September 1959: Die erste Gorillageburt in Europa und die zweite weltweit. Goma erblickte das Licht der Welt. Da die Mutter Achilla noch unerfahren war, musste das Affenbaby von Menschenhand grossgezogen werden. So wuchs es im Haus des damaligen Zoodirektors Ernst M. Lang auf.

Weltweit interessierten sich die Medien für dieses spektakuläre Ereignis. Bereits zwei Jahre später brachte die junge Gorilla-Mutter ihr zweites Kind zur Welt und konnte dieses erfolgreich selber aufziehen.

Noch weitere 10 Jahre lebten die Gorilla-Familie und die restlichen Menschenaffen im Vogelhaus, bis sie schlussendlich ihr eigenes Haus erhielten. Anstatt hinter Gitter befanden sich die Tiere von nun an hinter dicken Glasscheiben, so wie wir es heute kennen.

Frischer Wind im Zoo

Die späten 70er-Jahre brachten viele Veränderungen mit sich: Der Kinderzolli wurde eröffnet. Haustiere aus verschiedenen Ländern können seither hautnah von Kindern erlebt werden. Ausserdem wurden verschiedene Anlagen umgebaut. Im Rahmen der Neugestaltung gab es zum Beispiel eine neue Rappenantilopen-Anlage, ein Gehege für Mähnenwölfe, eine Neugestaltung der Elefanten-Anlage oder auch ein neues Gehege für die Schneeleoparden.

Die ehemalige Festwiese, auf der die Völkerschauen abgehalten wurden, wurde 1991 den Flamingos «übergeben». Für 96 der schönen Vögel wurde dieses Fleckchen im Zoo zum neuen Zuhause. In Etappen wurde in den beiden darauffolgenden Jahren die Afrikaanlage eröffnet, auf welcher bis heute Strausse, Zebras und Flusspferde ihren Lebensraum teilen.

Die heutigen, bekannten Häuser wie das Etoscha-Haus, das Gamgoas-Gehege oder die Australis-Anlage wurde in den frühen Nullerjahren fertiggestellt und für die Öffentlichkeit zugängig gemacht. Darauf folgten die Renovation des im Jahre 1935 eingeweihten Restaurants oder der Bau der neuen Elefanten-Anlage Tembea.

Zuletzt wurde den Esels- und Königspinguinen ein neues Zuhause geschenkt: 2018 konnten die Tiere einziehen und die neue, zweite Anlage entdecken.

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