Erst am Vortag hatte die Swiss zusammen mit der Lufthansa wegen der Auswirkungen des Coronavirus weitere Einschnitte vorgenommen. (Symbolbild: Keystone)
Schweiz

Swiss mit Sonderflugplan für USA-Strecken

Die Swiss hilft gestrandeten Menschen in den USA: Die Fluggesellschaft bereitet einen Sonderflugplan für USA-Strecken vor.

Der amerikanische Einreisestopp für Menschen aus Europa schlägt auf die Swiss und ihren Mutterkonzern Lufthansa durch: Die Swiss bereitet einen Sonderflugplan für USA-Strecken vor.

«Die Veröffentlichung ist für heute Nachmittag geplant», teilte die Swiss am Donnerstag mit. Ausserdem analysiere man die Auswirkungen der veränderten Einreisebestimmungen für Indien.

Die Swiss bedauere die Unannehmlichkeiten für ihre Fluggäste, hiess es weiter. Fluggäste würden gebeten, sich vor Reiseantritt auf Swiss-Homepage über den Status ihres Fluges zu informieren. «Passagiere, die entsprechende Kontaktdaten hinterlegt haben, werden aktiv per SMS oder E-Mail über Änderungen informiert», schrieb die Schweizer Airline. «Im Falle einer Flugannullation haben Passagiere die Möglichkeit umzubuchen oder aber sich das Flugbillet erstatten zu lassen.»

Überraschender Einreisestopp

US-Präsident Donald Trump hatte am Vorabend zur Bekämpfung der Corona-Krise überraschend ein 30-tägiges Einreiseverbot für Menschen aus den 26 Staaten des Schengenraums angekündigt. Das Verbot tritt am (morgigen) Freitag in Kraft.

Bei der Lufthansa hatte es am Morgen geheissen, es sei noch zu früh, konkrete Auswirkungen auf Flugplan und Betrieb zu nennen, Es sei aber klar, dass sich die Situation mit den Ankündigungen des US-Präsidenten Donald Trump noch einmal verschlechtert habe und es zu weiteren Flugstreichungen kommen werde, sagte ein Unternehmenssprecher.

Am Flughafen Zürich finden am (heutigen) Donnerstag alle geplanten Flüge in die USA statt, wie Sprecherin Sonja Zöchling sagte. Der Betrieb am Flughafen Zürich laufe normal, allerdings mit weniger Verkehr, weil Fluggesellschaften entweder Frequenzen an einzelne Destinationen reduziert oder gewisse Flüge ganz abgesagt hätten. «Wir raten Passagieren, sich bei ihrer betreffenden Fluggesellschaft zu erkundigen, welche Auswirkungen die von den USA kommunizierten Einschränkungen auf ihren Flug haben.»

Erneute Einschnitte

Erst am Vortag hatte die Swiss zusammen mit der Lufthansa wegen der Auswirkungen des Coronavirus weitere Einschnitte vorgenommen. Bis Anfang April würden alle Flüge nach und von Italien ausgesetzt, teilte die Swiss am Mittwoch in einem Communiqué mit.

«Betroffen sind rund 90 wöchentliche Verbindungen von Zürich nach Mailand, Rom, Venedig, Florenz, Neapel, und Brindisi», hiess es. Der Schritt kommt nicht überraschend: Noch am Dienstag hatte die Swiss davon gesprochen, die Situation in Italien zu beobachten. Bereits letzte Woche war das Flugprogramm in das südliche Nachbarland ausgedünnt worden.

Ausserdem würden weitere europäische Ziele vorübergehend ausgesetzt, darunter Stuttgart, Nürnberg und Bordeaux, schrieb die Swiss. Neben der bereits umgesetzten temporären Einstellung von Peking, Schanghai und Tel Aviv werde die Swiss auf dem internationalen Streckennetz bis zum 24. April auch Kairo vorübergehend nicht mehr anfliegen.

Zudem werde der für den 29. März geplante Erstflug nach Washington, D.C. auf einen späteren Zeitpunkt verschoben, schrieb die Schweizer Airline. «Passagiere, deren Flug gestrichen wurde, können kostenfrei umbuchen oder erhalten eine Erstattung ihres Ticketpreises.»

23’000 Flüge gestrichen

Die ganze Lufthansa-Gruppe streicht wegen des Coronavirus 23’000 Flüge bis zum 24. April. «Weitere Annullierungen sind für die nächsten Wochen zu erwarten», teilte der Swiss-Mutterkonzern mit. Von den 23’000 Flügen der Gruppe entfielen 4’300 auf die Swiss, sagte eine Sprecherin auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP.

Die Routen über den Nordatlantik sind in normalen Zeiten das ökonomische Rückgrat der europäischen Fluggesellschaften. Sie haben auch grosse Bedeutung für die Auslastung der Zubringerflüge aus ganz Europa zu den Drehkreuzen Zürich, München, Frankfurt und Wien. An den Flughäfen steht bereits eine wachsende Zahl nicht benötigter Jets.

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