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Der Telebasel News Beitrag vom 12. März 2020.
International

Flammendrama auf Lesbos

Das Schweizer Hilfswerk mit Basler Beteiligung «One Happy Family» brannte am Samstag. Es ist ein weiterer Tiefschlag in einer ohnehin schwierigen Situation.

Die Türkei hat die Grenze für Geflüchtete aufgemacht. Griechenland reagiert mit Wasserwerfern, Tränengas und Gummischrot. Die Solidarität der Griechinnen und Griechen ist vielerorts aufgebraucht. Neonazis aus ganz Europa verbreiten Angst und Schrecken in der Ägäis. Es gibt jedoch immer noch Menschen, die nicht aufgegeben haben und helfen –  auch Menschen aus Basel.

Eine von ihnen ist Fanny Oppler vom Hilfswerk One Happy Family. Seit 2017 ist die Organisation in Lesbos vor Ort. Und dann am Samstag der Schreck: Bei einem Brand ist die ganze Schule abgebrannt und noch ein paar weitere Gebäude wurden in Mitleidenschaft gezogen. «Man weiss bis jetzt noch nicht wirklich, was passiert ist, ob es Brandstiftung war oder ob es irgendein Kabel war. Man weiss es bis jetzt nicht», sagt Oppler.

Situation spitzt sich zu

Egal ob es Brandstiftung war oder nicht, die aktuelle Situation auf Lesbos und in Griechenland wird für die Geflüchteten und ihre Helfer immer prekärer. «Meine Kollegen können nicht mehr einfach so nachts auf die Strasse. Es ist immer ein Abwägen, wo man sicher ist und wo nicht. Man weiss nie, was passiert», beschreibt Oppler die Lage in Lesbos.

Zwischen 700-1300 Geflüchtete sind täglich auf Lesbos bei One Happy Family vorbeigegangen. Um die 200 Kinder haben die Schule dort besucht. Vor allem ein sicherer Ort hätte es sein sollen. Etwas, was wegen der gekippten Stimmung in Griechenland nicht mehr gewährleistet werden konnte. «Darum mussten wir letzte Woche unser Zentrum schliessen. Was glücklicherweise dazu geführt hat, dass niemand verletzt wurde bei diesem Brand, weil niemand da war.»

Trotz des Brandes ist für Fanny Oppler und ihre Kollegen klar: Aufgeben kommt für One Happy Family nicht in Frage.

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