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Der Telebasel Talk vom 11. März 2020.
Basel

Wie gefährlich ist das Coronavirus wirklich?

675 Personen wurden schweizweit positiv getestet, drei starben. Aber 80 Prozent der Erkrankungen verlaufen mild. Wie gefährlich ist das Virus wirklich?

Die Zahl der Coronavirus-Erkrankungen in der Schweiz steigt weiter rasant an: Am Dienstagmittag gab es bereits 476 bestätigte Fälle, das sind 164 mehr als noch vor 24 Stunden, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Dienstag mitteilte.

In der Region Basel meldeten die Behörden bislang knapp 50 Ansteckungen. Drei Personen – sie waren über 70 Jahre alt – starben. In Italien sollen sich 10’000 Personen angesteckt haben. 460 Todesfälle wurden gemeldet. Vor zwei Tagen wurde die Grenze von 100’000 Betroffenen weltweit durchbrochen. Mit 80’000 gemeldeten Infizierten hält China mit grossem Abstand auf Italien, Südkorea und Iran den Spitzenrang.

80 Prozent: Milder Verlauf?

Aber vier von fünf erkrankten Personen erleben einen relativ milden Verlauf. Kann heissen: leichte Erkältungssymptome, wie Fieber oder Husten, aber auch eine Lungenentzündung, wie der Tagesanzeiger berichtet.

Die Sterberate liegt nach Einschätzung verschiedener Experten bei 1,1 Prozent über alle Altersgruppen. Bei 80-Jährigen liege die Sterblichkeit bei 18 Prozent. Covid-19 sei fünf- bis fünfzehn Mal so gefährlich wie die saisonale Grippe, was die Sterblichkeit betrifft. An der «normalen» Influenza sterben in der Schweiz jährlich zwischen 300 und 2’500 Personen.

Ansteckend: das fiese Virus?

Wenn man an einer viralen Atemwegserkrankung leidet, ist man in der Regel dann am ansteckendsten, wenn man die stärksten Symptome hat.

Nicht so beim Coronavirus, berichtet der Tagesanzeiger: «Man ist möglicherweise bereits vorher ansteckend: unmittelbar bevor Symptome auftreten. Eine neue Studie stützt diese These, gemäss ihr geschehen 25 bis 30% der Ansteckungen in der Phase, in der Erkrankte keine Symptome zeigen. Die WHO sagt hingegen: Bei Covid-19 seien zwar Übertragungen 24 bis 48 Stunden vor dem Auftreten von Symptomen bekannt, sie seien aber nach derzeitigem Kenntnisstand anders als bei der Grippe selten und spielten für die Weiterverbreitung kaum eine Rolle».

Wenn erreicht die Epidemie den Höhepunkt?

Vor zwei Wochen wurde die Öffentlichkeit von Experten-Prognosen aufgeschreckt, wonach in der Schweiz 30’000 Personen durch das Coronavirus den Tod finden könnten.

Auch über den Verlauf der Epidemie kann nur spekuliert werden – nur schon, weil niemand sagen kann, wie sich die Firmen (Einführung von Homeoffice) oder die Bevölkerung verhalten (Hygienemassnahmen, Selbstisolation etc.). Verschiedene Experten prognostizierten hohe Infektionszahlen (40 bis 80 Prozent der Bevölkerung) – über die nächsten Jahre.

Dazu kursierte die Einschätzung, dass die Epidemie ohne Gegenmassnahmen im Mai die Spitze erreichen werde, mit Massnahmen im Juli. Aber gesicherte Daten dazu gibt es nicht.

Wie gefährlich ist das Virus? Was sind die wichtigsten wissenschaftlichen News?

Im Talk vom Mittwoch, 11. März 2020 äussert sich ab 18:45 Uhr der renommierte Virologe Prof. Manuel Battegay dazu.

4 Kommentare

  1. Lassen sie sich mit einem harmlosen Norovirus mit einer Inkubikationzeit von 6 bis 72 Stunden anstecken und der doppelt so ansteckend wie ein Covid19 ist, dann wissen Sie es …Report

  2. @Swen Goldpreis
    Super geschrieben, könnte es nicht besser.

    Viel Panikmache für nichts und es wird nicht alles gleich bewertet, Arbeit/Geld vor Leben. Da kann ich die ganze Panikmache nicht. verstehen. Ist es jetzt so schlimm oder doch nicht. Geld regiert doch die Welt und das vor allem in der Schweiz. So lange die Grenzen offen sind und jeder/jede hereinkommen kann, habe ich für mich entschieden, kann es nicht schlimm sein.Report

  3. 80 Prozent? Wie manche Virologen auf solche Zahlen kommen, ist mir schleierhaft. In China, wo die Epidemie inzwischen langsam durch ist, haben wir etwa 100.000 Fälle auf eine Milliarde Menschen. Das sind 0,1 Prozent des Landes. Im stark betroffenen Hubei sind es etwa 1 Prozent. Und das in einem Land, welches das Virus einen Monat lang vertuscht hat, welches eine sehr hohe Bevölkerungsdichte hat und welches über mangelhafte persönliche Hygiene verfügt (Stichwort ständiges auf den Boden spucken). Selbst bei der Spanischen Grippe, der wohl schlimmten bekannten Pandemie der jüngeren Geschichte, waren nur etwa 5 Prozent der Weltbevölkerung infiziert – und das in einer vom Krieg geschwächten Welt, die noch über kaum epidemologische Erfahrungen verfügte.

    Natürlich ist die Lage ernst und selbstverständlich werden wir vermutlich nicht um ein Lockdown herumkommen. Aber die Annahme, dass die Verbreitung einfach exponentiell weitergeht und es keine Massnahmen geben wird, dir ist doch vollkommen sinnfrei. Da muss man sich schon fragen, ob die Virologen nicht auch gerne etwas dramatisieren, um sicherzustellen, dass ihnen die Pfründe auch in Zukunft nicht davonschwimmen.Report

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