Im Europa League-Spiel zwischen dem FCB und Frankfurt dürfen Zuschauer anwesend sein. (Symbolbild: Keystone)
Basel

«Ein Entscheid, der Kopfschütteln auslösen muss»

Das Spiel zwischen dem FC Basel und Eintracht Frankfurt findet am Donnerstag mit Zuschauern statt. Ein Kommentar zu einem unverantwortbaren Entscheid.

Das Gesundheitsamt Frankfurt hat Eintracht Frankfurt am Nachmittag über eine neue Infektionslage des Coronavirus informiert. Das Europa-League-Spiel gegen gegen den FC Basel wird demnach doch ohne Zuschauer ausgetragen. Dieser Kommentar wurde vor der Neubeurteilung vom 11. März 2020 17:15 Uhr verfasst:

Das Hinspiel im Europa League-Achtelfinal zwischen Eintracht Frankfurt und dem FC Basel wird vor Zuschauern stattfinden. Kein Geisterspiel. Keine Absage. Sondern ein Spiel mit rund 50’000 Zuschauern. Es ist ein Ritt auf der Rasierklinge. Ein Entscheid, der Kopfschütteln auslösen muss.

Kein Dach – kein Problem?

In einer Zeit, in der nur wenige hundert Kilometer entfernt aufgrund des Coronavirus Grenzen geschlossen werden. Events mit mehr als 1000 Zuschauer bis auf Weiteres verboten wurden. Schulen geschlossen werden. Menschen sterben. Und jeder Einzelne auf der Strasse beim kleinsten Huster in Deckung springt. Genau dann, wird ein Fussballspiel in Frankfurt planmässig durchgeführt. Mit der plakativen Parole: «Panik ist ein schlechter Ratgeber». Ein Schlag ins Gesicht, für alle Länder und Regionen, die sich mit Händen und Füssen gegen die Ausbreitung des Virus wehren.

Die Fans würden informiert. Wer sich krank fühle oder Angst habe, solle zuhause bleiben. Die Tickets würden zurückerstattet. Bei den Einlasskontrollen werden die Fans auf Grippesymptome kontrolliert. Das Dach der Commerzbank-Arena bleibt offen. Das Virus könne sich an einer Freiluftveranstaltung weniger schnell verbreiten als mit geschlossenem Dach. Auch die FCB-Fans seien kein Problem, da sie nicht aus einem Risikogebiet stammen. Es sind Überlegungen und Massnahmen, die nichts mehr mit gesundem Menschenverstand zu tun haben. Sondern nur an den Willen gekoppelt sind, keine finanzielle Einbusse am Donnerstagabend in Kauf zu nehmen. Das Spiel irgendwie mit Fans durchzuwürgen. Sprichwörtlich ohne Rücksicht auf Verluste. Die Definition von Grobfahrlässigkeit.

Wo ist die Vernunft?

Keine Interviews nach dem Spiel mit den Spielern für die Medien. Die Mannschaft des FC Basel reist sofort nach Abpfiff im Bus wieder nach Hause. Bereits auf der Hinreise wurden keine Externen im Flieger geduldet. Die Kicker sollen so wenig Kontakt zu Aussenstehenden haben wie möglich. Verständlich. Sehr viele Auflagen zieren das Bild dieses Europa League-Hinspiels. Fakt aber ist: Die Massnahmen sind allesamt nur zum Schutz der Spieler und des Vereins – aber nicht der Bevölkerung ausgelegt. Eintracht Frankfurt wird seiner Verantwortung gegenüber der Gesellschaft nicht gerecht – ganz im Gegenteil.

Ja – auch ich gehe lieber ins Fussballstadion und geniesse den Sport mit tausenden Fans. Auch ich habe mich auf ein Fussballfest in Frankfurt gefreut. Auf eine Wiederholung der Stimmungsbilder die seit vergangener Saison praktisch wöchentlich zu bestaunen sind. Fussball ohne Fans ist kein Fussball. Dennoch gibt es Vernunft. Und diese wurde an diesem Mittwochmorgen in Frankfurt auf allen Ebenen mit Füssen getreten.

Der Witz an der Sache? Das Heimspiel von Eintracht Frankfurt gegen Mönchengladbach in der Bundesliga vom Sonntag wurde zum Geisterspiel erklärt. Drei Tage nach dem Spiel gegen den FCB. Es fehlen einem die Worte.

6 Kommentare

  1. SUPER endlich mal Jemand ders kappiert hat und diese verdamte Panikmache nicht mittmacht.Wer schiss hat bleibt zu Hause fertig.Es sind schon genug am finanziellen ruin angekommen,es muss endlich schluss sein mit dieser bevormundung!Report

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