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Der Telebasel News Beitrag vom 9. März 2020.
Basel

Basler Museen wappnen sich für Coronavirus

Das Coronavirus wütet in der Schweiz: Das Theater Basel pausiert, Firmen verordnen Homeoffice und Kulturinstitutionen wappnen sich. So auch die Museen.

Das Kunstmuseum ist ausgestorben. Die Gänge sind leer, kein Mensch steigt die grossen, grauen Treppen hinauf. Typisch für einen Montag, an dem das Museum geschlossen ist. Aber in Zeiten des Coronavirus stellt sich die Frage, wie es mit den Basler Museen weitergeht. Immerhin gilt die Rheinstadt als Museums-Hochburg.

«Wir würden eine Schliessung des Museums nur in Betracht ziehen, wenn der Kanton dies fordern würde», sagt Anita Haldemann. Sie ist die Leiterin des Kupferstichkabinetts und Geschäftsleitungsmitglied des Basler Kunstmuseums. Somit liege die Hoheit beim Kanton über die Entscheidung. Der Kanton gibt auch Empfehlungen.

Info-Flyer treffen Kunst an der Wand

Diese wurden im Museum umgesetzt. Haldemann: «Für die Mitarbeiter wurden mehr Seifen und Desinfektionsmittel aufgestellt.» Doch auch für die Gäste gibt es das blaue Mittel gegen Bakterien. Die Angestellten würden auch, zumindest in Teilen, täglich informiert. Und die Flyer des Bundesamt für Gesundheit, die ikonisch für die Corona-Zeit stehen, sind in den Pausenräumen aufgehängt.

Durch die Verteilung der Besucher auf die verschiedenen Räume habe man keine innenarchitektonischen Massnahmen ergriffen. Jedoch: «Sollte ein Raum sehr stark besucht werden, dann können die Aufseher die Besucher bitten, das Werk später anzusehen.»

Zwischen 600 und 1000 Menschen besuchen das Museum täglich. Das ist kein Problem, weil die Personen verteilt über den Tag kommen. Aber es gibt eine Hürde. «Bei Veranstaltungen ab 250 Personen müssen wir eine Bewilligung einholen», sagt Haldemann. Bei eigenen Veranstaltungen kam es bislang nicht dazu, bei externen hingegen schon. Während man im Kunstmuseum Basel keinen besonderen Besucherrückgang feststellen konnte, ist dies beim Beyeler bittere Realität.

Besucherrückgang in Riehen

«Seit der Mitteilung des Bundesamtes für Gesundheit BAG von Freitag, 28. Februar 2020, ist ein Besucherrückgang zu verzeichnen», schreibt Mediensprecher Jan Sollberger auf Anfrage. Bleibt die Situation länger angespannt, rechnet die Fondation Beyeler mit Einbussen. Doch auch hier gibt man Entwarnung.

Eine andere Leitung der Besucherströme sei nicht nötig, da «sich die Besucher über alle Säle des Museums verteilen, in Bewegung sind und sich zu keinem Zeitpunkt mehr als die erlaubte Besucherzahl im Museum befindet.» Die Massnahmen ähneln sonst denen des Kunstmuseums. So soll auf «auf Begrüssungsrituale wie Händeschütteln»  verzichtet werden, «Mitarbeitende im Museum mit Kundenkontakt können überdies Handschuhe tragen».

(Video:Telebasel)

Alles in Allem richte man sich nach den Vorgaben des BAG. Wenig überraschend bläst das Tinguely-Museum in dasselbe Horn. Doch während grössere Massnahmen bei den anderen beiden Museen bislang ausblieben, ging man bei der Grenzacherstrasse bereits einen Schritt weiter.

Die Ausstellung «Amuse Bouche» hatte unter anderem essbare Kunst in petto. Doch das Werk «Goosebump» der Künstlerin Elizabeth Willing ist nur noch sichtbar. Die Wand mit kleinen Höckern lud eigentlich zum Abbeissen ein. Doch aufgrund Hygienebedenken darf nur noch mit den Augen gekostet werden.

2 Kommentare

  1. Hygienebedenken hätte ich bei so einem Artefakt zum Anbeissen auch ohne das Coronavirus. Was für eine gruusige Idee. Ich kann mit zeitgenössischer Kunst nur selten etwas anfangen. Das meiste ist mir zu abgedreht.Report

  2. Es ist unverantwortlich, dass Museen im Raum Basel noch geöffnet haben. Verantwortung übernehmen heisst, sich nicht hinter Behörden-Empfehlungen zu verstecken und vorsorglich – wie das Theater Basel – zu schliessen.Report

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