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Der Telebasel Sport Beitrag vom 8. März 2020.
Baselland

«Es wäre ein unrühmlicher Sieg und extrem schade»

Das Coronavirus macht auch vor Sm'Aesch Pfeffingen nicht Halt. Der Spielbetrieb wird angepasst. Co-Präsidentin Esther Keller äussert sich dazu.

Wie viele andere Sportvereine in der Region sind auch die Titelanwärterinnen im Frauen-Volleyball aus Aesch nicht vor den Konsequenzen des Coronavirus gefeit. Ungewissheit bestimmt den Alltag von Co-Präsidentin Esther Keller. Inzwischen ist klar: Die Halbfinalspiele sind verschoben, die Serien gekürzt. Noch vor den Bestimmungen des Bundes konnte Sm’Aesch Pfeffingen im Viertelfinal Groupe E Valtra souverän ausschalten.

Die Halbfinal-Serie gegen Düdingen konnte  bis jetzt noch nicht gestartet werden. Die Partie vom 8. März wurde auf den 18. März verschoben. Am 15. März wird der Bund entscheiden, wie es in Sachen Massenveranstaltungen weiter geht –  ob die bisher geltenden Massnahmen entweder beibehalten, verschärft oder gelockert werden. Aufgrund dieser Verschiebung muss die Serie von fünf auf drei Spiele gekürzt werden.

«Saison-Abbruch wäre Super-GAU»

«Das Herz blutet. Die Saison nicht fertig spielen zu können, wäre der absolute Super-GAU», sagt Esther Keller zur Situation. Im schlimmsten Fall würde Sm’Aesch im Falle eines Meisterschaftsabbruchs am Grünen Tisch als Quali-Sieger den Meistertitel einheimsen.

Esther Keller zeigt sich emotional und äussert sich zu den Spielverschiebungen. (Video: Telebasel)

Der erste Meistertitel der Geschichte würde somit einen faden und traurigen Beigeschmack haben. «Es gibt alle Szenarien. Es wäre ein unrühmlicher Sieg und extrem schade, aber wir wissen es noch nicht», erklärt die Co-Präsidentin.

Spielerinnen unter erhöhtem Druck

Die ungewohnte und unberechenbare Situation ist delikat. «Man plant die Saison durch. Jetzt hat man plötzlich zehn Tage Pause». Die Verkürzung der Saison erhöht auch den Druck auf die Spielerinnen und lässt noch weniger Raum zu für sportliche Fehler. «Wenn jemand krank oder nicht fit ist, war’s das. Es verträgt gar nichts mehr», so Keller. Auch wenn Sm’Aesch Favorit ist, kann ein Aussenseiter von einer verkürzten Serie profitieren. Es benötigt nur einen groben Ausrutscher und die Serie wäre beinahe entschieden.

Dass der Sport in der Region zum Erliegen gekommen ist, hat laut Keller aber auch seine positive Seite, trotz unbefriedigender Situation: «Es ist eine absolute Ausnahmesituation und gleichzeitig lernt man den Sport irgendwie wieder zu schätzen. Wir haben so viele Anlässe, die wir normalerweise immer besuchen können. Aber ich habe absolutes Verständnis für die Massnahmen», so Keller weiter.

«Es tut weh»

Das Coronavirus lässt die regionale Sportszene weiterhin im Ungewissen. Ob die Spiele durchgeführt werden können und in welcher Form, kann sich täglich ändern. Das Prinzip Hoffnung regiert. «Ich bin nicht sehr zuversichtlich, dass wir die Spiele mit Zuschauern durchführen können», meint Keller. Der 15. März wird Aufschluss geben, wie es mit dem regionalen und nationalen Sport weitergehen wird. Von einer Entschärfung der aktuellen Massnahmen geht aber praktisch niemand aus.

«Wir werden es durchstehen. Es macht weh. Es macht sportlich weh. Es macht organisatorisch weh», erklärt Esther Keller auf emotionale Art und Weise. Es ist noch völlig unklar, wie es mit Sport-Grossveranstaltungen weitergeht. Für die Volleyballerinnen im Baselland – und für die anderen Sportler in unserer Region.

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