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Der Telebasel News Beitrag vom 7. März 2020.
Basel

Katerstimmung im Showbusiness

Die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus sind noch nicht abschätzbar. Jetzt schon klar ist, dass die ganze Unterhaltungsbranche unter den Absagen leidet.

Keine Fasnacht, kein Fussball und (fast) keine Konzerte und Parties mehr. Die Massnahmen zur Eindämmung des Coronaviruses schränken das alltägliche Leben in Basel und der ganzen Schweiz bereits beträchtlich ein. Die Absagen von allen Veranstaltungen über 1000 Personen auf Bundesebene und Bewilligungspflicht für alle Anlässe mit mehr als 200 Besucherinnen lässt die gesamte Veranstaltungsbranche um ihre Existenz zittern.

Etwa die in Basel ansässige Eventorganisation Act Entertainment musste zahlreiche grosse Anlässe verschieben oder Absagen. Act Entertainment Chef Thomas Dürr spricht im Regionaljournal gar von einem momentanen Berufsverbot.

Viele Freelancer in der Branche

Ein weiteres Problem ist, dass viele Mitarbeitende als Freelancer tätig sind. Besonders im technischen Bereich arbeitet ein grosser Teil auf Auftragsbasis. Dies hängt damit zusammen, dass viele Clubs und Kulturbetriebe nicht die ganze Woche geöffnet haben, sondern nur übers Wochenende. Daher ist man als Musikerin, Licht-, Ton- und Veranstaltungstechnikerin häufig in Technikerpools von verschiedenen Clubs und Konzerthäusern. Da aber ziemlich alle wegen des Coronavirus geschlossen haben, gibt es auch keine Verdienstmöglichkeiten.

Die Situation ist sehr prekär. Anstatt zwei Wochen voll mit Terminen und Verdienstmöglichkeiten stehen für die meisten 14 Tage unbezahlte Zwangsferien an. Und es zieht sich noch weiter: «Veranstaltungen sind bis im Mai abgesagt worden, das bedeutet einen erheblichen Ausfall unserer Einnahmen», meint der Freelance-Tontechniker Amadis Brugnioni. 95 Prozent seiner Aufträge haben sich bereits in Luft aufgelöst.

Die entsprechenden Berufsverbände sind jedoch alarmiert. Der Verband der freischaffenden Musikern SONART hat beispielsweise ihre Mitglieder aufgefordert, ihre Ausfälle zu dokumentieren, damit aufgezeigt werden kann, was die finanziellen Folgen sind. Weiter fordert eine Petition vom Bundesrat die Einrichtung eines Fonds zur Entlastung der Showbranche.

Müssen die Jungen zu Hause bleiben?

«Es braucht eine gemeinsame Anstrengung der gesamten Bevölkerung», Werner Kübler, CEO des Universitätsspital appelliert hierbei besonders an die Jugend. Denn junge Leute, die Menschenmengen nicht meiden, stellen eine Bedrohung für gefährdete Personen dar. «Die, die sich bei denen, die Party gemacht haben anstecken, kommen dann in einer steilen Kurve zu uns», erklärt Kübler.

Dieser zusätzliche Ansturm könnte das Universitätsspital vor eine weitere Herausforderung stellen. Aus diesem Grund wird um Vorsicht gebeten. Das sehen auch die Veranstalter ein. «Man sollte sich einfach achten und die Massnahmen, die der Bund empfiehlt, versuchen wahrzunehmen», äusserte sich Mich Gehri, Leiter des Sommercasinos Basel gegenüber Telebasel.

«Man kann sich an allen Orten anstecken, oder auch nicht», fährt Gehri fort. Es komme sehr darauf an, wie man sich verhaltet und ob man die Hygiene-Massnahmen ernst nimmt. «Ich würde jetzt nicht sagen, dass man alles verbieten sollte», was für Gehri und das Sommercasino auch wünschenswert sei, denn aktuell sind die Türen des Kulturlokals geschlossen und das Klingeln in der Kasse verstummt.

Mehr zum Thema sehen Sie in den Telebasel News vom Samstag, 7. März 2020, um 18:30 Uhr und ab 19 Uhr stündlich.

1 Kommentar

  1. Alles wird abgesagt, nur das Badmingtonturnier in der St.Jakobshalle darf stattfinden! Gohts no!
    Was haben denn die für eine einflussreiche Lobby?Report

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