Das Weltcup-Finale in Cortina wurde ersatzlos gestrichen. (Archivbild: Keystone)
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Weltcup-Finale in Cortina wegen Coronavirus abgesagt

Das Weltcup-Finale der alpinen Skirennfahrer in Cortina d'Ampezzo entfällt. Die Generalprobe für die WM 2021 fällt dem Coronavirus zum Opfer.

Wie der italienische Verband FISI mitteilte und die FIS später bestätigte, wurde die Absage am Freitagnachmittag an einer Krisensitzung des Councils des Internationalen Skiverbands beschlossen. «Die Gesundheit der Athleten, des Staffs und der Öffentlichkeit geht vor», erklärte FIS-Präsident Gian Franco Kasper in einem Schreiben. Zudem hätten zu erwartende Reiserestriktionen einige Athleten um eine Teilnahme gebracht. Der Schweizer Verband Swiss-Ski äusserte in einer Stellungnahme sein Verständnis und begrüsste, dass es nun Klarheit gibt.

Die Rennen, die vom 18. bis 22. März hätten stattfinden sollen und eine Generalprobe für die WM 2021 gewesen wären, werden ersatzlos gestrichen. Beat Feuz und Corinne Suter stehen damit als Disziplinensieger in Abfahrt (Feuz) und Super-G (Suter) fest und die Schweiz noch näher am ersten Gewinn der Nationenwertung seit 1989. Die noch ausstehenden Rennen der Frauen in Are vom 12. bis 14. März und jene der Männer vom 14./15. März in Kranjska Gora finden nach aktuellem Stand statt und bilden das vorgezogene Saisonende.

Lange herrschte Unklarheit

Die Absage überraschte angesichts der weitreichenden Auswirkungen des Coronavirus nicht. Sie bahnte sich auch deshalb an, weil Italien das am stärksten von der Verbreitung betroffene europäische Land ist und die Region Venetien um Cortina besonders viele positive Krankheitsfälle zählt. Landesweit gab es schon mehr als 3800 Infektionen.

Bis die Absage allerdings offizialisiert wurde, herrschte einige Unklarheit. Nach der Telefonsitzung hatte die FIS zunächst verkündet, den Entscheid erst am Samstagmorgen bekannt zu geben. In der Folge preschte der italienische Verband mit seiner Mitteilung früher als vereinbart vor.

Die FISI, das italienische Sportministerium und die regionalen Behörden hatten zunächst eine Austragung ohne Zuschauer vorgeschlagen. Darauf wollten sich die anderen Verbände nach Angaben der FISI aber nicht einlassen. Walter Reusser, der Alpin-Direktor von Swiss-Ski, meinte: «Wettkämpfe ohne Publikum und öffentliche Siegerehrungen wären der Bedeutung des Anlasses nicht gerecht worden.»

Bereits im Januar eine Absage

Verschiedene Medien hatten im Vorfeld der Telefonkonferenz ausserdem eine Option mit Kvitfjell und Are als Ersatzorte ins Spiel gebracht. Eine kurzfristige Verlegung an einen anderen Ort lässt das Regelwerk jedoch nicht zu. Den Entscheidungsträgern blieben am Freitag also zwei Optionen: die erstmalige komplette Absage des Finales oder die Durchführung der Rennen unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Der Ski-Weltcup hat die Folgen des Coronavirus bereits im Januar ein erstes Mal zu spüren bekommen, als die in China als Tests für die Olympischen Spiele 2022 vorgesehenen Rennen frühzeitig nach Österreich verlegt wurden. Bei den Frauen galten zuletzt im italienischen La Thuile strenge Auflagen, unter anderem gab es eine Zuschauerbegrenzung, wurden Mindestabstände bei Interviews vorgeschrieben und war das Händeschütteln untersagt.

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