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Der Telebasel News Beitrag vom 5. März 2020.
Basel

Wirteverband rechnet mit 10 Millionen Franken Verlust

Weil die Fasnacht dieses Jahr abgesagt wurde, kämpfen viele Beizer ums überleben. Der Schaden beläuft sich ersten Schätzungen auf 10 Millionen Franken.

Es war ein harter Schlag für alle aktiven und passiven Fasnächtler. Die diesjährige Fasnacht wurde abgesagt und wird auch definitiv nicht nachgeholt. Das führt bei vielen Wirten zu grossem Unverständnis, da mit einem riesigen, finanziellen Verlust zu rechnen ist. «Es ist ein markanter Schaden. Das können wir auch nicht so schnell einholen», so Claudia Danuser von der Kunsthalle. Prekär sei vor allem, dass niemand genau weiss, wie es weiter gehen soll. 

Claudia Danuser, Betreiberin Kunsthalle Basel:

(Video: Telebasel)

«Natürlich war der Ausfall der Fasnacht für die Wirtschaft und auch emotional ein schwerer Schlag. Die zigtausende Besucher und die Schnitzelbängg-Veranstaltungen haben gefehlt. Der wirtschaftliche Schaden war allein während der Fasnacht sehr gross», so Maurus Ebneter, Präsident vom Wirteverband Basel-Stadt. Er schätzt den entstandenen Schaden während der Fasnacht auf rund 10 Millionen Franken.

Unglaubliche Solidarität

Viele Beizer waren extrem besorgt, als sie erfahren haben, dass die Fasnacht abgesagt wird. Lotti Weber vom Torstübli weinte vor laufender Kamera bittere Tränen. Telebasel hat berichtet. Sie hatte grosse Angst vor dem finanziellen Verlust, den sie und viele weitere Beizer treffen würde und wusste nicht wohin mit all den vorgekochten Mahlzeiten. Fünf Tage danach sieht die Welt wieder anders aus. Sie schwärmt in den höchsten Tönen von den Basler Fasnächtlern.

Lotti Weber, Beizerin «Torstübli»

(Video: Telebasel)

«Wie die Fasnächtler zusammen halten ist sensationell und da möchte ich mich von Herzen bei allen bedanken», sagt Lotti Weber zu Telebasel. Durch die vorgängige Berichterstattung seien viele Fasnächtler trotzdem zum verabredeten Dinner gekommen und hätten den Abend genossen. Sie habe zwar nur halb so viel eingenommen, wie im vergangenen Jahr, «es hätte aber viel schlimmer kommen können», so die Kleinbasler Kult-Wirtin.

«Was jetzt auf uns zukommt, wird noch viel schlimmer»

Die Fasnacht ist vorbei, viele Wirten haben bereits jetzt einen enormen Schaden davon getragen. Was aber viel schlimmer ist, ist die unklare Zukunft. Laut Ebneter sieht die Zukunfts-Prognose noch deutlich düsterer aus. «Was jetzt auf uns zukommt, wird noch viel schlimmer», so der Präsident des Wirteverbands Basel-Stadt.

Maurus Ebneter, Präsident Wirteverband Basel-Stadt:

(Video: Telebasel)

Mittel- und längerfristig müsse wohl auch die Politik aktiv werden. Viele Betriebe seien bereits durch die letzten zehn Jahre geschwächt, die für die Gastronomie alles andere als einfach waren. «Viele Betriebe sind in ihrer Existenz gefährdet. Liquiditätshilfen geben etwas Luft», so Ebneter. Diese würden vor allem helfen, wenn die Gastronomen einen Zahlungsaufschub bei den Sozialversicherungen oder bei ihrem Stromanbieter bekommen würden.

Lösung auf Bundesebene

«Es muss auf Bundesebene etwas gehen bei der Mehrwertsteuer. Es braucht ausserdem unbürokratische Möglichkeiten Kurzarbeit anzusteuern», so Ebneter weiter. Ansonsten müssten die Beizer ihre Angestellten entlassen und es könnte längerfristig zur Massenarbeitslosigkeit kommen.

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