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Der Telebasel News Beitrag vom 4. März 2020.
Basel

2000 Anrufe pro Tag bei Corona-Hotline in Basel

Beim Basler Aschenplatz befindet sich die Corona-Infoline vom Bundesamt für Gesundheit. 45 Personen sind derzeit nur für Corona-Fragen zuständig.

Es herrscht eine geschäftige Atmosphäre im Büro. Man hört viele Stimmen, doch alle sind darauf bedacht, nicht zu laut zu sein. Manche Anrufe sind schnell erledigt, manche ziehen sich in die Länge. Mittlerweile sind es rund 2000 Corona-Telefonate pro Tag, die nahe dem Aeschenplatz bei Medgate eingehen.

«Es kann schon sein, dass ich an einem Tag 120 Anrufe entgegennehme», sagt Erna Biffiger. Sie arbeitet an diesem Tag für die Corona-Infoline des Bundesamts für Gesundheit (BAG). Mitte Februar wurde die Hotline ins Leben gerufen. Damals arbeiteten fünf Personen explizit für Corona-Fragen, am Montag wurde das Team jüngst aufgestockt. Heute sind es 45 Personen, die sich um die unzähligen Anrufe kümmern.

«Kann Antworten auswendig»

Täglich stehen Medgate und das BAG in Kontakt. Dabei werden jeweils von Bern mögliche Fragen und Antworten geliefert. In Basel wiederum greifen die Angestellten einfach auf die Dokumente zurück und liefern die kontrollierten Antworten auf Fragen. «Die häufigsten Antworten kann ich im Schlaf aufsagen», sagt Biffiger mit einem Schmunzeln.

Oft wird beispielsweise nach den Symptomen gefragt. Oder, ob nun alle Grenzen geschlossen werden. Nach jedem Gespräch wird ein kurzer Fragebogen ausgefüllt. Dabei werden auch Fragen notiert, auf die es keine Antworten gibt. «Wir sind sozusagen das Sprachrohr des Volkes», sagt Geschäftsleitungsmitglied Cédric Berset. Die Frage wird dann aufgenommen und das BAG generiert in der Folge, wenn ein Bedarf besteht, eine Antwort.

Langjährige Zusammenarbeit

So wisse man in Bern, welche Fragen zum Coronavirus die Schweizer plagt. Wiederholt haben das BAG und Medgate zusammengearbeitet. Gesundheitsminister Alain Berset: «Etwa bei der Schweinegrippe oder Vogelgrippe – wir haben langjährige Erfahrung mit der Zusammenarbeit». Das BAG liefert den Inhalt, Medgate kümmert sich um die Infrastruktur und das Personal.

«Wir haben eine engen Austausch – fast auf stündlicher Basis», erklärt Berset. Man sei immer am aktuellsten Informiert. Zudem gibt es am Abend einen grösseren Report mit dem BAG zusammen. So soll die Qualität gewährleistet werden.

Callcenter wappnet sich ebenfalls

Aktuell wappnet man sich im Callcenter ebenfalls für die Eventualität, dass es zu einem Corona-Ausbruch kommt. «Ein Teil der Angestellten arbeitet bereits jetzt im Homeoffice», sagt Berset. So könne auch im Notfall die Infrastruktur aufrecht erhalten werden – und Informationen an die Bevölkerung gegeben werden.

«Waren Sie in Italien in den Ferien?», fragt Biffiger eine Frau, die anruft. Es gibt aber keinen Hinweis auf einen Corona-Fall. «Doch kommt Fieber hinzu, dann melden Sie sich unbedingt bei ihrem Arzt», sagt die Walliserin. Dann werde es ernst. Doch jetzt, jetzt ist die Situation noch ganz entspannt.

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