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Der Telebasel News Beitrag vom 3. März 2020.
Basel

«An dieser Fasnacht ist man besonders kreativ»

Kaum einer kennt die Fasnacht so gut wie -minu. Trotz der Absage kann er den drey scheenste Dääg trotzdem etwas abgewinnen. Denn Not macht erfinderisch.

-minu stützt sich auf das Geländer seines Balkons im Hotel «Les Trois Rois». Hier im edelsten Hotel der Stadt verbringt der Kolumnist seit mehr als 30 Jahren die Fasnacht. «Sogar damals schon im alten Drei König, als es noch miefte», scherzt er. Von hier aus hat man einen fantastischen Überblick über den Rhein, das Kleinbasel und eben, die fasnachtsdeprivierte Innenstadt.

Traurig sei er nicht, dass es keine Fasnacht gibt. Am Anfang sei er eher wütend gewesenDie Absage sei Überraschend kam das Fasnachtsverbot für ihn aber nicht: «Ich habe damit gerechnet, dass die Fasnacht abgesagt wird. Ich habe sogar eine Wette mit Joel von Mutzenbecher abgeschlossen, dass sie nicht stattfindet. Und er schrieb mir dann: «Es tut mit Leid, dass du wieder einmal Recht hattest.»»

«Es wäre eine traurige Fasnacht geworden»

Mehr als 200 Stunden Arbeit waren damit für die Katz. Denn im Vorfeld besuchte -minu sämtliche Laternen-Ateliers und studierte die Zeedel der Cliquen und Gruppierungen. Kaum einer weiss also besser, was für ein Fasnachtsjahrgang es geworden: «Wenn diese Fasnacht «normal» stattgefunden hätte, wäre es eine schwarze, traurige Umweltfasnacht geworden. Sicher 70 Prozent der Cliquen und Gruppen hatten den Tanz auf dem Vulkan, das Ende der Welt, die Apokalypse als Sujet.»

Trotz der vielen Arbeit begrüsst -minu den Entscheid des Comitées, die Fasnacht nicht zu verschieben. «Es sind die 72 Stunden in denen wir jetzt stecken. Das ist die Fasnacht.» Zwar sei sie nicht, wie sich die meisten Fasnächtler sie sich vorgestellt haben aber es gehe darum das beste aus der Situation zu machen.

Aktive glänzen mit Guerilla-Aktionen

Und der Fasnachtsexperte ist entzückt von der Kreativität der Aktiven. «Ich glaube, dass man an dieser Fasnacht, die keine ist, besonders kreativ ist». In der kurzen Zeit von der Absage bis zum Morgestraich hätten sehr viele Fasnächtler tolle Aktionen auf die Beine gestellt. «Ich denke da an die Fasnachtsexhibitionisten, die ihre Kostüme entblössten oder ich habe ein Mädchen mit einer Greta-Larve gesehen, die ein Schild mit der Aufschrift «Ich bin auch noch da» hochielt.»

Am Donnerstag verlässt das Stadtoriginal Basel wieder in Richtung Wien. Dort werde er jetzt an Geschichten für sein Weihnachtsbuch tüffteln.

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