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Der Telebasel News Beitrag vom 2. März 2020.
Basel

RIP Fasnacht 2020 – das war der Nicht-Morgestraich

Die Fasnacht 2020 ist aufgrund des Coronavirus' abgesagt worden. Trotzdem versammelten sich verschiedene Fasnächtler am Montag Morgen in der Stadt.

Die Lichter brennen in der ganzen Stadt. Taxis und Polizeiautos fahren durch die Strassen und an den Tramgleisen werden Wartungsarbeiten vorgenommen. Es wirkt wie ein ganz normaler Morgen in Basel und doch ist es das nicht. Eigentlich wäre jetzt der Morgestraich, doch der wurde abgesagt. Trotzdem lassen es sich viele Baslerinnen und Basler nicht nehmen, um den Morgestraich zu trauern.

Um 03:00 Uhr ist von Morgestraich, bzw. vom Nicht-Morgestraich noch nichts spürbar. In den Basler Strassen lungern ein paar Betrunkene, die darauf warten, was nun an diesem Nicht-Morgestraich passieren wird. Eine halbe Stunde später gehen die ersten Fasnächtler durch die Strassen. Eine Gruppe sitzt auf dem Marktplatz am Boden um eine mitgebrachte Baustellenlampe. Andere Fasnächtler verschwinden mit der Trommel auf dem Rücken in einer Gasse.

«Nicht-Morgestraich vorwärts Marsch»

Dann schlägt es 04:00 Uhr und die Lichter in der Stadt bleiben an. Auf dem Münsterplatz haben sich ein paar Fasnächtler mit Laternen versammelt und singen Fasnachtslieder. In der Nähe vom Barfi zünden ein paar Chaoten Feuerwerk, während auf dem Barfüsserplatz ein einzelner Fasnächtler mit Atemschutzmaske und Lichterkette steht. «Ich bin hierher gekommen, um die Fasnacht für mich zu begraben. Danach gehe ich wieder nach Hause», meint er auf Nachfrage von Telebasel.

Hinter ihm nimmt es eine Gruppe weniger tragisch. Sie haben sich als Coronavirus verkleidet und singen ein Nicht-Morgestraich-Lied, während sie Taschentücher mit der Aufschrift «Braav ins Nastuechli hueste!» verteilen.

Auf dem Marktplatz haben sich inzwischen etwa 200 Menschen versammelt und zünden Kerzen an, um eine Schweigeminute einzuhalten. Diese wird aber durch ein lautes «Blaggedde» unterbrochen, was Gelächter unter den Fasnächtlern auslöst.

Ruhe in Frieden, Fasnacht 2020

Die Stimmung ist ruhig. Die Fasnächtler singen zusammen. Überall stehen Kerzen und Gedenktafeln für die «verstorbene» Fasnacht 2020. Eine Gruppe Pestärzte betritt den Marktplatz und schleift den Sarg der Fasnacht hinter sich her.

Die ersten «Trummle und Pfyffe» sind aus den Gassen zu hören. Die Polizisten stehen daneben und beobachten das Geschehen, lassen die Fasnächtler aber gewähren. Aber nicht alle sind in Trauerstimmung. Zwei ältere Damen laufen mit Taschentüchern vor dem Mund und Massstäben herum. Der klassische Basler Galgenhumor.

Um 05:10 Uhr neigt sich das Ganze wieder dem Ende zu. Die Fasnächtler gehen nach Hause oder ziehen sich anderweitig zurück. Vereinzelt hört man noch einen Tambour trommeln. Was bleibt, sind Grabkerzen und vereinzelt auch eine Räppli-Spur auf dem Boden.

Das alles ist natürlich nicht mit einem normalen Morgestraich vergleichbar und doch hat der Nicht-Morgestraich seinen eigenen Charme, da jeder Fasnächtler die Absage der Fasnacht 2020 auf seine individuelle Art und Weise verarbeitet.

0 Kommentare

  1. Also die beste Aktion am Morgestraich kam von den Frauen und Männern in den Total-Körper-Kostümen mit den Lämpchen rundherum, die folgendes sangen: „Nit-Morgestraich, vorwärts marsch! Es isch jo gar kai Fasnacht, kai Fasnacht, es isch jo gar kai Fasnacht, aber mir sin trotzdem do. Corona duet regiere regiere…“.Report

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