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Am Freitagmorgen informierte der Bundesrat über die aktuelle Lage betreffend des Coronavirus. (Video: Youtube/Der Schweizerische Bundesrat)
International

Morgestraich, Cortège und Guggenkonzerte sind verboten

Der Bundesrat verbietet alle Grossanlässe mit über tausend Teilnehmern. Das Comité sagt die Fasnacht ab.
Ein neuer bestätigter Coronavirus-Fall in Genf

Im Kanton Genf gibt es einen weiteren bestätigten Coronavirus-Fall. Ein 55-jähriger Italiener, der in Genf bei einer internationalen Organisation arbeitet, ist positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Der Mann, der in Frankreich lebt, war gerade erst aus Mailand zurückgekehrt. Die Ergebnisse des Tests lagen am Donnerstagabend vor, wie das Departement für Sicherheit, Arbeit und Gesundheit (DSES) am Freitag mitteilte.

Der infizierte Mann zeigt demnach nur sehr wenige Symptome. Er wurde vorsichtshalber ins Unispital Genf (HUG) verlegt. Seine Familie wurde zuhause unter Quarantäne gestellt.

Der Mann arbeitet in einem Grossraumbüro mit rund vierzig Personen. Für alle 300 bis 400 Mitarbeiter der Organisation wurde eine medizinische Befragung angeordnet. Für einige wurden Quarantänemassnahmen verfügt. Andere wurden aufgefordert, von zuhause aus zu arbeiten.

100 negative Tests in der Waadt

Im Kanton Waadt gibt es weiterhin einen bestätigten Fall sowie noch 19 Verdachtsfälle. Bei der infizierten Person, deren Fall am Donnerstagabend aufgedeckt wurde, handelt es sich um einen 49-jährigen Grenzgänger, der in der Region Ain im benachbarten Frankreich lebt.

Er ist derzeit mit seiner Frau und seinem 14-jährigen Sohn im Unispital Chuv stationär untergebracht. Sein Gesundheitszustand sei nicht besorgniserregend, teilte der Kanton Waadt am Freitag mit.

102 Verdächtsfälle wurden im Kanton bislang negativ getestet. 19 weitere Proben stehen noch aus. Bei den meisten Verdachtsfällen handelt es sich um Rückkehrer aus Norditalien.

Ein Fall im Tessin

Entgegen den Angaben des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) an der Medienkonferenz von Freitagmorgen gibt es im Tessin weiterhin nur einen bestätigten Coronavirus-Fall. Das BAG bestätigten einen Fehler in der Kommunikation.

Am Dienstag war im Tessin ein 70-jähriger Mann positiv auf das Virus getestet worden. Es war der erste bestätigte Fall der Lungenkrankheit Covid-19 in der Schweiz. Der Erkrankte hatte an einer Versammlung in Mailand teilgenommen.

Verboten sind Morgestraich, Cortège, Schnitzelbangg-Veranstaltungen und Guggenkonzerte

Die Basler Fasnacht 2020 findet wegen der Coronavirus-Epidemie nicht statt. Aufgrund des bundesrätlichen Verbots von Grossveranstaltungen mit über 1000 Personen, hat die Basler Regierung am Freitag die grösste Fasnachtsveranstaltung der Schweiz abgesagt. Die Basler Regierung informiert in einer Medienkonferenz.

Abgesagt werden alle privaten und öffentlichen Veranstaltungen im Rahmen der Fasnacht, wie es in einer Medienmitteilung heisst. Darunter fielen insbesondere der Morgenstreich, der Umzug, Veranstaltungen mit Schnitzelbänken, Guggenkonzerte sowie diverse Schlussveranstaltungen, die nach den eigentlichen Fasnachtstagen vom 2. bis 4. März geplant sind.

Die Gastronomiebetriebe könnten ihren ordentlichen Betrieb aufrechterhalten, heisst es weiter. Die Regierung appelliert an die Eigenverantwortung und Solidarität der Bevölkerung.

Genfer Autosalon abgesagt

Der Genfer Autosalon wird nicht stattfinden. Das bestätigte der Veranstalter am Freitag. Zuvor hatte der Bund wegen der steigenden Zahl von Coronavirus-Fällen alle Grossveranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen untersagt.

Alle Spiele in der Super League abgesagt

Die Swiss Football League hat alle Partien vom Wochenende der Super League und der Challenge League abgesagt und auf ein noch nicht bestimmtes Datum verschoben. Über den weiteren Verlauf der Meisterschaft werde die SFL in enger Absprache mit den Behörden und den Klubs in der kommenden Woche informieren, teilte die Liga mit.

Comité sagt Fasnacht ab

«Es gibt eine gewisse Willkür bei Massnahmen»

Innenminister Alain Berset hat eingeräumt, dass es bei den getroffenen Massnahmen eine gewisse Willkür gebe. Die definierte Grenze von tausend Personen sei momentan aber die sinnvollste. «Im Moment gibt es keinen Anlass, weiterzugehen.»

Laut aktuellen Angaben des Bundesamts für Gesundheit (BAG) ist momentan von einer tiefen Dunkelziffer von unentdeckten Coronafällen auszugehen. Am Freitagmorgen waren 15 positive Fälle in neun verschiedenen Kantonen bestätigt.

«Bund bezahlt keine Entschädigungen»

Wer nach dem Veranstaltungsverbot auf einem wertlosen Ticket sitzt, wird nicht durch den Bund entschädigt. Das sagte Innenminister Alain Berset am Freitag vor den Bundeshausmedien. Das Epidemiengesetz sehe keine Haftungsregelung vor, nur eine Härtefallklausel.

Laut Heidi Hanselmann, Präsidentin der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK), haben die drastischen Massnahmen auch grosse wirtschaftliche Folgen. Wie hoch der Schaden für Veranstalter und Unternehmen ist, können die Behörden nicht abschätzen. Im Zentrum stehe die Gesundheit der Bevölkerung.

Es sei das erste Mal, dass das revidierte Epidemiengesetz in Anwendung komme, sagte Berset. Die rasante Entwicklung der Corona-Fälle sowie die erhöhte Ansteckungs- und Ausbreitungsgefahr rechtfertigten die besondere Lage. Es gebe bisher noch keine bekannten Fälle, bei denen der Bund die Ansteckungskette verloren habe.

Hanselmann wehrte sich gegen den Vorwurf, dass die Kantone die Verantwortung für unpopuläre Entscheide an den Bund delegieren wollten. «Wir sind dafür bekannt, dass wir Kompetenzen in der Regel nicht abgeben wollen.» Die durch den Bund getroffenen Massnahmen seien aber «verhältnismässig und wirksam».

Ganze Gebiete abzusperren, sei in der aktuellen Situation dagegen nicht angebracht, sagte Berset. Auch Zugreisen, Skifahrten oder Einsätze in Rekrutenschulen könnten weiterhin stattfinden. Dort könnten die Menschen die Hygienemassnahmen befolgen und sich wirksam schützen.

Telebasel bei der betroffenen Kita in Riehen

Telebasel Reporter Andri Mahler war bei der betroffenen Kita Neumatten in Riehen.

(Video: Telebasel)
Grosse Bürogebäude werden nicht gesperrt

Vom Veranstaltungsverbot des Bundes ausgenommen sind Bürogebäude mit mehr als tausend Personen. «Dort können sich die Personen frei bewegen und können die Hygienevorschriften umsetzen», sagte Innenminister Alain Berset am Freitag vor den Bundeshausmedien.

«Besondere Lagen verlangen besondere Massnahmen», sagte Heidi Hanselmann, die Präsidentin der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK). Bund und Kantone zögen am selben Strick. Die aktuelle Situation sei für die Kantone «herausfordernd». Eine gemeinsame Linie für die ganze Schweiz sei sinnvoll, um kohärent gegen das Virus vorzugehen.

Fasnacht abgesagt – alle Grossanlässe verboten

Der Bundesrat verbietet wegen des grassierenden Coronavirus alle Grossveranstaltungen mit mehr als tausend Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Das Verbot gilt mindestens bis 15. März und wurde vom Bundesrat verhängt, um die Verbreitung des Virus einzudämmen.

Unter das Verbot fallen alle Veranstaltungen, an denen sich gleichzeitig mehr als tausend Personen aufhalten. Das können Fasnachtsumzüge, Konzerte, Breitensportanlässe oder auch Fussball- und Eishockeyspiele sein.

Der Bundesrat beschloss das Verbot an einer ausserordentlichen Sitzung am Freitag, wie das Departement des Innern (EDI) schrieb. Grund für das Verbot sei der Schutz der Bevölkerung. Diese habe oberste Priorität.

«Besondere Lage» gemäss Epidemiengesetz

Bei Veranstaltungen, an denen weniger als tausend Personen teilnehmen, muss von Fall zu Fall über die Durchführung entschieden werden. Die Veranstalter müssen zusammen mit der zuständigen kantonalen Behörde eine Risikoabwägung vornehmen, ob sie die Veranstaltung durchführen können oder nicht, wie das EDI schrieb.

Die Situation um das neue Coronavirus Sars-CoV-2 stuft der Bundesrat als «besondere Lage» gemäss dem Epidemiengesetz ein. Das bedeutet, dass der Bundesrat selber Massnahmen anordnen kann, für die normalerweise die Kantone zuständig sind.

Das Veranstaltungsverbot habe weitreichende Auswirkungen für die Bevölkerung der Schweiz, räumt das EDI ein. Das Verbot verspreche aber einen wirksamen Schutz für die Menschen im Land und auch für die öffentliche Gesundheit. Es solle die Verbreitung des neuen Coronavirus in der Schweiz eindämmen.

Mehrere Fälle in der Schweiz

In der Schweiz sind in der laufenden Woche die ersten Fälle von bestätigten Sars-CoV-2-Infektionen bekannt geworden. In Basel-Stadt, wo am Donnerstagabend der erste Fall bekannt wurde, wollten die Behörden am Freitag bekanntgeben, ob die Basler Fasnacht durchgeführt werden kann.

Bereits am Donnerstag abgesagt wurde der Engadiner Skimarathon – in Graubünden gab es zwei bestätigte Coronafälle. Zu dem Breitensport-Grossanlass werden jeweils mehrere tausend Langläuferinnen und Langläufer erwartet.

Bundesrat im Livestream

Die Medienkonferenz des Bundesrats im Livestream:

(Video: Youtube/Der Schweizerische Bundesrat)
Erster bestätigter Fall aus dem Baselbiet

Das Coronavirus hat auch das Baselbiet erreicht: Dort wurde ein erster Fall des Virus laborbestätigt. Das schreibt der Kanton Baselland in einer Mitteilung am Freitag.

Beim Patienten handelt es sich um einen 23-jährigen Mann. Er ist der Partner der Frau, die in Basel positiv auf das Virus getestet wurde. In beiden Fällen ist der Referenztest des Genfer Labors noch ausstehend.

Beide Erkrankten haben sich kürzlich in Mailand aufgehalten. Der 23-Jährige sei zurzeit in Spitalpflege isoliert und befände sich in gutem Gesundheitszustand, wie es weiter heisst.

Für die bisher ermittelten Kontaktpersonen, wurde die Quarantäne zu Hause angeordnet. Der kantonsärztliche Dienst prüft, ob weitere Personen Kontakt mit dem Patienten hatten und instruiert diese über die Verhaltens- und Quarantänemassnahmen.

Coronavirus trübt Ausblick von BASF

Schwache Autoindustrie, Handelskonflikte und nun auch noch das Coronavirus: Der Chemiekonzern BASF steht 2020 vor einigen Herausforderungen. «In diesem Jahr erleben wir bereits in den ersten beiden Monaten eine hohe Unsicherheit in der Weltwirtschaft. Mit dem Coronavirus ist ein neuer Faktor hinzugekommen, der das Wachstum am Jahresanfang vor allem in China erheblich belastet», sagte Vorstandschef Martin Brudermüller anlässlich der Jahresbilanz am Freitag in Ludwigshafen.

BASF erwartet, dass sich die negativen Effekte der Epidemie vor allem im ersten Halbjahr deutlich auswirken werden. Die Folgen könnten im Jahresverlauf nicht vollständig ausgeglichen werden.

Brudermüller geht davon aus, dass sich auch die Konflikte zwischen den USA und ihren Handelspartnern nicht weiter entspannen. Die Produktion in der Autoindustrie – der wichtigsten Kundengruppe von BASF – dürfte weiter zurückgehen. Entsprechend unsicher ist der Ausblick für das Ergebnis, das 2020 steigen, aber auch fallen könnte. BASF geht von einem bereinigten operativen Ergebnis (Ebit) zwischen 4,2 und 4,8 Milliarden Euro aus. Im vergangenen Jahr war dieses wegen der schwachen Autokonjunktur und den Handelskonflikten um 28 Prozent auf 4,5 Milliarden eingebrochen. Der Umsatz soll dieses Jahr auf 60 bis 63 (2019: 59,3) Milliarden Euro steigen. Für die weltweite Chemieproduktion rechnet der Konzern mit dem niedrigsten Wachstum seit der Finanzkrise.

Coronavirus-Fälle in Südkorea steigen auf über 2000

Nach dem Ausbruch der Lungenkrankheit Covid-19 in Südkorea hat die Zahl der Infektionsfälle in dem Land 2000 überschritten. Die Gesundheitsbehörden meldeten am Freitag 256 neue Fälle. Damit steckten sich bisher nachweislich 2022 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus an. Es wurden 13 Todesfälle mit dem Virus in Verbindung gebracht.

Die Mehrzahl der neuen Fälle konzentriert sich weiter auf die südöstliche Millionen-Stadt Daegu und die umliegende Region. Seitdem die Regierung am vergangenen Sonntag die höchste Warnstufe für Infektionskrankheiten ausgerufen hatte, versuchen die Behörden vor allem, die Ausbreitung in Daegu einzugrenzen.

Über die Hälfte sind Anhänger einer christlichen Sekte

Allein 182 Neu-Infizierungen wurden in Daegu erfasst, wo es die grösste Anhäufung von Fällen unter Anhängern der christlichen Sekte Shincheonji-Kirche Jesu gibt. Mehr als die Hälfte aller Fälle im Land entfällt auf Mitglieder der Organisation.

Die Behörden untersuchen, ob die Infektionen unter den Anhängern möglicherweise von einem sogenannten Superverbreiter ausgingen. Die Regierung will die geschätzten mehr als 200’000 Mitglieder der Sekte im Land auf das Virus testen zu lassen.

Krisenstab der deutschen Regierung berät über Coronavirus

Der Krisenstab der Bundesregierung berät am Freitag über weitere Vorkehrungen gegen das neue Coronavirus in Deutschland. Thema soll unter anderem der Umgang mit Grossveranstaltungen wie Messen sein.

So geht es um Auswirkungen auf die Internationale Tourismusbörse (ITB), die am 4. März in Berlin beginnen soll. Beraten werden soll ausserdem über die Verfügbarkeit von Schutzausrüstung wie Atemmasken und Spezialanzügen, die weltweit stark gefragt sind.

Chinesischer Aussteller zieht sich vom Genfer Autosalon zurück

Das chinesische Start-up-Unternehmen Byton hat seine Teilnahme am diesjährigen Autosalon in Genf wegen der Gesundheitsrisiken aufgrund des Coronavirus abgesagt. Die Firma nehme damit ihre Verantwortung gegenüber den Mitarbeitenden wahr, teilte ein Unternehmenssprecher mit.

Während die Genfer Uhrenmesse «Watches and Wonders» am Donnerstag annuliert worden war, geht die Messegesellschaft Palexpo nach wie vor davon aus, dass der Autosalon vom 5. bis 15. März wie geplant stattfindet. Das letzte Wort hat das Bundesamt für Gesundheit.

Diverse Sicherheits- und Hygiene-Massnahmen

Die Organisatoren ermutigen die Aussteller aus den Risikogebieten, dafür zu sorgen, dass ihr Personal in den 14 Tagen vor ihrer Ankunft in der Schweiz die erforderlichen Kontrollen bestanden hat und keinerlei Anzeichen einer Infektion aufweist.

Wie es auf der Palexpo-Homepage weiter heisst, ist das Ziel dabei, jegliches Risiko einer Verbreitung des Coronavirus, das sich aus der Anwesenheit in Genf gegenüber dem Personal anderer Aussteller und den Besuchern ergeben könnte, zu vermeiden.

Der Autosalon in Genf zieht jedes Jahr rund 600’000 Besucherinnen und Besucher aus aller Welt an. Die Palexpo hat diverse Sicherheits- und Hygiene-Massnahmen ergriffen, um gesundheitlichen Problemen wegen des Virus vorzubeugen.

Anstieg der Coronavirus-Fälle in China flacht sich ab

In China hat es am Donnerstag 327 neue Fälle des Coronavirus gegeben. Einen Tag zuvor waren es noch 433, wie die Nationale Gesundheitsbehörde mitteilt.

Damit gibt es auf dem Festland Chinas insgesamt 78’824 mit dem neuartigen Coronavirus infizierte Personen. Die Zahl der Toten stieg um 44 auf insgesamt 2788.

Das sagt der Kantonsarzt

«Wir gehen davon aus, dass rund 100 Kinder in Quarantäne müssen», sagt Thomas Steffen, Kantonsarzt und Leiter Medizinische Dienste beim Gesundheitsdepartement Basel-Stadt, auf Anfrage von Telebasel. Dies, weil die erste bestätige Coronavirus-Patientin in Basel in einer Kindertagesstätte in Riehen arbeitet und dort Kontakt mit den betreuten Kindern hatte.

Für rund zwei Wochen müssen die Kinder ab heute Donnerstag in Quarantäne. Doch wie gefährdet sind nun die Kinder? «Generell sind weltweit weniger Kinder als Erwachsene vom Coronavirus betroffen», erläutert Steffen. «Der Verlauf ist meist mild bis kaum spürbar».

Besorgte Eltern

Bereits am Nachmittag erhielten die Behörden vom Labor den Coronavirus-Befund und informierten die Eltern vor Ort in der Kita, wie Thomas Steffen erzählt. Elternteile, die nicht anwesend waren, wurden und werden am Donnerstagabend weiterhin über den Fall informiert. Zudem werden sie instruiert, wie sie die Quarantäne ihrer Kinder in Angriff nehmen müssen.

«Typischerweise wird ein Elternteil im engeren Kontakt mit dem Kind sein und sich mit ihm im selben Raum aufhalten. Der Kontakt mit der restlichen Familie sollte aber nicht zu intensiv sein», sagt Steffen. Die Quarantänen erfolgen Zuhause. «Es gibt verschiedene Möglichkeiten, je nach Situation. Je nachdem bleiben der Elternteil und das betroffene Kind im Haushalt und der Rest der Familie geht beispielsweise zu den Grosseltern», so Steffen. Dabei werde im Einzelfall angeschaut, was sinnvoll sei.

«Wichtig ist, dass der Kontakt mit anderen Personen möglichst vermieden und reduziert wird», sagt Steffen zu der Massnahme.

Die Eltern hätten bei den Informationen der Behörden viel Verständnis gezeigt. «Aber es ist klar – Eltern können das nachvollziehen – sie haben sich auch Sorgen gemacht.» Auch hier biete der Kanton Hand: «Wir haben gemerkt, dass wir, wenn wir gut informieren und unterstützen, die Situation erleichtern können.»

Die Coronavirus-Patientin ist im Unispital Basel hospitalisiert. Die Kinder, mit denen sie Kontakt hatte, sollen erstmal Zuhause in Qurantäne. (Bild: Keystone)
Erster Fall in Basel

Der Kanton Basel-Stadt vermeldet den ersten positiven Coronavirus-Fall. Bei der Frau handle es sich um eine Kita-Mitarbeiterin. «Die junge Frau hielt sich in Mailand auf, kehrte an die Arbeit zurück und erkrankte danach», wie die Behörden mitteilen.

Zusätzlich zu diesem bestätigten Basler Fall gebe es ein positives Testergebnis des Universitätsspitals Basel für einen jungen Mann mit Wohnsitz in einem anderen Kanton. In beiden Fällen sei der Referenztest des Genfer Labors noch ausstehend. «Wir wissen, dass der junge Mann gemeinsam mit der erkankten Kinderbetreuerin und weiteren Personen in Mailand war», kommentiert das Gesundheitsdepartement Basel-Stadt.

Im Universitätsspital Basel isoliert

Der jungen Frau mit Wohnsitz im Kanton Basel-Stadt gehe es den Umständen entsprechend gut, wie die Behörden weiter mitteilen. Sie ist aktuell im Universitätsspital Basel in Isolation hospitalisiert. «Da sie von Beruf Fachfrau in der Betreuung von Kindern und Kleinkindern ist und in einer Kindertagesstätte in Riehen arbeitet, kam sie mit vielen Kindern in Kontakt», so die Mitteilung.

Das Gesundheitsdepartement Basel-Stadt nehme nun entsprechend «umfangreiche Abklärungen» im beruflichen sowie persönlichen Umfeld der Patientin vor.

Kinder müssen in Qurantäne

In der Kindertagesstätte werden jeweils rund 100 Kinder betreut. «Aufgrund der aktuellen Ferien war nur ein Teil der Kinder in der Kindertagesstätte anwesend und hatte engeren Kontakt mit der nun positiv getesteten Betreuerin», so die Mitteilung weiter.

Die Eltern seien informiert worden, um den Vorfall einordnen zu können. Weiter wurden die Eltern instruiert, was zu tun sei, wenn bei ihren Kindern oder ihnen Symtome auftreten. Die Kinder müssen nun 14 Tage in Quarantäne.

«Weiter müssen die Eltern wissen, welche Informationen sie dem ärztlichen Personal im Erkrankungsfall mitteilen, um weitere Ansteckungen zu verhindern», wie die Behördern erläutern.

Mehrfache Ansteckung mit Coronavirus möglich

Das Coronavirus Sars-CoV-2 verbreitet sich schnell. Auch und vor allem deshalb, weil das Immunsystem der Menschen mit diesem Virus das erste Mal zu tun hat. Am Donnerstag wurde erstmals der Fall einer erneuten Infektion bekannt: Eine Frau in Japan wurde laut Behörden nach ihrer Genesung ein zweites Mal positiv auf Sars-CoV-2 getestet.

«Eine erneute Infektion ist, wie bei normalen Erkältungen, nicht auszuschliessen, aber der Verlauf dürfte deutlich milder ausfallen», erklärte Ronald Dijkman, Professor am Institut für Infektionskrankheiten an der Universität Bern, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Der Körper sei besser auf die Infektion vorbereitet.

Husten, Fieber und Lungenentzündung gehören zu den Symptomen der Erkrankung Covid-19. Dabei ist es genau genommen nicht das Virus, das viele der Symptome auslöst, sondern die Gegenwehr des Körpers. Und so ist anzunehmen, dass die unterschiedlichen Verläufe – von mild bei der grossen Mehrheit bis zu lebensbedrohlich bei einem kleinen Anteil der Betroffenen – mit dem Immunsystem zusammenhängen.

Zum Schutz vor dem Coronavirus gilt es, die Hände regelmässig zu desinfizieren. (Bild: Keystone)
So funktioniert ein Coronavirus-Test

Beim Verdacht auf das Coronavirus Sars-CoV-2 wird der Erreger in der Regel mit einem molekularbiologischen Test nachgewiesen. Zunächst nimmt ein Arzt eine Probe aus den Atemwegen eines Patienten – entweder einen Abstrich oder ausgehusteten Schleim.

Spezialisten bereiten diese Probe dann im Labor auf und suchen mit einem sogenannten PCR-Test nach dem Erbmaterial des Virus. Vereinfacht gesagt wird dabei ein bestimmter Abschnitt des Viren-Erbguts millionenfach kopiert. Die Kopien werden mit einer sogenannten Sonde farblich markiert.

Diese Farbmarkierung kann dann mit komplexen Geräten sichtbar gemacht werden. Sind entsprechende Farbsignale vorhanden, handelt es sich um eine «positive Probe». Unter idealen Bedingungen dauert ein solcher Test im spezialisierten Labor 3-5 Stunden.

Schweizer Börse leidet

Der Ausverkauf am Schweizer Aktienmarkt hat auch am Donnerstag keinen Halt gemacht. Das Coronavirus und die kaum absehbaren wirtschaftlichen Folgen für die Weltwirtschaft kommen immer mehr in den Köpfen der Investoren an. Die Nervosität ist laut Händlern phasenweis bereits in Panik umgeschlagen, was sich etwa auch in den extrem hohen Ausschlägen in kürzester Zeit manifestiert.

Nachdem die möglichen Auswirkungen des Coronavirus an den Aktienmärkten zuerst nicht sehr ernst genommen worden seien, sei nun das Gegenteil der Fall. «Das Szenario eines konjunkturellen Aufschwungs in diesem Jahr wird gerade still und heimlich in die Schublade zurückgelegt», meinte ein Händler. Die Märkte spielten wieder Rezessionsrisiken, die zuletzt eigentlich als überwunden gegolten hätten.

Zudem werde man die Auswirkungen bald auch in den Unternehmensausblicken sehen. «Die Investoren bereiten sich jetzt auf einen Tsunami an Gewinnwarnungen vor», so der Händler.

Die Schweizer Börse leidet unter dem Coronavirus. (Symbolbild: Keystone)
Weitere Todesfälle im Iran

Im Iran ist die Zahl der Todesopfer durch die Coronavirus-Epidemie nach offiziellen Angaben auf 26 gestiegen. Wie das Gesundheitsministerium in Teheran am Donnerstag mitteilte, wurden in den vergangenen 24 Stunden sieben weitere Todesfälle gemeldet.

Die iranische Vizepräsidentin Massumeh Ebtekar ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna vom Donnerstag ist die 59-Jährige derzeit unter ärztlicher Aufsicht zuhause.

Patientin in Zürich erkrankt

Auch in Zürich wurde am heutigen Donnerstag die erste Patientin positiv auf das Coronavirus getestet. Die Bestätigung weiterer Tests sowie des nationalen Referenzlabors in Genf stehe noch aus, wie «20 Minuten» berichtet.

Die Patientin ist im Züricher Stadtspital Triemli hospitalisiert. Vor bis etwa einer Woche soll sich die Frau in Mailand aufgehalten haben. Sie ist seit dem 24. Februar Krank. Dabei wurde sie entgegen den kantonalen Weisungen in einer Artzpraxis untersucht.

Auch aus dem Triemli-Spital gibt es einen positiven Coronavirus-Bescheid. (Bild: Keystone)

VBS verschiebt Kadertag

Das Verteidigungsdepartement (VBS) hat seinen für Freitag geplanten Kadertag wegen des Coronavirus vorsorglich verschoben. Ein Sprecher des VBS bestätigte eine entsprechende Meldung des Westschweizer Portals 24heures.ch vom Donnerstag.

Zu dem Anlass in Payerne VD waren rund 850 Personen erwartet worden, wie der Sprecher weiter sagte. Wann der Kadertag nun stattfinden kann, ist ihm zufolge noch offen.

Erster Fall im Kanton Aargau

Das Coronavirus hat die nördliche Schweiz erreicht: Im Kanton Aargau ist ein 26-jähriger Mann positiv auf das Coronavirus getestet worden. Dies gab die Aargauer Staatskanzlei am Donnerstag bekannt. Es handelt sich damit um den fünften bestätigten Erkrankungsfall in der Schweiz.

Die Analyse des Referenzlabors für neu auftretende Viruserkrankungen (NAVI) in Genf bestätigte laut Behördenangaben, dass sich der Mann mit dem Coronavirus (SARS-Co-V2) angesteckt habe. Er befindet sich im Kantonsspital Aarau in Isolation.

Der Betroffene wurde im Kantonsspital Laufen isoliert. (Bild: Keystone)

Sein Gesundheitszustand ist gut. Personen mit engem Kontakt zum infizierten Mann wurden unter Quarantäne gestellt. Der infizierte Mann hat sich vor rund einer Woche auf einer Geschäftsreise in Verona in Norditalien aufgehalten. Nach der Rückkehr erkrankte er und blieb zu Hause.

Die Gefährdungslage im Kanton Aargau hat sich gemäss Meinung der kantonalen Stellen nicht verändert. Der Kanton Aargau ergreift zusammen mit dem Bund alle notwendigen Massnahmen zur Prävention, um eine Übertragung des Virus auf weitere Personen zu verhindern.

Dazu gehört die Identifikation möglicher weiterer Kontaktpersonen und deren Überwachung in Quarantäne in den kommenden 14 Tagen.

Wie steht es um die Baselbieter Fasnacht?

Findet die Baselbieter Fasnacht statt? Wie im Kanton Basel-Stadt steht auch im Baselbiet ein grosses Fragezeichen dahinter. Die kantonalen Behörden wollen morgen Freitagnachmittag einen Entscheid kommunizieren.

«Wir stehen in einem engen Austausch mit den Bundesbehörden», wie Rolf Wirz, Leiter Kommunikation Basel-Landschaft bekannt gibt. Die auf Freitag angesetzte Empfehlung soll allgemeine Weisungen zur «Durchführung von Massenveranstaltungen» beinhalten.

Können der Chienbäse-Umzug und die weiteren Baselbieter Fasnachtsveranstaltungen durchgeführt werden? (Bild: Keystone)
Organisatoren bereiten Badminton Swiss Open vor

Die Badminton Swiss Open wurden vorerst nicht abgesagt. «Betreffend Swiss Open laufen die Vorbereitungen seitens Organisators und Swiss Badminton derzeit normal», wie Swiss Badminton und die Organisatoren am Donnerstagnachmittag mitteilen.

Am 17. März soll das Turnier starten: «Es lässt sich nicht abschätzen, wie sich die Verhältnisse bis dahin entwickeln», so die Begründung. «Natürlich hoffen wir, dass sich die Situation bis dann entschärft und der Anlass planmässig stattfinden kann.»

Die Organisatoren würden sich regelmässig beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) über die neuesten Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus in der Schweiz und im Ausland informieren. Auch mit den kantonalen Behörden Basel-Stadt und Basel-Land wie auch mit der Badminton World Federation (BWF) stehen die Veranstalter in Kontakt. «Den Entscheid über die Durchführung fällen wir zu gegebener Zeit», wie es in der Mitteilung heisst.

Weltweit 230 Messen abgesagt

Die Furcht vor dem neuartigen Coronavirus lähmt zunehmend das weltweite Messegeschäft. Laut einer Datensammlung der Frankfurter m+a Messemedien sind rund um den Globus bereits 230 Messeveranstaltungen abgesagt oder zumindest verschoben worden.

Darunter sind 50 Veranstaltungen in Europa mit dem Schwerpunkt Italien. Die wirtschaftlichen Auswirkungen seien unabsehbar, erklärte am Donnerstag die Chefredakteurin der Fachzeitschrift «m+a report», Christiane Appel, in Frankfurt. Die Liste soll laufend aktualisiert werden.

Engadiner Skimarathon findet nicht statt

Der Engadiner Skimarathon ist wegen des Coronavirus abgesagt, wie die Bündner Kantonsregierung am Donnerstag bekannt gab. Er hätte am 8. März stattfinden sollen. Am grössten Breitensportanlass der Schweiz nehmen jährlich etwa 14’000 Sportlerinnen und Sportler teil.

14’000 Teilnehmende zählt der Engadiner Skimarathon jeweils. (Bild: Keystone)

Bisher fand der Marathon einzig aus Wettergründen nicht statt, wenn etwa die Seen nicht zugefroren waren. Auch andere Anlässe von überregionalem Charakter im Kanton werden von den Behörden in Graubünden abgesagt.

Vorerst betroffen sind die Regionen Maloja, Bernina, Oberengadin, Val Müstair und Moesa. Das Verbot gilt bis zum 8. März. Für andere Teile Graubündens empfiehlt das Gesundheitsamt einen Verzicht auf Anlässe.

Kinder im Spital

Den Zustand der beiden Kinder, bei denen im Kanton das Coronavirus nachgewiesen wurde, bezeichnete die Regierung vor den Medien in Chur als gut. Sie seien vorsorglich im Spital. Die beiden Kinder gehören zu einer italienischen Familie, welche im Oberengadin zu Gast war.

Sie zeigen Symptome. Ihre Hospitalisierung erfolgte aufgrund der Weisungen des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) zur Isolierung von betroffenen Personen. Im Rahmen des Kontaktmanagements wurden vier Personen zur Beobachtung unter Quarantäne gestellt, davon sind zwei als engste Bezugspersonen der betroffenen Kinder ebenfalls im Spital. Die Testergebnisse dieser Personen sind noch ausstehend.

Der Engadiner Skimarathon wurde abgesagt. (Video: Keystone-SDA)

«Noch keine Coronavirus-Ansteckung in der Schweiz»

Gemäss Angaben des Bundes hat sich noch niemand auf Schweizer Staatsgebiet mit dem Coronavirus infiziert. Die vier positiv getesteten Personen hätten sich alle in den vergangenen Wochen in Italien angesteckt.

«Das kann sich jedoch rasch ändern», sagte Pascal Strupler, Direktor des Bundesamts für Gesundheit (BAG), am Donnerstagnachmittag vor den Bundeshausmedien. Bund und Kantone setzten alles daran, mögliche Folgen möglichst kleinzuhalten.

Gesundheitssystem wird «rasch an seine Grenzen stossen»

Laut Daniel Koch, Leiter Abteilung übertragbare Krankheiten im BAG, ist die Beunruhigung in der Bevölkerung stark angestiegen. Das zeigten die zahlreichen Verdachtsfälle. Er danke allen Personen, die in der aktuellen Situation «ruhig Blut bewahren», und appellierte an die Bevölkerung, nur dann einen Arzt aufzusuchen, wenn die Wahrscheinlichkeit für eine Ansteckung gross sei.

«Es ist zu erwarten und abzusehen, dass mehr Fälle dazukommen werden», sagte Koch. Das Gesundheitssystem werde «sehr rasch an seine Grenzen stossen». Es sei klar, dass künftig der Fokus auf die schweren Corona-Fälle gelegt werde.

Der Bund startet ab sofort eine breit angelegte Informationskampagne, um die Bevölkerung zu sensibilisieren.

Bund informiert über Coronavirus
Coronavirus trübt Ausblick für Schweizer Tourismus

Die Schweizer Hotellerie hat 2019 neue Rekorde bei den Übernachtungszahlen aufgestellt. Doch das Coronavirus dürfte nun den seit drei Jahren andauernden Höhenflug stoppen. Die Folgen sind derzeit nur schwer vorauszusagen. (sda)

(Symbolbild: Keystone)
So funktioniert der Test auf das Coronavirus

Beim Verdacht auf das Coronavirus Sars-CoV-2 wird der Erreger in der Regel mit einem molekularbiologischen Test nachgewiesen. Zunächst nimmt ein Arzt eine Probe aus den Atemwegen eines Patienten – entweder einen Abstrich oder ausgehusteten Schleim.

Spezialisten bereiten diese Probe dann im Labor auf und suchen mit einem sogenannten PCR-Test nach dem Erbmaterial des Virus. Vereinfacht gesagt wird dabei ein bestimmter Abschnitt des Viren-Erbguts millionenfach kopiert. Die Kopien werden mit einer sogenannten Sonde farblich markiert.

(Bild: Keystone)

Diese Farbmarkierung kann dann mit komplexen Geräten sichtbar gemacht werden. Sind entsprechende Farbsignale vorhanden, handelt es sich um eine «positive Probe». Unter idealen Bedingungen dauert ein solcher Test im spezialisierten Labor 3-5 Stunden. (sda)

Badminton Swiss Open auf der Kippe

Wegen des Coronavirus ist auch die Durchführung der Badminton Swiss Open in Basel von Mitte März ungewiss. Die Veranstalter wollen heute im Verlauf des Nachmittags informieren, ob der Anlass durchgeführt werden kann.

Bereits abgesagt wurden die German Open im Müllheim (D) die für nächste Woche angesagt waren.

19 Tote im Iran

Im Iran haben sich nach offiziellen Angaben fast 140 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert, darunter der stellvertretende Gesundheitsminister. 19 Menschen sind bereits an der Erkrankung Covid-19 gestorben.

Sollten diese Zahlen zutreffen, wäre die Sterblichkeitsrate ungewöhnlich hoch. Ausgangspunkt für die Verbreitung der Krankheit war die zentraliranische Stadt Kom. Inzwischen hat sich das Virus auf alle Landesteile ausgebreitet.

Erster Coronavirus-Fall in Estland

Estland hat am Donnerstag seinen ersten Coronavirus-Fall bekanntgegeben. Betroffen sei ein in dem baltischen Land lebender Iraner, der am Mittwochabend von einer Reise in sein Heimatland zurückgekehrt sei, sagte der estnische Minister für Soziales, Tanel Kiik, im Fernsehen.

Der Erkrankte wurde demnach in ein Spitaleingeliefert. Medienberichten zufolge war der Iraner mit einem Bus aus der lettischen Hauptstadt Riga nach Estland zurückgekehrt.

Entscheid über Basler Fasnacht fällt am Freitag

Ob die Basler Fasnacht trotz des sich auch in der Schweiz verbreitenden Coronavirus stattfinden kann, bleibt offen. Die Gesundheitsbehörden stellten am Donnerstag einen Entscheid für Freitag in Aussicht.

Noch am Dienstag war das Gesundheitsdepartement des Kantons Basel-Stadt davon ausgegangen, dass die am kommenden Montag mit dem Morgenstreich beginnende dreitägige Basler Fasnacht stattfinden kann. Weitere Informationen wurden für Donnerstag angekündigt.

Inzwischen habe sich die Ausgangslage gesamtschweizerisch geändert, hält das Gesundheitsdepartement in einem Schreiben vom Donnerstag fest. So wurden bis am Donnerstagmittag landesweit vier Infizierte registriert. Die Behörden haben deshalb den Entscheid über die Durchführung auf Freitag festgelegt.

Im Kanton Tessin haben die Behörden schon am Mittwoch sämtliche Fasnachtsveranstaltungen abgesagt. Ein Novum wäre die Absage der Basler Strassenfasnacht nicht. Der Fall war dies schon während der beiden Weltkriege. Und 1920 wurde die Fasnacht wegen der Spanischen Grippe um vier Wochen verschoben. (sda)

Drei weitere Fälle von Coronavirus-Erkrankungen in der Schweiz

Nach dem Fall im Tessin sind in der Schweiz drei weitere Fälle von Erkrankungen mit dem Coronavirus bestätigt. Es handelt sich um einen Mann aus dem Kanton Genf sowie zwei Personen aus dem Kanton Graubünden.

Die Zahl der positiv getesteten Fälle in der Schweiz steige damit auf vier, schreibt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) in einer Mitteilung vom Donnerstagmorgen. Die Behörde wollte am Nachmittag an einer Medienkonferenz weitere Informationen abgeben.

Beim Genfer Fall handelt es sich um einen 28-jährigen Informatiker, der aus Mailand zurückgekehrt ist. Einzelheiten zu den Bündner Fällen waren vorerst nicht bekannt. Die Behörden des Kantons Graubünden wollten ebenfalls am Donnerstagnachmittag weitere Einzelheiten dazu bekannt geben.

Gemäss dem BAG sind alle drei Erkrankten im Spital und dort isoliert. Ihr Gesundheitszustand wird als gut bezeichnet. Nahe Kontakte der Erkrankten seien informiert und unter Quarantäne gestellt worden. Kanton und Bund würden alle Massnahmen zur Prävention einer Übertragung des Virus auf weitere Personen ergreifen. Dazu gehörten die Identifikation möglicher weiterer Kontaktpersonen und deren Überwachung in Quarantäne in den kommenden zwei Wochen.

Aargauer Fall noch offen

Noch offen war am Donnerstagmittag vorerst, ob sich ein Fall einer Coronavirus-Erkrankung aus dem Kanton Aargau bestätigen würde. Dort war am gestrigen Mittwoch ein erster Test positiv ausgefallen: Die Bestätigung des Referenzlabors der Genfer Universitätsspitals stand allerdings in diesem Fall noch aus.

Mit der steigenden Zahl bestätigter Fälle auf der ganzen Welt und vor allem in Norditalien bestehe die Wahrscheinlichkeit, dass auch in der Schweiz weitere Infektionsfälle diagnostiziert würden, schreibt das BAG weiter. Die medizinischen Einrichtungen in der Schweiz seien darauf vorbereitet, Verdachtsfälle frühzeitig zu erkennen und abzuklären sowie weitere Erkrankte zu versorgen. (sda)

Erster Nachweis von neuem Coronavirus in Dänemark

In Dänemark ist ein erster Fall des neuartigen Coronavirus bestätigt worden. Das gaben die dänische Gesundheitsbehörde und der Fernsehsender TV2 am Donnerstagmorgen bekannt. Demnach handelt es sich um einen Mitarbeiter des Senders, der am Montag aus dem Skiurlaub in Norditalien zurückgekehrt ist.

Dort war die Zahl erfasster Sars-CoV-2-Infektionen am vergangenen Wochenende rapide angestiegen. Es sei nur eine Frage der Zeit bis zum ersten dänischen Fall gewesen, sagte Behördenleiter Søren Brostrøm am Morgen bei einer Pressekonferenz im Gesundheitsministerium in Kopenhagen.

Am Mittwochabend war Sars-CoV-2 erstmals bei einer Person in Norwegen nachgewiesen worden. Bei den skandinavischen Nachbarn Schweden und Finnland gibt es bislang jeweils zwei bestätigte Fälle. (sda)

Schweizer Börse deutlich im Minus

An der Schweizer Börse kam am Donnerstagmorgen erneut Hektik auf, weil die Zahl der Coronavirus-Infizierten weiter am Steigen ist und die Zahl der Neuansteckungen ausserhalb Chinas erstmals höher ist als im Ursprungsland selbst. Der Leitindex SMI (Swiss Market Index) notierte rund eine halbe Stunde nach Handelsbeginn bei 10’307,80 Punkten 1,9 Prozent im Minus.

Einmal mehr sind die Kurstafeln der Schweizer Börse nun also rot gefärbt, nachdem am Mittwoch die Aktienpreise sich kurzzeitig etwas erholten. «Die jüngste Korrektur scheint drastisch. Zieht man aber in Betracht, dass die Aktienmärkte das Risiko des Coronavirus zuvor deutlich unterschätzt hatten und die Konsequenzen für die Weltwirtschaft ungewiss sind, kommen die Kursverluste nicht überraschend», kommentiert ein Experte das aktuelle Geschehen. (sda)

Zweiter Fall von Coronavirus in der Schweiz

In der Schweiz gibt es einen zweiten Fall einer Erkrankung mit dem Coronavirus. Ein 28-jähriger Informatiker, der aus Mailand zurückkam, ist in Genf positiv auf das Virus getestet worden, wie die Behörden mitteilten.

Der Mann sei vor drei Tagen aus Mailand zurückgekehrt, sagte Laurent Paoliello, Sprecher des Genfer Gesundheitsdepartements. Nach seiner Rückkehr habe er mit einem Arzt Kontakt aufgenommen, der anschliessend einen Test angeordnet habe. Am Mittwochabend sei dann das positive Testergebnis vorgelegen. Aufgrund der weiteren Abklärungen wurden rund 15 Menschen aus dem beruflichen und privaten Umfeld des Betroffenen zu Hause unter Quarantäne gestellt.

Im Kanton Aargau gab es gemäss den Behörden am gestrigen Mittwoch ebenfalls einen positiven Test. Allerdings stand das Ergebnis der Bestätigung durch das Referenzlabor in Genf am Donnerstagmorgen zunächst noch aus.

Informationskampagne zu Hygienemassnahmen

Die Gesundheitsbehörden haben inzwischen die Coronavirus-Tests auf zehn Labors ausgedehnt, die über eine Kapazität von tausend Tests pro Tag verfügen. Für den (heutigen) Donnerstag war zudem eine grossangelegte Informationskampagne zu Hygienemassnahmen vorgesehen. Geplant sind neben Plakaten und Flyern Informationen für Reisende an den Bahnhöfen und Grenzübergängen.

Bisher gab es erst einen bestätigten Fall vom vergangenen Dienstag aus dem Kanton Tessin. Die Tessiner Regierung hat deshalb alle Fasnachtsveranstaltungen abgesagt. Zwei geplante Eishockeyspiele vom kommenden Wochenende sollen ohne Zuschauer stattfinden. Zudem wurde über die Rekrutenschulen eine Ausgangssperre verhängt. Für Donnerstagnachmittag war an der schweizerisch-italienischen Grenze die Verteilung von Informationsmaterial vorgesehen. (sda)

Genfer Uhrensalon wegen Coronavirus abgesagt

Angesichts der jüngsten Entwicklungen bezüglich der weltweiten Ausbreitung des Virus sei die Stiftung zum Schluss gekommen, die Uhrenmesse in Genf abzusagen. Das teilte die Veranstalterin der Messe, die «Fondation de la Haute Horlogerie», am Donnerstag mit. Die Risiken, welche die Reise an dieses Branchentreffen nach Genf für die Besucher, Partner und Journalisten rund um den Globus mit sich bringe, seien zu gross.

Die Messe hätte vom 25. bis 29. April auf dem Genfer Palexpo-Gelände nahe dem Genfer Flughafen über die Bühne gehen sollen. In den vergangenen Jahren wurde sie als «Salon International de la Haute Horlogerie» (SIHH) jeweils im Januar durchgeführt. In Genf stellen in erster Linie die zur Richemont-Gruppe zählende Marken wie IWC, Piaget oder Cartier ihre exklusiven Produkte vor.

Ob auch die Basler Uhrenmesse in diesem Jahr abgesagt werden muss, bleibt offen. Vor einer Woche hatte die Messeleitung noch beteuert, man werde die Messe wie geplant vom 30. April bis am 5. Mai durchführen. Die Vorbereitungen dazu seien in vollem Gange.

Virus könnte Zeitplan für neues iPhone gefährden

Das Coronavirus macht Insidern zufolge dem Technologieunternehmen Apple zu schaffen. Wegen Reisebeschränkungen nach China könnten Apple-Experten derzeit nicht an der neuen iPhone-Generation arbeiten, sagten ehemalige Mitarbeiter und Supply-Chain-Experten am Mittwoch.

In den ersten Monaten des Jahres vor dem grossen Produktionsstart im Sommer würden in China bei Zulieferern wie Foxconn die Montageprozesse für die neuen Modelle festgelegt und letzte Fehler ausgebügelt, so zwei ehemalige Apple-Mitarbeiter.

Obwohl Apple zwar auch mit anderen Herstellern wie Wistron zusammenarbeitet, würde die Einführung neuer Geräte generell bei Foxconn gehandhabt, weil das Unternehmen am fortschrittlichsten sei, sagten Supply-Chain-Experten.

Foxconn, der weltgrösste Hersteller von Auftragselektronik, musste die Wiedereröffnung wichtiger iPhone-Fabriken in Shenzhen und Zhengzhou nach dem Mondneujahrsfest infolge des Coronavirus verzögern. Das Unternehmen gehe davon aus, bis Ende Februar die Hälfte seiner chinesischen Produktion wieder aufnehmen zu können.

Wohlergehen der Mitarbeiter schützen

Foxconn gab in einer E-Mail bekannt, dass das Unternehmen alle gesetzlich vorgeschriebenen Gesundheits- und Sicherheitspraktiken in seinen Fabriken befolge, um das Wohlergehen der Mitarbeiter zu schützen. «In Übereinstimmung damit verfolgen wir einen vorsichtigen Ansatz bei der Umsetzung unserer Produktionspläne nach dem Urlaub in jedem unserer Standorte in China», so der Apple-Zulieferer. Apple lehnte einen Kommentar zunächst ab.

Vergangene Woche hatte Apple die Anleger mit einer Umsatzwarnung verschreckt: Wegen der Coronavirus-Epidemie in China rechnet der Smartphone-Hersteller nicht mehr damit, seine Umsatzziele für das laufende Quartal erreichen zu können und geht davon aus, dass die weltweiten iPhone-Lieferungen begrenzt würden, da die Standorte in China die Produktion nicht wie erwartet schnell wieder hochfahren. (sda)

Regionalpräsident der Lombardei in Quarantäne

Der Präsident der norditalienischen Region Lombardei, Attilio Fontana, hat mit einer Corona-Infizierten eng zusammengearbeitet. Er geht deshalb in eine Art Quarantäne. Das kündigte der 67-jährige Fontana am Mittwochabend auf Facebook an.

Attilio Fontana befindet sich zurzeit in Quarantäne. (Archivbild: Keystone)

Viele Italiener haben den Politiker der rechten Lega in den vergangenen Tagen oft im Fernsehen gesehen, weil er dort über die gesundheitliche Notlage und die Infektionszahlen in der Lombardei berichtet hatte.

Sichtlich berührt sagte er jetzt, eine sehr gute Mitarbeiterin sei positiv getestet worden. Auch er selbst und sein Team hätten daraufhin Proben für Virustests abgegeben. Die Ergebnisse seien zunächst gut, er zeige keine Zeichen für die Sars-CoV-2-Infektion.

«Wir können unseren Kampf fortführen, um die Verbreitung der Krankheit einzudämmen.» Trotzdem gehe er 14 Tage in Isolation, um die anderen Mitarbeiter zu schützen.

Der grösste italienische Herd des Ausbruchs des neuen Lungenkrankheit liegt in der Lombardei. Insgesamt überschritt die Zahl der Infizierten in ganz Italien am Mittwochabend die Marke von 400. Zwölf Menschen starben dort an der neuen Lungenkrankheit, die zuerst in China aufgetreten war. (sda)

Microsoft gibt wegen Coronavirus Umsatzwarnung für PC-Sparte ab

Der Computerkonzern Microsoft hat wegen der Folgen des neuartigen Coronavirus sein bisheriges Umsatzziel für die PC-Sparte gestrichen. Aufgrund von Belastungen der Lieferkette dürfte die zuvor ausgegebene Prognose im laufenden Geschäftsquartal nicht erreicht werden, warnte Microsoft am Mittwoch nach US-Börsenschluss.

(Bild: Keystone)

Die Aktie reagierte nachbörslich mit Verlusten und drehte ins Minus. Microsoft hatte Ende Januar einen Umsatz zwischen 10,75 Milliarden und 11,15 Milliarden Dollar für die Sparte in Aussicht gestellt. Wegen erhöhter Unsicherheiten aufgrund des Virus hatte der Konzern damals bereits bewusst eine aussergewöhnlich weite Spanne angegeben. (sda)

Drei weitere Fälle in Deutschland festgestellt

Im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen sind drei weitere Infektionen mit dem Coronavirus bestätigt worden. Wie das Gesundheitsministerium in Düsseldorf am Mittwochabend mitteilte, handelt es sich um drei Menschen im Kreis Heinsberg, die mit dem Ehepaar Kontakt hatten, dessen Infektion zuvor nachgewiesen worden war.

«Alle zeigen Grippesymptome und sind derzeit zuhause», hiess es in der Mitteilung. Eine stationäre Behandlung im Krankenhaus sei nach jetzigem Stand nicht erforderlich. Darüber hinaus gibt es den Angaben zufolge einen Verdachtsfall.

Wegen der neu nachgewiesenen Fälle will der Krisenstab des Kreises Heinsberg nun alle Besucher der Karnevalsveranstaltung erfassen, die das erkrankte Ehepaar besucht hatte. Alle Teilnehmer sowie deren Partner und gegebenenfalls Kinder und andere Mitbewohner müssten für 14 Tage in häuslicher Quarantäne bleiben.

In Rumänien ist unterdessen der erste Coronavirus-Fall bestätigt worden. Es handele sich um einen Mann, der in direktem Kontakt mit einem erkrankten italienischen Staatsbürger gestanden habe, teilt das Gesundheitsministerium mit. Der Italiener sei im Februar nach Rumänien gereist. Der Infizierte sei in gutem Zustand und werde in ein Krankenhaus nach Bukarest gebracht. (sda)

Coronavirus erstmals auch in Norwegen nachgewiesen

Auch in Norwegen ist zum ersten Mal das neuartige Coronavirus nachgewiesen worden. Eine in Nordnorwegen wohnhafte Person, die am Wochenende aus China in das skandinavische Land zurückgekehrt sei, sei positiv auf das Virus getestet worden, teilte das norwegische Gesundheitsinstitut am Mittwochabend mit.

Der Person gehe es gut, Symptome der Erkrankung zeige sie nicht. Die Ansteckungsgefahr sei sehr gering, sagte eine Institutssprecherin am Abend auf einer Pressekonferenz. Norwegischen Medien zufolge soll es sich um eine Frau aus Tromsø handeln.

Die skandinavischen Nachbarn Schweden und Finnland hatten am Mittwoch jeweils ihren zweiten bestätigten Coronavirus-Fall gemeldet. In Dänemark wurde der Erreger bislang noch nicht nachgewiesen. (sda)

Razzien in Italien wegen Wucherpreisen für Mundschutz und Spray

Die Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus hat in Italien auch Kriminelle auf den Plan gerufen: Auf Märkten und im Internet versuchen manche, Desinfektionssprays zu Wucherpreisen und Mundschutz ohne jedes Qualitätssiegel zu verkaufen.

Die Finanzpolizei in Mailand ging am Mittwoch deshalb mit Razzien gegen kriminelle Geschäftemacher vor. Wie die Behörden am Abend mitteilten, beschlagnahmten sie Hunderte von Schutzmasken. Viele hätten keine sogenannten CE-Zeichen für geprüfte Sicherheit in Europa gehabt.

Völlig überteuerte Sprays

Auf regionalen Märkten und rund um Bahnhöfe kontrollierten die Beamten die Preise von Sprays, mit denen Hände und Flächen desinfiziert werden können. Auf einem Markt habe ein Strassenhändler Hunderte von Sprayflaschen deutlich überteuert angeboten. Die geschnappten Händler würden für ihren Betrug bestraft werden, hiess es. (sda)

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Auf italienischen Märkten und auch im Internet sind wegen der Angst vor dem Coronavirus überteuerte Produkte im Umlauf. (Symbolbild: Keystone)
In Basel hält sich die Angst in Grenzen

In Basel sei von einer Angst vor dem Coronavirus nicht viel zu spüren, sagt Telebasel-Redaktor Adrian Plachesi. «Aber es gibt nun in Basel die ersten Menschen, die maskiert herumlaufen.» Dabei handle es sich nicht um asiatische Touristen, sondern um Einheimische.

Auch Hamsterkäufe halten sich gemäss Plachesis Beobachtungen in Grenzen. Desinfektionsmittel und Atemschutzmasken seien aber auch in Basel ausverkauft.

Der Telebasel News Beitrag vom 26. Februar 2020.

Deutschland steht «am Beginn einer Coronavirus-Epidemie»

Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn sieht Deutschland «am Beginn einer Coronavirus-Epidemie». Er habe die Gesundheitsminister der deutschen Bundesländer in einer Telefonkonferenz aufgefordert, ihre Pandemiepläne «zu aktivieren und ihr mögliches Inkrafttreten vorzubereiten».

«Die Lage hat sich in den letzten Stunden geändert, das muss man leider sagen», sagte Spahn am Mittwoch in Berlin.

Der Gesundheitsminister forderte die Bürger zu besonderer Wachsamkeit auf. «Wir empfehlen der Bevölkerung, nicht hinter jedem Husten eine Coronainfektion zu vermuten», sagte er. Er fordere die Bürger aber ausdrücklich auf, «dass Sie Ihren Hausarzt anrufen und die Behandlung abklären, wenn innerhalb von 14 Tagen nach Reisen in Gebiete, in denen Infektionen vorgekommen sind, Fieber, Husten oder Atemnot sich entwickeln – oder wenn Sie Kontakt hatten mit Personen, die in diesen Gebieten gewesen sind».

Am Donnerstag will Spahn gemeinsam mit Innenminister Horst Seehofer über die Einberufung eines Krisenstabs zum Coronavirus informieren. Am Mittwoch nächster Woche sollen dann die Gesundheitsminister der deutschen Bundesländer in Berlin zu Beratungen zusammenkommen. (sda)

Deutschlands Gesundheitsminister Jens Spahn informiert zur aktuellen Lage. (Bild: Keystone)
Tessin sagt Grossveranstaltungen ab – Geisterspiele im Eishockey

Die Tessiner Regierung hat sämtliche noch bevorstehende Fasnachtsveranstaltungen abgesagt. Ausserdem sollen zwei geplante Hockeyspiele vom kommenden Wochenende ohne Zuschauer stattfinden, wie der Regierungsrat am Mittwoch bekannt gab. Betroffen sind die Spiele Ambri – Davos am Freitag und Lugano – Ambri am Samstag.

Am Montag wird der Schulunterricht nach den regulären Fasnachtsferien im Kanton regulär wieder aufgenommen, wie es hiess. Jedoch dürfen bis Ende März keine Schulreisen ins Ausland unternommen werden. (sda)

 

Im Tessin müssen zwei Eishockey-Partien ohne Zuschauer stattfinden, darunter Ambri – Lugano. (Bild: Keystone)

Zweiter Coronavirus-Fall in der Schweiz?

24 Stunden nach dem ersten bestätigten Coronavirus-Fall in der Schweiz deutet sich eine zweite Infektion an. Im Kanton Aargau wurde ein Patient positiv auf das Coronavirus getestet, wie die «AZ» berichtet. «Wir haben einen positiven Test und warten im Moment auf die Bestätigung», sagt die Aargauer Kantonsärztin Yvonne Humbel gegenüber der Zeitung.

Der definitive Bescheid steht aber noch aus. Denn das Resultat muss jeweils doppelt geprüft werden. Die Analyse der Probe im Referenzzentrum in Genf ist noch im Gang. Beim positiv getesteten Fall bestand im Vorfeld bereits ein erhöhter Verdacht auf eine Infektion. Dieser scheint sich nun zu bewahrheiten.

Die betroffene Person sei isoliert. Laut der Kantonsärztin hielt sich der Patient einen Tag in Norditalien auf und kehrte später in die Schweiz zurück. Drei Tage später seien dann die ersten Symptome aufgetreten.

Fünf hängige Verdachtsfälle im Aargau

Die Aargauer Regierung meldet am Mittwochnachmittag, dass zurzeit fünf Verdachtsfälle mit noch ausstehendem Laborergebnis vorliegen. In einem der Fälle bestehe eine «erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass eine Infizierung vorliegen könnte». Sobald neue Erkenntnisse vorliegen, werde der Kanton Aargau gemeinsam mit dem Bundesamt für Gesundheit informieren. Die Personen mit Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion befänden sich in den Kantonsspitälern Aarau und Baden.

Trotz der neusten Entwicklungen ändert der Kanton Aargau nichts an der Einstufung der Gefahrenlage. «Mit der steigenden Zahl bestätigter Fälle auf der ganzen Welt und nun auch in der Schweiz besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass auch im Kanton Aargau Infektionsfälle diagnostiziert werden», erklärt Regierungsrat Jean-Pierre Gallati. Die medizinischen Einrichtungen im Kanton seien darauf vorbereitet. Verdachtsfälle könnten frühzeitig erkannt und abgeklärt werden. Weitere erkrankte Personen könne man versorgen.

Hamsterkäufe in Zürich

Einen Tag, nachdem das Coronavirus auch in der Schweiz aufgetreten ist, kommt es in Läden und Apotheken zu Hamsterkäufen. In der Stadt Zürich sind Schutzmasken und Desinfektionsmittel bereits ausverkauft, wie die Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Mittwoch berichtet.

«Die Leute haben Angst und wollen sich eindecken», erklärt Apotheker René Jenny. Eine Folge davon sei, dass die Preise etwa für Schutzmasken «völlig überhöht» seien. Dabei gebe es auch Masken, wie die OP-Masken, die gar keinen wirklichen Schutz vor einer Ansteckung bieten.

Wichtig sei vor allem, die Hände häufig gründlich zu waschen, so Apotheker Jenny. Deshalb würde in seiner Apotheke nun 70-prozentiger Alkohol in Fläschchen abgefüllt und verkauft, damit sich die Kunden damit die Hände reinigen können.

(Video: Keystone-SDA/Laura Zimmermann)

Erste Maskierte in Basel

Die Schlagzeilen rund um das Corona-Virus zeigen bereits erste Auswirkungen in Basel. Auf der Strasse, vor allem in grossen Menschenmengen wie beim Bahnhof SBB, sind erste Menschen mit Mundschutz zu beobachten, wie Bilder von Leser-Reportern zeigen.

Hamsterkäufe in Supermärkten von wenig verderblichen Lebensmitteln gibt es allerdings (noch) nicht, wie ein Augenschein heute Morgen gezeigt hat. Allerdings sind in Apotheken die Hand-Desinfektionsmittel sowie die Mundschutz-Masken weitgehend ausverkauft. Ein Zulieferer von Masken für Apotheken sprach gegenüber Telebasel von einer chaotischen Liefersituation und einer Nachfrage, die das Angebot bei Weitem übersteigt.

Schweizer Eishockey - wegen Coronavirus drohen Verlegungen, Geisterspiele oder Absagen

Das Coronavirus beschäftigt derzeit auch das Schweizer Eishockey. Am Freitag und Samstag finden zwei Spiele der entscheidenden letzten zwei Runden im Kampf um die Playoff-Plätze im Tessin statt. Ob die Partie Ambri-Piotta gegen Davos am Freitag sowie das Derby Lugano – Ambri vom Samstag regulär ausgetragen werden können, ist noch ungewiss. Die Klubs wurden von Seiten der National League über alle Eventualitäten informiert. Demnach könnten von den zuständigen Behörden Spielort-Verlegungen, Geisterspiele oder sogar Absagen veranlasst werden.

Betroffen sein könnte das Derby zwischen Lugano und Ambri. (Foto: Keystone)

 

Die National League wollte allerdings gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA in erster Linie beschwichtigen. So heisst es in einer schriftlichen Stellungnahme: «Bisher hat das Coronavirus keinen Einfluss auf den Meisterschaftsbetrieb. Seitens National League und der Swiss League wird zurzeit in Absprache mit den Klubs, dem Medical Committee von Swiss Ice Hockey sowie den Behörden (BAG) die Eventualplanung für mögliche Szenarien rund um das Coronavirus erarbeitet. Wir sind darauf bedacht, nicht in unnötige Panik oder übermässigen Aktionismus zu verfallen. Gleichzeitig ist es uns aber natürlich wichtig, gut vorbereitet zu sein, sollte sich die Situation ändern. Wir beobachten und beurteilen die Lage laufend und halten uns dabei an die Vorgaben und Empfehlungen seitens des Bundesamt für Gesundheit.»

Mehrere Coronavirus-Verdachtsfälle in Neuenburg

Im Kanton Neuenburg sind mehrere Coronavirus-Verdachtsfälle gemeldet worden. Mehrere Personen, die in die Gegend von Mailand gereist waren, hatten wegen Atemwegsproblemen die Notaufnahme des Neuenburger Spitalnetzes konsultiert. Unter den Verdachtsfällen waren auch drei Kinder.

Diese drei Kinder gehören zu zwei verschiedenen Familien, die sich in der Region Mailand aufgehalten hatten. In einem Fall wurde das Risiko einer Exposition gegenüber dem Virus als gering betrachtet. In einem anderen Fall machten die Dauer des Aufenthalts und das bereiste Gebiet eine Aussetzung gegenüber dem Virus möglich, teilte der Kanton Neuenburg am Mittwoch mit.

Auch ein Erwachsener, der nach der Rückkehr aus Italien wegen Husten und Fieber ärztliche Hilfe gesucht hatte, wurde dem Kantonsarzt gemeldet. Diese Verdachtsfälle werden zu Hause isoliert, da ihr klinischer Zustand nicht beunruhigend ist.

Kinder in Quarantäne

Eines der Kinder besuchte in eine Kinderkrippe, als es Symptome zeigte. Als Vorsichtsmassnahme wurden die Kinder, die mit ihm in Kontakt waren, vorübergehend unter Quarantäne gestellt, bis die am Donnerstag erwarteten Ergebnisse des Bestätigungstests vorliegen werden.

«Menschen, die nach Italien gereist sind und keine Atemwegsbeschwerden oder Fieber gezeigt haben, sollten sich keine Sorgen machen», sagte der Neuenburger Kantonsarzt Claude-François Robert. Nach dem Kontakt mit einem bestätigten Fall oder nach einer Reise nach Italien sollten Menschen mit solchen Symptomen einen Arzt aufsuchen.

Hotel auf Teneriffa bleibt abgeriegelt

Das wegen Coronavirus-Fällen unter Quarantäne gestellte Hotel auf Teneriffa ist weiterhin durch die Polizei abgeriegelt. «Wir können zwar aus dem Gebäude, dürfen aber das Hotelgelände nicht verlassen», erzählte der deutsche Tourist Lars Winkler am Mittwoch.

«Viele Leute bleiben aber im Zimmer», sagte Winkler im Telefoninterview der Nachrichtenagentur DPA.

Auslöser der Isolierung des Hotels am Dienstag im Südwesten der Insel war ein positiver Test auf den Covid-19-Erreger bei einem Touristen aus Norditalien. Neben seiner Frau wurden mittlerweile zwei weitere Italiener aus seiner Reisegruppe positiv getestet, wie die Gesundheitsbehörden der Kanarischen Inseln mitteilten. Sie werden im Spital behandelt.

Über 1000 Gäste – darunter Schweizer

Insgesamt sollen sich mehr als 1000 Menschen in dem Hotel aufhalten. Unter den Gästen sind auch mehrere Schweizer, wie das Aussendepartement EDA am Mittwoch auf Anfrage bestätigte. Sie seien wohlauf und befolgten die Anordnungen der verantwortlichen Behörden.

Schweizer Börse sackt weiter ab

Am Mittwoch ist es am Schweizer Aktienmarkt erneut steil abwärts gegangen. Damit hält die Talfahrt nun bereits fünf Handelstage in Folge an. Schuld sind die Sorgen um eine schnelle Ausbreitung des Coronavirus, das mittlerweile auch in der Schweiz angekommen ist.

In Japan sorgt man sich bereits um die Olympischen Spiele und ob diese vielleicht abgesagt werden müssen. Die asiatischen Börsen schlossen im Minus.

Vor allem aber sind es die Sorgen um die wirtschaftlichen Folgen, die den Investoren zusetzen. Immer mehr Unternehmen rückten von ihren Planungen für das laufende Jahr ab und blickten in eine ungewisse Zukunft, was Produktion, Lieferketten und Absätze angehe, kommentierte ein Händler.

 (KEYSTONE/Ennio Leanza)
Franzose stirbt am Coronavirus

Laut offiziellen Informationen ist in Frankreich die erste Person an einer Coronavirus-Infektion gestorben. Zuvor waren drei neu infizierte Personen gemeldet worden. Die Gesamtzahl der Fälle in Frankreich liegt bei 17. Beim Toten handelt es sich um einen französischen Staatsbürger.

Rekruten im Tessin mit Ausgangssperre belegt

Im Tessin sind seit Dienstag alle Rekruten mit einer Ausgangssperre belegt. Zudem muss die Regierung bis spätestens Freitag entscheiden, ob die Schulen nach den regulären Fasnachtsferien kommenden Montag den Unterricht wiederaufnehmen sollen. Eine solche drastische Massnahme solle nur ergriffen werden, falls sie wirklich nötig sei. Das hielten Vertreter der Regierung an der Pressekonferenz am Dienstag in Bellinzona fest.

Die Ausgangssperre betreffe alle drei Standorte von Rekrutenschulen in Airolo, Monteceneri und Isone, wie Armeesprecher Daniel Reist auf Anfrage von Keystone-SDA bestätigte. Für den Nachmittag ist erneut eine Pressekonferenz vorgesehen.

30'000 Tote wegen Coronavirus in der Schweiz möglich

Die Schweiz steht nach Ansicht des Epidemienforschers Christian Althaus vor einer der grössten gesundheitlichen Notlagen in ihrer jüngeren Geschichte. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) unterschätze die Gefährlichkeit des Coronavirus.

Die Daten, die die Epidemienforscher zum Coronavirus hätten, zeigten, dass mit einer globalen Pandemie zu rechnen sei, sagte Althaus in einem Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung» (Mittwochausgabe). Und die Sterblichkeit sei höchstwahrscheinlich massiv höher als bei einer saisonalen Grippe.

Es gehe aber nicht nur um die zu erwartenden Todesfälle, sondern auch um die drohende Überlastung der Spitäler. Deshalb müsse die Schweiz mit beträchtlichen Konsequenzen für die Gesundheit, die Wirtschaft, die Mobilität und das gesellschaftliche Leben rechnen.

Keine Immunität

Das Gefährliche beim neuen Coronavirus sei, dass es keine Immunität in der Bevölkerung geben. Das könne dazu führen, dass sich vielleicht 30, 40 Prozent oder mehr Leute ansteckten. In einem Worst-Case-Szenario könnten das bis zu 30’000 Tote bedeuten.

Althaus kritisiert das BAG scharf. Die Aussage, die Gefährlichkeit des Virus sei etwa so hoch wie bei einer saisonalen Grippe, sei absurd. Sie basiere nicht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen. Fast alle internationalen Experten, darunter auch die WHO, sähen das komplett anders.

Er habe den Eindruck, das man in der Schweiz akzeptiert habe, dass man eine Ausbreitung nicht mehr stoppen könne, sagte Althaus weiter. Das wäre gefährlich. Denn durch eine Verlangsamung würde man Zeit gewinnen, um den Anstieg der Patientenzahlen in den Spitälern besser zu verkraften.

Um die Verbreitung des Coronavirus in der Schweiz einzudämmen sind nach Ansicht von Andreas Widmer, stellvertretender Chefarzt und Leiter der Abteilung für Spitalhygiene am Universitätsspital Basel, schnelle Tests nötig.

Die Kantone müssten flächendeckend alle Personen mit Verdacht auf den Coronavirus testen und die Infizierten sofort separieren, sagte Widmer in einem Interview mit «20 Minuten». Das werde einiges kosten.

Die Tests, die derzeit zur Anwendung kämen, hätten nicht in der Tiefe wissenschaftlich geprüft werden können, wie dies bei anderen Viren der Fall sei. Daher könne es auch zu Fehltests kommen.

Engpässe möglich

«Es gibt viele Herausforderungen. Aber hier sind wir in der Schweiz sehr gut dran», sagte Widmer weiter. Zu Engpässen könne es bei den Spitälern kommen. Die Spitäler seien mit der saisonalen Grippe schon belastet. Nun kämen die Corona-Fälle noch obendrauf.

Derzeit besteht keine Gefahr

Die Ansteckung eines 70-jährigen Mannes im Tessin mit dem Coronavirus sei momentan ein Einzelfall, sagte Daniel Koch, Leiter Abteilung übertragbare Krankheiten im Bundesamt für Gesundheit, gegenüber der Sendung «10vor10». Derzeit bestehe keinerlei Gefahr.

(sda)

Offenbar erster Fall des Coronavirus in Brasilien

In Brasilien ist am Dienstag vermutlich der erste Fall von Coronavirus registriert worden, wie das Gesundheitsministerium des Landes auf Twitter mitteilte. Es könnte sich dabei auch um den ersten Fall in Südamerika überhaupt handeln.

In der offiziellen Mitteilung des Ministeriums hiess es, man untersuche zusammen mit den städtischen und bundesstaatlichen Gesundheitsbehörden einen Fall in Sao Paulo.

Diesen Fall soll nach einem Bericht des Portals G1 das Albert-Einstein-Krankenhaus festgestellt haben. Demnach habe ein 61 Jahre alter Mann, der zwischen dem 9. und 21. Februar nach Norditalien gereist war, die Symptome der Krankheit wie Husten gezeigt haben. Er sei nun zu Hause isoliert. Im Institut Adolfo Lutz, so etwas wie dem akkreditierten Labor des Gesundheitsministeriums, soll noch ein zweiter Test gemacht werden.

«Natürlich bereitet uns das Sorgen», zitierte G1 den brasilianischen Gesundheitsminister Luiz Henrique Mandetta. Die Millionen-Metropole Sao Paulo ist die grösste Stadt des Landes. (sda)

Zwei neue Infektionen mit Coronavirus in Deutschland

In Deutschland sind am Abend zwei neue Coronavirus-Erkrankungen publik geworden. Erstmals ist auch ein Patient im Bundesland Nordrhein-Westfalen nachweislich daran erkrankt. Wo sich der Patient angesteckt haben könnte, war zunächst unbekannt. Nur kurz zuvor war in Baden-Württemberg ein erster Coronavirus-Patient bestätigt worden.

In Nordrhein-Westfalen werde die Person aus der Stadt Erkelenz nun in die Uniklinik Düsseldorf gebracht, bestätigte ein Sprecher der Düsseldorfer Feuerwehr der Deutschen Presse-Agentur am Dienstagabend. Zuvor hatte die «Rheinische Post» darüber berichtet.

In Baden-Württemberg handle sich um einen 25-jährigen Mann aus dem Landkreis Göppingen, teilte das Gesundheitsministerium in Stuttgart am Dienstagabend mit. Er habe sich vermutlich während einer Italienreise in Mailand angesteckt.

Der Patient sei nach seiner Rückkehr mit grippeähnlichen Symptomen erkrankt und habe Kontakt mit dem örtlichen Gesundheitsamt aufgenommen. Er solle noch am Dienstagabend in eine Klinik gebracht und dort isoliert untergebracht und behandelt werden. (sda)

Europa meldet mehr Coronavirus-Fälle

Nach dem Ausbruch einer Coronavirus-Epidemie in Italien melden immer mehr europäische Staaten Nachweise des Erregers. Österreich, Kroatien, das spanische Festland und die Schweiz berichteten am Dienstag von Covid-19-Fällen. In der Golf-Region droht sich das Virus ebenfalls auszubreiten.

Unterdessen berieten die Gesundheitsminister von Italien, der Schweiz, Deutschland, Österreich, Slowenien, Frankreich, Kroatien und San Marino am Dienstag in Rom über das Coronavirus. An dem Treffen nahm auch Bundesrat Alain Berset teil.

Lombardei als Herd

Viele der neuen Nachweise in europäischen Ländern stehen im Zusammenhang mit der zuletzt besonders stark betroffenen Region Lombardei in Norditalien. In dieser Gegend kamen bis am Dienstagabend vier weitere Menschen ums Leben, womit die Zahl der Toten in Italien auf elf steigt. Drei der neuen Opfer starben in der Lombardei, eines in Venetien.

Die Zahl der Infektionen stieg am Dienstag auf 322 Fälle – 240 davon in der Lombardei. Damit ist Italien aktuell mit Abstand das Land mit den meisten erfassten Fällen in Europa. Auf Sizilien gebe es den ersten Fall Süditaliens, teilte Zivilschutzchef Angelo Borrelli mit. Auch im Südtirol wurde ein Infizierter gemeldet, in der Toskana waren es zwei.

Keine grosse Gefahr für Europäer

Die Gefahr einer Ansteckung mit dem Virus ist nach einer neuen Einschätzung für Europäer derzeit «niedrig bis moderat». Als «moderat bis hoch» schätzt eine Studie das Risiko ein, dass sich Fälle wie derzeit in Italien auch anderswo häufen. (sda)

Gesundheitsminister Alain Berset hat am Dienstag an einem internationalen Treffen in Rom anlässlich der Ausbreitung des Coronavirus teilgenommen. (Bild: Keystone)
Corona-Patient (70) liegt in Lugano im Spital

Beim ersten Fall von Coronavirus hätten die involvierten Personen im Tessin vorbildlich reagiert. Das Protokoll sei eingehalten worden, hielt der Tessiner Kantonsarzt Giorgio Merlani an einer Pressekonferenz der Regierung fest. Dem Patienten gehe es gut.

Ein Test habe am Dienstagnachmittag bestätigt, dass sich ein 70-jähriger Tessiner mit dem Coronavirus infiziert hat. Nach Angaben der Luganeser Klinik Moncucco befindet sich der Mann dort.

Die Tessiner Behörden zeigten sich zufrieden mit der Handlungskette zwischen Patient, Arzt und Spezialisten. Diese habe perfekt funktioniert, resümierte Giorgio Merlani.

Patient und Arzt trugen Maske

Der mit dem Coronavirus infizierte Mann habe sich glücklicherweise nicht in die Notaufnahme begeben, sondern direkt seinen Arzt kontaktiert, erklärte der Kantonsarzt. Als nach einigen Tagen eine Verschlechterung seines Zustandes eintrat, habe der Arzt ihn in die Praxis bestellt. Beide hätten als Vorsichtsmassnahme eine Maske getragen, da dem Arzt bewusst gewesen sei, dass es sich um einen Verdachtsfall handelt.

Danach habe der behandelnde Arzt Kontakt mit Spezialisten aufgenommen und den Patienten in ein Spital eingeliefert, wo er isoliert wurde. Der Test habe dann ergeben, dass der Mann Träger des Coronavirus ist. (sda)

Der Tessiner Kantonsarzt Giorgio Merlani informiert über den ersten Coronavirus-Fall im Tessin. (Bild: Keystone)
Zusammenfassung der Medienkonferenz des BAG

Die Schweiz hat ihren ersten Coronavirus-Fall. Ein 70-jähriger Mann aus dem Tessin ist am Dienstag positiv getestet worden. Vor zehn Tagen hatte er an einer Versammlung in der Gegend von Mailand teilgenommen. Der Bund ändert vorerst nichts an seinen Massnahmen.

Das sagte Pascal Strupler, Direktor des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), am Dienstagabend vor den Bundeshausmedien in Bern. Das Risiko für die Bevölkerung sei weiterhin «moderat» – auch, weil sich der Mann offenbar nicht in der Schweiz, sondern in Italien angesteckt habe.

«Wir haben einen solchen ersten Fall erwartet»

Wegen der zunehmenden Fälle insbesondere in Norditalien steige aber die Wahrscheinlichkeit, dass auch in der Schweiz weitere Corona-Fälle registriert würden. Momentan sind laut dem Bund 70 Tests in der Schweiz hängig, eine gute Handvoll aus dem Kanton Tessin.

«Wir haben einen solchen ersten Fall erwartet», sagte Daniel Koch, Leiter übertragbare Krankheiten beim BAG. Jetzt werde das gemacht, was vorbereitet worden sei. Das heisst: Alle Kontaktpersonen des infizierten Mannes werden eruiert und in Quarantäne genommen. Falls sie Krankheitssymptome zeigen, werden sie medizinisch untersucht und isoliert. Momentan ist unklar, ob der 70-Jährige überhaupt jemanden angesteckt hat. (sda)

Mehr zur aktuellen Lage in der Schweiz lesen Sie hier.

Das weiss das Bundesamt für Gesundheit über den ersten Schweizer Coronavirus-Fall. (Video: Keystone-SDA/Adrian Reusser)

Viele Tests in der Region Basel noch hängig

Ein Verantwortlicher des BAG teilt mit, dass «relativ viele Tests» in der Region Basel und im Kanton Bern noch hängig seien. Im Kanton Tessin seien zurzeit noch die Resultate von sechs Tests ausstehend.

Genauere Angaben kann das BAG laut eigener Aussage nicht machen, da sich die Situation hinsichtlich der laufenden Tests stetig ändere.

Bevölkerung soll Ruhe bewahren

Das Bundesamt für Gesundheit appelliert an die Bevölkerung, Ruhe zu bewahren. Es sei wichtig zu wissen, dass nicht jede infizierte Person andere Menschen anstecken könne. Infizierte Personen müssten eine gewisse Menge des Virus im Körper produzieren, um dieses weitergeben zu können. Es gebe Personen, die mehrere Menschen anstecken und solche, die das Virus gar nicht weiter geben.

Mann hatte Probleme mit den Atemwegen

Der Mann zeigte laut BAG «respiratorische Symptome», er hatte also Probleme mit den Atemwegen. Er habe sich zu Hause im Tessin aufgehalten. Als bekannt wurde, dass in Norditalien erste Fälle des Coronavirus vorliegen, sei der Mann hospitalisiert und schliesslich positiv getestet worden.

Wie hat sich der Mann angesteckt?

An welcher Art von Veranstaltung sich der positiv getestete Mann in Mailand aufgehalten hat, kann das Bundesamt für Gesundheit auf Frage eines Journalisten nicht sagen. Noch sei auch nicht bekannt, wann sich der Mann genau ansteckte. Es sei bislang noch nicht klar, ob sich die Familie des 70-Jährigen angesteckt hat. Die Familienmitglieder bleiben die kommenden 14 Tage in Quarantäne, damit sie im Falle einer Infektion nicht weitere Personen anstecken.

Erster Fall ist 70-jähriger Mann aus dem Tessin

Das Bundesamt für Gesundheit informiert an einer Medienkonferenz in Bern zum ersten Coronavirus-Fall in der Schweiz. Es handelt sich um einen 70-jährigen Mann aus dem Tessin. Er habe sich am 15. Februar an einer Versammlung in der Nähe von Mailand aufgehalten. Am 17. Februar zeigten sich bei ihm erste Symptome, die auf das Coronavirus hindeuteten.

Am Montag wurde sei er auf das Coronavirus getestet worden, am Dienstag lag das Resultat vor: Der Mann wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Er ist im Spital und sein Zustand ist stabil. Der Mann bleibe jetzt so lange in Quarantäne, bis er nicht mehr ansteckend ist, so die Verantwortlichen des BAG weiter.

Der Direktor des BAG, Pascal Strupler, betont, dass das Coronavirus zurzeit ein «moderates Risiko» für die Bevölkerung darstelle. In Anbetracht der zunehmenden Fallzahlen in Norditalien und der ganzen Welt steigt jedoch die Wahrscheinlichkeit, dass auch in der Schweiz weitere Infektionsfälle diagnostiziert werden. Darauf sei die Schweiz vorbereitet, so Strupler weiter.

Das BAG erklärt, dass jetzt die Massnahmen eingeleitet werden, im Falle einer Coronavirus-Infektion in der Schweiz notwendig sind. Personen, die Symptome aufweisen, werden sofort isoliert und so lange in Quarantäne gehalten, bis sie nicht mehr ansteckend sind. So will der Bund eine Ausbreitung des Virus in der Schweiz verhindern.

Was man über das Coronavirus Covid-19 wissen muss

Die Schweiz hat ihren ersten Coronavirus-Fall. Der weltweit erste Fall des Covid-19 wurde in der zweiten Dezemberhälfte 2019 in China bekannt.

Das neue Covid-19-Virus trat erstmals in der zentralchinesischen Millionenstadt Wuhan in Erscheinung. Ende 2019 waren vier Fälle bekannt, am Dienstag zählte man weltweit gegen 80’000 Infizierte. Dies, obwohl die Zahl der Flüge von und nach China drastisch eingeschränkt wurde. Das erste Opfer in Europa starb am 21. Februar in Norditalien.

Weitere Informationen lesen Sie im Artikel: «Was man über das Coronavirus wissen muss»«Was man über das Coronavirus wissen muss».

Erster bestätigter Fall von Coronavirus im Tessin

In der Schweiz ist erstmals ein Fall des neuartigen Coronavirus bestätigt worden. Das gab der Bund am Dienstag bekannt. Der Fall ist laut den Tessiner Behörden im Südkanton aufgetreten.

Um 17 Uhr informiert das Bundesamt für Gesundheit (BAG) in Bern, wie einer Medieneinladung zu entnehmen ist. Das Genfer Labor, das für die Analyse aller Verdachtsfälle in der Schweiz zuständig ist, habe einen Fall von Coronavirus-Infektion bestätigt, schreibt das Tessiner Gesundheitsdepartement.

Bisher haben die Schweizer und Tessiner Behörden trotz der Ausbreitung des Coronavirus im nahen Norditalien nur sanfte Massnahmen beschlossen.

Die Schweiz sei «in erhöhter Bereitschaft», sagte Gesundheitsminister Alain Berset am Montagnachmittag vor den Bundeshausmedien. In Italien, unweit der Schweizer Grenze, nähmen die Coronavirus-Fälle seit dem Wochenende rasch zu. Damit erhöhe sich das Risiko für die Schweiz. «Der Bundesrat verfolgt die Situation Stunde für Stunde.»

Am Montagnachmittag hatten die Tessiner Behörden an einer Medienkonferenz bekanntgegeben, anders als einige italienische Regionen keine Einschränkungen für öffentliche Veranstaltungen, Schulen, Bar oder Restaurants zu beschliessen. Täglich pendeln fast 68’000 Grenzgänger aus Norditalien ins Tessin.

Am Dienstag haben sich die Gesundheitsminister aus Italien, der Schweiz, Deutschland, Slowenien, Frankreich und Österreich in Rom zu Beratungen getroffen. Bundesrat Alain Berset nahm für die Schweiz an dem Treffen teil. (sda)

Teleclub lässt Moderatoren nicht aus Tessin reisen

In der Schweiz will der Bund bis auf Weiteres zuwarten mit Massnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus. Nicht so der Bezahlfernsehsender Teleclub. Dort ändert man wegen der jüngsten Entwicklung in Norditalien die interne Praxis.

Der Anbieter, der unter anderem die Fussballspiele der Raiffeisen Super League überträgt, hat seinen Tessiner Kommentatoren nämlich verboten, für die anstehenden Partien durch den Gotthard in den Rest des Landes zu reisen. Das berichtet laut Blick das Nachrichtenportal «Ticinonews». Die Weisung gilt mindestens für die kommenden zwei Wochen.

Umgekehrt werden auch alle italienischsprechenden Mitarbeiter von Teleclub, die in der Deutschschweiz leben, angewiesen, in nächster Zeit auf Reisen ins Tessin zu verzichten.

Flüchtlingsrettungsschiff in Quarantäne

Nach dem Coronavirus-Ausbruch in Italien ist dort auch ein Flüchtlingsrettungsschiff unter zwei Wochen lange Quarantäne gestellt worden. Die 32-köpfige Besatzung der «Ocean Viking» dürfe als Vorsichtsmassnahme nicht von Bord, sagte die Sprecherin der Hilfsorganisation SOS Mediterranee, Barbara Hohl, am Dienstag.

Das Schiff ist seit Sonntag isoliert und liegt vor dem Hafen in Pozzallo auf Sizilien. Die mehr als 270 geretteten Flüchtlinge seien an Land in Quarantäne gekommen, sagte Hohl. Warum die Crew nicht auch an Land isoliert wurde, sei ihnen unklar.

In Italien ist die Zahl der mit dem neuen Coronavirus infizierten Menschen in den letzten Tagen stark angestiegen. Vor allem die nördliche Region Lombardei ist stark betroffen.

Zwei Infizierte in Österreich

Im Tirol sind zwei Personen mit dem Coronavirus infiziert. Die beiden waren aus dem Urlaub in Italien zurückgekommen und klagen von leichtem Fieber. Bei den Infizierten handelt es sich um zwei 24-jährige, aus der Lombardei stammende, Personen, die in Innsbruck wohnhaft sind. Das berichtet «Blick» am Dienstag.

Die Betroffenen wurden zweifach auf das Virus getestet – beide Male war das Ergebnis positiv. Derzeit befinden sie sich in Quarantäne in der Innsbrucker Klinik.

Nebst den zwei 24-Jährigen besteht bei einem 55-Jährigen aus Linz Verdacht auf das Coronavirus. Er war in Italien mit einer Reisegruppe unterwegs gewesen und verspürte nach der Reise Symptome. In der Folge wurde der Mann umgehend isoliert. Die anderen Mitglieder der Reisegruppe wurden angewiesen, zuhause zu bleiben bis das Testergebnis vorliegt.

Hotelanlage auf Teneriffa unter Quarantäne

Der italienische Feriengast hätte «seltsame Symptome» einer Art Grippe verspürt. In der Folge sei er ins Spital Quironsalud in Costa Adeje auf der Kanaren-Insel Teneriffa gegangen. Dort hätten die Ärzte den 69-Jährigen aus der Lombardei auf das Coronavirus getestet. Der Befund war positiv. Das berichtet «Blick» am Dienstag.

Der Italiener war im H10 Costa Adeje Palace Hotel zu Gast. Die Anlage wurde inzwischen unter Quarantäne gesetzt, wie mehrere spanische und englische Medien berichten. Rund 1000 Touristen seien dort «gefangen». Momentan wird abgeklärt, ob noch weitere Gäste am Virus erkrankt sind.

Der infizierte Tourist befinde sich momentan freiwillig in einer Privatklinik auf einer isolierten Station. Laut «Blick» sei das lokale Gesundheitswesen überfordert. Nebst den Ärzten und Pflegerinnen würde keiner Schutzmasken tragen. Ein Augenzeuge sagt gegenüber «Blick» gar, dass das Personal angewiesen worden sei, «keine Leute reinzulassen, die in der Lombardei waren».

Drehaufschub für «Mission: Impossible» wegen Coronavirus in Italien

Auch Hollywood ist von dem Ausbruch des neuen Coronavirus in Italien betroffen. Ein dreiwöchiger geplanter Dreh in Venedig für «Mission: Impossible 7» mit Tom Cruise in der Hauptrolle ist von Paramount Pictures kurzfristig abgesagt worden.

Mit Rücksicht auf die Sicherheit und das Wohlergehen der Filmbesetzung werde der Dreh aufgeschoben, zitierten die Branchenblätter «Variety» und «Hollywood Reporter» am Montag aus einer Mitteilung des Studios. Die Filmarbeiten waren gerade erst angelaufen.

Unter der Regie von Christopher McQuarrie kehrt Cruise für die nächsten beiden «Mission: Impossible»-Einsätze als Geheimagent Ethan Hunt zurück. Der siebte Teil soll im Juli 2021 in die Kinos kommen, der achte im Jahr darauf.

Berset reist nach Rom

Bundesrat Alain Berset trifft sich am Dienstag in Rom mit den Gesundheitsministern Italiens, Frankreichs, Deutschlands, Österreichs und Sloweniens. Thema wird die Koordinierung im Kampf gegen das Coronavirus sein. Das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) bestätigte  eine entsprechende Meldung der österreichischen Nachrichtenagentur APA.

2,5 Milliarden Dollar für Virus-Bekämpfung gefordert

Die US-Regierung fordert vom Kongress 2,5 Milliarden Dollar zur Bekämpfung des Virus, darunter mehr als eine Milliarde für die Entwicklung eines Impfstoffes. «Die Trump-Regierung nimmt die Ausbreitung der Covid-19 Coronavirus-Krankheit weiterhin sehr ernst. Heute übermittelt die Regierung dem Kongress einen zusätzlichen Finanzierungsplan in Höhe von 2,5 Milliarden Dollar, um die Entwicklung von Impfstoffen zu beschleunigen, die Vorbereitungs- und Reaktionsaktivitäten zu unterstützen und dringend benötigte Ausrüstung und Vorräte zu beschaffen», sagt Rachel Semmel, eine Sprecherin des Finanzhaushaltes des Weissen Hauses.

Donald Trump derweil gibt sich gelassen und twitterte: In den USA sei das Virus «sehr unter Kontrolle». «Wir sind mit jedem und allen relevanten Ländern in Kontakt.» Zum Aktienmarkt, der am Montag wegen der Furcht vor einer Coronavirus-Pandemie starke Verluste hinnehmen musste, erklärte Trump: «Aktienmarkt fängt an, für mich gut auszusehen».

Geisterspiele in der Serie A

Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in Italien werden dort mehrere bevorstehende Spiele der ersten Fussball-Liga vor leeren Rängen ausgetragen. Wie Sportminister Vincenzo Spadafora am Montag mitteilte, billigte die Regierung den Ausschluss des Publikums aus den Stadien bei Spielen der Serie A in Norditalien.

Auch die Europa-League-Partie zwischen Inter Mailand und dem bulgarischen Meister Ludogorez Rasgrad am Donnerstag wird zum Geisterspiel, wie der italienische Club ankündigte.

Welche Partien der Serie A am kommenden Wochenende von dem Ausschluss des Publikums konkret betroffen sind, sagte Spadafora nicht. Doch dürfte dazu das für Sonntagabend angesetzte Spitzenspiel zwischen Tabellenführer Juventus Turin und dem Dritten Inter Mailand gehören. Am vergangenen Sonntag waren vier Spiele der Serie A wegen des Coronavirus abgesagt worden.

Mehrere Spiele werden in Italien vor leeren Rängen durchgeführt. (Foto: Key)
508 Neuinfektionen in China

Die Zahl der Virus-Erkrankungen in Festland-China ist nach Angaben der Behörden um 508 gestiegen. Am Vortag hatte es 409 neue Fälle gegeben. Damit liegt die Zahl der Erkrankten insgesamt nun bei 77’658.

Die Zahl der Toten stieg in China um 71, nach 150 am Tag zuvor. Allein in der Provinz Hubei sind 68 der 71 Toten gemeldet und 499 der insgesamt 508 Neuerkrankungen. Insgesamt starben damit bislang 2663 Menschen in China an den Virus-Folgen.

Die offizielle Zahl der neu registrierten Infektionen war in China zwar höher als am Montag, lag aber deutlich unter dem Stand der vergangenen Woche. Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Epidemie in China bereits vor drei Wochen ihren Höhepunkt überschritten.

Mann (62) stirbt in Como (I)

Am Montagnachmittag ist ein 62-jähriger Mann aus Castiglione d’Adda in einem Spital in Como (I) gestorben. Er habe zudem an chronischen Erkrankungen gelitten. Das berichtet der «Corriere della Sera». Damit hat das Coronavirus im Schweizer Nachbarland bislang sieben Todesopfer gefordert. Die norditalienische Stadt Como liegt direkt an der Schweizer Grenze.

Zunächst hiess es fälschlicherweise aus Italien, dass es sich beim Todesopfer um eine Frau handelt.

Sechstes Todesopfer in Italien gemeldet

Die Zahl der Coronavirus-Todesopfer in Italien ist am Montag auf sechs gestiegen. Dazu gibt es nun 230 Infektionsfälle. Bei den Todesopfern, die am Montag gemeldet wurden, handelt es sich um Senioren über 80 Jahren, berichteten die lombardischen Gesundheitsbehörden.

Meldungen über den Tod einer krebskranken Frau, die positiv auf Covid-19 getestet worden sei, wurden vom Krankenhaus der lombardischen Stadt Brescia dementiert. In dem Krankenhaus habe es keinen derartigen Todesfall gegeben, teilte die Behörden der Region Lombardei mit.

80-jähriger Mann stirbt in Mailand

Am Montag wurde der Tod eines 80-Jährigen aus der lombardischen Ortschaft Castiglione d’Adda gemeldet. Der Mann starb im Krankenhaus Sacco in Mailand, teilten die lombardischen Gesundheitsbehörden mit. Castiglione d’Adda zählt zu den zehn Gemeinden in der lombardischen Provinz Lodi, in denen das Coronavirus am Freitag nachgewiesen worden war.

Der 80-Jährige war am Donnerstag ins Krankenhaus von Lodi wegen eines Herzinfarkts eingeliefert worden. Er wurde positiv auf das Coronavirus getestet und ins Spital Sacco in Mailand eingeliefert, wo er am Montag gestorben ist.

Grossanlässe sind momentan nicht in Gefahr

Die Absage von Grossanlassen steht zur Zeit nicht zur Debatte. Laut Berset sind die Kantone zuständig, weil es keine ausserordentliche Lage ist. Es könnte aber soweit kommen, dass der Bund Massnahmen ergreifen wird. Aber es liegt auch in den Händen von Veranstaltern, Massnahmen zu ergreifen, wenn es nötig sein sollte.

Stand heute heisst das auch Entwarnung für die Basler Fasnacht: Die Kommunikationsleiterin des Gesundheitsdepartement bestätigt: «Die Basler Fasnacht wird Stand heute nicht abgesagt. Wir beobachten die Lage und klären täglich ab, ob Handlungsbedarf besteht», sagte Anne Tschudin auf Anfrage von Telebasel.

Schweizer Behörden treffen erste Massnahmen

In der Schweiz ist weiterhin kein Fall des neuartigen Coronavirus bestätigt. Das gab Gesundheitsminister Alain Berset am Montag vor den Bundeshausmedien bekannt. Dennoch wurden zusätzliche Massnahmen beschlossen.

Nach der rasanten Ausbreitung des Coronavirus in Italien beschloss der Bund zusätzliche Tests und eine verstärkte Information der Bevölkerung. Das Ziel der vorbeugenden Massnahmen sei es, mögliche Verdachtsfälle rasch zu isolieren.

Bundesrat Alain Berset erklärt, welche Massnahmen die Schweizer Behörden gegen das Coronavirus ergreifen. (Video: Keystone-SDA/Stefan Lanz)

Das sagte Gesundheitsminister Alain Berset am Montag vor den Bundeshausmedien. Er sei laufend in Kontakt mit den italienischen Behörden, sagte Berset. «Auch die Koordination zwischen dem Bund und den Kantonen läuft gut.»

Die Absage von Veranstaltungen werde erst dann zum Thema, wenn es Übertragungen in der Schweiz gebe. BAG-Direktor Pascal Strupler erklärt die Massnahmen. Es gebe keinen Fall bis anhin. «Das kann sich aber schnell ändern.» Aber: «Wir haben keine Epidemie in der Schweiz.»

Bundesrat Alain Berset, 2. von rechts,, spricht neben Daniel Koch, Leiter Abteilung uebertragbare Krankheiten BAG, Pascal Strupler, Direktor BAG, und Hans-Peter Lenz, Chef Krisenmanagementzentrum EDA, von links, waehrend einer Medienkonferenz ueber die Situation des Coronavirus. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)
Fünftes Todesopfer in Italien

In Italien ist ein fünfter mit dem Coronavirus infizierter Patient gestorben. Der 88-Jährige stammte aus dem Dorf Caselle Landi in der Provinz Lombardei, wie Zivilschutzchef Angelo Borrelli am Montag sagte. Zuvor hatten die Behörden bereits den Tod eines 84-Jährigen aus der Lombardei bestätigt. Nach Angaben Borrellis stieg die Zahl der Infizierten auf 219.

Italien hatte sich zuletzt zum grössten Herd des neuartigen Virus in Europa entwickelt. Die meisten Fälle wurden in der norditalienischen Region Lombardei gemeldet, von dort stammen auch vier der fünf Todesopfer sowie 167 der Infizierten.

Neben der Lombardei sind auch Venetien, das Piemont, die Emilia-Romagna sowie die an Österreich und Slowenien grenzende Region Friaul-Julisch Venetien betroffen.

Italienisches Flugzeug steckt in Mauritius fest

Wegen des Virus wurde unterdessen ein Flugzeug der Airline Alitalia auf Mauritius festgehalten. Nach Angaben des italienischen Aussenministeriums durften Dutzende Passagiere aus der Lombardei und Venetien nicht aussteigen. Es stehe in Kontakt mit der italienischen Botschaft in Südafrika sowie Alitalia, um den Betroffenen zu helfen. Die Maschine war laut der Fluggesellschaft am Sonntag in Rom gestartet.

Eine Bericht des «Corriere della Sera» zufolge sagten die Behörden des im Indischen Ozean gelegenen Inselstaats den Betroffenen, dass sie entweder in Mauritius in Quarantäne müssten oder nach Italien zurückfliegen sollten, ohne die Maschine zu verlassen.

SMI sackt rund 3,5 Prozent ab

Das Coronavirus schlägt mit etwas Verspätung nun verstärkt auf die Finanzmärkte durch. Die bisher gezeigte Sorglosigkeit ist verflogen, so dass die Kurse an den Aktienmärkten weltweit ins Rutschen geraten sind. Aufwertungsdruck gibt es dagegen auf sichere Anlagen wie Gold oder den Franken.

Bereits vor dem Wochenende war die Stimmung nach zwei aufeinanderfolgenden Minustagen angeschlagen, nach den neuesten Meldungen über die Ausbreitung des Virus in Südkorea und Italien hat sich das Abwärtstempo zum Wochenstart aber deutlich beschleunigt. Die Kurstafel am Schweizer Aktienmarkt ist am Montag tiefrot gefärbt.

Der SMI isackte in der ersten Handelsstunde um rund 3 Prozent auf noch knapp 10’800 Punkte ab. Er hat damit im Vergleich zum Freitagabend über 300 Punkte verloren – entsprechend ist auch der als Angstbarometer bekannte Volatilitätsindex VSMI um über einen Drittel angestiegen. Einen ähnlich deutlichen Einbruch erlitt der hiesige Leitindex zuletzt Ende 2018.

Zur Mittagsstunde beträgt das Minus bereits Minus 3,5 Prozent.

Viertes Todesopfer in Italien

Laut Medienberichten gibt es in Italien ein viertes Todesopfer. Es soll sich dabei um einen 84-jährigen Patienten aus Bergamo handeln. Er lag im Spital «Papa Giovanni XXIII».  In Italien sind insgesamt 149 Personen am Coronavirus erkrankt.

(Foto: Google Maps)
Athen trifft vorbeugende Massnahmen

Nach der rasanten Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 in Italien hat Griechenland erste Massnahmen getroffen. Unter anderem werden seit Montagmorgen die Besatzungen von Fähren, die zwischen Italien und Griechenland pendeln, informiert, welche vorbeugenden Massnahmen getroffen werden müssen, damit mögliche Verdachtsfälle rasch isoliert werden. Dies berichtete am Montag der griechische Staatsrundfunk.

Bereits am Vorabend hatte Athen alle künftigen Klassenfahrten nach Italien verboten. Die Schüler von zehn Schulen, die sich zurzeit in Italien befinden, sollten zurück nach Griechenland kommen, teilte das Ministerium mit. «Wir treffen alle diese Massnahmen vorbeugend. Es gibt keinen Grund zur Beunruhigung», erklärte die griechische Bildungsministerin Niki Kerameos im griechischen Fernsehen Open am Montagmorgen. In Griechenland sind bislang keine Coronavirusfälle erfasst.

150 neue Covid-19-Todesfälle

Die Zahl der Toten durch die neuartige Lungenkrankheit in China ist stark angestiegen. Die nationale Gesundheitskommission in Peking berichtete am Montag in Peking weitere 150 neue Covid-19-Todesfälle – so viele wie noch nie innerhalb eines Tages.

Damit sind in der Volksrepublik schon 2592 Todesfälle zu beklagen. Die Zahl der neu nachgewiesenen Infektionen kletterte weiter um 409. Insgesamt sind in Festlandchina damit schon 77 150 bestätigte Ansteckungen registriert. Die überwiegende Zahl der neuen Todesfälle und Infektionen mit dem Sars-CoV-2 genannten Coronavirus wurden aus der schwer betroffenen Provinz Hubei in Zentralchina gemeldet.

«Rigoroses Vorgehen» gegen Virus-Epidemie in Italien

Italiens Premier Giuseppe Conte versicherte am Sonntag, dass sein Land durchaus rigoros zur Eingrenzung der Coronavirus-Epidemie vorgehen werde. «Wir haben bereits 4000 Kontrollen durchgeführt. Wir sind das erste Land in Europa, das strengere und gründlichere Kontrollen beschlossen hat. Von Anfang an haben wir uns für eine Linie strengster Vorbeugung entschlossen», so Conte in einem TV-Interview am Sonntag.

In vielen Teilen Norditaliens steht das öffentliche Leben zur Zeit praktisch still. Regionalpräsident Luca Zaia kündigte an, der Karneval in Venedig werde genauso wie alle Sportveranstaltungen abgesagt, Museen und Schulen sollen in der gesamten Region Venetien bis zum 1. März geschlossen bleiben, kündigte. Der Karneval hätte eigentlich noch bis Dienstag laufen sollen.

Zahlreiche Sehenswürdigkeiten bleiben zu. Der Mailänder Dom sollte zum Beispiel als Vorsichtsmassnahme für Touristen bis mindestens Dienstag geschlossen bleiben. In Kirchen in der Lombardei und in Venetien fielen Gottesdienste aus.

Öffentliche Verkehrsmittel wurden eigens desinfiziert. Der Ausbruch traf auch die Mailänder Modewelt. Das Modehaus Giorgio Armani habe entschieden, die Büros und die Produktionsstätten an mehreren Standorten sieben Tage zu schliessen, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa.

Aus Sorge vor Problemen mit den Lebensmittellieferungen wurden am Wochenende in Mailand Supermärkte von Kunden regelrecht gestürmt. Desinfizierende Produkte und Atemschutzmasken sind in ganz Norditalien nur mehr schwer zu finden.

Auch die Notrufnummern, die zur Meldung von Infektionsfällen eingerichtet wurden, wurden von besorgten Bürgern ausgiebig genutzt.

Zugstopp in Österreich

Der Zugstopp an der Österreichischen Grenze war nur von kurzer Dauer. Die beiden Züge die in Brenner angehalten wurden, durften weiterfahren. «Die beiden coronaverdächtigen Personen wurden negativ getestet. Der Zug fährt daher in Kürze weiter», teilte Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) in einer Stellungnahme mit. Bei allen Passagieren, die in Österreich ausstiegen, würden Identitätsfeststellungen vorgenommen, hiess es. Laut Innenministerium soll am Montag eine Task Force zusammenkommen, um über Grenzkontrollen mit Italien zu beraten. (sda)

Zug aus Italien wegen Corona-Verdachtsfällen gestoppt

An der Brenner-Grenze zu Österreich wurde ein Zug aus Italien gestoppt. An Bord des Zuges befänden sich zwei Personen mit Fieber. Das berichtet das österreichische Portal «Oe24» am Sonntagabend.

Quarantänen in Kasernen

Das italienische Heer stellt Militärstützpunkte und Kasernen für die Isolierung von Coronavirus-Verdachtsfällen zur Verfügung. Tausende Betten seien bereits organisiert worden, teilte Italiens Zivilschutzchef Angelo Borrelli am Sonntag in Rom mit.

Über 130 Verdachtsfälle und zwei Todesopfer wurden inzwischen in Norditalien gemeldet. 26 Personen liegen auf Intensivstationen. 3000 Kontrollen wurden durchgeführt.

Immer wieder neue Fälle

Inzwischen breitet sich die Epidemie auf andere Regionen ausserhalb der Lombardei und Venetien aus. In der Emilia Romagna wurden neun Erkrankte gemeldet, einen Fall gab es im Piemont. Alle Universitäten in der Emilia Romagna wurden geschlossen. Das Bildungsministerium in Rom rief alle Schulen des Landes auf, auf Schulausflüge zu verzichten.

Als Vorbeugungsmassnahme gegen die Epidemie hat die Region Friaul Julisch Venetien zudem die Schliessung der Universitäten von Udine und Triest bis zum 2. März beschlossen. Zwei Strukturen wurden in der Gemeinde Tricesimo bei Udine sowie in Treviso für die Isolierung von Verdachtsfällen zur Verfügung gestellt, teilte der regionale Zivilschutz mit.

Mailänder Scala sagt Aufführungen ab

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus in Norditalien hat die Mailänder Scala beschlossen, als Vorsichtsmassnahme vorerst alle ihre Aufführungen zu streichen. Schon am Sonntag wurde ein Auftritt der Sopranistin Aleksandra Kurzak abgesagt.

Die Aufführungen sollen solange ausfallen, bis die Behörden weitere Anweisungen geben werden, teilte das Opernhaus am Sonntag auf Twitter mit. Am 1. März beginnt das Mandat von Intendant Dominique Meyer, der von der Wiener Staatsoper zur Scala wechselt. Geschlossen wurde auch die Pinakothek Brera.

Die Lombardei hat am Sonntag die Schliessung von Schulen, Universitäten und Museen in der Region beschlossen. Auch Messen sollen ausgesetzt werden.

Dutzende weitere Coronavirus-Infektionen auf «Diamond Princess»

Von den Crewmitgliedern und Passagieren des Kreuzfahrtschiffes «Diamond Princess» in Japan sind weitere 57 positiv auf das neue Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Das berichtete der japanische Fernsehsender NHK am späten Sonntagabend (Ortszeit).

Damit erhöht sich die Zahl bekannter Infektionen unter Menschen von Bord des Kreuzfahrtschiffs auf mehr als 690. Einschliesslich dieser Fälle zählt Japan inzwischen mehr als rund 840 Infektionen.

Dritter Todesfall

Zuvor hatte das Gesundheitsministerium einen dritten Todesfall unter den Menschen von Bord der «Diamond Princess» gemeldet. Der Japaner in den 80ern sei einer Lungenentzündung erlegen. Ob er positiv auf Sars-CoV-2 getestet wurde, teilte das Ministerium nicht mit, da die Familie nicht ihr Einverständnis gegeben habe, berichteten Medien.

Die von der Regierung in Tokio angeordnete, inzwischen aufgehobene zweiwöchige Quarantäne auf dem Schiff war von einigen Experten als unzureichend kritisiert worden. Bei einer zunächst negativ auf das neue Coronavirus getesteten japanischen Passagierin des Schiffs war nachträglich das Virus Sars-CoV-2 festgestellt worden.

Die Regierung hatte der Frau in ihren 60ern erlaubt, die «Diamond Princess» nach Ende der Quarantäne zusammen mit Hunderten anderen negativ getesteten Passagieren am Mittwoch zu verlassen. Sie durften mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause fahren, was auf Unverständnis stiess.

Auf der «Diamond Princess» wurden zahlreiche Coronavirus-Fälle verzeichnet. Drei Menschen starben. (Bild; Keystone)

Wie die Regierung inzwischen mitteilte, würden die Betroffenen nun täglich zu Hause von den Gesundheitsbehörden angerufen. Sie seien gebeten worden, öffentliche Verkehrsmittel zu meiden und Schutzmasken zu tragen, wenn sie in Kontakt mit anderen Menschen kämen.

Sorge im Tessin wächst

Nach den ersten Fällen in Norditalien steigt im angrenzenden Tessin die Sorge um ein Übergreifen des Coronavirus. Notaufnahmen der Tessiner Spitäler bereits reagiert.

Der Tessiner Kantonsarzt Giorgio Merlani erklärte am Sonntag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, dass man die Lage und Entwicklung analysiere. «Die ganze Angelegenheit ist grösser als es anfänglich schien», sagte er. Im Laufe des Tages soll eine Medienmitteilung zum Coronavirus aus Tessiner Sicht veröffentlicht werden. Am morgigen Montag ist ein Infopoint vorgesehen.

Derweil haben die Notaufnahmen der Tessiner Spitäler bereits reagiert. Personen mit Grippesymptomen werden isoliert und in Quarantäne gebracht, wie die Sonntagszeitung «Il caffè della domenica» in ihrer heutigen Ausgabe berichtet. Dies gilt für alle Patienten mit solchen Symptomen; bisher war dies nur für Patienten vorgesehen, die sich in jüngster Zeit in China aufgehalten hatten.

Die Nachrichten aus Italien haben die Tessiner Öffentlichkeit aufgeschreckt, weil der Virus immer näher an die Grenze rückt. Das Tessin ist zwar ein Schweizer Kanton, geographisch aber ein Teil Norditaliens. Der Kanton reicht wie ein Stachel in die Lombardei hinein. Zudem arbeiten im Tessin zirka 68’000 Grenzgängerinnen und Grenzgänger, das heisst Personen, die täglich von den italienischen Grenzregionen zur Arbeit ins Tessin pendeln.

Politiker fordern Massnahmen

SVP-Grossrat Tiziano Galeazzi hat eine Interpellation an den Staatsrat eingereicht, in der er die Frage aufwirft, ob es möglich sei, Grenzgänger an den Landesgrenzen mit Temperatur-Scannern zu prüfen. Generell will er wissen, welche Schutzmassnahmen gegen den Virus ergriffen werden. Einen ähnlichen Vorstoss hat die kantonale SP lanciert, um zu wissen, wie der Kanton vorzugehen gedenkt.

In Mailand wurden Fussballspiele abgesagt und es bleiben Schulen und Universitäten in den nächsten Woche als Vorsichtsmassnahme geschlossen. Eine ähnliche Massnahme ist im Tessin nicht nötig. Denn seit Samstag sind im Tessin Fasnachtsferien und die Schulen sowieso geschlossen. Der Unterricht wird erst wieder am 2. März aufgenommen.

Schweiz ergreift keine weiteren Massnahmen

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) ergreift trotz zunehmender Anzahl an Coronavirus-Erkrankten in Italien bislang keine weiteren Massnahmen wegen des Virus. Die Schweizer Behörden beobachten die Situation in Italien «genau».

Das teilte das BAG am Sonntag der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit. Die Situation könne sich jedoch schnell ändern. In Bezug auf die Situation in Italien sagte das BAG, dass es sich um einen lokalen Ausbruch handle, der mit allen Mitteln unter Kontrolle gebracht werden müsse. Auch auf Twitter meldete sich das BAG zu Wort.

Auch die SBB hat bezüglich des grenzüberschreitenden Schienenverkehrs aktuell keine Massnahme getroffen. «Wir stehen in engem Kontakt mit dem BAG, welches Empfehlungen abgibt und Massnahmen anordnet», sagte Daniele Pallecchi, Mediensprecher der SBB.

Bisher keine Infizierten Schweizer

Für den grenzüberschreitenden Schienenverkehr müssten einheitliche Massnahmen gelten, da sich das Streckennetz zahlreicher anderer Transportunternehmen wie jenes der Rhätischen Bahn, der Deutschen Bahn und des Flixbus über die Grenzen erstrecke.

Zur Strategie der Schweiz gehört bisher, dass in der Schweiz wohnhafte Personen, die in Corona-Gebieten waren – insbesondere in China oder auf verschiedenen Kreuzfahrtschiffen auf asiatischen Gewässern – nach ihrer Rückkehr in Quarantäne gesetzt werden.

In der Schweiz ist bis bislang kein Fall einer infizierten Person bekannt. Bisher waren alle 280 Verdachtsfälle negativ. Italien zählt aktuell die meisten Infektionen mit dem Virus SARS-CoV-2 in Europa. Nach den beiden Todesfällen, die am Freitag und Samstag gemeldet wurden, ist die Zahl der Infizierten inzwischen auf mehr als 100 gestiegen.

Karneval in Venedig abgesagt

Der berühmte Karneval in Venedig wird aus Sorge vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus im Norden Italiens abgesagt. Das teilte der Präsident der Region Venetien, Luca Zaia, am Sonntag mit.

«Wir müssen uns drastischen Massnahmen anpassen», sagte Zaia Reportern in der Region Venetien. Dazu zähle die Absage des Venezianischen Karnevals «und sogar noch mehr».

Nach Angaben des Regierungschefs der nordöstlichen Region ist die Zahl der mit dem Virus Sars-CoV-2 Infizierten auf 19 gestiegen. Darunter seien nun auch zwei ältere Personen, die direkt in der Lagunenstadt Venedig im Spital seien. Insgesamt lag die Zahl der bestätigten Infektionsfälle in Italien am Sonntag bereits bei mehr als 100.

Die eigentlich bis Dienstag stattfindenden Feste und Umzüge des Karnevals von Venedig gehören zu den grössten und berühmtesten Veranstaltungen des weltweiten Narrentreibens.

Bis zu 130’000 Besucher zählt Venedig jährlich während des Carnevals. (Bild: Keystone)
Tessiner Politiker wollen Grenze schliessen

Die italienische Grenze ins Tessin soll wegen des Coronavirus geschlossen werden, wie mehrere Tessiner Politiker fordern. Dies berichtet «20 Minuten». So fordert unter anderem der Tessiner Lega-Nationalrat Lorenzo Quadri, dass Grenzgänger, die im Dienstleistungssektor arbeiten, vorerst nicht mehr im Tessin tätig sein sollen. Damit könne eine Ausbreitung im Tessin verhindert werden.

Die italienische Regierung weigert sich derweil, die terrestrischen Landesgrenzen zu schliessen, wie es einige Oppositionsparteien forderten. «Italien darf kein Lazarett werden», sagte Premier Conte. Er erklärte, dass Italien das Schengen-Abkommen nicht ausser Kraft setzen werde. Conte kündigte jedoch die Schliessung von Betrieben und Schulen sowie die Absage von öffentlichen Veranstaltungen wie Karnevalsfeiern und Sportwettbewerben an.

Über 100 Fälle

Italien kämpft seit mehreren Tagen mit einem Ausbruch der Krankheit. Über 100 Fälle und zwei Tote wurden bisher verzeichnet, 89 davon alleine in der Lombardei. Das Land zählt die meisten Coronavirus-Fälle in Europa.

In Italien spitzt sich derweil die Lage immer weiter zu. Die italienische Regierung hat am Samstagabend die Isolation von etwa einem Dutzend Städten angekündigt. In den als Epidemiezentren geltenden Gebieten werde den Bewohnern weder die Einreise noch die Ausreise gestattet, sagte Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte. Die Menschen könnten sich nur mit «besonderen Ausnahmeregelungen» bewegen.

Über 50’000 Personen in elf lombardischen Gemeinden wurden unter Isolation gestellt. Die Region Lombardei suche nach Einrichtungen wie Hotels und Militärstrukturen, in denen Menschen in Quarantäne genommen werden könnten, sagte Fontana.

Fall Nahe der Grenze

Ein 17-Jähriger aus Veltlin soll ebenfalls erkrankt sein. Das liegt bloss 25 Kilometer von der Schweizer Grenze. Das Epizentrum der Krankheit in Italien – Codogno – liegt etwa eine Autostunde von der Schweizer Grenze entfernt.

Die Städte sind derweil verlassen. «Es sind Zustände wie in Wuhan», sagte etwa eine Bewohnerin Codognos im italienischen Fernsehen. Auf Twitter häufen sich Berichte der Medien und Einwohner über die neusten Entwicklungen. Bei der «Cavalierenews» macht beispielsweise ein Techniker, der angeblich mit dem ersten italienischen Patienten zu Mittag gegessen haben soll, Schlagzeilen.

Auch eine Karte mit den News zur Verbreitung macht die Runde.

Darunter gibt es auch Danksagungen an die medizinischen Einsatzkräfte:

Über 50’000 Personen in elf lombardischen Gemeinden wurden unter Isolation gestellt. Die Region Lombardei suche nach Einrichtungen wie Hotels und Militärstrukturen, in denen Menschen in Quarantäne genommen werden könnten, sagte Fontana.

23.02.2020 10:59

Nach der rasanten Verbreitung des neuartigen Coronavirus in den vergangenen Tagen in Südkorea hat die Regierung die höchste Warnstufe für Infektionskrankheiten ausgerufen. Präsident Moon Jae In gab die Entscheidung laut seinem Büro am Sonntag bekannt.

Zudem führte die Regierung ein Sticker-System ein. Toiletten, die von mit dem Virus infizierten Personen benutzt wurden, werden desinfiziert. Komplett desinfizierte WC0s werden mit einem Sticker versehen.

In einigen Tagen werde ein «kritischer Moment» im Kampf gegen Covid-19 erreicht sein, sagte Moon. Die Zentralregierung wie auch die Lokalregierungen sollten nicht zögern, beispiellose Gegenmassnahmen zu ergreifen.

Nach Angaben der Gesundheitsbehörden stieg die Zahl der nachgewiesenen Infektionen mit Sars-CoV-2 in Südkorea im Verlauf des Tags um 169 auf 602. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit dem Erreger habe sich von vier auf fünf erhöht.

Iran schliesst Schulen und Unis
Im Iran tragen Passanten Masken, um sich gegen das Coronavirus zu schützen. (Bild: Keystone)

 

Die Ausbreitung des Coronavirus im Iran hat den Alltag in dem Land erheblich eingeschränkt. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden vorläufig in mehreren Städten die Schulen und Universitäten geschlossen.

Auch Kinos bleiben bis auf weiteres zu, Theater- und Konzertveranstaltungen wurden abgesagt. Die Spiele der ersten Fussall-Liga werden zwar wie geplant ausgetragen, allerdings ohne Zuschauer.

Fünf Tote im Iran

Laut Gesundheitsministerium gibt es landesweit 785 Verdachtsfälle, von denen 28 positiv auf Covid-19 getestet wurden. Bislang sind demnach fünf Patienten an der Krankheit gestorben. Neue Infektions- und Todesfälle am Wochenende wurden zunächst noch nicht gemeldet.

Das Ministerium bezeichnete Informationen anderer Behörden als nicht zuverlässig. Menschen, die besonders in sozialen Medien Falschinformationen verbreiten, drohen auch juristische Konsequenzen.

Berichte über das Coronavirus haben im Iran wenige Wochen vor dem persischen Neujahrsfest am 20. März für Verunsicherung gesorgt. Viele Menschen befürchten, dass es weitaus mehr Tote und Infizierte gibt als bislang bekannt. In der Hauptstadt Teheran sind in fast allen Drogerien, Apotheken und Supermärkten Desinfektionsmittel ausverkauft.

Fussball-Spiele in Italien abgesagt

Die italienische Regierung hat aufgrund der Ausbreitung des Coranavirus alle Sportveranstaltungen in der Lombardei und in Venetien für Sonntag abgesagt. Davon betroffen waren auch die drei Serie-A-Spiele Inter Mailand gegen Sampdoria Genua, Hellas Verona gegen Cagliari und Atalanta Bergamo gegen Sassuolo.

Italien riegelt Städte ab

Die italienische Regierung will die Ausbreitung des Coronavirus im Norden des Landes stoppen und die am stärksten betroffenen Städte abriegeln. Das teilte die italienische Regierung am Samstagabend mit.

«Das Betreten und Verlassen dieser Gebiete ist verboten», sagte Regierungschef Giuseppe Conte. Betroffen seien zunächst knapp ein Dutzend Orte südöstlich von Mailand mit etwa 50’000 Einwohnern sowie Vo’ im benachbarten Venetien mit rund 3’000 Bewohnern.

In Italien waren zuvor 76 Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 erfasst worden, zwei Menschen sollen daran gestorben sein. Damit ist Italien das europäische Land mit den weitaus meisten erfassten Sars-CoV-2-Infizierten. In Deutschland wurden bisher 16 Fälle gemeldet, in Frankreich zwölf, darunter ein Todesfall. Aus der Schweiz ist kein Fall bekannt.

Italiens Ministerpräsident Conte kündigte diese Notfallmassnahme nach Krisengesprächen mit der Zivilschutzbehörde des Landes an. «Das Ziel ist es, die Gesundheit der italienischen Bevölkerung zu schützen», sagt Conte.

WHO braucht geld

Mit Ebola im Kongo und der neuen, derzeit vor allem in China kursierenden Lungenkrankheit Covid-19 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erstmals mit zwei gesundheitlichen Notlagen von internationaler Tragweite gleichzeitig zu tun. Für beide braucht sie dringend Geld, aber die Finanzmittel fliessen nur spärlich, wie sie am Freitag in Genf mitteilte.

Im Fall des Coronavirus Sars-CoV-2, das Covid-19 verursacht, braucht die WHO demnach 675 Millionen Dollar.

Erneut über 100 Tote in China

Dem neuartigen Coronavirus sind in China nach offiziellen Angaben weitere 109 Menschen zum Opfer gefallen. Zudem sei die Zahl der neu bestätigten Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 um 397 auf nun 76 288 Fälle gestiegen, teilte die Gesundheitskommission in Peking am Samstag mit.

Die mit Abstand meisten Todesfälle und Infektionen wurden erneut aus der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei gemeldet, wo die Covid-19 genannte Lungenkrankheit ursprünglich in der Millionenstadt Wuhan ausgebrochen war. Ausserhalb des chinesischen Festlands sind bislang 15 Tote und mehr als 1300 Infektionen bestätigt worden.

Zwei Tote in Italien

In der Nacht auf Samstag wurde der erste Coronavirus-Tote in Italien gemeldet. Es handelt sich um einen 78-jährigen Patienten, der in Padua in der norditalienischen Region Veneto gestorben sei, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete.

Inzwischen verstarb ein zweiter mit dem Coronavirus infizierter Patient. Es handelt es sich um eine italienische Frau, die mit einem infizierten 38-jährigen Mann in der Lombardei in Kontakt gekommen sein könnte, teilten die italienischen Gesundheitsbehörden am Samstag mit.

In der Lombardei seien 27 Personen am Coronavirus erkrankt, in Venetien sind es neun, hiess es weiter. Zu den Infizierten zählten auch mehrere Ärzte und Krankenpfleger.

Der chinesische Staatsbürger, der vor drei Wochen mit seiner Ehefrau als erster Coronavirus-Fall in Italien bestätigt worden war, wurde aus der Intensivstation des auf Infektionskrankheiten spezialisierten römischen Spitals «Lazzaro Spallanzani» in Rom entlassen, berichteten die Ärzte am Samstag.

Italien hat mittlerweile zahlreiche Fälle des Coronavirus. (Bild: Keystone)

Der italienische Premier Giuseppe Conte versicherte auf Facebook, dass seine Regierung entschlossen auf den Notstand reagieren werde. Er schloss nicht aus, dass das Kabinett weitere Massnahmen zur Eingrenzung der Epidemie in Norditalien ergreifen könnte, nachdem am Freitag zehn Gemeinden in der Lombardei mit rund 50’000 Menschen isoliert worden waren.

Nach den beiden Todesfällen in Norditalien gilt in Österreich erhöhte Aufmerksamkeit und Vorsicht, aber es gibt gemäss dem österreichischen Gesundheitsministerium nach wie vor keinen Grund zur Panik. In Österreich seien bisher bei 181 Verdachtsfällen Tests durchgeführt worden und alle seien negativ gewesen, hiess es am Samstag.

«Wir sind über das ‘Early Warning and Response System’ der EU rund um die Uhr mit allen Ländern der EU vernetzt und können damit unmittelbar nach dem allfälligen Auftauchen des Verdachts einer Verbindung nach Österreich sofort Massnahmen ergreifen», hiess es in der Mitteilung des Gesundheitsministeriums.

BAG hält an bisheriger Strategie fest

Auch Daniel Koch, Leiter übertragbare Krankheiten beim Bundesamt für Gesundheit (BAG), verwies auf dieses Austauschplattform der EU. Bisher seien darüber keine Kontakte mit infizierten Fällen in der Schweiz bestätigt worden. An der bisherigen Strategie des Bundes ändere sich auch durch die aktuellen Todesfälle in Italien nichts.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) äusserte sich unterdessen besorgt über die Infektionsfälle, bei denen es keine klare epidemiologische Verbindung gibt.

Ansteckung auch ohne China-Reise

Viele Menschen hätten sich mit der Lungenkrankheit Covid-19 angesteckt, ohne dass sie nach China gereist seien oder Kontakt mit einer Person gehabt hätten, bei der das Coronavirus nachgewiesen worden sei, schrieb WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus auf Twitter.

Mehr als 80 Prozent der Patienten hätten eine leichte Form der Krankheit und würden genesen. In 20 Prozent handle es sich um eine schwere Form, die teilweise zum Tode führe.

Südkorea meldete 87 neue Infektionsfälle. Damit steige die Zahl auf insgesamt 433 Fälle, berichtete die Nachrichtenagentur Yonhap und berief sich auf die Gesundheitsbehörden. Einen der bestätigten Infektionsfälle meldete der Elektronikkonzern Samsung in seinem Werk in Gumi in Südkorea. Die Niederlassung, in der Mobiltelefone hergestellt werden, sei geschlossen worden.

Der Iran meldete am Samstag zehn neue Infektionsfälle. Einer der Patienten sei gestorben, teilte der Sprecher des Gesundheitsministeriums mit. Insgesamt sind im Iran damit 28 Fälle bekannt, fünf dieser mit dem Coronavirus infizierten Menschen starben.

Die Inkubationszeit könnte nach chinesischen Angaben länger sein als die bisher angenommenen zwei Wochen. Ein 70-jähriger Mann in der Provinz Hubei habe sich mit dem Coronavirus infiziert, aber 27 Tage lang keine Symptome gezeigt, teilte die Provinzregierung mit. Eine längere Dauer von der Ansteckung bis zu den ersten Anzeichen der Krankheit könnte die Bemühungen erschweren, die Epidemie einzudämmen.

Chinas Botschafter positiv gestimmt

Chinas Botschafter in der Schweiz, Geng Wenbing, ist trotz immer mehr Opfern durch das Coronavirus im Ausland optimistisch für den Schweizer Tourismus. Der Höhepunkt der Krise sei überschritten, in China und weltweit, sagte er.

«Wenn wir optimistisch sein wollen, dann ist die Situation im März unter Kontrolle», sagte der 62-jährige Diplomat in einem Interview mit den Tamedia-Zeitungen vom Samstag. Zudem sei das Virus temperaturempfindlich. «Wenn es wärmer wird, wird es schwächer.»

Wenn Prognosen von Wissenschaftlern zutreffen würden, könnten die Chinesinnen und Chinesen im Sommer wieder reisen, sagte Wenbing. Auch für die dritte traditionelle Reisesaison Anfang Oktober sehe es dann wieder gut aus. In den letzten Jahren seien rund 1,2 bis 1,5 Millionen chinesische Touristen in die Schweiz gekommen. «Ich glaube, es ist möglich, auch 2020 diese Zahl zu erreichen.»

Im Kampf gegen das teils tödlich verlaufende Virus verbietet die Regierung in Peking seit Januar den Chinesen Pauschalreisen und rät von Individualreisen ins Ausland ab. Die chinesischen Behörden erliessen zudem für mehrere Regionen Chinas teils drastische Reisebeschränkungen.

Geng Wengbing, Botschafter der Volksrepublik China in der Schweiz, ist zuversichtlich: der Höhepunkt der Coronavirus-Krise sei überschritten (Bild: Keystone)

Rapider Anstieg in Südkorea und im Iran

Weltweit sind inzwischen mehr als 76’500 Ansteckungen mit dem neuen Coronavirus gemeldet. Davon sind über 2200 Menschen verstorben. Über ein Dutzend Menschen starben ausserhalb des chinesischen Festlands. Die Dunkelziffer ist laut Experten möglicherweise hoch.

In China und fast 30 weiteren Ländern oder Regionen wurden Ansteckungen mit dem neuen Coronavirus bestätigt, auch in Europa. In der Schweiz wurde bislang kein Fall bekannt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rief eine gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite aus. Jüngst kam es zu einem rapiden Anstieg von Infektionsfällen unter anderem in Südkorea und im Iran.

Erster Todesfall in Italien

Unweit der Schweizer Grenze gibt es den ersten Coronavirus-Toten. Ein 78-jähriger Patient sei in Padua in der norditalienischen Region Veneto gestorben, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa.

Bei dem Opfer handele es sich um einen Italiener, der zuvor positiv auf das Virus getestet worden war, sagte Italiens Gesundheitsminister Roberto Speranza am Freitag. Der Mann sei wegen einer anderen Krankheit vor etwa zehn Tagen in einem Spital in der Region Venetien im Norden Italiens behandelt worden, erklärte der Minister weiter.

Grosse Sorge

In Veneto hatten die Behörden zuvor zwei Krankheitsfälle gemeldet, in der benachbarten Lombardei 15 Fälle. Der verstorbene Mann war einer von zwei älteren Patienten in Venetien.

In Italien besteht zurzeit grosse Sorge vor einer Ausbreitung des neuartigen Coronavirus. Die Behörden ordneten am Freitag in mindestens zehn norditalienischen Städten die sofortige Schliessung von Schulen, Behörden und sonstigen öffentlichen Gebäuden an. Auch Lebensmittelgeschäfte, Bars, Diskotheken sowie Sportzentren sollten in den betroffenen Orten mindestens für eine Woche geschlossen bleiben, teilte Gesundheitsminister Speranza nach einer Krisensitzung mit.

Steigende Fallzahlen

Besonders in der an Venetien grenzenden Lombardei steigen die Fallzahlen: Am Freitagabend verdoppelte sich die Zahl nachgewiesener Infektionen nahezu. Betroffen sind nach Behördenangaben auch fünf Angestellte des Spitals der Kleinstadt Codogno, die sich ansteckten, als das Virus noch nicht als Ursache einer Erkrankung entdeckt war. Der 38-jährige Italiener, der das Virus unwissentlich verbreitete, lag am Freitag in ernstem Zustand auf der Intensivstation der Klinik.

Bei dem 38-Jährigen war das Virus am Donnerstag nachgewiesen worden. In der Klinik war er seit Mittwoch – da es anfangs keine ersichtliche Verbindung zu China gab, wurde er zunächst nicht auf Sars-CoV-2 getestet. Dies geschah den Angaben zufolge erst, als sich sein Zustand verschlechterte und seine Frau erklärte, ihr Mann habe sich kürzlich mit einem aus China zurückgekehrten Freund getroffen.

WM im Fünfkampf verlegt

Die von 25. bis 31. Mai in China geplanten Weltmeisterschaften im Modernen Fünfkampf sind nach dem Ausbruch des Coronavirus von Xiamen nach Cancun verlegt worden. 2022 soll die WM dann in Xiamen in Szene gehen, 2021 stand bereits Minsk als Veranstalter fest.

Die WM in Mexiko ist die letzte Möglichkeit, noch ein Ticket für die Olympischen Sommerspiele in Tokio zu erreichen.

Mehrere Städte in Norditalien schliessen alles

Aus Sorge vor einer weiteren Ausbreitung des neuartigen Coronavirus haben mindestens zehn norditalienische Städte die sofortige Schliessung von Schulen, Behörden und sonstigen öffentlichen Gebäuden angeordnet.

Auch Lebensmittelgeschäfte, Bars, Diskotheken sowie Sportzentren sollten in den betroffenen Orten mindestens für eine Woche geschlossen bleiben, teilte Italiens Gesundheitsminister Roberto Speranza nach einer Krisensitzung mit.

Die Stadt Codogno scheint wie ausgestorben:

14 Menschen angesteckt

14 Menschen wurden nach Angaben der Behörden in der Lombardei in und um die Kleinstadt Codogno positiv auf das Virus getestet. Alle hatten offenbar zuvor die selbe Bar besucht und mit den selben Menschen Kontakt. In den betroffenen Orten in der Lombardei riefen die Behörden rund 50’000 Menschen auf, ihre Häuser möglichst nicht zu verlassen. Zwei weitere Fälle wurden in der Region Veneto von lokalen Behörden bestätigt.

Der Bürgermeister der lombardischen Stadt Codogno hatte bereits zuvor angeordnet, dass alle öffentlichen Gebäude des 15’000-Einwohner-Ortes für einen Zeitraum von bis zu fünf Tagen geschlossen bleiben sollen. Mehrere positive Coronavirus-Tests in der Gemeinde hätten «eine Alarmsituation geschaffen», sagte Francesco Passerini.

Die Lungenkrankheit Covid-19 trat laut örtlicher Behörden unter anderem bei einem 38-jährigen Mann in Codogno auf, der mittlerweile auf einer Intensivstation behandelt wird. Zudem steckten sich demnach seine schwangere Frau sowie ein Freund des Erkrankten an.

Die Internet-Nutzer nehmen es derweil mit Humor, wie beispielsweise dieser Tweet zeigt:

Schulung der Olympia-Freiwilligen verschoben

Die Schulung der freiwilligen Helferinnen und Helfer für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio ist wegen des Coronavirus ausgesetzt worden. Das Organisationskomitee teilte mit, die für Samstag angesetzte Ausbildungseinheit zu verschieben. Seit Oktober werden die Freiwilligen auf ihre Arbeit bei den Spielen im Sommer vorbereitet.

Die Organisatoren betonten in der Mitteilung erneut, dass es trotz der Gefahren durch die Verbreitung des Virus Sars-CoV-2 keine Überlegungen gebe, «die Spiele abzusagen». Die Verschiebung der Schulung habe keinen Einfluss auf die Vorbereitung.

Verbreitung in Chinesischen Gefängnissen

In chinesischen Gefängnissen in mindestens drei Provinzen des Landes haben sich bislang mehr als 450 Insassen und sieben Aufseher mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Betroffen seien Haftanstalten in der schwer von der Lungenkrankheit Covid-19 betroffenen Provinz Hubei in Zentralchina, aber auch in Ostprovinzen Zhejiang und Shandong, wie die Zeitung «Global Times» an Freitag berichtete.

Als Konsequenz seien Verantwortliche der Haftanstalten und Justiz in Zhejiang und Shandong ihrer Posten entbunden worden. Allein in der Provinz Hubei seien 220 Infektionen gemeldet worden – in einem «handschriftlichen Bericht» der Gefängnisverwaltung, weil es kein computerbasiertes Meldesystem gebe, wie die Zeitung berichtete.

Behandlungen im Spital

Im Rencheng-Gefängnis in Shandong gebe es weitere 207 Infektionen, darunter sieben Polizeibeamte. Der Parteichef des Justizverwaltung der Provinz sei entlassen worden, weil er den Ausbruch nicht verhindert habe, so die Zeitung. Auch in der Provinz Zhejiang seien in der Shilifang-Haftanstalt 34 Insassen infiziert, berichtete das Blatt auf Twitter. Sie seien zur Behandlung in Krankenhäuser gebracht worden.

In den engen und überfüllten chinesischen Gefängnis mit schlechter medizinischen Versorgung könne sich das Virus leicht ausbreiten, zitierte die «Global Times» einen Beamten, der namentlich nicht genannt werden wollte. «Es ist nicht einfach, mit mangelhaften medizinischen Einrichtungen in Haftanstalten verdächtige Patienten zu entdecken und die Übertragungswege rechtzeitig zu unterbinden.»

Weitere Personen in der Schweiz in Quarantäne

Die Schweizer Gesundheitsbehörden haben über rund ein Dutzend Personen in der Schweiz die Quarantäne verhängt. Das gab das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Freitag bekannt. Die Betroffenen waren mit dem Kreuzfahrtschiff MS Westerdam unterwegs gewesen.

Hunderte Passagiere des Schiffs waren negativ auf das Coronavirus getestet und von Kambodscha aus auf die Heimreise geschickt worden. Nachträglich sei der Test bei einer Person positiv ausgefallen, sagte Daniel Koch vom BAG. Die Weltgesundheitsorganisation WHO habe daraufhin alle betroffenen Länder informiert.

Die positiv getestete Person lebt nicht in der Schweiz. Die Schweizer Passagiere des Kreuzfahrtschiffs sind aber trotzdem betroffen. Diese seien in ihren Wohnkantonen in Quarantäne oder auf dem Weg in dorthin, sagte Koch. Bisher seien alle Tests negativ ausgefallen, die Betroffenen zeigten auch keine Symptome. Die Quarantäne dauert 14 Tage.

Eine Quarantäne erwartet auch jene fünf Schweizerinnen und Schweizer, die am Freitag an Bord einer französischen Maschine die Heimreise aus der chinesischen Coronavirus-Region Hubei angetreten haben. Der Flug führt nach Paris. Von dort aus kehren die Betroffenen in die Schweiz zurück.

Die fünf Schweizer Bürger und zwei chinesische Familienangehörige werden abgeholt und in die Schweiz zurückgebracht. Nach ihrer Rückkehr werden sie einer Quarantänezeit unterworfen, wie das Aussendepartement EDA mitteilte.

Erste Repatriierungen von Schweizer Staatsangehörigen hatten Anfang Februar stattgefunden, ebenfalls in Zusammenarbeit mit Frankreich. Damals waren die Betroffenen einer zweiwöchigen Quarantäne in Südfrankreich unterworfen worden.

Coronavirus-Infektionen steigt in Südkorea unvermindert an

Einen Monat nach dem erstmaligen Nachweis eines Falls der neuen Lungenkrankheit Covid-19 in Südkorea ist die Zahl der Infizierten im Land den zweiten Tag in Folge sprunghaft gestiegen.

Die Zentren für Krankheitskontrolle und Prävention meldeten im Verlauf des Freitags 100 neue Fälle. Nach 52 Fällen über Nacht seien bis zum Nachmittag (Ortszeit) 48 hinzugekommen. Damit stieg die Zahl der Menschen, die sich mit dem neuen Coronavirus angesteckt haben, in Südkorea auf 204. Es ist der bisher grösste bekannte Ausbruch ausserhalb Chinas.

Zweiter Italiener angesteckt

Ein 38-jähriger Italiener ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der Mann befindet sich auf der Intensivstation des Spitals von Codogno bei Mailand, teilten die lombardischen Gesundheitsbehörden in der Nacht auf Freitag mit. Der Patient sei nicht in China gewesen. Er sei jedoch mit von dort zurückgekehrten Italienern in Kontakt gewesen.

Der Mann ist der zweite Italiener, der am Coronavirus erkrankt ist. Ein 29-Jähriger aus der Region Emilia Romagna hatte sich in der chinesischen Stadt Wuhan angesteckt.

Schweizer kehren von Wuhan zurück

Fünf weitere Schweizer Staatsangehörige sind auf dem Rückflug aus der chinesischen Coronavirus-Region Hubei. Die Rückführung wird von Frankreich organisiert, das Flugzeug landet in Paris. Für die Quarantäne kehren die Betroffenen in die Schweiz zurück.

Das teilte das Aussendepartement EDA am Freitag auf seiner Website mit. In Frankreich ist keine Quarantäne vorgesehen. Die fünf Schweizer Staatsangehörigen und zwei chinesischen Verwandten haben schriftlich den von den französischen und schweizerischen Behörden formulierten Bedingungen für Repatriierung zugestimmt, wie das EDA schreibt.

Bei ihrer Ankunft in Paris werden die sieben Personen abgeholt und in die Schweiz zurückgebracht. Nach ihrer Rückkehr werden sie einer Quarantänezeit unterworfen. Wie lange diese dauert, teilte das EDA nicht mit. Das Bundesamt für Gesundheit wird am Nachmittag über die aktuelle Entwicklung zum Coronavirus informieren.

Erste Repatriierungen von Schweizer Staatsangehörigen hatten Anfang Februar stattgefunden, ebenfalls in Zusammenarbeit mit Frankreich. Damals waren die Betroffenen einer zweiwöchigen Quarantäne in Südfrankreich unterworfen worden.

China erwartet einen Aussenhandel Rückgang wegen Coronavirus

Die chinesische Regierung erwartet wegen der Coronavirus-Epidemie einen Einbruch des Aussenhandels in den ersten beiden Monaten des Jahres. «Wir erwarten, dass das Import- und Exportwachstum im Januar und Februar stark zurückgehen wird», sagte der Direktor der Aussenhandelsabteilung des Handelsministeriums, Li Xingqian, am Freitag vor den Medien.

Die Ausfuhren tragen etwa ein Fünftel zum Bruttoinlandsprodukt des Exportweltmeisters bei. Um die Epidemie einzudämmen, stehen zahlreiche Fabriken still. Andere haben Schwierigkeiten, ihre Produktion wieder hochzufahren, da es nach der Zwangspause an Arbeitskräften und Rohstoffen mangelt. Die Regierung will den Unternehmen deshalb unter die Arme greifen.

Olympia-Vorbereitungen werden trotz Coronavirus fortgesetzt

Japan setzt trotz der Sorge um das neuartige Coronavirus die Vorbereitungen für die Olympischen Spiele in rund fünf Monaten fort. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) habe Vertrauen in Japans Umgang mit dem Erreger Sars-CoV-2, sagte der japanische Regierungssprecher Yoshihide Suga am Freitag in Tokio.

Man werde sich eng mit dem IOC, dem Organisationskomitee und der Stadtregierung von Tokio als Ausrichter abstimmen. Die Vorbereitungen für die Spiele, die vom 24. Juli bis 9. August stattfinden sollen, würden fortgesetzt, damit sich die Athleten und Zuschauer während der Spiele «sicher fühlen können», sagte Suga.

Weitere 118 Tote wegen Coronavirus

An dem neuartigen Coronavirus sind in China nach offiziellen Angaben weitere 118 Patienten gestorben. Innerhalb eines Tages sei die Zahl der nachgewiesenen Infektionen um 889 gestiegen. China will Ende April den ersten Impfstoff testen.

Chinas Regierung rechnet Ende April mit der klinischen Erprobung eines ersten Impfstoffs gegen das neue Coronavirus. Das sagte der Vizeminister für Wissenschaft und Technologie, Xu Nanping.

In China gibt es 2236 Todesfälle und 75 465 bestätigte Infektionen. Dies teilte die Gesundheitskommission am Freitag in Peking mit. Experten rechnen allerdings mit einer sehr viel höheren Dunkelziffer.

EZB-Vize besorgt wegen möglicher Auswirkungen des Coronavirus

Die möglichen wirtschaftlichen Folgen der Virusepidemie treiben die Europäische Zentralbank (EZB) um. «Der Ausbruch des Coronavirus und seine möglichen Auswirkungen auf das weltweite Wachstum sorgt für neue Unsicherheit», sagte EZB-Viepräsident Luis de Guindos am Donnerstag in Frankfurt laut Redetext.

Zwar wiesen einige Umfragen darauf hin, dass sich die konjunkturelle Lage in der Euro-Zone leicht verbessere. Nach wie vor würden aber die Gefahren für das Wirtschaftswachstum überwiegen. Vor diesem Hintergrund benötige die Konjunktur weiterhin eine «starke Unterstützung» durch die Geldpolitik, sagte der Stellvertreter von Notenbank-Präsidentin Christine Lagarde .

Baselworld findet trotz dem Coronavirus statt

Die Messeveranstalterin MCH Group will die Uhren- und Schmuckmesse Baselworld wie geplant durchführen. Man halte am Zeitplan fest und die Teams würden weiter an den Vorbereitungen für den geplanten Eröffnungstermin arbeiten, hiess es in einer Mitteilung am Donnerstag. Die Messe soll vom 30. April bis zum 5. Mai in Basel stattfinden.

Bewohner von Daegu sollen wegen Virus zuhause bleiben

Aus Sorge vor einer unkontrollierten Ausbreitung des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 sollen die Bewohner der südkoreanischen Millionenstadt Daegu vorläufig zuhause zu bleiben. Es handle sich um eine Empfehlung von Bürgermeister Kwon Young Jin, sagte ein Sprecher am Donnerstag.

Die Bewohner sollten möglichst nicht nach draussen gehen. In Daegu leben rund 2,5 Millionen Menschen. Südkoreas Gesundheitsbehörden hatten zuvor 31 neue Infektionsfälle im Land gemeldet, davon allein 30 in Daegu und der Provinz Nord-Gyeongsang im Südosten.

Der 10-Jährige aus Neuenburg wird aus der Quarantäne entlassen

Der 10-jährige Knabe aus dem Kanton Neuenburg, der in den Skiferien in Hochsavoyen mit einem am Coronavirus infizierten Kind in Kontakt gekommen war, ist aus der Quarantäne entlassen worden. Während 14 Tagen war der Knabe daheim geblieben.

Die Quarantäne sei am Mittwochabend aufgehoben worden, wie die Staatskanzlei des Kantons Neuenburg am Donnerstag bekannt gab. Der Knabe musste daheim bleiben, um eine mögliche Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern.

Das Kind sei nicht krank, hatte der Kantonsarzt Claude-François Robert bereits am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA gesagt. Es habe keinerlei Symptome entwickelt.

Während der Quarantäne wurde der Zustand des Buben täglich von einer Krankenschwester überprüft. Zudem musste der Knabe eine Maske tragen, wenn seine Eltern ihm die Mahlzeiten auf sein Zimmer brachten. Nach Aufhebung der Quarantäne gehe er wieder zur Schule.

Der Bub hatte am 5. Februar während der Skiferien in Hochsavoyen in einem Bus fast 30 Minuten lang im Umkreis von zwei Metern eines anderen Kindes gesessen, das positiv auf das Coronavirus getestet worden war.

Weniger Ansteckungsfälle in China in diesem Monat

Die Zahl der in China täglich offiziell neu registrierten Ansteckungsfälle durch das neuartige Coronavirus ist auf den niedrigsten Stand seit fast einem Monat gesunken.

Wie die chinesische Regierung am Donnerstag mitteilte, wurden in China seit dem Vortag insgesamt 673 neue Ansteckungsfälle verzeichnet. 628 davon traten in der Provinz Hubei auf, von wo die Epidemie ihren Ausgang genommen hatte.

Die offizielle Gesamtzahl der Ansteckungsfälle in China stieg damit auf knapp 75’000. Hubei ist weiterhin die mit Abstand am stärksten von der Epidemie betroffene Region. Die Behörden haben die Provinz weitgehend von der Aussenwelt abgeschottet.

Der deutliche Rückgang der Fallzahlen in der chinesischen Provinz Hubei geht nach Angaben der Nationalen Gesundheitskommission allerdings auf eine neue Zählmethodik zurück.

Es seien jetzt alle Fälle aussortiert worden, bei denen zwar die Symptome der Viruserkrankung vorlägen, die Tests jedoch ein negatives Ergebnis ergeben hätten.

Trotz der rückläufigen Zahlen warnte ein führender chinesischer Wissenschafter davor, dass das Coronavirus zu einer etablierten Krankheit wie die Influenza-Grippe werden könnte. «Das neue Coronavirus könnte zu einer Langzeitkrankheit werde, die genau wie die Grippe mit dem Menschen koexistiert», sagte Wang Chen, Präsident der China Academy of Medical Science, am Mittwoch im chinesischen Staatsfernsehen.

Zwei Coronavirus-Patienten im Iran gestorben

Zwei Patienten im Iran sind an den Folgen ihrer Coronavirus-Infektion gestorben. Das gab der Leiter der Medizinischen Fakultät der Stadt Ghom im Zentraliran am Mittwoch laut Nachrichtenagentur Mehr bekannt.

Bei den beiden waren nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Mittwoch zum ersten Mal das neue Coronavirus nachgewiesen worden. Beide waren umgehend in Quarantäne geschickt worden.

Bis jetzt hatte der Iran Berichte und Gerüchte über Covid-19-Fälle vehement zurückgewiesen. In den meisten Fällen verläuft eine Coronavirus-Infektion nicht so schwer.

Passagiere verlassen Kreuzfahrtschiff in Japan

Nach zwei Wochen Quarantäne dürfen in Japan seit Mittwoch tausende Passagiere des Kreuzfahrtschiffes “Diamond Princess” an Land gehen und heimkehren. Die Ausschiffung der noch rund 3000 Menschen an Bord – darunter zwei Schweizer – sollte mindestens drei Tage dauern.

Als erste Gruppe konnten rund 500 meist ältere Passagiere das Schiff verlassen. Sie würden in die Innenstadt von Yokohama oder zu Bahnhöfen gebracht, meldete die Nachrichtenagentur Kyodo. Anlass der Quarantäne war der Nachweis des Coronavirus Sars-CoV-2 bei einem 80-Jährigen aus Hongkong, der am 20. Januar in Yokohama zugestiegen und fünf Tage später in Hongkong von Bord gegangen war.

Bei den anfangs 3700 Passagieren und Crewmitgliedern auf der “Diamond Princess” wurden bis Mittwoch 621 Infektionen mit dem neuen Coronavirus Sars-CoV-2 nachgewiesen. Alle Infizierten wurden in örtliche Krankenhäuser gebracht. Inzwischen sind alle Menschen an Bord getestet.

Russland verhängt Einreisesperre gegen ChinesenRussland hat aus Sorge vor einer Einschleppung des Coronavirus Sars-CoV-2 eine zeitweise Einreisesperre für Chinesen verhängt. Betroffen seien von diesem Donnerstag an alle geplanten Einreisen zum Arbeiten oder für touristische und Studienzwecke, heisst es in einer Verfügung von Regierungschef Michail Mischustin.

Russland hat aus Sorge vor einer Einschleppung des Coronavirus Sars-CoV-2 eine zeitweise Einreisesperre für Chinesen verhängt. Betroffen seien von diesem Donnerstag an alle geplanten Einreisen zum Arbeiten oder für touristische und Studienzwecke, heisst es in einer Verfügung von Regierungschef Michail Mischustin.

Erste Passagiere verlassen Diamond Princess

Nach zweiwöchiger Quarantäne wegen des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 sind am Mittwoch die ersten Passagiere von Bord des Kreuzfahrtschiffes Diamond Princess in Japan gegangen. Die Ausschiffung der rund 3000 Menschen auf dem Schiff werde mindestens drei Tage dauern, teilte die Regierung in Tokio mit.

Als erste Gruppe sollen rund 500 vor allem ältere Passagiere, die negativ auf den Erreger getestet und abschliessend von Ärzten an Bord befragt wurden, das Schiff verlassen. Sie würden in die Innenstadt von Yokohama oder zu anderen Bahnhöfen im Raum der Tokioter Nachbar-Metropole gebracht, meldete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo.

3000 Ärzte und Helfer infiziert

In China sind inzwischen nach offiziellen Angaben mehr als 2000 Menschen am neuartigen Coronavirus gestorben. Die Gesundheitskommission in Peking teilte am Mittwoch mit, die Zahl der Todesopfer sei im Vergleich zum Vortag um 136 auf nun 2004 gestiegen.

Die nachgewiesenen Infektionen kletterten demnach um 1749 auf 74’185 Fälle. Allein in der besonders stark betroffenen chinesischen Provinz Hubei kamen laut den neuen Angaben aus Peking 132 Tote und 1693 neue Infektionen mit der Covid-19 genannten Lungenkrankheit hinzu, die von dem Virus ausgelöst wird.

Ausserhalb des chinesischen Festlands wurden bislang fünf Todesfälle und fast 1000 Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 nachgewiesen. In Hongkong soll nun örtlichen Medienberichten zufolge ein sechster, offiziell noch unbestätigter Todesfall dazugekommen sein.

Weiter gestiegen ist auch die Zahl der Mediziner, die sich seit dem Ausbruch der Krankheit mit dem Erreger infiziert haben. Wie chinesische Staatsmedien berichteten, haben sich laut einer Studie der chinesischen Gesundheitsbehörde bislang mindestens 3000 Ärzte und Spitalmitarbeiter infiziert. Zuvor waren lediglich 1700 Erkrankungen bekannt gewesen.

Bis Ende vergangener Woche waren mindestens sechs Helfer gestorben, wie das Staatsfernsehen CCTV berichtet hatte. Die meisten Betroffenen waren demnach in der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei im Einsatz, in deren Hauptstadt Wuhan das Virus ausgebrochen war. (sda)

Genfer Autosalon trotzt dem Virus

Der Genfer Autosalon soll trotz des Coronavirus zwischen dem 5. und 15. März stattfinden. Das sagte Präsident Maurice Turrettini am Dienstag vor den Medien.

Damit soll die Autoaustellung, anders als andere Branchentreffen, über die Bühne gehen. So war am Montag die Genfer Erfindermesse vom Frühling in den Herbst verschoben worden. Und auch die internationale Mobilfunkmesse in Barcelona wurde kürzlich abgesagt.

Es wird die 90. Ausgabe der Automesse. Offziell eröffnet wird sie den Angaben zufolge von Bundesrat Guy Parmelin. Die Veranstalter erwarten danach bis zu 600’000 Besucherinnen und Besucher. Auf Twitter informieren die Veranstalter laufend über das Programm, beispielsweise über die Events am «VIP-Day»:

Weniger Premieren

150 Aussteller werden ihre Produkte präsentierten, wie es weiter hiess. Bislang wurden 90 Premieren angekündigt, was deutlich weniger wären als im Vorjahr (150).

Erstmals zu sehen sein werden laut den Veranstaltern die chinesischen Hersteller Changan Automobile und die in Hongkong ansässige Apex (Buggys).

Andere Anbieter kommen hingegen nicht mehr nach Genf. So fehlen dieses Jahr zum Beispiel Ford, Opel, Citroën und Peugeot. Der Salon kämpft bekanntlich mit rückläufigen Besucherzahlen. Im letzten Jahr ging sie um neun Prozent zurück. Rückläufig ist auch die Fläche: Mit 59’000 Quadratmetern ist sie gemäss Präsident Turrettini gegenüber dem Vorjahr um rund ein Fünftel geschrumpft.

«Diamond Princess»: Bereits 542 Infektionen nachgewiesen

Auf dem in Japan unter Quarantäne stehenden Kreuzfahrtschiff «Diamond Princess» ist die Zahl der nachgewiesenen Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus erneut deutlich gestiegen.

Bei 88 weiteren Menschen auf dem Schiff sei das Virus nachgewiesen worden, teilte der japanische Gesundheitsminister Katsunobu Kato am Dienstag mit. 65 von ihnen zeigten demnach keine Symptome der Atemwegserkrankung Covid-19.

Mittlerweile wurden damit bereits 542 Infektionen auf dem Schiff nachgewiesen. Das sind mit Abstand die meisten Fälle an einem Ort ausserhalb Chinas.

Mittlerweile wurden damit bereits 542 Infektionen auf dem Schiff nachgewiesen. Das sind mit Abstand die meisten Fälle an einem Ort ausserhalb Chinas. (Keystone)

Ursprünglich waren rund 3700 Menschen aus 56 Ländern an Bord der «Diamond Princess», darunter auch zwei Schweizer. Mittlerweile sind noch rund 3000 Menschen an Bord des Schiffes, das vor Yokohama vor Anker liegt.

Alle Menschen an Bord seien auf das neuartige Coronavirus getestet worden, hiess es vom japanischen Gesundheitsministerium. Da aber noch nicht alle Testergebnisse da seien, könne die Zahl der Infizierten weiter steigen.

Wegen des neuartigen Coronavirus war die «Diamond Princess» am 5. Februar unter Quarantäne gestellt worden, die Passagiere wurden aufgefordert, in ihren Kabinen zu bleiben. Am Mittwoch endet der zweiwöchige Quarantänezeitraum. Menschen, bei denen das Virus nicht nachgewiesen wurde und die keinen engen Kontakt zu Infizierten hatten, sollen dann von Bord gehen dürfen. Laut Gesundheitsministerium dürfte dies aber von Mittwoch bis Freitag dauern.

Für die übrigen verlängert sich die Quarantäne. Nachweislich Infizierte werden in Krankenhäusern isoliert.

Neuenburger Schüler wird bald aus Quarantäne entlassen

Der zehnjährige Bub im Kanton Neuenburg wird voraussichtlich bald aus seiner Coronavirus-Quarantäne entlassen. Die Massnahme soll nach Angaben des Kantonsarzt am Mittwoch um Mitternacht aufgehoben werden.

Der Schüler war in Frankreich mit einer an Coronavirus erkrankten Person in Kontakt gekommen. “Soweit wir wissen, verläuft die Quarantäne gut”, sagte der Kantonsarzt Claude-François Robert am Dienstag der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Das Kind, das nicht krank sei, habe keinerlei Symptome entwickelt. Genaue Informationen zum Ende der Quarantäne sollen am Donnerstagmorgen folgen.

Während der Quarantäne musste das Kind zu Hause bleiben, und sein Zustand wurde täglich von einer Krankenschwester überprüft. Zudem musste der Knabe eine Maske tragen, wenn seine Eltern ihm die Mahlzeiten auf sein Zimmer brachten.

Während Skiferien in Hochsavoyen sass der Bub in einem Bus fast 30 Minuten lang im Umkreis von zwei Metern eines anderen Kindes, das positiv auf das Coronavirus getestet wurde.

1900 neue Infektionen in China

Die Zahl der neuen Virusfälle in China ist erneut um 1886 gestiegen. Innerhalb eines Tages waren weitere 98 Tote zu beklagen, wie die Gesundheitskommission am Dienstag in Peking berichtete.

Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen kletterte damit auf insgesamt 72’436 Fälle. An der Covid-19 genannten neuartigen Lungenkrankheit sind in Festland-China damit schon insgesamt 1868 Patienten gestorben.

Die meisten Fälle werden in Zentralchina in der schwer betroffenen Provinz Hubei gezählt. Allein aus der Provinzhauptstadt Wuhan wurden am Dienstag 1600 der neu erfassten Ansteckungen und 72 der neuen Todesfälle berichtet. (sda)

Coronavirus kippt Apples Umsatzprognose

Apple kassiert wegen der wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Epidemie die Umsatzprognose für das laufende Quartal. Bei iPhones gebe es Lieferengpässe, weil die Produktion in China langsamer hochgefahren werde als geplant, teilte der Konzern am Montag mit.

Ausserdem sei der Absatz von Apple-Geräten in China selbst zuletzt gedämpft gewesen, da viele Geschäfte – und auch die hauseigenen Stores der Firma – zeitweise geschlossen blieben. Aus diesen Gründen werde Apple die erst Ende Januar gemachte Umsatzprognose für dieses Vierteljahr verfehlen, hiess es.

Die Werke der Apple-Fertiger wie Foxconn und Pegatron sowie der wichtigsten Zulieferer befinden sich zwar ausserhalb der besonders vom Ausbruch der Lungenkrankheit Covid-19 betroffenen Provinz Hubei. Doch in China wurden auch anderswo die traditionellen Werksferien zum chinesischen Neujahrsfest verlängert, um eine Ausbreitung zu vermeiden.

Alle Produktionswerke liefen zwar wieder. Aber: «Die iPhone-Lieferengpässe werden vorübergehend den Umsatz weltweit beeinträchtigen.» Die Situation sei im Fluss – und mehr Informationen zu den Auswirkungen auf das Apple-Geschäft solle es erst mit den Zahlen zum laufenden Quartal im April geben. (sda)

Flächendeckende Massnahmen wenig sinnvoll

Mit Blick auf die wachsenden Sorgen vor einer weltweiten Ausbreitung des neuartigen Coronavirus hat die Weltgesundheitsorganisation WHO vor «flächendeckenden Massnahmen» gewarnt. Ausserhalb Chinas sei nur ein «Bruchteil» der Bevölkerung von der Epidemie betroffen.

Das sagten WHO-Experten am Montag in Genf. Auch die Sterblichkeitsrate sei – etwa im Vergleich zu anderen ebenfalls durch Coronaviren ausgelösten Atemwegserkrankungen wie Sars oder Mers – mit zwei Prozent relativ gering.

Massnahmen zur Bekämpfung des neuartigen Coronavirus müssten «verhältnismässig» sein, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus vor Journalisten. «Flächendeckende Massnahmen» könnten sich als wenig nützlich erweisen, fügte er hinzu. Auf Twitter mahnt die Organisation, aber zur Hygiene: Händewaschen kann verhindern, dass man krank wird, wie die WHO erinnert.

Kurzfristiges Risiko für Konjunktur

Eurogruppen-Chef Mario Centeno sieht die Coronavirus-Epidemie nur als kurzfristiges Risiko für die Konjunktur in Europa. «Das muss uns Sorge machen, aber wir müssen auf die längerfristigen Wachstumsaussichten für die Euro-(Zone) schauen, und die sehen im Moment gut aus», sagte Centeno am Montag vor einer Debatte der Euro-Finanzminister über die wirtschaftliche Lage.

Die Minister berieten bei ihrem Treffen auch, wie der Faktor Arbeit von Steuern und Abgaben entlastet und dafür Umweltlasten teurer gemacht werden können. Das soll vor allem Menschen mit kleinen Einkommen zugute kommen.

Zur Debatte stand bei dem Ministertreffen auch die mögliche Reform des Stabilitäts- und Wachstumspakts, die die EU-Kommission jüngst angeregt hatte.

Hochschulen rüsten sich gegen Coronavirus

Angesichts der Ausbreitung des Coronavirus bergen grosse Menschenansammlungen ein Risiko. Die Schweizer Hochschulen beugen zum Semesterstart vor: Studierende und Mitarbeitende, die kürzlich in China waren, sollen von Zuhause aus arbeiten.

Nachdem das Bundesamt für Gesundheit (BAG) verschärfte Empfehlungen zur Prävention vor dem Coronavirus ausgegeben hat, formulieren auch einige Schweizer Hochschulen ihre Weisung an Studierende und Mitarbeitende strenger. Darunter auch die Uni Basel: Hier sollen alle Mitarbeitenden und Studierenden, die in China waren, während zwei Wochen zuhause bleiben. Ausserdem werden vermehrt Desinfektionsmittel bereitgestellt.

Auch intelekutell beschäftigt der Coronavirus, wie ein Tweet der Uni Basel zeigt. Forsche beschäftigen sich mit der Sterblichkeitsrate des neuen Virus.

Bei der ETH Zürich und der ETH Lausanne gelten wegen des Coronavirus ähnliche Zwei-Wochen-Weisungen. In Lausanne wurde es zudem den Mitarbeitenden und Studierenden untersagt, nach China zu reisen.

Erfindermesse in Genf verschoben
Die Erfindermesse – hier abgebildet mit Gast und Bundesrat Ignozio Cassis – findet erst wieder im kommenden September statt. (Archivild: Keystone)

Wegen des Coronasvirus wird die internationale Erfindermesse von Ende März auf September verschoben. Fast die Hälfte der Aussteller stammt aus Asien, ein Drittel davon aus China und ein Drittel aus Hongkong.

Wegen der Epidemie werde die Beschaffung von Visa und die Planung von Flugreisen nach Genf für Erfinder aus aller Welt immer schwieriger, begründete die Messeleitung am Montag ihren Entscheid. Sie legte die Zeit vom 16. bis 20. September als neues Datum für den Anlass fest.

Die 48. Internationale Ausstellung für Erfindungen hätte vom 25. bis 29. März im Palexpo stattfinden sollen. Im vergangenen Jahr hatten die Stände von 825 Tüftler und Forscher aus über 40 Ländern knapp 31’000 Besucher angelockt.

Geflohene Patientin muss in Quarantäne

Eine Frau, die im nordrussischen St. Petersburg aus der Coronavirus-Quarantäne ausgebrochen war, ist per Gerichtsentscheid zurück ins Spital zwangseingewiesen worden. Sie wurde am Montag gegen ihren Willen mit einem Krankenwagen direkt vom Gerichtsgebäude zur Isolierstation gebracht.

Dies berichteten lokale Medien. Die Massnahme galt lediglich bis Mittwoch.

Alla Ilyina muss per Gerichtsentscheid wieder zurück in eine Coronavirus-Quarantäne. (Bild: Keystone)

Beispiellose Entscheidung

Die 32-Jährige hatte vor anderthalb Wochen in der Klinik das elektronische Schloss einer Tür geknackt und war aus dem Gebäude geflohen. Die Chefärztin hatte daraufhin das Gericht eingeschaltet. Russische Medien sprachen von einer beispiellosen Entscheidung, weil niemand gegen seinen Willen in Quarantäne gestellt werden dürfe. In dem Gerichtssaal trug niemand eine Schutzmaske.

Die Frau hatte nach einer China-Reise über Halsschmerzen geklagt. Obwohl bei ihr nach eigenen Angaben kein Sars-CoV-2 festgestellt wurde, sollte sie vorsorglich zwei Wochen zur Beobachtung im Spital bleiben, um mögliche Ansteckungen zu vermeiden.

Die russischen Behörden sind wegen der Ausbreitung der neuen Lungenkrankheit Covid-19 im Nachbarland China nervös. In Russland sind bislang zwei Fälle nachgewiesen worden. Die russische Verbraucherschutzbehörde teilte am Montag mit, dass im äussersten Osten des Landes mehr als 500 Chinesen unter ärztlicher Beobachtung stünden.

VW verschiebt Produktionsaufnahme in China wegen Coronavirus weiter

Volkswagen bekommt die Folgen des neuartigen Coronavirus in China weiter zu spüren. Es gebe Probleme in den Lieferketten und der Logistik sowie nur begrenzte Reisemöglichkeiten für Mitarbeiter der Produktion, teilte Volkswagen am Montag in Peking mit.

Daher soll die Produktion in den Werken des Gemeinschaftsunternehmens mit der Shanghai Automotive (SAIC) erst am 24. Februar wieder aufgenommen werden. Bisher war dies für den 17. Februar geplant.

Die anderen Werke, die mit First Automotive Works (FAW) betrieben werden, hätten zum Teil die Produktion wieder aufgenommen oder dürften “in den kommenden Tagen” alle wieder laufen. Die Produktionsfähigkeit in jedem Werk werde einzeln überprüft, was zu unterschiedlichen Startzeiten führe, heisst es in der Mitteilung. Ohne den Ausbruch der Lungenkrankheit hätte die Produktion nach den Ferien über das chinesische Neujahrsfest am 3. Februar wieder begonnen. China ist der wichtigste Markt des Autobauers.

Um den Gegebenheiten Rechnung zu tragen, will das Unternehmen etwa beim Marketing den Fokus stärker auf Online-Kanäle legen. (sda)

Anzahl Tote steigt auf 1770

Mit 105 neuen Todesfällen innerhalb eines Tages sind jetzt 1’770 Todesfälle zu beklagen, wie die nationale Gesundheitskommission NHC am Montag in Peking mitteilte.

Die bestätigten Ansteckungen nahmen um 2’048 zu und erreichten landesweit 70’548.

Besonders schwer ist in Zentralchina die 60 Millionen Einwohner zählende Provinz Hubei mit der Metropole Wuhan betroffen. Dort sind allein 58’182 Infektionen und 1’696 Todesfälle durch das Sars-CoV-2 genannte Virus bestätigt. Das sind 1’933 Infektionsfälle und 100 Tote mehr als am Vortag, wie die örtliche Gesundheitsbehörde am Montag mitteilte.

Aufkeimende Hoffnung

Mit einem Fahrverbot für privaten Autoverkehr waren in der ohnehin weitgehend von der Aussenwelt abgeschotteten Krisenregion am Vortag neue radikale Beschränkungen der Bewegungsfreiheit erlassen worden. In Städten der Provinz dürfen nur noch Dienst- und Notfallfahrzeuge sowie Transporte mit Waren des täglichen Bedarfs auf die Strassen.

Die Behörden in Hubei hatten zuletzt einen Rückgang bei den Neuinfektionen verzeichnet. Die neuesten Zahlen lagen nun wieder leicht höher als jene vom Vortag, aber deutlich unter den Zahlen von Freitag und Samstag. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte am Sonntag vor vorschnellem Optimismus gewarnt. Es sei «unmöglich», den weiteren Verlauf der Epidemie vorherzusagen, betonte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus.

Ein Team internationaler Experten unter Leitung der Weltgesundheitsorganisation WHO ist inzwischen in Peking zu Gesprächen mit chinesischen Behördenvertretern eingetroffen. Die WHO hatte China aufgefordert, ihr mehr Informationen über die Diagnose-Möglichkeiten von Coronavirus-Fällen zur Verfügung zu stellen.

USA helfen Landsleuten

«Wir freuen uns auf diese äusserst wichtige Zusammenarbeit, die zum weltweiten Wissen über den Ausbruch von Covid-19 beiträgt», erklärte WHO-Chef Tedros im Onlinedienst Twitter.

Unterdessen flogen die USA hunderte ihrer Landsleute von Bord des in Japan unter Quarantäne gestellten Kreuzfahrtschiffes aus. Zwei von der US-Regierung gecharterte Flugzeuge hoben am Montagmorgen wie geplant vom Tokioter Flughafen Haneda ab. Die «Diamond Princess» steht seit zwei Wochen im Hafen der Nachbarstadt Yokohama wegen des neuartigen Virus’ Sars-CoV-2 unter Quarantäne. Bislang sind 355 Fälle des Erregers unter Menschen von Bord des Schiffes bestätigt.

Von den rund 400 US-Bürgern an Bord waren 44 positiv getestet worden. Sie wurden in örtliche Spitäler gebracht. Auch Kanada, Hongkong und Israel bereiten sich nach japanischen Medienberichten vor, ihre Landsleute von Bord des Schiffes in Japan zurückzuholen.

Autoabsatz bricht ein

Ausserhalb Festland-Chinas sind unterdessen fünf Patienten gestorben. Mehr als 700 Virusfälle wurden in mehr als zwei Dutzend Ländern entdeckt worden – die meisten in Japan wegen des Kreuzfahrtschiffes.

Mit der Zeit werden ausserdem immer mehr wirtschaftliche Auswirkungen der Epidemie des Coronavirus sichtbar. So könnte sie nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) das Wachstum der Weltwirtschaft zwischenzeitlich hemmen. Das Wirtschaftswachstum könne geringer ausfallen, der Rückgang liege aber nur im Bereich von 0,1 bis 0,2 Prozentpunkten, sagte IWF-Chefin Kristalina Georgieva am Sonntag beim Weltfrauenforum in Dubai. Falls die Epidemie schnell unter Kontrolle gebracht werde, könne es nach einem schnellen Rückgang aber «einen sehr schnellen Wiederaufschwung» geben, betonte sie.

Sinkende Zinsen

Zudem dürfte der Fahrzeugabsatz in China dem Autoverband CAAM zufolge angesichts der Virus-Ausbreitung im ersten Halbjahr um mehr als zehn Prozent sinken. Dies sei die Prognose unter der Massgabe, dass die Ausbreitung vor April effektiv eingedämmt sei, sagte CAAM-Vize-Chef Fu Bingfeng am Montag.

Für das Gesamtjahr werde ein Rückgang der Verkäufe auf dem weltgrössten Automarkt um rund fünf Prozent erwartet. Bisher hatte der Verband auf Jahressicht ein Minus von zwei Prozent vorhergesagt.

Die chinesische Zentralbank senkte am Montag den Zinssatz für mittelfristige Darlehen an Finanzinstitutionen (MLP). Ziel sei es, die Auswirkungen, welche der Ausbruch des neuen Corona-Virus auf die Wirtschaft habe, zu mildern, hiess es in einer Mitteilung.

Die Zentralbank lockerte den MLP von 3,25 auf 3,15 Prozent. Es wird erwartet, dass dem Schritt am Donnerstag eine Senkung des Referenz-Zinssatzes (LPR) folgt. Die Kurse am chinesischen Aktienmarkt legten in der Folge umgehend zu. (sda)

Schweizer kehren in Heimat zurück

Fünf Schweizer sind mit drei chinesischen Angehörigen aus ihrer Coronavirus-Quarantäne in Südfrankreich entlassen worden. Sechs von den insgesamt acht Personen kehrten am Sonntag bei guter Gesundheit in die Schweiz zurück. Die Quarantäne war Samstag um Mitternacht zu Ende gegangen.

Das Aussendepartement EDA organisierte die Reise per Bus von Aix-en-Provence zurück, wie es in einer Mitteilung vom Sonntag heisst. Während ihrer Quarantäne seien die acht Personen aus der chinesischen Provinz Hubei vom Schweizer Generalkonsulat in Marseille betreut worden. Nicht alle hätten das Rückfahrangebot in die Schweiz annehmen wollen.

Rund 250 Personen wurden laut dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) bisher in der Schweiz auf das neue Coronavirus Sars-CoV-2 getestet. Noch ist kein Fall bestätigt worden. (sda)

1'665 Tote in China

Die Zahl der Todesopfer durch das neuartige Coronavirus in China ist auf mehr als 1’600 gestiegen. 142 Menschen starben landesweit an den Folgen der Erkrankung, wie die nationale Gesundheitskommission NHC am Sonntag mitteilte.

Damit stieg die Zahl der Todesopfer in China seit dem Auftauchen des Virus’ im Dezember auf mindestens 1’665.

Die Gesundheitskommission meldete zudem 2’009 neue Fälle einer Infektion mit dem Virus. Chinaweit infizierten sich damit bisher rund 68’500 Menschen. Die Zahl der gemeldeten Todesfälle und Neuinfektionen ging jedoch nach Behördenangaben den dritten Tag in Folge zurück. (sda)

WHO-Chef beklagt «gefährliche Kurzsichtigkeit» bei Coronavirus

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Kritik am Umgang der internationalen Staatengemeinschaft mit dem neuen Coronavirus geäussert. Die Welt sei immer noch schlecht vorbereitet auf solche Epidemien, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Samstag bei der Münchner Sicherheitskonferenz.

Es würden «Milliarden» zur Terrorbekämpfung ausgegeben, aber es werde zu wenig investiert, um auf die Gefahr durch einen Virus-Ausbruch vorbereitet zu sein. «Das ist gefährlich kurzsichtig», sagte Tedros.

Er kritisierte, dass die Finanzierung von Gegenmassnahmen durch die internationale Gemeinschaft nur «schleppend» anlaufe. Er rief dazu auf, die Vorbereitungen auf die Epidemie international zu verstärken. «China hat der Welt Zeit gekauft. Wir wissen nicht, wie viel Zeit», sagte Tedros. Er lobte Chinas entschlossenen Kampf gegen die Epidemie.

Der Generaldirektor der WHO äusserte sich zugleich besorgt über die steigenden Fallzahlen in China und die Zunahme von Infektionen unter Mitarbeitern des Gesundheitswesens. In Festlandchina erkrankten nach Behördenangaben inzwischen mehr als 66’000 Menschen an dem neuartigen Erreger. Mehr als 1500 Menschen starben daran.

Alle Länder müssten nun Vorbereitungen treffen, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern und Mitarbeiter im Gesundheitssystem zu schützen, forderte der WHO-Chef. Er verurteilte die Verbreitung von Gerüchten und Falschinformationen über das neuartige Coronavirus. Jetzt sei es an der Zeit, «uns zusammenzuschliessen und auf Grundlage von Fakten» neue Massnahmen zu treffen. (sda)

Neue Fälle auf Kreuzfahrtschiff

Die meisten Infizierten ausserhalb des chinesischen Festlandes befinden sich aber nach wie vor auf dem vor Yokohama ankernden Kreuzfahrtschiff «Diamond Princess». Dort wurden am Samstag 67 neue Fälle gemeldet, damit haben sich nun schon 285 der rund 3700 Menschen an Bord mit dem Virus angesteckt.

Die USA kündigten an, am Sonntag ein Flugzeug nach Japan zu schicken, um ihre Staatsbürger von dem seit Anfang Februar unter Quarantäne stehenden Riesenschiff zu holen. Nach ihrer Rückkehr in die USA müssten die Betroffenen erneut zwei Wochen in Quarantäne. Nach Angaben des japanischen Rundfunksenders NHK befinden sich rund 400 US-Bürger auf der «Diamond Princess». Diese sollen am Montag von Tokio ausgeflogen werden.

Unter den Passagieren ist auch ein Schweizer Paar. Das Aussendepartement EDA hatte am Freitag mitgeteilt, die beiden Schweizer Staatsangehörigen seien bei guter Gesundheit und erhielten von der Schweiz konsularische Unterstützung.

China setzte unterdessen seine drastische Politik der Abschottung fort. In Peking müssen sich alle Neuankommenden seit Freitag freiwillig in eine 14-tägige Quarantäne begeben. Tun sie das nicht, drohen heftige Strafen. (sda)

 
Erster Coronavirus-Todesfall in Frankreich

Erstmals ist ein an dem neuartigen Coronavirus erkrankter Mensch in Europa gestorben. Ein 80-jähriger chinesischer Tourist sei in einem Pariser Spital der Krankheit erlegen, teilte die französische Gesundheitsministerin Agnès Buzyn am Samstag mit.

Der 80-Jährige stammte aus der schwer betroffenen zentralchinesischen Provinz Hubei, in der auch Wuhan liegt. Der Tourist war Anfang Februar auf die Intensivstation des Spitals Bichat in der französischen Hauptstadt gebracht worden.

Sie sei am Freitag über den Tod des Mannes informiert worden, sagte Buzyn am Samstag. Der Patient sei mehrere Tage in kritischem Zustand gewesen.  Den anderen zehn Infizierten im Land gehe es gut, vier von ihnen seien inzwischen wieder gesund und nicht mehr ansteckend.

Vier Todesfälle ausserhalb von chinesischem Festland

Ausserhalb des chinesischen Festlands wurden zuvor drei Todesfälle gemeldet: in Hongkong, Japan und den Philippinen. In Festlandchina starben nach Angaben der Behörden mindestens 1523 Menschen durch den Erreger der Lungenkrankheit Covid-19, mehr als 66’000 Menschen steckten sich demnach an.

Über zwei Dutzend Länder meldeten inzwischen weitere Fälle, darunter zuletzt Ägypten. Damit erreichte das neue Coronavirus Sars-CoV-2 inzwischen auch Afrika – einen Kontinent, auf dem die Gesundheitsversorgung oftmals mangelhaft ist. (sda)

Mehr als 1500 Tote durch Coronavirus in China

Die Zahl der Todesopfer durch das neuartige Coronavirus in China ist auf mehr als 1500 gestiegen. Wie die Gesundheitsbehörden der besonders betroffenen Provinz Hubei am Samstag mitteilten, starben dort weitere 139 Menschen an den Folgen der Erkrankung.

Die Zahl der Todesopfer insgesamt in China stieg seit dem Auftauchen des Virus im Dezember auf mindestens 1523, wie die Nationale Gesundheitsbehörde des Landes NHC am Samstag mitteilte.

Die Provinz Hubei meldete zugleich 2420 neue Fälle einer Infektion mit dem Virus. Die Gesamtzahl der bekannten Erkrankungen in der Provinz rund um die Stadt Wuhan liegt damit bei 54’406. Chinaweit infizierten sich laut NHC bisher 66’492 Personen.

Peking ergreift drastische Massnahmen

Zunehmend sind auch Mitarbeiter des Gesundheitswesens von dem Virus betroffen. Nach chinesischen Behördenangaben infizierten sich bisher mehr als 1700 Ärzte und Pfleger. Sechs von ihnen starben.

Chinas Hauptstadt Peking verschärfte am Freitag seine Massnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung der Krankheit. Menschen, die nach Peking zurückkehren, sollen sich nun für 14 Tage entweder zu Hause oder in speziellen Zentren unter Quarantäne stellen, wie es in einer behördlichen Mitteilung hiess. Es wurden rechtliche Konsequenzen für diejenigen angedroht, die sich nicht an die Vorgabe halten. Dazu, wie die Isolation durchgesetzt werden soll, gab es aber zunächst keine näheren Angaben.

Die Behörden hatten schon zuvor gewarnt, dass sich die auf den Namen COVID-19 getaufte Lungenkrankheit weiter ausbreiten könnte, wenn Migranten in diesen Tagen nach den wegen der Epidemie verlängerten Ferien um das chinesische Neujahrsfest wieder an ihre Arbeitsplätze zurückkehren.

Virus breitet sich nach Afrika aus

Unterdessen hat das neuartige Coronavirus mit Ägypten auch das erste Land Afrikas erreicht. Das ägyptische Gesundheitsministerium teilte am Freitagabend in Kairo mit, betroffen sei eine ausländische Person. Zur Nationalität machte das Ministerium keine weiteren Angaben. Unklar blieb auch, aus welchem Land die Person nach Ägypten gereist war. Der Patient zeige keine Krankheitssymptome und werde auf einer Isolierstation behandelt. Bei ihren Kontaktpersonen seien Tests negativ ausgefallen.

Bisher war in Afrika nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch keine Infektion mit dem Erreger Sars-CoV-2 bekannt geworden. (sda)

Ärzte arbeiten krank weiter
Die medizinischen Fachkräfte arbeiten in China bis zur Erschöpfung. (Bild: Keystone)

Täglich zahllose neue Patienten, lange Arbeitstage und schlechte Schutzausrüstung – das neuartige Coronavirus trifft zunehmend auch Ärzte und Pfleger in China. «Sie sind erschöpft und stehen unter enormem Druck», berichtete eine Ärztin über ihre Kollegen aus einem grossen Spital von Wuhan, das nur schwere Fälle aufnimmt.

Selbst die Regierung gestand am Freitag ein, dass das medizinische Personal angesichts der Engpässe bei Schutzanzügen und Atemschutzmasken einem besonderen Risiko ausgesetzt ist. Es gebe in den Reihen von Ärzten und Pflegekräften bereits mehr als 1700 Infektionsfälle, sagte der Vize-Chef der chinesischen Gesundheitskommission, Zeng Yixin. «Von ihnen sind leider sechs Menschen gestorben.»

Ärtzte ohne Fieber müssen weiterarbeiten

In den Kliniken im zentralchinesischen Wuhan, wo das neue Coronavirus im Dezember seinen Ausgang nahm, herrscht seit Wochen Ausnahmezustand. «Meine Kollegen haben keine Zeit zum Essen oder Trinken, sie schaffen es nicht einmal, auf die Toilette zu gehen», berichtete die Ärztin aus dem grossen Spital in der Millionen-Metropole. Ihren Namen will sie aus Angst vor Repressalien nicht nennen.

Ein Arzt in einer kleineren Stadtteil-Klinik von Wuhan berichtete, dass er und mindestens 16 Kollegen die typischen Symptome des Coronavirus wie Husten und Lungeninfektionen zeigen. «Als Ärzte wollen wir natürlich nicht arbeiten, während wir vielleicht ansteckend sind», sagte er. «Doch es gibt im Moment einfach niemanden, der uns ersetzen könnte.» Nach seinen Angaben wurden alle Ärzte, die kein Fieber haben, angewiesen, weiter zu arbeiten.

Erster Fall in Afrika

Das neuartige Coronavirus hat nun auch Afrika erreicht: Das ägyptische Gesundheitsministerium meldete am Freitag die erste Infektion mit dem Virus, das im Dezember in China erstmals bei Menschen aufgetreten war.

Der aus dem Ausland stammende Patient habe keine Symptome der Atemwegserkrankung, sei aber in einem Krankenhaus isoliert worden, hiess es aus Kairo weiter.

Als erstes Land der arabischen Welt hatten die Vereinigten Arabischen Emirate Ende Januar vier bestätigte Fälle des Virus Sars-CoV-2 gemeldet. Mittlerweile sind weitere Ansteckungen hinzugekommen. Bei den meisten der Betroffenen handelt es sich um Chinesen.

Genfer Autosalon rüstet sich gegen Coronavirus
Massenweise kommen die Besucher jährlich an den Autosalon in Genf. Wegen des Coronavirus treffen die Veranstalter nun besondere Massnahmen. (Bild: Keystone)

Der Genfer Autosalon, der vom 5. bis 15. März in den Hallen des Palexpo seine Tore öffnet, findet unter strengen Massnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus statt. Das letzte Wort habe das Bundesamt für Gesundheit (BAG), sagte der Direktor des Autosalons, Olivier Rihs, auf Anfrage.

Die vier Aussteller aus China und zwei aus Hongkong hätten ihre Teilnahme bestätigt. Die Palexpo begleite diese Aussteller mit allem, was es bei solchen grossen Veranstaltungen brauche. Die sechs Aussteller kehrten ihrerseits die nötigen Schritte vor.

Bisher keine Fälle in der Schweiz

Rihs erinnerte daran, dass es in der Schweiz bislang keine bestätigte Erkrankung beim Coronavirus gebe. Der Anteil asiatischer Besucherinnen und Besucher an allen Gästen habe im letzten Jahr weniger als 1 Prozent betragen. Das Interesse am Autosalon sei nach wie vor gross, wie die Zahl der bisher verkauften Billette zeige.

Die Palexpo verfolge die Situation und mögliche Auswirkungen auf Aussteller, Besucher, Partner und Mitarbeitende sorgfältig im Hinblick auf bevorstehende Veranstaltungen, gab die Palexpo in einer Mitteilung im Internet bekannt.

Laufende Beobachtung

Die Palexpo stehe in regelmässigem Kontakt mit der Generaldirektion für Gesundheit der Republik und des Kantons Genf und ihren medizinischen Beratern. Bei Bedarf lasse sich rasch ein Sanitär-Aktionsplan entwickeln.

Dieser Plan empfehle Reinigungs-, Desinfektions- und Präventivprogramme sowie die Verwendung der richtigen Reinigungs- und Sanitärprodukte. Dabei folge die Palexpo den Empfehlungen der Gesundheitsbehörden vor Ort und des BAG.

Die Programme sehen im Detail vor, an allen stark frequentierten Berührungspunkten die Reinigung und Desinfektion zu verstärken, namentlich im Sektor Catering, bei Oberflächen und Handläufen, WCs, Ein- und Ausgängen sowie öffentlichen Touchscreens.

Aufklärungskampagnen vor Ort und im Internet sowie die Sensibilisierung und Schulung des Personals im Hinblick auf die Prävention und neue Beschriftungen mit Hinweisen auf Empfehlungen zur Hygiene ergänzen das Programm.

Schindler rechnet mit Verlusten

Schindler erwartet durch die Coronavirus-Pandemie in China einen kräftigen Dämpfer und gibt einen vorsichtigen Ausblick für das Gesamtjahr. Wie gross der Effekt ausfallen wird, könne derzeit noch nicht abgeschätzt werden. 2019 ist der Lift- und Rolltreppenhersteller weiter gewachsen. Höhere Kosten und Investitionen haben den Gewinn jedoch zurückgebunden.

«Es ist noch zu früh, die Folgen des Coronavirus quantifizieren zu können», sagte Schindler-Chef Thomas Oetterli am Freitag an der Bilanzmedienkonferenz in Zürich. Je nach Entwicklung könnte der Effekt beim Umsatz «Hunderte Millionen» betragen. Es komme darauf an, wann der Scheitelpunkt der Ausbreitung erreicht werde.

«Wir arbeitet in China hart daran, einerseits die Gesundheit unserer Mitarbeitenden zu schützen und andererseits die Bedürfnisse der Kunden zu erfüllen», sagte Oetterli weiter. Einige Mitarbeiter würden von zu Hause aus arbeiten, in den Werken gebe es Fieber-Kontrollen und es werde mit Mund- und Augenschutz gearbeitet. In einigen Werken seien etwa Unterkünfte eingerichtet worden, damit Mitarbeiter die Quarantänefristen einhalten können.

Aus Quarantäne geflohene Russin vor Gericht

Weil sie aus ihrer Coronavirus-Quarantänestation geflohen ist, muss sich eine Frau in Russland vor Gericht verantworten. Der Chef eines Spitals in St. Petersburg habe Klage gegen Alla Iljina eingereicht, teilte das zuständige Gericht am Freitag mit.

Die Frau hatte sich zuvor auf Online-Netzwerken darüber beschwert, dass sie eingesperrt sei und «ungeniessbares» Essen aufgetischt bekomme. «Ich werde hier Gewicht verlieren, weil das kein Essen ist hier», sagte Iljina in einem Instagram-Video und zeigte auf einen Teller mit Kartoffelbrei und Erbsen aus der Konservendose. Ausserdem gebe es in ihrem Raum keine Lüftung.

250 getestete in der Schweiz

Rund 250 Personen sind bisher in der Schweiz auf das neue Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden, wie es am Freitag an einer Medienkonferenz des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) hiess. Nach wie vor gibt es in der Schweiz keinen bestätigten Fall.

«Die gute Neuigkeit zuerst», sagte Patrick Mathys, Leiter der Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit beim BAG, in Bern vor den Medien: «Ausserhalb Chinas gibt es keine zusammenhängenden Übertragungsketten. Das Risiko einer unkontrollierten Ausbreitung in Europa – und somit auch in der Schweiz – ist gering.» 46 bestätigte Fälle wurden bisher in neun europäischen Ländern verzeichnet. Ausserhalb Chinas gab es bisher drei Tote.

Ziemlich rege benutzt würden von der Schweizer Bevölkerung die Hotline und die Webseite zum Thema, sagte Mathys. So seien seit dem Start der Hotline am 30. Januar bisher knapp 3000 Anrufe eingegangen, und die Webseite sei über eine halbe Million mal aufgerufen worden.

Virginie Masserey, Leiterin der Sektion Infektionskontrolle beim BAG, führte aus, rund 250 Personen seien bisher in der Schweiz auf das neu Sars-CoV-2 genannte Coronavirus getestet worden, einen bestätigten Fall habe es bisher nicht gegeben.

Bald raus aus Quarantäne

Für den zehnjährigen Bub, der im Kanton Neuenburg wegen einer möglichen Infektion durch das Coronavirus zuhause in Quarantäne ist – er war in Frankreich mit einer Person in Kontakt gekommen, die sich nachweislich mit dem Coronavirus infiziert hatte –, werde die Quarantäne voraussichtlich am nächsten Mittwoch zuende gehen.

Nach Hause kommen werden voraussichtlich am Sonntag mehrere in Südfrankreich in Quarantäne befindliche Schweizer, die aus China zurückgeflogen worden waren. Wie Serge Bavaud vom Aussendepartement EDA sagte, endet die Quarantäne am Samstag um Mitternacht. Von den fünf Schweizern und drei Begleitpersonen wollten sechs in die Schweiz zurückkehren.

Auch die WHO informierte zum Coronvirus:

Bei guter Gesundheit auf Kreuzfahrtschiff

Ein Schweizer Paar an Bord des unter Quarantäne gestellten Kreuzfahrtschiffes im japanischen Yokohama sei bei guter Gesundheit, sagte Bavaud. Es erhalte von der Schweiz konsularische Unterstützung. Das gelte auch für Schweizer Staatsangehörige auf anderen Kreuzfahrtschiffen im asiatischen Raum. Nach wie vor hielten sich in China rund 3500 Schweizerinnen und Schweizer auf. Wer von ihnen dies wünsche, werde konsularisch betreut.

Brian Martin, Kantonsarzt des Kantons Zürich, stellte an der Medienkonferenz des BAG die Vorbereitungen seines Kantons vor. Von den bisher 250 Verdachtsfällen landesweit seien 30 im Kanton Zürich aufgetreten. Falls es bestätigte Fälle geben würde, sei der Kanton Zürich gerüstet: mit 61 Behandlungsplätzen für Erwachsene und deren 13 für Kinder. Vorsorglich seien auch bereits zusätzliche «contact tracers» ausgebildet worden.

WHO sieht keinen Grund für Olympia-Absage

Die Weltgesundheitsorganisation WHO sieht laut IOC keinen Grund für eine Absage der Olympischen Spiele im Sommer in Tokio. Die WHO habe auch nicht empfohlen, die Sportveranstaltung an einem anderen Ort auszutragen, sagt John Coates, der Chef der Koordinierungskommission des IOC.

Für einen Notfallplan wegen der Coronavirus-Epidemie bestehe keine Notwendigkeit, habe die WHO in ihrer Empfehlung erklärt. Die Sommerspiele sollen vom 24. Juli bis 9. August in Tokio stattfinden.

Sechs Spitalmitarbeiter in China sterben an Coronavirus

In China sind nach Behördenangaben bereits sechs Spitalmitarbeiter an dem neuartigen Coronavirus gestorben. Zudem seien landesweit 1716 Angehörige des medizinischen Personals infiziert, teilte der Vize-Chef der chinesischen Gesundheitskommission Zeng Yixin am Freitag mit.

Engpässe bei Schutzkleidung

Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in der Volksrepublik insgesamt liegt inzwischen bei mehr als 64’000. Mehr als 1100 der Infektionen unter Ärzten und Pflegern wurden laut Zeng in der zentralchinesischen Provinz Hubei gelegenen Metropole Wuhan nachgewiesen, wo das Virus im Dezember erstmals aufgetreten war. Rund 400 weitere seien in anderen Städten in Hubei bestätigt worden.

Zeng hob die grossen Risiken hervor, denen Ärzte und Krankenpfleger angesichts der Engpässe bei Schutzanzügen und Atemschutzmasken bei der Behandlung von Coronavirus-Patienten ausgesetzt seien. Vor allem in Wuhan führten die Engpässe zuletzt dazu, dass Ärzte dieselbe Schutzbekleidung mehrfach tragen mussten.

Trotz Symptomen weiter Patienten behandeln

Ein Arzt aus Wuhan sagte der Nachrichtenagentur AFP, er und 16 seiner Kollegen hätten Symptome, die auf eine mögliche Coronavirus-Infektion hindeuteten. Dazu gehören Husten und Atemnot. Trotzdem müssten sie weiter Patienten behandeln.

Die chinesischen Gesundheitsbehörden legten die Zahlen eine Woche vor, nachdem der junge Augenarzt Li Wenliang an dem Erreger gestorben war. Li hatte als einer der ersten vor dem Virus gewarnt. Nach seiner Schilderung versuchte die Polizei jedoch, ihn mundtot zu machen. Sein Tod löste in chinesischen Online-Diensten grosse Bestürzung aus, vielfach wurde der Ruf nach Meinungsfreiheit laut. (sda)

Coronavirus verursacht Milliardenausfälle bei Airlines

Das Coronavirus wird Airlines nach Einschätzung der zivilen Luftfahrtorganisation ICAO wegen des Ausfalls von Flügen vier bis fünf Milliarden Euro an Umsatzausfall einbrocken. Der Virusausbruch in China werde damit grössere Folgen haben als die Sars-Infektion 2003, erklärte die ICAO am Mittwochabend (Ortszeit) in Montreal.

Rund 70 Fluggesellschaften weltweit haben alle internationalen Flüge von und zum chinesischen Festland gestrichen. Weitere 50 Airlines hätten ihren Flugplan gekürzt. Die ausländischen Fluggesellschaften verringerten ihre Kapazitäten damit um 80 Prozent, chinesische Airlines um 40 Prozent. (sda)

Swiss setzt alle Flüge zum chinesischen Festland bis Ende März aus

Das Coronavirus wird die Flugaktivitäten der Swiss weiterhin einschränken. Die Swiss setzt alle Flüge zum chinesischen Festland neu bis zum Ende des Winterflugplans – also bis zum 28. März – aus. Zudem fliegt die Swiss von und nach Hongkong neu mit kleineren Maschinen.

Gemeinsam mit Lufthansa habe die Swiss entschieden, die Flugverbindungen nach Peking und Schanghai weiter auszusetzen, heisst es am Freitag in einer Mitteilung. Bislang war die Flugpause bis am 29. Februar angesetzt. Von der Flugpause betroffen ist auch die Austrian Airline.

Man beobachte die Situation weiterhin laufend und stehe mit den Behörden im Kontakt, schreibt die Swiss weiter.

Kleinere Jets für Hongkong-Flüge

Neu ist, dass die Swiss die ehemalige britische Kolonie Hongkong mit reduzierter Kapazität anfliegt. Im März setzt sie auf den Flügen von und nach Hongkong anstelle der Boeing 777-300ER mit 340 Sitzplätzen den Airbus A340-300 mit 223 Sitzplätzen ein.

Die Lufthansa streicht wegen der stockenden Nachfrage gar einzelne Flüge nach Hongkong, das von ihr bislang noch voll mit 19 wöchentlichen Verbindungen bedient worden war. Für die nebst Peking und Schanghai weiteren chinesischen Festlandziele Nanjing, Shenyang und Qingdao hatte die deutsche Fluggesellschaft bereits zuvor eine Flugpause bis Ende März angekündigt.

Auch SAS verlängert die Pause

Am Freitag gab ausserdem auch die skandinavische Airline SAS die Verlängerung ihres Flugstopps nach China bekannt. Wegen der Lage in der Volksrepublik habe sich das Unternehmen dazu entschlossen, Schanghai und Peking bis zum 29. März nicht mehr anzufliegen, teilten die Skandinavier mit. Hongkong wird dagegen weiter regulär bedient. (sda)

Zahl der Infektionen in China nimmt rasant zu

Nach der neuen Einstufung der Virusfälle in China ist die Zahl der bestätigten Ansteckungen am Freitag erneut stark gestiegen. Allein in der schwer betroffenen Provinz Hubei in Zentralchina kamen innerhalb eines Tages 4823 Infektionen hinzu. Dies berichtete das chinesische Staatsfernsehen am Freitag unter Hinweis auf die Gesundheitskommission der Provinz.

Damit steigt die Zahl landesweit auf fast 64’000. In Hubei starben allein 116 Patienten an der Krankheit. Damit sind landesweit fast 1400 Tote zu beklagen. Experten betrachten aber auch die neuen Zahlen mit Vorsicht und befürchten eine hohe Dunkelziffer.

Am Vortag war die Zahl der neu bestätigten Infektionen bereits dramatisch um 15’000 angestiegen, weil in der neuen Zählweise auch die klinischen Diagnosen der Covid-19 genannten Lungenkrankheit aus den vergangenen Wochen mitgerechnet wurden. Da die DNA-Tests im Labor häufig die Infektion nicht feststellen können, werden jetzt auch die Fälle mitgerechnet, bei denen Ärzte eine Lungenentzündung, Fieber, Atemprobleme und andere typische Covid-19-Symptome festgestellt haben und auch ohne Labortest zu einer Diagnose der Infektion kommen.

Frühere Hilfe möglich

Bei den 4823 neuen Infektionen mit dem Sars-CoV-2 genannten Virus am Freitag in Hubei wurden auch 3095 solche Fälle mit nur klinischen Diagnosen mitgerechnet, wie die Gesundheitskommission weiter berichtete. Die neue Zählweise wird allerdings nur in der Provinz Hubei, nicht im Rest des Landes angewandt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) begrüsste das neue Vorgehen. Es erlaube, Betroffene in Hubei schneller zu isolieren sowie zu behandeln und Kontaktpersonen früher unter Beobachtung zu stellen.

Da die Spitäler in Hubei und ihr medizinisches Personal durch die hohe Zahl der Patienten aber völlig überfordert sind, wurden bereits mehr als 21’000 medizinische Fachkräfte aus anderen Teilen des Landes in die Krisenregion entsandt, wie die Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.

Sorge vor weiteren Ansteckungen und Einschleppungen des Virus

Mit der Rückreisewelle von zig Millionen Chinesen, die nach den wegen der Epidemie verlängerten Neujahrsferien wieder aus ihren Heimatdörfern zu ihren Arbeitsplätzen zurückreisen, wachsen Sorgen über eine weitere Ausbreitung des Coronavirus. Bei einem Mitglied der Reinigungskräfte in einem Hochgeschwindigkeitszug wurde nach chinesischen Presseberichten eine Infektion festgestellt, was umgehend Befürchtungen über Ansteckungen im Zug auslöste.

Ausserhalb von Festland-China sind in mehr als zwei Dutzend Ländern rund 580 Fälle bestätigt, die meisten in Japan. Dort gab es eine Anhäufung von mehr als 200 Fällen auf dem vor Yokohama liegenden Kreuzfahrtschiff «Diamond Princess». Asiatische Länder zögern deswegen, Kreuzfahrtschiffe in ihre Häfen einlaufen zu lassen. So konnte zuletzt die «Aidavita» mit rund 1100 Passagieren zumeist aus Deutschland und 400 Crew-Mitgliedern nicht wie geplant in Vietnam anlegen. Die Reederei betonte, es gebe keine Virusfälle an Bord. Auch habe das Schiff keinen chinesischen Hafen angelaufen.

Sorge vor Einschleppung des Virus

Aufatmen gab es zudem an Bord der «Westerdam»: Nach tagelanger Irrfahrt durch asiatische Gewässer haben am Freitag die ersten von knapp 2300 Menschen in Kambodscha das Kreuzfahrtschiff verlassen. Die US-Botschaft in Phnom Penh twitterte: «Die ersten Passagiere sind von der #Westerdam runtergegangen und auf dem Heimweg! Wir freuen uns, sie zu begrüssen, wenn sie das Festland betreten.»

Am Donnerstagabend (Ortszeit) hatte das aus Hongkong kommende Schiff in Sihanoukville angelegt. Zuvor hatte es aus Sorge vor einer Einschleppung des Coronavirus Sars-CoV-2 Häfen in Thailand, Taiwan, Japan, Guam und auf den Philippinen nicht anlaufen dürfen.

In der Schweiz wurde bisher ein Kind unter Quarantäne gestellt. Dieses war während Skiferien in der Haute-Savoie mit einer am Coronavirus erkrankten Person in Kontakt gekommen.

Erstes Coronavirus-Todesopfer in Japan

In Japan ist erstmals ein mit dem neuen Coronavirus Sars-CoV-2 infizierter Mensch gestorben. Wie das Gesundheitsministerium am Donnerstagabend (Ortszeit) bekanntgab, handelt es sich bei dem Opfer um eine Frau in ihren 80ern in der Tokioter Nachbarprovinz Kanagawa.

Nach Erkenntnissen der Behörden war die Frau in letzter Zeit nicht auf Auslandsreisen gewesen. Bislang sind in Japan mehr als 200 Infektionsfälle bestätigt.

Die meisten davon sind Passagiere und Crewmitglieder des Kreuzfahrtschiffes «Diamond Princess», das in Yokohama zunächst noch bis zum Mittwoch der kommenden Woche unter Quarantäne gestellt ist. Darauf befinden sich auch zwei Schweizer Staatsangehörige, die laut dem Aussendepartement (EDA) vom Donnerstag bei guter Gesundheit sind.

Bei der nun gestorbenen Frau war das Virus erst nach ihrem Tod festgestellt worden. Sie lag seit dem 1. Februar im Krankenhaus. In Japan sollen in weniger als sechs Monaten die Olympischen Spiele in der Hauptstadt Tokio stattfinden. (sda)

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