Die 13-Jährige begang Suizid, nachdem sie Opfer von Cyber-Mobbing geworden war. (Symbolbild: Keystone)
Schweiz

Tödlicher Cybermobbing-Fall beschäftigt Jugendgericht

Im Jahr 2017 begang eine 13-Jährige aus Spreitenbach Suizid, nachdem sie Opfer von Cybermobbing wurde. Ein 17-Jähriger steht nun wegen Nötigung vor Gericht.

Der 17-jährige Jugendliche soll die 13-Jährige genötigt haben. Die Jugendanwaltschaft verurteilte den Schüler im vergangenen Jahr deswegen per Strafbefehl zu einem Arbeitseinsatz. Für die Eltern des verstorbenen Mädchens ist diese Strafe jedoch zu mild. Sie legten Rekurs ein, weshalb es nun zum Prozess vor dem Jugendgericht Dietikon kommt.

Zum Zeitpunkt der Tat war der Jugendliche 14 Jahre alt. Per Whatsapp verlangte er vom ein Jahr jüngeren Mädchen freizügige Bilder. Dabei drohte er ihr: Sollte sie ihm keine schicken, werde er bereits gesendete Aufnahmen an andere weiterleiten.

Per Snapchat weiterverbreitet

Derart unter Druck gesetzt, schickte ihm die Jugendliche mehrere Aufnahmen per Snapchat. Eines dieser Selfies landete dann doch bei einer Kollegin des Beschuldigten, die das Bild per Snapchat weiterverbreitete. Innert kürzester Zeit sahen rund 500 Personen die Aufnahme, das Mädchen wurde daraufhin beleidigt und bedroht. Kurze Zeit später nahm es sich das Leben.

Eigentlich sind Verhandlungen des Jugendgerichts nicht öffentlich. In diesem Fall macht es jedoch eine Ausnahme, wegen des öffentlichen Interesses an dem Thema. Journalisten dürfen einen Teil der Verhandlung mitverfolgen.

Die Kollegin, die das Bild über Social Media weiterleitete, wurde ebenfalls zu einem Arbeitseinsatz verurteilt. Dieses Urteil ist jedoch rechtskräftig.

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