Der Basler André Moesch präsidiert den Verband der Schweizer Regionalfernsehsender Telesuisse. (Bild: Keystone)
Schweiz

Regionalfernsehen zeigten mehr Wahlkampf als die SRG

Nun ist es statistisch belegt: Fast jede zweite Person im Land nutzte bei den Wahlen 19 die Regional-TV's. Und wurde vergleichbar gut wie von der SRG bedient.

Die Studie gab der Verband der Schweizer Regionalfernsehen Telesuisse in Auftrag. Mit Zahlen sollte die politische Relevanz der vierzehn Sender belegt werden (zu denen auch Telebasel gehört). Medienforscher der Firma Publicom untersuchten die journalistischen Leistungen im Vorfeld der Herbstwahlen 2019 und am Wahltag selber (770 Sendestunden). Sie befragten die grössten Parteien und 748 Privatpersonen, die angegeben haben, an den nationalen Wahlen 2019 teilzunehmen. Verglichen wurden die Werte mit jenen der SRG. Fazit: Die Regionalsender stehen ziemlich gut da.

Studie attestiert hohe journalistische Qualität

Die Ergebnisse sind für den Verband ziemlich ermutigend. 48 Prozent aller Befragten gaben an, sich via Regionalsender über die Wahlen 2019 informiert zu haben. Die journalistischen Leistungen werden von Parteien und Publikum gleichermassen als hoch und als absolut vergleichbar mit jenen der sechs SRG-Landessender beurteilt.

Bezüglich Ausgewogenheit und Meinungsvielfalt hätten die regionalen Sender sogar leicht die Nase vorn. Dafür gelten beim Publikum die Leistungen der SRG als etwas professioneller, wohingegen die Politik hier weniger Unterschiede ausmacht.

Unverzichtbar für politische Teilhabe

Für Telesuisse-Präsident André Moesch zeigt die Studie vor allem zweierlei, wie er am Mittwoch ausführte: Für die politische Teilhabe in der Schweiz sind die Regionalsender «unverzichtbar». Die Nettoreichweite der Regionalsender lag im Wahlkampf 2019 bei nahezu 1,2 Millionen Personen.

Die Regionalsender fokussierten (erwartungsgemäss und gemäss Konzession) auf die jeweiligen Kantone und auf Personen, während die SRG zu 78 Prozent die nationale Ebene und Themen in den Vordergrund stellte.

Regionalsender: Politik statt nur Unterhaltungs-Tralala

Die Studie ergab ferner, dass die Regionalsender, entgegen deren Image als Unterhaltungs-TV, sehr stark auf Politik setzen: An den untersuchten Stichtagen im Vorfeld der Wahlen haben die Regionalfernsehsender deutlich mehr Inhalte zum Wahlkampf ausgestrahlt, als die TV-Sender der SRG» (1 Stunde und 56 Minuten gegenüber 1 Stunde und 20 Minuten bei der SRG).

Interessant ist die Studie auch für die notorischen Totschreiber der Presse und der Demokratie-Verächter, die die Wahlen als TV-Schönheitswettbewerb abtun: Für die Wahlentscheidungen gelten nämlich noch immer die Zeitungen als weitaus stärkster Einfluss. Und deren Artikel muss man bekanntlich lesen und verstehen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*