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Der Telebasel News-Beitrag vom 25. Februar 2020.
Basel

Letzte Folge «Fasnachtsfieber» fällt doch ins Wasser

Die letzte Folge von «Fasnachtsfieber» findet nicht statt. Moderator Adrian Plachesi erklärt die Gründe, warum es mit der Sendung nun doch nicht klappt.

Es ist schade. Eigentlich hätte die Sendung «Fasnachtsfieber» in acht Episoden von Januar bis zur Fasnacht so richtig Lust auf die «drey scheenschte Dääg» machen sollen. Doch offenbar wollten das die Fasnachtsgötter nicht.

Angedacht war für die letzte Sendung eine spannende Mischung zwischen zwei Welten: Stadtoriginal -minu bei der Probe einer richtig rauen Glaibasler Gugge. Nach einigen Telefonaten war die Sache klar: Wir besuchen die «Gülle-Schlüch». Angesetzt wurde der Dreh auf den Dienstag vor der Ausstrahlung der Sendung. Ein sehr knapper Termin für die Fertigstellung der aufwendig produzierten Sendung, doch terminlich ging es nicht anders.

Und dann kam der Skandal.

Rechtsextremismus in Gugge?

An genau dem Tag, an dem der Dreh stattfinden sollte, liess die «bz Basel» eine Bombe platzen. Sie zeigte Mitglieder der Gülle-Schlüch, die den Hitlergruss machen und T-Shirts einer rechtsextremen Marke tragen (Telebasel berichtete).

Wie lange diese Vorfälle her sind, wer von den Leuten noch in dieser Gugge ist, wie die Gugge diese Vorfälle aufarbeitet – alles Fragen, die an diesem Dienstagmorgen unbeantwortet waren. Doch unter den gegebenen Umständen war eine «Fasnachtsfieber»-Sendung mit den «Gülle-Schlüch» undenkbar. Unweigerlich wäre unsere Fasnachtssendung zu einem Teil einer Extremismus-Diskussion geworden, wie wir sie noch von der ganzen «Negro Rhygass»-Story kennen.

Rechtsextremismus hat an der Fasnacht keinen Platz. Aber die differenzierte Auseinandersetzung mit den Vorfällen bei den «Gülle-Schlüch», für das gibt es bei Telebasel die News, die Talks. Nicht die Sendung «Fasnachtsfieber», mit ihrem melancholischen Touch und der Sehnsucht nach fasnächtlicher Geborgenheit.

Auch zweite Gugge sagt ab

Zur Rettung der letzten Sendung folgte eine Feuerwehr-Übung: Ein Aufruf via Social Media generierte einen massiven Rücklauf an Guggen, die -minu und mich gerne an einer Probe empfangen hätten. Mit einer davon machten wir schliesslich einen Drehtermin aus, auf den wir uns sehr freuten.

Im letzten Moment, am Dienstagabend, schliesslich: die Absage. Die Diskussion unter den Guggen hatte offenbar bereits eine grosse Eigendynamik angenommen. Man wollte sich nicht mehr exponieren und in irgendeinen Zusammenhang mit der «Gülle Schlüch»-Geschichte kommen.

Unter diesen Umständen habe ich entschlossen, die letzte Sendung ausfallen zu lassen. Zu knapp der Zeitraum zur Deadline, zu unsicher der Ausgang weiterer Nachtübungen mit neuerlichen Absagen.

Ich finde das sehr schade. «Fasnachtsfieber» war wirklich ein Herzensprojekt. Ich habe sehr viele und sehr schöne Reaktionen auf die Sendung bekommen und es enttäuscht mich persönlich, dass diese Serie nun so unvollständig ein Ende findet.

Ich wünsche allen Fasnächtlern eine schöne Fasnacht – zusammen glücklich mit Larve und Kostüm in unserem wunderschönen Basel.

Adrian Plachesi

4 Kommentare

  1. Finde die Reaktion von TeleBasel absolut nachvollziehbar und richtig!
    Speziell (und leider) heutzutage muss man sesibibilisiert und aufmerksam zu diesem Thema sein. Rechtsextremismus darf in keiner Form Platz in unserer Gesellschaft bekommen. Fasnacht soll ein fest für ALLE sein, egal welcher Herkunft. Verantwortlich das hinzubekommen sind insbesondere die aktiven Fasnächtler („gugge und glygge“ etc) den richtigen Rahmen zu schaffen und klar Position zu beziehen.
    Die Reaktion der Guggen ist für mich sehr enttäuschend und nicht nachvollziehbar! (insbesondere von den Gülle-Schlüch, eine „traditions-Gugge“).
    Ein wegschauen und „nichts-sagen“ finde ich einfach nur schwach. Schade. Hoffe trotzdem auf ein schönes und besinnliches Fest und das uns dieses auch lange erhalten bleibt, ohne Hetze und Verformung.Report

  2. Erstens hat nur einer die Hand ähnlich wie beim Hitler Gruss ausgestreckt und zweitens hat er sie nur zum Tackt angeben bewegt. Die Medien und die gut Menschen suchen und erfinden gerne Dinge um sich wichtig zu machen.Report

  3. Kein Mensch hat sich ab dieser Gugge gestört aber nein jetz kommen die super Medien Bz usw…dan wundern si sich warum nieman mit ihnen reden möchte….medien machen alles zur sau!Report

  4. Sehr schade. Diese Sendung wurde mit sehr viel Herzblut von Adrian Plachesi gestaltet und bei uns haben sich alle auf die jeweilige Donnerstagsendung sehr gefreut. Wir hoffen, dass es nächstes Jahr vielleicht wieder eine solche Sendung geben wird. Danke auf jeden Fall fürcdiectollen Beiträge. Schöni Fasnacht für alliReport

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