Featured Video Play Icon
Fasnachtsfieber-Produzent Adrian Plachesi suchte mit diesem Video-Aufruf eine neue Gugge. (Video: Telebasel)
Basel

Gugge mit Nazi-Gesinnung?

Die Gugge Gülle Schlüch hat laut einem Medienbericht Mitglieder mit Nazi-Gesinnung. Der Präsident des Vereins nimmt Stellung zur Kritik.

Den Fall aufgedeckt haben Recherchen der bz Basel. In ihrer heutigen Ausgabe veröffentlicht die Zeitung eine Reihe von Videos und Fotos, welche keinen Interpretationsspielraum lassen als: «Die Gugge Gülle Schlüch hat ein handfestes Problem mit rechtsextremer Gesinnung in den eigenen Reihen», schreibt die Zeitung.

In einem Video, das nur kurze Zeit auf Facebook veröffentlicht gewesen sein soll, führt ein Trompeter seine Hand an die Brust und streckt den Arm unverkennbar aus zum Hitlergruss (siehe Bildstrecke).

Der Mann sei bereits einmal verwarnt worden. Jetzt zieht Gugge-Präsident Walter Caldana die Reissleine: «Der Mann fliegt bei uns raus», sagt er gegenüber der Zeitung. Es handle sich um einen «Einzelfall, von dem wir uns klar distanzieren», betont Caldana.

Klare Symbolik

Die Recherchen der bz Basel zeigen jedoch, dass noch weitere Mitglieder der Gugge eine rechtsextreme Gesinnung haben: Die Journalisten entdeckten zum Beispiel auf der Nase des Waggis mit Totenkopfaugen das frühere Logo der deutschen Kleidermarke Thor Steinar, ein Erkennungsmerkmal in der rechtsextremen Szene.

Weitere Facebook-Bilder zeigen ein Guggen-Mitglied, auf dessen Pauke «Ku Klux Klan Basel» geschrieben steht. «Das ist ein absolutes No-Go», sagt Caldana dazu. Zudem  stossen die Journalisten bei ihren Recherchen auch noch auf ein Gugge-Mitglied, das einen Anstecker mit dem Logo und Namen der englischen Neonazi-Musikgruppe Brutal Attack zeigt. Er soll Mitglied der Basler SVP sein.

Aufruf via Social Media

Wegen dieser Entwicklung stand auch die letzte Folge von Fasnachtsfieber auf der Kippe. Produzent Adrian Plachesi wollte nämlich heute Abend zusammen mit -minu die Gülle Schlüche besuchen. Per Video-Aufruf suchte er darum dringend einen Ersatz (siehe Video oben) .

Trotz überwältigendem Echo, Sendung fällt ins Wasser

Das Feedback, welches auf das Aufruf-Video zurückkam war überwältigend. Nicht nur, dass diverse Medien den Aufruf weiter teilten, diverse Guggen und andere Fasnächtler meldeten sich bei Plachesi und luden ihn zusammen mit -minu herzlich zu ihren Guggenproben ein. Einer Gugge sagte Plachesi dann auch zu.

Kurz vor dem Dreh sagte die besagte Gugge dann aber doch wieder ab. Weshalb Plachesi sich entschloss die letzte Sendung von «Fasnachtsfieber» ausfallen zu lassen und stattdessen eine Wiederholung zu zeigen. Zu den genaueren Umständen bezog Adrian Plachesi im Artikel «Letzte Folge Fasnachtsfieber fällt doch ins Wasser» Stellung.

5 Kommentare

  1. Hans Waser du bist ja ein richtiger Experte wenns um Rocker und Kutten geht am besten nicht nur auf die System Medien hören sondern selber recherchierenReport

  2. Extremismus, ob Rechts oder Links, hat nirgends etwas zu suchen. Die politische Ausrichtung sollte an der Fasnacht keine Rolle spielen. Politik sollte ausschliesslich mit Respekt via Sujet angesprochen werden und nicht mit personalisierten Stickern oder sonst was gezeigt werden. Daher natürlich ein absolutes No-Go einzelner Mitglieder dieser Clique. Diese jetzt so kurz vor der Fasnacht an den Pranger zu stellen, ist jedoch auch nicht die feine Art… Lasst uns doch alle, ob Links, Rechts, Unten oder Oben, gemeinsam Fasnacht machen und die schönsten Tage in Basel harmonisch geniessen. DanggeReport

  3. Es erstaunt mich nun schon ziemlich fest, dass das für Telebasel jetzt so überraschend kommt. Es ist ja ein offenes Geheimnis und auch z. Bsp. an der Basler Fasnacht für alle sichtbar, dass die Gülle-Schlüch mit einschlägigen Millieus sympathisieren. Werden sie doch ständig von Rockerclubs mit ihren Kutten begleitet. Und wer sich etwas auskennt weiss auch, dass diese Leute nicht selten einen Hintergrund in der rechtsextremen und rechtsradikalen Szene haben. Also wieso jetzt so erstaunt?Report

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*