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Der Telebasel News-Beitrag vom 24. Februar 2020.
Basel

Die Zämmegwyrflete vor dem Aus

Die Wagenclique die Zämmegwyrflete für finanziell benachteiligte Kinder hat zwei Probleme. Und die Kinder, die sind besorgt.

«Die Zämmegwyrflete sind eine Wagenclique, die von Kinder konzipiert ist», sagt der Mann hinter der Clique, Yves Ruch. Die Kinder sollten in einem Vereinsumfeld die «drey scheenschte Dääg»  erleben, nicht nur am Dienstag. Bereits einen Monat nach der Fasnacht geht es los mit den Vorbereitungen.

«Wir treffen uns jede zweite Woche», sagt Yves Ruch. Zehn Kinder sind aktuell Teil der Clique. Auf jedes Kind kommt eine erwachsene Person, die in den Pausen das jeweilige Kind betreut. Während des Cortèges ziehen die Erwachsenen den Wagen. Ruch sagt mit einem Schmunzeln: «Wir sind nur das Personal».

Aber warum braucht es solch eine Wagenclique? «Gerade Kinder aus Working Poor- oder IV-Familien können sich solch einen Verein nicht leisten», erklärt Yves Ruch. Eine Wagenclique sei so ziemlich das Teuerste. Gerade bei grösseren Familien eine finanzielle Herausforderung. Ruch ist erstaunt, dass niemand anderes auf die Idee gekommen ist.

Zwei Problemzonen bei den Zämmegwyrflete

Doch es gibt Probleme. So fehlt ein Wagenplatz. Man hatte mal ein Atelier, doch nach einem Besitzerwechsel – Stichwort Eigenbedarf – hat man nun nur eine temporäre Lösung. Der Wagen steht auf dem Lysbüchelareal. Und prompt sorgte Sturm «Sabine» für Umstände. Die Farbe an einer Seite des Wagens wurde vom Regen abgeschwemmt. «Wir suchen händeringend eine Lösung», sagt Ruch. Das Material wird etwa in der Wohnung gelagert.

Und auch finanziell hakt es. «Dieses Jahr haben wir fast alles alleine getragen», sagt Yves Ruch. Die Riehener Fasnacht habe zudem geholfen. Dies reichte für die aktuelle Fasnacht – doch: «Nächstes Jahr steht in den Sternen». Ruch ist im Gespräch mit zwei Organisationen, die die Situation entlasten könnten. Aber die Lage ist unklar.

Kinder wären bei Ende traurig

Für Yves Ruch ist klar: «Mein Lohn ist das Grinsen der Kinder, wenn sie auf den Wagen steigen». Und gerade die Kinder sind besorgt wegen der Zukunft. Der 13-jährige Nico, bereits zum zweiten Mal dabei, hat Freude am Bauen und besonders am Malen. Wäre es die letzte Fasnacht des Wagens, dann wäre er traurig.

Ähnliche Töne schlägt der 11-jährige Luca an. Auch er wäre niedergeschlagen, gäbe es die Wagenclique im nächsten Jahr nicht mehr. Doch aktuell steht die Basler Fasnacht im Vordergrund. «Ich freue mich riesig», sagt Luca. Es seien «einfach» die drei schönsten Tage.

Für Luca das Highlight: Leute mit Räppli zu «stopfen». Es sei einfach schön, mit seinen Freunden die Anlässe, also auch etwa Baslebieter Fasnacht zu besuchen. Ob Luca dass auch nächstes Jahr kann, wird sich noch zeigen. 

Wer einen möglichen Wagenplatz in der Grösse von rund 80 Quadratmetern hat oder Geld spenden möchte, kann via Facebook mit Yves Ruch Kontakt aufnehmen.

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