Arzt Christian Garzoni von der Klinik in Lugano Moncucco (rechts) und der Tessiner Kantonsarzt Giorgio Merlani informieren über den ersten Schweizer Corona-Fall. (Bild: Keystone)
Schweiz

Das ist die aktuelle Lage in der Schweiz

Die Schweiz hat im Tessin ihren ersten Coronavirus-Fall. Der Bund ändert vorerst nichts an seinen Massnahmen. Das öffentliche Leben geht normal weiter.

Trotz des ersten Coronavirus-Falls in der Schweiz ändere der Bund nichts an den Massnahmen gegen eine Ausbreitung der Krankheit. Das sagte Pascal Strupler, Direktor des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), am Dienstagabend vor den Bundeshausmedien in Bern. Das Risiko für die Bevölkerung sei weiterhin «moderat» – auch, weil sich der Mann offenbar nicht in der Schweiz, sondern in Italien angesteckt habe.

Wegen der zunehmenden Fälle insbesondere in Norditalien steige aber die Wahrscheinlichkeit, dass auch in der Schweiz weitere Corona-Fälle registriert würden. Momentan sind laut dem Bund 70 Tests in der Schweiz hängig, eine gute Handvoll aus dem Kanton Tessin.

«Wir haben einen solchen ersten Fall erwartet», sagte Daniel Koch, Leiter übertragbare Krankheiten beim BAG. Jetzt werde das gemacht, was vorbereitet worden sei. Das heisst: Alle Kontaktpersonen des infizierten Mannes werden eruiert und in Quarantäne genommen. Falls sie Krankheitssymptome zeigen, werden sie medizinisch untersucht und isoliert. Momentan ist unklar, ob der 70-Jährige überhaupt jemanden angesteckt hat. Er befindet sich in einer Klinik in Lugano. Weitere Informationen zum ersten Corona-Fall in der Schweiz finden Sie hier.

Schulbetrieb geht normal weiter

Für die Schweizer Gesundheitsbehörden ändert sich trotz des ersten Coronavirus-Falls nichts an der aktuellen Risikoeinschätzung. Bisher haben die Schweizer und Tessiner Behörden trotz der Ausbreitung des Coronavirus im nahen Norditalien nur sanfte Massnahmen beschlossen.

Das heisst: Es gibt weiterhin keine Einschränkungen für öffentliche Veranstaltungen, Schulen, Bars oder Restaurants. Dafür werden in den nächsten Tage Informationsbroschüren in gedruckter Form an den Schweizer Grenzübergängen verteilt. Zudem werden der Bevölkerung öffentlichkeitswirksam verschiedene Hygienemassnahmen in Erinnerung gerufen.

Verschärfte Grenzkontrollen ergäben keinen Sinn, sagte Koch vom BAG. «Man sieht den Menschen nicht an, ob sie das Virus in sich tragen oder nicht.» Restriktivere Massnahmen träten erst in Kraft, «wenn wir die Übersicht verlieren über die Ansteckungsketten». Derzeit gebe es in der Schweiz noch gar keine solche Kette.

Internationales Treffen in Rom

Derweil breitet sich das Coronavirus in Italien auf immer mehr Regionen aus. Die Zahl der Infizierten stieg bis Dienstagmittag auf rund 280. Die italienische Regierung hat drastische Massnahmen gegen das Virus ergriffen.

Am Dienstag haben sich die Gesundheitsminister aus Italien, der Schweiz, Deutschland, Slowenien, Frankreich und Österreich in Rom zu Beratungen getroffen. Bundesrat Alain Berset nahm für die Schweiz an dem Treffen teil.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Mehr aus dem Channel