Das grosse Räppli-Lager von Stefano Papini ist schon halb ausgeräumt. (Bild: Basler Zeitung/Dominik Plüss)
Region

Ohne ihn gäbe es an der Fasnacht keine Räppli

Ein Besuch im Räppli-Bunker von Zunzgen: Stefano Papini beliefert mit seiner Firma an die hundert Wagencliquen in Stadt und Land.

Sie sind klein, sie sind bunt und vor allem sind sie innert Kürze überall – auch dort, wo man sie lieber nicht hätte. Diese Erfahrung hat in der Stadt jeder schon einmal gemacht, der es wagte, ohne Blaggedde am Cortège aufzukreuzen. Und trotz des Mühsals, die Räppli wieder loszuwerden, wäre das Antlitz der Fasnacht ohne sie nicht halb so fröhlich, wie es nun mal ist. Doch wo kommen sie eigentlich her, die Abertausenden, ja Millionen kleiner Papierschnipsel, die es bald wieder von den Wagen regnet?

Aus Zunzgen, lautet die Antwort. Die meisten davon zumindest: «Ich gehe davon aus, dass rund drei Viertel aller Räppli, die in der Region gestreut werden, von uns stammen», sagt Stefano Papini. Er führt zusammen mit seinem Bruder die Fortura AG, die vor 35 Jahren ins Geschäft mit den Räppli einstiegen und heute an die hundert Wagencliquen in Stadt und Land und in der ganzen Schweiz beliefert. Die Brüder Papini importieren die Konfetti aus Norditalien. Es unterscheide sich qualitativ von dem aus China und Griechenland: «Diesen Konfetti haftet noch der Papierstaub an. Beim Stanzen entsteht Staub, den man von den Konfetti trennen muss. Ansonsten wäre das ein riesiges Gehuste am Cortège.»

Grün als Trendfarbe

Die Farbwahl der kleinen Papierschnipsel, so erklärt Papini, wolle ebenfalls wohlüberdacht ­werden: «Jedes Jahr sind andere Farben in. Einmal bot die Geldpolitik Anlass für Scherze. Da wollten alle Wagencliquen goldene und silberne Räppli haben.» Diese hätten nun massgeblich an Beliebtheit eingebüsst. Wegen ihrer Zusatzbeschichtung sind sie nämlich nicht gut abbaubar und verärgern sowohl Stadtreinigungen wie Gartenbesitzer. Auch die Klimaaktivisten dürften ihre Mühe damit haben. «Dieses Jahr rechnete ich eigentlich mit einem saftigen Grün für den Klimawandel als Trendfarbe», sagt Papini. Tatsächlich ist es aber nicht die Klimakatastrophe, welche die Konfettimode 2020 bestimmt, sondern was danach kommt: der Weltuntergang. «Die beliebteste Farbe heuer ist schwarz.»

Das grosse Lager und die beiden Outdoor-Hallen, in welchen die Konfetti gelagert werden, sind bereits halb ausgeräumt. «Viele waren schon hier, die restlichen Wagencliquen kommen in den nächsten Tagen, ihre Ladungen abzuholen.» Auch mehrere Tonnen Wurforangen, Rosen und Mimosen werden hier gelagert. Für den grossen Cortège in der Stadt liefert Fortura die Räppli noch am Morgen desselben Tags. Papini kommentiert diesen Umstand scherzhaft mit den Worten: «Wenn am Montag, dem 2. März, die Autobahn gesperrt ist, fällt der Cortège ins Wasser.»

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