Ein Junge versucht sich an der «Skull Breaker Challenge». (Screenshot: Facebook/Sasuka Svlgm)
International

So gefährlich sind Internet-Trends

Immer wieder gibt es Internet-Trends, die grosse Gefahren bergen. Aktuell sorgt die «Skull Breaker Challenge» für einiges Aufsehen.

Im Internet tauchen immer wieder Trends auf, die sich rasant verbreiten. Oftmals geht es dabei um Herausforderungen, die der User zu meistern hat, sogenannte «Challenges». Mit einem Video wird bestätigt, dass die «Challenge» bestritten wurde.

Der neuste Trend ist momentan die «Skull Breaker Challenge», auf Deutsch «Schädelbrecher-Herausforderung». Die Challenge funktioniert wie folgt: Eine Person springt in die Höhe, zwei Personen, die neben ihr stehen, kicken ihr im Sprung die Füsse weg, sodass sie mit dem Rücken am Boden landet. Auf der Video-Plattform Tiktok gibt es zahlreiche Videos von Jugendlichen, welche die Challenge bestritten haben.

Gehirnerschütterung nach «Skull Breaker Challenge»

In der Zwischenzeit gibt es allerdings auch einige Beiträge mit Warnungen. Denn: Der Name macht der Challenge alle Ehre. Die «Skull Breaker Challenge» ist nämlich alles andere als ungefährlich. Bereits in mehreren Fällen ist es wegen des Aufpralls auf dem Boden zu Verletzungen gekommen.

Vergangenen Mittwoch beispielsweise zog sich eine 16-Jährige aus dem Kanton Aargau eine Gehirnerschütterung bei der Ausführung der Skull Braker Challenge zu, wie «20 Minuten» berichtete. Dem Mädchen sei nach dem Aufprall schwarz vor Augen geworden und sie hätte starke Kopfschmerzen gehabt. «Mir war übel und schwindelig», erzählt sie gegenüber «20 Minuten».

Da sie bis Freitag keine Besserung spürte, ging sie ins Spital. Dort wurde eine Gehirnerschütterung diagnostiziert.

Zwei Schulkameradinnen hatten die 16-Jährige aufgefordert, zu springen. Hätte die Aargauerin gewusst, dass es sich bei dem Scherz um die «Skull Breaker Challenge» handelt, wäre sie niemals hochgesprungen.

Erstickungsgefahr wegen Zimtpulver

Fakt ist, die «Skull Breaker Challenge» ist nicht der einzige Internet-Trend, der grosse Risiken birgt. So ging beispielsweise die «Cinnamon Challenge» viral, bei der ein Löffel Zimtpulver ohne etwas zu trinken heruntergeschluckt werden muss.

Zahlreiche Menschen luden seit 2010 Videos in den sozialen Medien hoch, auf denen sie sich an der Herausforderung versuchten. Das mag zwar witzig klingen, kann jedoch zu Lungenentzündungen, Atemstörungen oder gar Ersticken führen. Auch allergische Reaktionen können Folgen von eingeatmetem Zimt sein. Mindestens ein Todesfall wegen der Cinnamon Challenge ist bekannt.

Hochgiftig ist die «Tide Pod Challenge», die im 2018 grosse Beliebtheit erlangte. Bei dieser Mutprobe geht es darum, eine Waschmittel-Kapsel zu essen. Die Challenge verbreitete sich so stark, dass gar eine offizielle Regierungsbehörde die Leute davor warnen musste, das Waschmittel zu verzehren. «Watson» berichtete damals.

Dieser Teenager wagt sich an die hochgiftige «Tide Pod Challenge». (Video: Youtube/nater)

Von fahrendem Auto gefallen

Etwas weiter zurück liegt der «Planking»-Trend. Entstanden ist er in den 90er-Jahren, als ein paar Freunde in England das sogenannte «Lying Down Game» («Das Hinlegen-Spiel») ins Leben riefen. Die Idee des Spiels ist es, sich an allen möglichen Plätzen stocksteif mit dem Gesicht nach unten hinzulegen. Das hält man in einem Foto oder Video fest.

Mit der Zeit fiel die Wahl der Plätze auf gewagtere Orte, wie beispielsweise einen spitzen Zaun oder ein Hausdach. Mit der 2007 gegründeten Facebook-Gruppe «The Lying Down Game» verbreitete sich die Challenge rasant. Was mit einem spassigen Spiel begann, endete allerdings für einige fatal. Im 2011 stürzte ein 20-jähriger Australier von einem fahrenden Auto und fiel ins Koma.

Die Liste der umstrittenen Internet-Challenges ist lange. Des Weiteren gibt es die «Eyelicking Challenge» – «Augenleck-Challenge», bei der das Auge des Partners abgeschleckt wird –, die «Condom Snorting Challenge» mit dem Ziel – wie der Name sagt – ein Kondom durch die Nase einzuatmen und durch den Mund wieder herauszunehmen, oder die «Kiki Challenge» – zum Song «Kiki, Do You Love Me» springt man aus einem fahrenden Auto und tanzt auf offener Strasse die Choreographie zum Song. Auch diese Challenges sorgten für einige Unfälle.

Das Video zeigt die «Kiki Challenge». (Video: Youtube/Xclusiveloaded TV)

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