Zirka 60'000 Schweizerinnen und Schweizer wurden als «Verding-Kinder» ausgebeutet. Hier sind einige von ihnen an einem Treffen abgebildet. (Bild: Keystone)
Schweiz

Solidaritätsbeiträge sollen ohne Frist gezahlt werden

Die Frist der Solidaritätsbeiträge für ehemalige Verdingkinder soll aufgehoben werden. Dies will die Rechtskommission des Nationalrats.

Ehemalige Verdingkinder und Opfer fürsorgerischer Zwangsmassnahmen sollen weiterhin ein Gesuch für einen Solidaritätsbeitrag stellen können. Die Rechtskommission des Nationalrats befürwortet eine entsprechende Gesetzesänderung, wie die Parlamentsdienste am Freitag mitteilten.

Die Frist für die Einreichung von Gesuchen ist Ende März 2018 ausgelaufen. Bis dahin waren gut 9000 Gesuche eingegangen. Die Zahl der Opfer wird auf mindestens 60’000 geschätzt, viele von ihnen dürften noch leben. Vor diesem Hintergrund verlangte der ehemalige Ständerat Raphaël Comte (FDP/NE) mit einer Initiative, die Frist aufzuheben.

«Akt der Menschlichkeit»

Eine zusätzliche Frist wäre «ein Akt der Menschlichkeit», argumentierte er. Diese würde es erlauben, Personen zu entschädigen, denen es das erlittene Leid bisher schwer bis unmöglich gemacht habe, sich an die ursprüngliche Frist zu halten.

Beide Rechtskommissionen stimmten der Initiative und nun auch der Gesetzesänderung zu. Eine Minderheit möchte die Frist nicht ganz aufheben, sondern lediglich bis Ende 2022 verlängern. Die Vorlage wird in der Frühjahrssession von beiden Räten behandelt.

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