Installationsansicht «Stilles Sehen – Bilder der Ruhe» in der Fondation Beyeler, Riehen/Basel, 2020 (Foto: Mark Niedermann)
Basel

Ein Echo auf Edward Hopper

Die Edward Hopper-Ausstellung in der Fondation Beyeler ist ein Knüller. Die ergänzende Ausstellung dazu «Stilles Sehen – Bilder der Ruhe» auch.

Die Fondation Beyeler zeigt vom 13. Februar bis 19. April 2020 in der aktuellen Sammlungsausstellung «Stilles Sehen – Bilder der Ruhe» quasi das Echo zur Edward Hopper-Ausstellung. Damit stehen verschiedene Werke moderner und zeitgenössischer Kunst im Zentrum.

(Interview mit Dr. Raphaël Bouvier – Video: Telebasel)

Entschleunigung

Im Zeitalter des rasend schnellen technischen Fortschritts entwickelt sich eine Sehnsucht nach Entschleunigung. Die Ausstellung thematisiert den Aspekt der Stille und Ruhe aus verschiedenen Blickwinkeln. Verschiedene Räume sind unterteilt nach den Themen statische und körperliche Ruhe, die idyllische Ruhe der Natur, himmlische Ruhe und die Ruhe vor dem Sturm, Stille und Leere, Balance der Komposition, Stillleben, innere Ruhe, Schweigen, Einsamkeit und Meditation, sowie schliesslich Schlaf und letzte Ruhe.

In der Sammlungsausstellung werden vom Impressionismus bis in die Gegenwartskunst umfassende Werke aus der Fondation Beyeler präsentiert.

MARK ROTHKO, OHNE TITEL (ROTBRAUN, SCHWARZ, GRÜN, ROT), 1962 Öl auf Leinwand, 206,0 x 193,5 cm, Fondation Beyeler, Riehen/Basel, Sammlung Beyeler; © 1998 Kate Rothko Prizel & Christopher Rothko / 2019, ProLitteris, Zürich (Foto: Peter Schibli)

Einer der beeindruckendsten Räume ist sicherlich die «Chapelle de Rothko», die Werke bestehen aus reinen Dauerleigaben an die Fondation Beyeler und ist momentan gewiss einzigartig in Europa. Die Bilder von Mark Rothko werden einzeln in einer Art Meditationsraum mit tief gehängten Kunstwerken gezeigt – und vermitteln dem Betrachter eine Art der Ruhe und des Stillstandes.

Von Claude Monet bis Barnett Newman

Einer der bekanntesten Künstler, die den Impressionismus widerspiegeln, ist sicherlich Claude Monet. Die Werke des Impressionisten gehören zum Fundament der Sammlung der Fondation Beyeler.

Dies wird auch in der momentanen Sammlungsausstellung wieder deutlich. In einem der Räume stehen die Werke von Claude Monet im Dialog zu Roni Horns «Opposites of White». In dieser Arbeit spielt Roni Horn mit den zweideutigen Eigenschaften von Glas. Es wird geschmolzen und dann wieder in einem scheinbar dauerhaften Zustand verfestigt, obwohl es im Wesentlichen flüssig ist. Bei diesem Spiel verwirrt Roni Horn den Betrachter: Es ist unmöglich, die «Identität» des Materials mit blossem Auge zu bestimmen und festzustellen, ob das Innere der Skulptur fest oder flüssig ist.

Die Bilder von Claude Monet bieten dem Betrachter durch seine Landschaftsidylle eine Art von Entschleunigung. Vor allem Monets «Le bassin aux nymphéas» ist seit langem wieder in der Fondation Beyeler zu sehen.

Als Gegenpol zur Landschaftidylle von Claude Monet werden in einem weiteren Raum Werke von Barnett Newman gezeigt, welche die Ruhe nach einem abstrakten Gesichtspunkt behandeln und so den Aspekt der Balance wiedergeben. Dabei wird klar, dass das Thema nicht nur in der gegenständlichen Malerei eine Rolle spielt, sondern auch in der abstrakten Kunst zum Ausdruck gebracht wird.

(Interview mit Dr. Raphaël Bouvier – Video: Telebasel)

Während die Sammlungsausstellung «Stilles Sehen – Bilder der Ruhe» dem Betrachter in jedem Raum einen anderen Aspekt der Ruhe und Stille bietet, rückt auch das Museum selbst als potenzieller Ort der Stille und Reflexion ins Blickfeld. Der stillstehende Körper wird in verschiedenen Sinnrichtungen dargestellt und stiftet den Betrachter zu Reflexion und Ruhe an.

Kuratiert wurde die Sammlungspräsentation von Dr. Raphaël Bouvier, Kurator der Fondation Beyeler, sie ist vom 13. Februar bis 19. April 2020 zu sehen.

Öffnungszeiten der Fondation Beyeler: täglich 10:00 bis 18:00 Uhr, mittwochs bis 20.00 Uhr.

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