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Der Telebasel News-Beitrag vom 19. Februar 2020.
Basel

Basler Pflegepersonal marschiert gegen den Notstand

Gegen den Pflegenotstand gingen am Mittwoch rund 30 Personen auf die Strasse. Die Arbeitsbedingungen in der Pflege sollen sich verbessern.

Unter dem Schlagwort «Pflegenotstand» mobilisierte der Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner beider Basel am Mittwoch zu einem Pflegemarsch in Basel. Rund 30 Personen nahmen trotz Winterkälte am teil. Der Marsch fand nun bereits zum sechsten Mal statt. Mit Schildern und Megafonen will das Pflegepersonal Aufmerksamkeit erzeugen.

Der Grund für den Marsch: «Die Bevölkerung soll auf den Mangel an Pflegepersonal aufmerksam gemacht werden», sagt Daniel Simon. Er ist Präsident des Berufsverbands der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner beider Basel (SBK). In Spitälern, aber auch bei anderen Dienstleistern, sei der Mangel an Personal bereits jetzt Realität.

Überalterung und Arbeitsbedingungen

«Ein Grund ist sicherlich die Überalterung», sagt Daniel Simon. Daher müssten etwa mehr Personen ins Spital und Eingriffe würden komplexer – der Bedarf an Personal steigt. Der zweite Knackpunkt sind die Arbeitsbedingungen. Daniel Simon betont: «Die Arbeit wurde in den letzten Jahren immer strenger und intensiver». Dazu führen etwa Faktoren wie der gestiegene administrative Aufwand. Doch die Entlöhnung sei zu schlecht. Das führe auch nicht zu mehr Personal, das in der Branche arbeiten wollen.

20’000 Personen in Pflegeberufen fehlen – und dies führe zum Pflegenotstand. Laut Daniel Simon gab es immer wieder Zeiten, in denen Mangel an Pflegepersonal herrschte, doch nicht in dieser Grössenordnung. Bis in zehn Jahren sollen nochmals 10’000 Angestellte mehr fehlen. Alleine in der Region Nordwestschweiz mangelt es aktuell laut dem Verbandspräsidenten an rund 2’000 Fachpersonen. In den vergangenen Jahren waren die Zahlen nie so hoch.

Nationale Lösung in Sicht

Schon jetzt seien die Verhältnisse drastisch: «Es gibt Pflegende, die zehn Patienten versorgen», sagt Daniel Simon. Da könne die Qualität, die man anstreben wolle, nicht gewährleistet werden.

Die Branche hofft nun auf die Pflegeinitiative. Die soll dazu führen, dass Bund und Kantone mehr in die Ausbildung von diplomiertem Pflegepersonal investieren. Zudem sollen die Arbeitsbedingungen verbessert werden – und so weniger Angestellte die Branche verlassen. Der Notstand würde vermindert. Doch noch liegt die Initiative beim Parlament.

Zurück nach Basel: Die Rückmeldungen auf die Pflegemärsche sind laut Simon durchwegs positiv. «Es gab schon Menschen am Strassenrand, die applaudierten», sagt der SBK-Präsident. Und bis zum Sommer soll sich dies nicht ändern, denn bis dann sind noch weitere Pflegemärsche angedacht.

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