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Der Telebasel News Beitrag vom 18. Februar 2020.
Basel

Staatsanwalt fordert im Hooligan-Prozess harte Strafen

Im Lehenmattquartier kam es im Mai 2018 nach der Saison-Abschlussfeier des FC Basel zu einer Massenschlägerei. 90 waren beteiligt, elf stehen vor Gericht.

Am 19. Mai 2018 kam es im Lehenmattquartier nach der Saison-Abschlussfeier des FC Basel zu einer Massenschlägerei, in die rund 90 Personen involviert waren. Seit Gestern müssen sich elf Hooligans vor dem Basler Strafgericht verantworten.

Weil sich die Schläger vor Gericht eher wortkarg geben, konnte die Befragung aller Angeklagten bereits am ersten Prozess-Tag abgeschlossen werden. Aus diesem Grund wurde das Plädoyer der Staatsanwaltschaft auf 14:00 Uhr des zweiten Prozesstages angesetzt.

Neues Videomaterial

Bevor die Staatsanwaltschaft mit dem Plädoyer beginnen konnte, wurden nochmals zwei Kampfsport-Videos gezeigt. Darin wird etwa auf am Boden liegende Boxsäcke eingeschlagen. Einer der Angeklagten war im Video zu sehen.

Als die Gerichtspräsidentin fragte, wofür denn trainiert wurde, antwortete der Deutsche: «Das ist ganz normaler Sport. Ich trainiere das aber nicht mehr, habe mich für einen anderen Sport entschieden.» Er spiele nun Fussball.

Tat war geplant

Die Staatsanwaltschaft eröffnet ihr Plädoyer mit den Worten «Die Bilder aus dem sonst eher ruhigeren Lehenmattquartier haben national und international schockiert.» Der Staatsanwalt fasst nochmals die Nacht vom 19. Mai 2018 zusammen, bevor er zu den einzelnen Forderungen kommt.

Für ihn ist klar, dass die Massenschlägerei durch die Zürcher Hooligans angezettelt und im Vorfeld bereits geplant wurde. Das Videomaterial zeige, dass die Beteiligten gezieltes Kampfsport-Training für sogenannte «Feld-Wald-Wiese»-Kämpfe betreiben. Zur Erklärung: So werden «Schläger-Dates» genannt, bei denen sich die Personen explizit zum prügeln verabreden.

Stawa fordert harte Strafen

Einzelne Zürcher Hooligans hatten bei den Befragungen am ersten Prozesstag behauptet, nichts mehr mit der Szene zu tun zu haben. Wegen diversen DNA-Spuren am Tatort konnten sie dennoch überführt werden.

Da viele der Angeklagten ausserdem bereits vorbestraft sind oder sich via Gruppenchat fürs «Trainingslager» verabredet haben, fordert die Staatsanwaltschaft Freiheitsstrafen von 10,5 bis 56 Monaten. Letzterem droht sogar ein Landesverweis von bis zu zwölf Jahren.

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