150 Schülerinnen und Schüler gehen am Standort Pratteln in die Privatschule. (Bild: Google Streetview)
Baselland

Privatschule «Gallenacher» vor dem Aus

Drei Baselbieter Privatschulen in Pratteln, Reinach und Liestal sind in Gefahr. Die Betreiberin Lebensart003 GmbH meldet wohl Insolvenz an.

Schulchaos in Pratteln: Die Privatschule «Gallenacher» steht vor dem Ruin. Dies berichtet «Onlinereports». Wegen der finanziellen Schwierigkeiten hat der Kanton Basel-Landschaft ein aufsichtsrechtliches Verfahren eingeleitet. Das Schulhaus in Pratteln wurde erst vor eineinhalb Jahren eröffnet, es gibt weitere Standorte in Liestal und Reinach.

Laut «20 Minuten» wurden die Eltern der alternativen Privatschule am Montag per Mail informiert, dass die betreibende GmbH Lebensart003 wohl bald Insolvenz anmelden müsse. Mindestens 150 Schüler gehen allein am Standort in Pratteln bei Gründer und Schulleiter Denis Bitterli zur Schule. 600’000 Franken sollen fehlen.

Die Medienberichte wurden seitens der Privatschule noch nicht bestätigt.

«Alle Lehrer weg»

«Das Amt für Volksschulen (AVS) erhielt letzte Woche Hinweise darauf, dass es Unregelmässigkeiten im Betrieb der Gallenacherschule geben solle. In der Folge wurde sofort Kontakt mit der Schulleitung aufgenommen und ein ausserordentliches Aufsichtsgespräch angesetzt», wir die Baselbieter Bildungsdirektion von «20 Minuten» zitiert wird. Die Direktion von Regierungsrätin Monica Gschwind stehe auch mit den Eltern in Kontakt.

Eine Mutter berichtet gegenüber der Tageszeitung, dass der Schulleiter ausfalle und eine weitere Lehrerin eine neue Stelle gefunden habe. Nun würden die Schüler von einem einzigen Aushilfslehrer unterrichtet. «Plötzlich waren alle Lehrer weg», sagt sie.

Die Eltern zahlen monatlich 1’200 Franken an Schulgeldern, trotzdem hätten einige der Eltern zu Spenden aufgerufen, um die finanzielle Situation der Privatschule zu vereinfachen. Einige der Erziehungsberechtigten ärgerten sich aber auch über die Aufrufe ärgern.

Klarheit in zwei Wochen

Laut Fabienne Romanens, Sprecherin der Baselbieter Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion, stehe der Kanton in Kontakt mit Schulleiter Denis Bitterli. Die «Beschulung» der betroffenen Schülerinnen und Schüler sei nicht in Gefahr, wie sie gegenüber «Online-Reports» erläutert. Bis in zwei Wochen soll die Situation geklärt sein.

Wie Amtsleiter Beat Lüthy sagt, habe aus Sicht des Kantons die Unterbringung der Schüler in anderen Schulen oberste Priorität, sollte es zu einer Schul-Schliessung kommen. Aktuell laufe der Schulbetrieb noch regulär. Ob die Schule tatsächlich schliesst, hängt mit den gerichtlichen Entscheiden bezüglich der Insolvenz zusammen.

Die lebensart003 GmbH setzt sich laut ihrer Webseite für eine «globale Friedenskultur» ein. Mit zwölfköpfigen Lerngruppen will Schulleiter Denis Bitterli «das heutige Unterrichtssystem auf den Kopf stellen».

4 Kommentare

  1. Ich bin ein Vater zweier Kinder an der Gallenacher Schule. Ja, sie haben leider wirtschaftlich versagt, aber:

    Die Prima-Bildung ist das beste, was meinen Kindern passieren konnte.
    Die Sozialkompetenz die die Kinder mit auf den Weg bekommen ist höchst vorbildlich.
    Die Freude der Kinder am Lernen spürt man spätestens dann, wenn sie nach Hause kommen und freiwillig an ihren Projekten weiter arbeiten.
    Die freude an der Schule spürt man spätestens dann, wenn die Kinder fragen, ob sie auch Samstags zur Schule gehen dürfen.

    Wenn ich nun bedenke, das ein Kind in der Staatsschule über 2000.- kostet und die Kantone nur schon in den letzten 6 Monaten somit an die 1700000 eingespart haben, dann frage ich mich ernsthaft, was wir für ein politisches System in unserem Land haben.

    Liebe Grüsse von einer enttäuschten FamilieReport

  2. Es ist nicht das erste Mal, dass ein eher selbsternannter Bildungsguru, der doch tatsächlich erklärte, nun in der Bildung nichts weniger als das Ei des Kolumbus entdeckt zu haben (und dem dazu noch einige Medien geradezu heilgläubig Wunder zusprachen) scheitert. Wo immer die Gründe diesmal liegen mögen: Schon einmal, als Leiter eines namhaften Basler Kleintheaters, sah nun genau dieser sich als Kenner der Materie und Friedensstifter, blendete alle Verantwortlichen mit enormen, kolumbuseiartigen Konzepten – und scheiterte in der Praxis recht schnell. Er hinterliess leider … nichts. An diesem Theater möchte sich heute niemand mehr an seine wenigen Jahre Pseudo – Theaterheilsbringung erinnern. Wie wird es diesmal, im bewährten Schulfeld, ausgehen? Man wird lesen und hören, wo genau die Fahrt nun hingeht. Scheitern ist möglich, immer – aus den verschiedensten Gründen. Nach dem Scheitern ist Selbstreflexion angesagt. Diese müssen sich Heilsbringer und Kolumbuseifinder schwer arbeiten.Report

  3. ” Wolle er … auf den Kopf zu stellen”??? Des Deutschen nicht mächtig, Berichterstattung mässig prächtig, na, ja. Gute Recherche geht wohl anders!Report

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