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(Video: Telebasel)
Basel

«Jedes Spiel wird nun ein Endspiel um die letzte Chance»

Die fatale Niederlage des FC Basel gegen Thun hat nur minimale Folgen. Die Konkurrenz stolpert genauso wie Rotblau und lässt Punkte liegen.

Der Schock ist gross nach der Niederlage des FC Basel gegen Schlusslicht Thun am Samstagabend. Die Meisterschaft wird beinahe schon an den Nagel gehängt. Wäre da nicht die Konkurrenz aus Bern und St. Gallen, die es dem FCB am Sonntag gleichtat.

Der FC Basel im Glück

Es ist eine komische Saison, in welcher keines der Spitzenteams die Ausrutscher der Konkurrenten wirklich ausnutzen kann. Die Frage stellt sich also: Will denn kein Team Meister werden? «Es sieht tatsächlich nach einem Schnecken-Rennen aus. Aber es ist klar: Jeder will Meister werden – auch wir. Es ist zum Glück nichts passiert. Auch wenn am Samstag alles schief gelaufen ist», so FCB-Teammanager Gusti Nussbaumer.

Von aussen betrachtet ist der Verlauf dieser Saison bislang komisch. Aber auch mehr oder weniger zugunsten des strauchelnden FC Basel. «Alle Teams, die die Chancen hätten, eine Vorentscheidung herbeizuführen, versagen in den entscheidenden Momenten. Das ist das Glück des FC Basel. Immer dann, wenn man glaubt, es sei vorbei, versagt die Konkurrenz erneut», so FCB-Legende Erni Maissen. Es sei ein stetiges Aufstehen und wieder Hinfallen. «Ich weiss inzwischen gar nicht mehr, was ich dazu sagen soll», so Erni Maissen weiter.

Fehlendes Selbstverständnis

Die Ursachenforschung ist kompliziert und auch hypothetisch. Einerseits könnte St. Gallen nach einer bislang unbeschwerten Saison plötzlich den Druck spüren. Den Druck, wirklich den Titel erringen zu können. Andererseits scheint der Substanzverlust der Young Boys auch nicht spurlos am Meister vorbeizugehen. Der FC Basel verpasste bislang zahlreiche Chancen, Profit aus den Ausrutschern der Konkurrenz zu schlagen.

«Was uns lange abgegangen ist, ist die Selbstverständnis, Spiele einfach zu gewinnen. Ein Heimspiel im Joggeli zu gewinnen. Das hatten wir uns in der Vorrunde wieder erarbeitet. Es scheint aber weiterhin auf wackligen Füssen zu stehen», spricht Gusti Nussbaumer die beiden Heimniederlagen im Jahr 2020 an.

Das Joggeli ist keine Festung mehr

Der Mythos, dass man in Basel nichts mehr holen kann, sei längst Geschichte meint Erni Maissen: «Den Respekt den die Gegner hatten, ins Joggeli zu kommen, der ist vorbei. Das weiss man mittlerweile auch. Die Selbstverständlichkeit, einen Gegner wie den Letzten der Tabelle zu schlagen, ist nicht mehr vorhanden», so Maissen.

Dem Basler Ensemble kann man aber im Vergleich zu den bisherigen Niederlagen in diesem Jahr einen Vorwurf nicht machen: Gegen Thun hat der FCB gekämpft und hatte seine Chancen. Mangelnde Einsatzbereitschaft war nicht das Problem. «Wenn es nicht läuft, dann passieren solche Sachen wie gegen Thun. Vorne machst du sie nicht. Hinten kriegst du mit der ersten Chance das Tor», so Erni Maissen.

Den Teufelskreis durchbrechen

Manchmal wolle man als Spieler die Sache dann auch zu gut machen. Dann gehe der Ball eben genau nicht rein. «Ich habe Tore geschossen, wo ich den Ball nicht mal richtig getroffen habe. Andere Male habe ich den Ball perfekt getroffen – und er klatschte gegen den Pfosten. Das sind genau die Situationen, in denen alles gegen dich läuft», so Maissen. 

Der Weg aus dieser Unsicherheit? «Weiter hart arbeiten. Jeden Tag. Sie müssen diesen Teufelskreis durchbrechen. Jedes Spiel wird nun ein Endspiel um die letzte Chance», so Erni Maissen.

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