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Der Telebasel Talk vom 18. Februar 2020.
Basel

Basler fotografierte im Krieg in der Ukraine

Seit 2014 ist Krieg in der Ukraine. Die Medien berichten kaum mehr davon. Der Basler Fotograf Roland Schmid flog hin, traf Menschen, hörte Schüsse.

Worte sind nicht sein Terrain. Vielleicht sind sie ihm zu offiziell oder zu oberflächlich. Roland Schmid fotografiert oft lieber das, was nebenan liegt, abseits des medialen Betriebs. Hässliche Gebäude an einem Unort, den niemand besucht. Die Blasmusik im Moment, wenn sie nach dem Vorspiel auseinander stiebt. Oder über Spätfolgen des Chemiewaffeneinsatzes im Vietnamkrieg. «Das Weinen der Waldmenschen» hiess eine Arbeit über das Schicksal der Orang Utans in Indonesien.

Menschen in einem vergessenen Krieg

Oft schmerzen seine Bilder: etwa wenn er das Flüchtige des Lebens – eine unscharf geratene Hand in Bewegung – als Augenblick schockgefriert. «Hey, das war!», scheint er uns zuzurufen.

«Wir sind provisorisch, wir wissen nicht, warum wir noch da sind», scheinen uns die Menschen in der Ukraine, die Roland Schmid fotografierte, zuzurufen. Im November und Ende Januar flog der 54-jährige Basler 2’000 Kilometer nach Osten. Dort ist Krieg. Unsere Medien berichten nicht mehr davon. Schmids Terrain: Der Krieg liegt nebenan, abseits des medialen Betriebs.

Die Patrone in der Hand

Eine Hand zeigt eine Patrone, eine Frau steht im Gartentor, ein gewaltiges Mauerloch wurde mit Teppich zugezogen, eine Frau in Schutzkleidung sucht nach Minen: Roland Schmid ist ein Reporter des Indirekten. Manchmal scheinen uns seine unspektakulären Motive fast grundlos anzuziehen – und irgendwo im Hintergrund detoniert es.

Im Talk zeigt Roland Schmid Fotografien aus dem Krieg in der Ukraine und berichtet über seine Erlebnisse: Dienstag, 18. Februar 2020, ab 18:45 Uhr.

Roland Schmid (1966* in Basel) wurde mehrfach ausgezeichnet. Er arbeitet für zahlreiche nationale und internationale Zeitungen und Magazine, sowie für verschiedene Firmen und Hilfsorganisationen.

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