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Basel

Anne Frank hat nun einen eigenen Gedenkplatz

Im Erlenmattpark liegt neu der «Anne Frank-Platz». Die Benennung erfolgt ab sofort – bis zur Einweihung dauert es aber noch.

Basel hat neu einen «Anne Frank-Platz». Dieser liegt im Südosten des Erlenmattparks. Der neue Name gilt per sofort, wie Paul Haffner, Präsident der Basler Nomenklaturkommission, gegenüber Telebasel sagt. «Regierungsrat Baschi Dürr hat gestern den Beschluss unterschrieben.» Am Samstag erfolge die Meldung im Basler Kantonsblatt.

Eine offizielle Einweihung soll später erfolgen, wie Haffner weiter sagt. «Es stehen mehrere Ideen im Raum. Zum Beispiel überlegen wir eine Schulklasse beizuziehen.» Der Jugendbegriff sei bei der Benennung allgemein wichtig. «Auch vom Standort her haben wir einen Ort gewählt, an dem viele Kinder und Jugendliche sind. Zudem gibt es auch einen Spielplatz.»

So soll das Schild am neuen Anne Frank-Platz aussehen. (Bild: zVg)

Der Regierungsrat hat den Entscheid nach Rücksprache mit der Israelitischen Gemeinde Basel gefällt. «Der Bezug zur Jugend in einem neu erschlossenen, belebten Gebiet stellt ein zukunftsgerichtetes Andenken an eine Jugendliche dar, deren Lebensgeschichte in der Zeit des Nationalsozialismus immer aktuell bleiben wird», so die Begründung.

Seit mehr als zehn Jahren gefordert

Bereits seit längerem wurde auf politischer Ebene eine Anne Frank-Strasse gefordert. Die Benennung des Platzes erfolgte nach einem Antrag von Stephan Luethi-Brüderlin (SP) aus dem Jahr 2018: In «eine Anne Frank-Terrasse in Basel würde uns gut anstehen» stellte er die Forderung, eine Strasse der historischen Persönlichkeit zu widmen. Schon 2009 stellte Stephan Luethi-Brüderlin mit dem Titel «Anne Frank – in Basel eines Strassennamens nicht würdig?» eine Anfrage an den Regierungsrat.

Die Regierung sieht mit dieser Ankündigung den entsprechenden Auftrag aus dem parlamentarischen Vorstoss aus dem Jahr 2018 erfüllt. Dabei hatte der für den Vorstoss verantwortliche SP-Grossrat aber ursprünglich einen anderen Ort im Visier gehabt: Er wollte die Plattform am Kleinbasler Kopf der Mittleren Brücke als «Anne Frank-Terrasse» benennen. Diesen Ort befand die Regierung aber ganz allgemein für eine Namensgebung als «weniger geeignet».

In der Antwort erläuterte der Regierungsrat, dass es auch bei geeigneten Bennenungsvorschläge nicht einfach sei, einen Strassennamen zu ändern. Der neue Name müsse zur benennenden Örtlichkeit beziehungsweise deren Umgebung passen, weshalb die Wahl schliesslich auf den Erlenmattpark fiel. Zudem sollte die geehrte Person einen Bezug zu Basel aufweisen.

Dieser Bezug zur Region bei Anne Frank steht: Als einziger überlebender der Familie zog ihr Vater nach der Verfolgung durch die Nazis nach Birsfelden. In der Baselbieter Gemeinde gibt es bereits seit 2009 einen Anne Frank Platz. Das dortige Projekt wurde von Annes Cousin Buddy Elias initiiert.

Todestag jährt sich zum 75. Mal

Viele Verwandte leben noch in der Region und der Anne-Frank-Fonds ist in Basel angesiedelt. Von hier aus veröffentlichte Otto Frank das Tagebuch seiner Tochter Anne, das als Zeugnis des Holocaust an die Verfolgung und Ermordung von Jüdinnen und Juden während der Nazi-Zeit erinnert. Das Buch wurde weltweit millionenfach gelesen, besonders oft von Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

1945 starb Anne Frank im Konzentrationslager Bergen-Belsen. Da sich der Jahrestag des Todes von Anne Frank Ende Februar, Anfangs März zum 75. Mal jährt, wollen die Verantwortlichen bei der Stadt Basel mit der Benennung des Platzes nicht bis zur Einweihung warten, so Haffner.

Im Südosten des Erlenmattparks liegt der neue Anne Frank-Platz. (Bild: Kanton Basel-Stadt)

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