(Bild: Keystone/Montage: Telebasel)
Basel

«Ich habe nur positive Erfahrungen mit der Post gemacht»

Fälle von ausländerfeindlichen Äusserungen von Paketzustellern der Schweizer Post wurden Telebasel gemeldet. Die Community macht aber ganz andere Erfahrungen.

Telebasel wurde ein Fall zugetragen, bei dem eine Frau von einem Postboten ausländerfeindlich beleidigt wurde. Die Dame spricht nämlich nicht viel Deutsch, und noch weniger Schweizerdeutsch. Paket schnappen und schnell zur Tür tragen? Keine Chance: «Selber am Strassenrand abholen, und zwar schnell», habe der Zusteller geblafft. Die Dame verstand nicht. «Keine Zeit, um mit Ausländern zu diskutieren», die Reaktion des Postboten.

Als die Hausangestellte die Hausbesitzerin anrufen will, wird es noch schlimmer. Erst als die Empfängerin in Tränen ausbricht und zur Empfangsbestätigungs-Unterschrift genötigt wird, ebbt die Schimpftirade ab und das Paket wird in die Garage geschoben.

Vorfälle dieser Art scheinen sich in letzter Zeit zu häufen. Telebasel hat kürzlich zwei weitere Meldungen von ähnlichen Vorfällen in der Region erhalten. Immer von Paketzustellern und immer von Ausländern als Empfängern.

Was meint die Community?

Telebasel wollte deshalb von der Community auf Facebook und auf dem News-Portal wissen, welche Erfahrungen sie bisher mit Paketboten gesammelt haben.

Die meisten User sprechen sich positiv für die Post aus. Ein Grossteil der Community berichtet von guten Erfahrungen mit der Schweizer Post. Hanspeter Stucki schreibt in einem Kommentar auf telebasel.ch, dass er bis jetzt nur «positive Erfahrungen» gemacht habe. «Wichtig ist, mit den Postboten anständig und freundlich zu sein», schreibt er weiter. Es brauche auch Verständnis für die unter Zeitdruck stehenden Paketzusteller.

Auch Matthew ist mit der Dienstleistung der Post zufrieden: «Also, was den Service der Schweizer Postboten angeht, bin ich sehr zufrieden. Pakete kommen im vereinbarten Zeitfenster an. (…) Man kann wählen, wann und wie das Paket kommt und dann doch meckern, weil es einem nicht passt und man die günstige Variante Bordsteinkante wählt».

Eine weitere Telebasel-Userin habe bisher auch «nur gute Erfahrungen» gemacht. «Wenn ich nicht deutschsprechende Angestellte habe, muss ich halt zu Hause sein», meint Jutta Werthmueller. Die Post-Angestellten müssen schliesslich ihren «Job im Minutentakt machen.»

Liselotte Schönenberger zeigt auch Verständnis für die Postboten: «Wer statt im Laden kauft, die Ware bestellt, soll wenigstens noch dafür sorgen, wie er sie in die Wohnung bringt». Auch User Lüggu hat eine Lösung bereit für das Problem. «Im Laden kaufen und selber heim transportieren! So rette ich einen Job und ich habe kein ‹Gstürm› mit der Lieferung!»

Anspruchsvolle Kundschaft

Einige User sehen das Problem aber auch bei der anspruchsvollen Kundschaft:

Die Sicht der Zusteller

User Urs kennt es als Zusteller eher anders herum: «Die Schweizer haben immer Sonderwünsche. Etagenzustellung wollen, ohne dafür zu bezahlen».

Auch auf Facebook finden sich Kommentare über unfreundliche Kunden:

Das Problem des Nicht-Verstehens gibt es nicht nur bei den Postboten. Auch ein Monteur beschreibt die Sprach-Barrieren, die manchmal bestehen. Das habe aber nichts mit Rassismus zu tun:

«Massive Diskriminierung»

Ein User meldet sich auf telebasel.ch mit einer schlechten Erfahrung, die er kürzlich mit der Post gemacht habe: «Auch ich habe vor kurzem Erlebnisse massiver Diskriminierung auf Grund meiner sexuellen Orientierung machen müssen, und habe mich umgehend an die Post gewendet». Die Reaktion der Post sei enttäuschend gewesen und «sollte tatsächlich tiefer gehend hinterfragt werden», schreibt er weiter.

2 Kommentare

  1. Alte kennen noch die Etagenzustellung. Heute ist das eine teure Dienstleistung. Bei der volkseigenen Schwester SBB sieht’s ähnlich aus. Und bei andern Verkehrsbetrieben ebenso. WC-Reinigung und Abfallentsorgung sind nur Beispiele. Obwohl das eigentlich dank der grossen Zahl von Kunden pro Kunde günstiger geworden ist, und die SBB wie Post Rieseneinnahmen mit ihren Liegenschaften generieren. Die SBB ist sogar am Verkauf der Abfallberge umsatzbeteiligt…Report

  2. Ein User meldet sich auf telebasel.ch..
    #Auch ich habe vor kurzem Erlebnisse massiver Diskriminierung auf Grund meiner sexuellen Orientierung machen müssen#
    Was hat das mit einem Paket und Postboten zutun?? Über solche Sachen würde ich nicht mal mit meiner Familie sprechen??
    Manchmal werden Aussagen einfach an den Haaren herbeigezogen, lassen damit die Angestellten in ein fieses Bild stellen, die Austauschbarkeit des Personals im Allgemeinen ist schlussendlich die Konsequenz..Report

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