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Der Telebasel News Beitrag vom 15. Februar 2020.
Basel

Rebellisches Charivarimännli und vorfasnächtliche Grande Dame

Das neue Charivarimännli Olivia Zimmerli und Vorfasnachts-Urgestein Strouppi Dörflinger glänzen als neue Gesichter im Ensemble. Die beiden trennen 55 Jahre.

Heute gehen zwei Wochen Charivari zu Ende. Die diesjährige Ausgabe hat beim Publikum und Kritikern für Begeisterung gesorgt. Bemerkenswert sind dabei aber nicht nur das Regie-Debüt von Lucien Stöcklin, der Gastauftritt der Sängerin Nicole Bernegger und deren unerwartete Stellvertretung.

Auch beim Ensemble kam es zu interessanten Änderungen. Wohl keine vorfasnächtliche Truppe ist derart durchmischt wie jenes beim Glaibasler Charivari. Die Altersspannweite beim Schauspielensemble liegt dieses Jahr bei 55 Jahren. Erstmals mit auf der Bühne ist die Primarlehrerin Olivia Zimmerli (24) als jüngste im Ensemble. Als Tochter von Schnitzelbänklern und Pfyfferin bei den Junteressli hat sie die Fasnacht von der Pike auf gelernt. Sie organisiert auch jeweils eine Familien-Stubete mit Rahmenstücken.

Erstmals schlüpft sie in die Rolle des Charivarimännli. Sie verleiht der Figur, die bei den Umbauarbeiten auftaucht, gleich einen neuen Charakter. Das Aushängeschild des Charivari kommt dieses Jahr singend und musizierend daher. Zudem protestiert es nach dem Frauenstreik mit einem Augenzwinkern gegen den fasnächtlichen Machismo und die stiefmütterliche Behandlung von Pausenfüllern.

Bühnen-Comeback mit 79

Einen ganz anderen Fasnachtshintergrund hat Adelheid «Strouppi» Dörflinger (79). Sie kann auf eine 25-jährige Drummeli-Karriere zurückblicken. Schon 1983 spielte sie im «Kiechli» mit, später bei der Messe. Nach einer längeren Pause kam es zu einem vorfasnächtlichen Comeback. Die Idee kam letztes Jahr im Schafeck nach einer Charivari-Vorstellung auf. Regisseur Lucien Stöckli brachte die Idee auf. Schliesslich landete im Sommer eine Anfrage des Produzenten Erik Julliard bei ihr.

«Ich finde es wunderbar, dass ich in meinem Alter noch so etwas machen kann», sagt Strouppi Dörflinger. Wie sie feststellt, ist die Vorfasnacht heute weit weg von den «Kiechli»-Zeiten. «Wir haben tolle Sachen gemacht, doch die könnte man heute nicht mehr so bringen – es wäre einfach veraltet». Schliesslich habe sich auch die Fasnacht im Laufe der Jahre verändert.

Das Aufeinandertreffen ganz unterschiedlicher Vorfasnachtsgenerationen ist aber kein Problem. Im Gegenteil, man könne viel voneinander lernen. «Sie könnte meine Grossmutter sein, doch der Altersunterschied spielt keine Rolle – wir sind so etwas wie eine grosse Familie», sagt Olivia Zimmerli.

«Gäll, mir nämme no aine» – die Fasnächtler-Floskel, die im einen Charivari-Stiggli eine wichtige Rolle spielt, gilt auch fürs Ensemble. Wenn’s ums Feiern nach der Vorstellung geht, seien alle mit von der Partie. «Egal, ob man nun 24 ist – oder älter», sagt Olivia Zimmerli.

Szenen aus dem Charivari wie auch aus dem Pfyfferli, Mimösli, Drummeli, Zofingerconzärtli, RämPläm und Läggerli sehen Sie im Telebasel Vorfasnachtsquerschnitt. Dieser wird am 22. Februar um 19:15 Uhr erstmals ausgestrahlt. Danach ist der Vorfasnachtsquerschnitt jede zweite Stunde in der Wiederholung zu sehen.

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