Das Bild eines vollen «Luusbuebe-Chäller» könnte bald der Vergangenheit angehören. (Bild: zVg)
Baselland

Legendärem Liestaler «Luusbuebe-Chäller» droht das Aus

Eine Fasnacht ohne den «Luusbuebe-Chäller» – in Liestal kaum mehr vorstellbar. Zum ersten Mal seit Jahren droht jedoch genau dieses Schicksal.

«Ganz ehrlich: Im Moment sieht es sehr schlecht aus…», sagt ein konsternierter Philippe Wyttenbach von der Luusbuebe-Clique gegenüber Telebasel. Alle Hoffnungen, dass es auch 2020 einen «Luusbuebe-Chäller» geben wird, haben sich vor wenigen Tagen zerschlagen: «Wir hatten eine hervorragende Lösung in Aussicht – das wäre richtig gross geworden», sagt Wyttenbach. Am Mittwoch dann der Paukenschlag: Die Eigentümerin erteilt der Luusbuebe-Clique eine Absage: «Jetzt stehen wir zwei Wochen vor der Fasnacht ohne Location da», seufzt Wyttenbach: «Das ist natürlich der Super-GAU».

Der «Luusbuebe-Chäller» im Keller des Restaurant Amtshaus: Jahrelang Treffpunkt der Liestaler Fasnächtler. (Bild: zVg)

Erfolgsstory im Amtshaus-Keller

Angefangen hat die Erfolgsgeschichte des «Luusbuebe-Chällers» 2012: Im Keller des Restaurants Amtshaus in Liestal schmiss die junge Wagen-Clique erstmals einen Keller-Betrieb. Liestals Durst nach neuen Locations zeigte sich deutlich: Auf Anhieb war die neue Keller-Location eine Goldgrube. Es folgten sieben erfolgreiche Jahre im Bauch des «Amtshüüslis». Der «Luusbuebe-Chäller» mutierte zum Treffpunkt für hartgesottene Fasnächtler: Während die meisten «Chäller» die Schotten längst dicht gemacht hatten, tanzte der Bär bei den «Luusbuebe» nicht selten bis 8 Uhr morgens. Dann begannen die Probleme.

Relikte einer durchzechten Nacht: Nicht selten war der «Luusbuebe-Chäller» bis 8 Uhr morgens geöffnet. (Bild: zVg)

Keller-Odyssee der Luusbuebe-Clique

Im Restaurant Amtshaus wechselt 2018 der Besitzer. Auf den umgänglichen Liestaler Beizen-König Erdal Koyuncuer (u.A. Restaurant Farnsburg, Anm. der Redaktion) folgt Ümit Durmaz. Der Amtshaus-Keller stand der Clique auf einmal nicht mehr zur Verfügung: «Wir hatten unterschiedliche Ansichten, was die Kellermiete betrifft», erinnert sich Cliquen-Mitglied Wyttenbach zu den Differenzen mit Durmaz. Zudem habe der im Keller seiner Beiz etwas Eigenes aufziehen wollen. Das Projekt ist erstmals in Gefahr. Doch die «Luusbuebe» fanden schnell Ersatz: Für die Fasnacht 2019 mieteten sich die Fasnächtler in einen Keller in der Kanonengasse ein.

Neue Location – gleiches Bild: Auch 2019 bleibt der «Luusbuebe-Chäller» Publikums-Magnet. (Bild: zVg)

Erneute Location-Suche

Obwohl die Ersatz-Location wiederum ein voller Erfolg war, mussten die «Luusbuebe» nach 2019 bereits wieder auf Location-Suche: «Sagen wir’s mal so: Dem neuen Vermieter hat das fasnächtliche Treiben bis tief in die Morgenstunden nicht so gefallen», sagt Wyttenbach. Obwohl die Clique sämtliche Schäden im Keller anstandslos in Ordnung gebracht habe, zog der Vermieter die Reissleine: «Wir hatten den Boden neu gestrichen, ja sogar die Eingangstüre ersetzt – es half alles nichts», bedauert Wyttenbach.

Vermeintlich perfekter Standort für 2020: Hitchy’s Rockbar an der Seestrasse in Liestal. (Screenshot: Google Maps)

Hitchy’s Rockbar als «perfekte Lösung»

Doch auch hier zeichnete sich eine schnelle Lösung ab: Für die Fasnacht 2020 konnte die Clique bald Gespräche mit dem Verwalter des ehemaligen Hitchy’s aufnehmen. Die Liestaler Rockbar wurde auf dieses Jahr hin geschlossen: «Was Ausstattung und Lage anbelangt wäre das Hitchy’s für uns eine perfekte Lösung gewesen», sagt Wyttenbach: «Die Verhandlungen liefen lange gut». Doch mitten in den Gesprächen gab es einen Wechsel in der Verwaltung. Neu war nicht mehr der in Liestal bekannte Nicolas Manzi zuständig, sondern die GRIBI Immobilienverwaltung. Am Ende war es dann aber die Eigentümerin selbst, eine ältere Dame aus Frenkendorf, die dem Vorhaben den Stecker zog: «Sie hat uns klar zu verstehen gegeben, dass sie in ihrer Liegenschaft kein Nachtgewerbe mehr haben möchte. Auch nicht für ein paar wenige Tage», bedauert Wyttenbach. Da es von Seiten Manzi und GRIBI jedoch stets positive Signale gegeben habe, habe man sich bis jetzt nicht um eine Alternativlösung bemüht.

Hitchy’s Rockbar in Liestal: Mittlerweile alles herausgerissen und eigentlich bereit für neue Mieter. (Bild: www.hitchys.ch)

Ultra-kurzfrist-Lösung gesucht

Nun stehen die Luusbuebe zwei Wochen vor der Fasnacht also mit leeren Händen da. Ihre letzte Hoffnung: ein Aufruf an die Öffentlichkeit: «Vielleicht kann uns jemand helfen, der jemanden kennt, der jemanden kennt…», hofft Wyttenbach. Gesucht werde in erster Linie ein Keller oder auch ein Ladenlokal, eine leerstehende Wohnung im EG oder Ähnliches: «Wir schauen uns so ziemlich alles mal an». Die Hoffnung jedenfalls stirbt bekanntlich zuletzt: «Wir fänden es extrem schade, wenn die Fasnacht 2020 ohne ‹Luusbuebe-Chäller› über die Bühne gehen müsste».

Wer Hinweise auf eine mögliche Location für den «Luusbuebe-Chäller» hat, soll sich demnach direkt bei Philippe Wyttenbach (philippewyttenbach@gmail.com/ 0793608466) melden.

3 Kommentare

  1. fragt mal Schuhmacherei frank zeughausplatz soviel ich weiss hat es dort ein keller der früher als Fasnacht bar benützt wurde die eigentümmerin heisst Christine frankReport

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