Mehrfach sollen Pöstler in der Region rassistische Äusserungen gemacht haben. (Symbolbild: Keystone)
Basel

Hat die Post in unserer Region ein Rassismus-Problem?

Mehrere Fälle von ausländerfeindlichen Äusserungen von Paketzustellern der Schweizer Post sind Telebasel zugetragen worden. Welche Erfahrungen machen Sie?

Die Paketpost ist unter Druck! Der Online-Boom beschert dem Schweizer Staatsunternehmen nie geahnte Paket-Volumen und der Bereich wächst kräftig. Die Zusteller sind auf die Minute getaktet. Was also tun, wenn ein Grossbildfernseher ausgeliefert werden soll, der Gehsteig ist zwölf Meter vom Haus entfernt und an der Tür macht kein kräftiger Mann sondern die 1,60 Meter grosse philippinische Hausangestellte auf?

Eigentlich eine klare Sache. Der Zusteller schnappt sich das Paket und trägt es die zwölf Meter zur Tür, stellt den empfindlichen Fernseher in den Eingang, lässt sich den Empfang quittieren und ist eine Minute später wieder in seinem Lieferwagen.

«Keine Zeit, um mit Ausländern zu diskutieren»

Telebasel wurde ein Fall zugetragen, bei dem die Realität weit von der eigentlich «klaren Sache» entfernt liegt. Die Dame spricht nämlich nicht viel Deutsch, und noch weniger Schweizerdeutsch. Paket schnappen und schnell zur Tür tragen? Keine Chance: «Selber am Strassenrand abholen, und zwar schnell», habe der Zusteller geblafft. Die Dame versteht nicht. «Keine Zeit, um mit Ausländern zu diskutieren», die Reaktion des Postboten.

Als die Hausangestellte die Hausbesitzerin anrufen will,  wird es noch schlimmer. Erst als die Empfängerin in Tränen ausbricht und zur Empfangsbestätigungs-Unterschrift genötigt wird, ebbt die Schimpftirade ab und das Paket wird in die Garage geschoben.

Vorfälle dieser Art scheinen sich in letzter Zeit zu häufen. Telebasel hat kürzlich zwei weitere Meldungen von ähnlichen Vorfällen in der Region erhalten. Immer von Paketzustellern und immer von Ausländern als Empfängern.

Einzelfall oder nicht?

Schlechter Service ist eine Sache, aber die Verunglimpfung von ausländischen Kunden ist dann doch etwas zu viel von einem Schweizer Staatsunternehmen. Handelt es sich hierbei um bedauernswerte Einzelfälle? Die Konstellation «Ausländischer Empfänger fühlt sich von Schweizer Paketboten herabgesetzt» reiner Zufall? Oder grassiert unter den Paketzustellern in der Region etwa ein latenter Rassismus?

Telebasel möchte es genau wissen. Daher sind Sie gefragt, liebe Leser und Leserinnen: Haben Sie bereits ähnliche Erfahrungen gemacht mit der Post? Kennen Sie jemanden, der eine ähnliche Geschichte selbst erlebt hat? Schreiben Sie uns unter 079 343 50 15. Wir bleiben am Thema dran.

Schweizer Post nimmt Stellung

Telebasel hat die Schweizer Post mit der Situation konfrontiert und die Presseabteilung nimmt wie folgt Stellung:

«Bei der Sendung handelt es sich um eine Stückgutsendung. Diese Sendung hat die Post heute Mittag in Binningen zugestellt. Für diese Stückgutsendungen war für die Zustellung ‹ebenerdig / Bordsteinkarnnte› ausgemacht. Die Kundin hat bei unserem Zusteller gewünscht, die Sendung auf die Etage zuzustellen. Dies war für diese Stückgutsendung nicht vorgesehen. Unser Zusteller hat der Kundin anerboten, die Sendung stattdessen in die Garage zuzustellen, was er dann auch gemacht hat.

Die Kundin hat mit unserem Boten englisch gesprochen. Unser Bote hat sich mit der Kundin so gut es ging verständigt. Nach unseren Abklärungen hat sich der Bote an die Abmachungen gemäss den Lieferbedingungen gehalten.

Die Post distanziert sich klar von Rassismus. Im Kontakt mit unseren Kunden gehen wir wo immer möglich auf die an uns herangetragenen Wünsche ein und kommen diesen, gemäss den eingegangenen Abmachungen, nach. Wenn die Kundin sich in diesem Fall falsch verstanden fühlt, tut uns dies leid und wir bedauern dies. An die Post gemeldete Reklamationen klären wir in jedem Fall einzeln ab», so Markus Flückiger, Verantwortlicher Regionalkommunikation Mitte, Schweizer Post.

14 Kommentare

  1. In Basel spricht man Deutsch, kein Französisch. Wenn Sie schon fremdfeindliche Kommentare abgeben, sollen Sie wenigstens die Schweiz besser kennen. Ernsthaft, “billige Philipinos”? Wer spricht schon so über Menschen?! Traurig…Report

  2. Wenn ein behauptetes Problem dem Fernsehen anstatt direkt einer übergeordneten Stelle des Betriebs vorgetragen wird sagt das alles aus. Ich arbeite seit 28 Jahren selbständig als Dienstleister und erlebe, dass ein grosser Teil der Kundschaft immer unmöglicher wird. Dabei handelt es sich vorwiegend um die Interneteinkäufer.
    Wäre im konkreten Fall ein örtliches Fachgeschäft berücksichtigt worden, wäre der Fernseher bis an seinen Standort transportiert, angeschlossen und programmiert worden.Report

  3. Außerdem Wie soll der Paketbote so einen großen Fernseher ins Etage zu bringen, das ist doch nicht mehr normal. Die Post ist schuld daran, dass die Pöstler so große Pakete mit Zeitdruck drum und dran Zu verstehen, aber ich verstehe es nicht. Also, die Post muss noch vieles vieles noch ändern, was Personal eingeht.Report

  4. Meines Wissens spricht man/frau in Basel die beiden Landessprachen Deutsch und Französisch. Also liebe wohlhabende Bünzlibürger. Wenn Ihr schon billige Philipinos als Dienstpersonal anstellt dann sorgt gefälligst dafür die diese wenigstens eine der Landessprachen beherrschen.Report

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