Featured Video Play Icon
Der Telebasel News Beitrag vom 16. Februar 2020
Basel

Zoff um Bodenaschenbecher im Gundeli

Die beiden Bodenaschenbecher an der Traminsel Münchensteinerstrasse sorgen für rauchende Köpfe. Die Idee kommt nicht bei allen gut an.

Sie sind überall. Am Strassenrand, unter Parkbänken und nun auch offiziell auf und unter dem Boden: Zigarettenstummel. Die mit braunem Papier überzogenen Kunststoff-Teile landen gerne auf dem Trottoir bei den Tramstationen. Das wird seit Mai 2018 zwar mit 80 Franken gebüsst, weil sich die Raucher aber nicht daran halten, ging die Stadtreinigung nun einen Schritt weiter und installierte Bodenaschenbecher.

Wie Telebasel bereits berichtete, sind die zwei Behälter an der Tramhaltestelle Münchensteinerstrasse installiert. In die Schale passen rund 1’000 Zigarettenstummel, und damit die Behälter nicht überlaufen, verfügen sie über einen gelöcherten Boden, so dass Regenwasser ablaufen kann.

«Eine Zigarette verschmutzt 1’000 Liter Wasser»

Durch das Regenwasser werden die Schadstoffe der Zigaretten allerdings ins Grundwasser gespült. «Die Zigi-Stummel verpesten unser Grundwasser. Eine einzige Zigarette verschmutzt 1’000 Liter Wasser», erklärt Telebasel-Zuschauer Marcel Cahenzli. Ganz so hoch dürfte die Ziffer nicht sein. Laut verschiedenen Statistiken werden ungefähr 40 Liter pro Stummel verschmutzt. Aber Fakt ist: Jeder Zigi-Stummel, der durchgespült wird, landet im Grundwasser.

«Es ist eine riesen Masse. Wenn noch weitere Behälter installiert werden und dann noch Nikotin und Duftstoffe im Grundwasser landen, ist das einfach wahnsinnig», so Marcel Cahenzli. Die Stadtreinigung dementiert. Die Zigarettenstümmel würden nicht genug lange mit dem Wasser im Kontakt bleiben, um eine bedrohliche Menge an Schadstoffen abzugeben.

Mario Cahenzli übt Kritik an den Bodenaschenbechern. (Bild: Telebasel)

In ungefähr zwei Monaten will man einen Entscheid fällen. Wird das Pilotprojekt an der Münchensteinerstrasse zum Erfolg erklärt, könnten in ganz Basel bis zu 1’000 dieser Bodenaschenbecher installiert werden. Bevor dies geschieht, werde dann aber genau untersucht, wie viele Schadstoffe durch so einen Bodenaschenbecher im Boden landen.

Ein weitere Einwand: «Menschen mit einer Sehbehinderung, wie ich eine habe, können mit ihren Stöcken im Gitter der Aschenbecher hängen bleiben», so Cahenzli. Bis die Bodenaschenbecher stadtweit «scharf» gestellt werden, sind also noch einige Dinge zu klären und abzuändern.

3 Kommentare

  1. Finde duftundurchlässige kleine Aschenbecher die in jeder Kleidertache und dem HosensacK Platz hat besser. Abfallkübel sind rar. Deshalb denke, ich landen Stummel im Strassengrabe etc.Report

  2. Heraus geworfenes Geld , wenn jemand nicht interessiert ist es auch ordentlich zu entsorgen. Wirft er es trotzdem irgendwo hin. Leider die traurige Realität hier, sollten es wie in Asien machen . Die Sünder sollten mit markierter Weste eine Zeit lang Abfall sammeln . Es soll sich dort markant gebessert haben. Ein bekannter ging mal dort in Urlaub und nahm extra eine Blechbüchse mit für die Asche . Ist das Schanghai oder wie heisst die Stadt ?Report

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*