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Schweiz

Wärmster Winter seit Messbeginn

Der Winter 2019/20 dürfte der wärmste seit Messebeginn werden. Die Temperaturen liegen laut Meteo Schweiz fast drei Grad über der Norm.
Rekordwinter

Die bisher wärmsten Winter waren in den Jahren 2007, 2016 und 1990. Diese Werte werden laut Meteo Schweiz deutlich übertroffen.

 

Kalter Regen in der Nordwestschweiz

Die angekündigte Kaltfront hat die Nordwestschweiz erreicht. Wie Meteonews berichtet, ist es Region rund acht Grad warm. Am Wochenende herrschten noch Temperaturen um die 20 Grad.

In der östlichen Schweiz gibt es am frühen Montagnachmittag noch um die 18 Grad. Auch hier wird aber es durch die Kaltfront bedeutend kühler werden.

Die Kälte verweilt erstmals einige Tage: In der Nordwestschweiz werden vorerst keine Temperaturen über zehn Grad erwartet.

Es wird wieder kälter

Wie MeteoNews am Montagmorgen berichtet, wird das frühlingshafte Wetter nicht bis in diese Woche reichen. Die nächste Kaltfront ist bereits unterwegs.

Schon am Montag soll es Regen und kühle Temperaturen geben.

Temperaturen steigen weiter

Nach Delémont überschreiten Laufen und Breitenbach deutlich die 20-Grad-Marke. Mervelier und Reigoldswil knacken die Grenze nur knapp. Selbst in Adelboden steigen die Temperaturen auf 17,3 Grad.

Delémont knackt 20-Grad-Grenze

Die Temperaturen in der Schweiz steigen. In Delémont JU wurde am Sonntag 20,5 Grad gemessen. Seit Messbeginn ist dies die wärmste Temperatur im Februar.

In Adelboden herrschten sogar 16 Grad. Der bisherige Rekord von 15,5 Grad wurde dort um 0,5 Grad übertroffen.

16.02.2020 08:26

Am Sonntag erreichen sehr milde Luftmassen die Schweiz, was vor allem in den Alpentälern für frühlingshafte Temperaturen sorgt. Gemäss Meteocentrale könnte es dort bis zu 20 Grad warm werden – die Nullgradgrenze steigt auf 3500 Meter.

Laut SRF Meteo sind 20 Grad im Februar aussergewöhnlich mild. Der absolute Rekord für die Messstation Basel-Binningen liegt bei 22 Grad. Hier wird seit 123 Jahren gemessen. In Chur/GR beträgt der Rekord 22,7 Grad bei Messungen seit 1959.

Das frühlingshafte Intermezzo ist aber nur von kurzer Dauer. Schon am Montag erreicht die Schweiz eine Kaltfront und die Temperaturen sinken wieder.

Sturm Dennis wütet in England

Wegen des Sturms «Dennis» hat das britische Verteidigungsministerium die Armee in betroffene Gebiete entsandt. Die Soldaten seien in der Region West Yorkshire im Norden des Landes im Einsatz, teilte das Ministerium am Samstag mit.

Der Sturm zog mit starken Windböen und heftigem Regen über das Land. Vor der Küste Grossbritanniens wurden bei rauer See zwei Leichen geborgen. Bei einem der Toten handelt es sich offenbar um einen Mann, der Stunden zuvor von einem Tanker gefallen war. Für Samstag waren über dem Nordatlantik Windgeschwindigkeiten von 145 Stundenkilometern und bis zu 30 Meter hohe Wellen vorhergesagt worden. Zudem wurde ein junger Mann am Samstag leblos im Meer an der Südostküste Englands entdeckt.

Der Sturm soll bis Sonntagabend im Land wüten.

Frühling auf Kurzbesuch in der Schweiz

Langsam aber sicher legt sich das jüngste Sturmtief «Tomris» wieder. Der «Sturmpeak ist vorüber», meldet SRF Meteo auf Twitter und liefert die Böen-Spitzenwerte der letzten Nacht: 154 km/h wurden laut den Meteorologen auf dem Chasseral gemessen. Aber auch in Rünenberg bliess der Wind mit satten 111 km/h.

Der Freitag präsentiert sich wieder freundlicher. Am Vormittag sind regional noch vereinzelte Schauer möglich. «Tagsüber lockern sich die Wolken von Westen her auf», schreibt der Meteodienst weiter und kündet bereits heute bis zu 16 Grad im Tessin an.

Doch richtig frühlingshaft soll es dann am Sonntag werden. Bis zu 17 Grad erwartet SRF Meteo unter anderem in Basel, «aber nur für einen Tag». Ab nächster Woche soll es dann wieder kühler werden.

Weltweit wärmster Januar seit Messbeginn

Der vergangene Monat war nach Angaben der US-Wetterbehörde NOAA der weltweit wärmste Januar in ihrer 141-jährigen Messreihe. Damit setzt sich ein Trend der Erwärmung aus den vergangenen Jahren fort: Vier der wärmsten Januar-Monate wurden seit 2016 gemessen, die zehn wärmsten seit 2002.

Dies teilte die Behörde am Donnerstag (Ortszeit) mit. Die globale Temperatur habe 1,14 Grad Celsius über dem Januar-Durchschnitt des 20. Jahrhunderts von 12,0 Grad gelegen. Die Temperatur sei sehr knapp über dem bisherigen Januar-Höchstwert aus dem Jahr 2016 gewesen, hiess es.

Vergangene Woche hatte der Klimawandeldienst des europäischen Copernicus-Programms (Copernicus Climate Change Service) bereits erklärt, dass der Januar der wärmste in Europa und ganz knapp auch weltweit seit Beginn der jüngeren Aufzeichnungen im Jahr 1981 gewesen sei.

Nach NOAA-Angaben war der Januar besonders warm in grossen Teilen Russlands, in Teilen von Skandinavien und in Ostkanada. Dort sei es mindestens 5 Grad wärmer gewesen, als in den Regionen im Januar üblich sei. Mit Blick auf die Vereinigten Staaten war der vorige Monat der fünftwärmste Januar seit Messbeginn im Jahr 1880, wie NOAA weiter mitteilte.

«Tomris» fegt mit 154 km/h durch die Schweiz

Das Sturmtief «Tomris» fegte am Abend gar mit bis zu 154 km/h über den Chasseral BE. Im Flachland wurden Windgeschwindigkeiten von 139 km/h auf Les Diablerets VD und 125 km/h in Cressier. Das schreibt SRF Meteo am Donnerstagabend auf Twitter. Gegen Mitternacht legt der Wind nach einer ruhigeren Phase nochmals zu, wie es weiter heisst. In den frühen Morgenstunden nehmen die Winde wieder ab.

Das Wochenende bringt gar frühlingshafte Temperaturen. SRF Meteo sagt für den Sonntag milde 17 Grad in Basel voraus. Das hält aber nicht lange an: Nächste Woche soll es wieder kühler werden.

Die Kaltfront von «Tormris» im Zeitraffer

Ein Video von MeteoNews auf Twitter zeigt die Kaltfront von «Tomris» in Zeitraffer. «Die Front zieht nun weiter ostwärts», schreibt MeteoNews dazu.

Bis 18:39 Uhr wurde die stärkste Windböe derweil mit 132 km/h auf dem Moléson gemessen. In Aesch blies «Tomris» bereits mit 104 km/h.

Wird «Tomris» doch noch stärker?

Das Sturmtief «Tomris» erreicht am Donnerstag die Schweiz. «Tomris» sollte deutlich schwächer als «Sabine» sein. Trotzdem blies der Wind im Westen der Schweiz am Donnerstagnachmittag bereits in Sturmstärke, wie SRF Meteo schreibt. In Rünenberg wurden Windgeschwindigkeiten von bis zu 107 km/h gemessen, in Reigoldswil blies der Wind mit bis zu 84 km/h.

Zudem bringt «Tomris» einen Temperatursturz mit sich. Vor der Kaltfront des Sturmtiefs seien rund 10 Grad gemessen worden, dahinter sind es laut MeteoNews nur noch 3 bis 5 Grad. Auch Starkregen, Blitz und Donner sind zu erwarten.

Was erleben Sie mit «Tomris»?

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Stärkste Böen am Abend

«Am Abend gibt es die stärksten Böen von 60 bis 90 km/h», schreibt der Wetterdienst Meteo News. Lokal könnte es gar noch stärkeren Wind geben. Jedoch soll das Sturmtief einiges schwächer sein als «Sabine».

Auch SRF Meteo spricht von einem «garstigen Ende» des Tages. Zudem zieht am Nachmittag noch Regen auf. In den Bergen soll es gar wieder Orkanböen geben.

Nach «Sabine» kommt «Tomris»

Am Donnerstag wird es wieder stürmisch. Meteonews rechnet mit Windspitzen von 70 bis 100 km/h im Flachland. «Tomris» ist damit deutlich schwächer als «Sabine». Das Sturmtief wird am Donnerstagabend oder spätestens in der Nacht seinen Höhepunkt erreichen. Grössere Schäden seien laut Meterologen nicht zu erwarten.

«Sabine» zieht weiter und hinterlässt mehrere Tote

Todesopfer in Italien, Polen und Grossbritannien: Auch am Dienstag hat der Orkan «Sabine» in Teilen Europas gewütet.

Der schwere Wintersturm hat in Italien eine Frau getötet. Wie die Nachrichtenagentur Ansa schrieb, wurde die 77-Jährige am Dienstag in Traona in der Lombardei von Teilen eines herumwirbelnden Dachs getroffen.

Im Norden Italiens erreichte der Orkan den Angaben nach zum Teil mehr als 200 Kilometer pro Stunde, so auch im Piemont. Besonders im Norden richtete er Sachschäden an.

In grossen Teilen Südtirols fiel zudem der Strom am späten Vormittag zeitweise aus, weil offensichtlich Teile von Bäumen eine Hauptleitung beschädigt hatten. Die Energieversorgung wurde mittags wiederhergestellt.

Weitere Todesopfer

Auch in Grossbritannien hat der schwere Sturm ein am Dienstag ein Menschenleben gefordert. Ein älterer Mann wurde beim Spaziergang mit seinem Hund in Liverpool von einem Baum erschlagen, wie die Polizei mitteilte. Bereits am Sonntag war ein Autofahrer in Südengland durch einen herabstürzenden Baum getötet worden.

In Polen erlag einem Bericht der Nachrichtenagentur PAP zufolge eine 21-Jährige am Dienstag ihren Verletzungen. Sie war am Montagabend im Skigebiet Bukowina Tatrzanska bei starkem Wind von Dachteilen getroffen worden. Eine 52-jährige Frau und ihre 15-jährige Tochter waren nach dem Zwischenfall in dem Skigebiet bereits am Montag ums Leben gekommen. (sda)

«Sabine» verursacht im Baselbiet Schaden von 3,5 Millionen Franken

Der Wintersturm «Sabine» hat bei der Basellandschaftlichen Gebäudeversicherung (BGV) einen Schaden von rund 3,5 Millionen Franken verursacht.

Es seien bis kurz vor Dienstagmittag 1’000 Schadenfälle eingegangen, heisst es in einer Mitteilung der BGV vom Dienstag. Bei den Meldungen handle es sich mehrheitlich um kleinere Schäden wie umgestürzte Bäume, heruntergefallene Dachziegel sowie beschädigte Gebäudeteile.

«Burglind» verursachte grösseren Schaden

Der Wintersturm «Burglind» hatte Anfang 2018 bei der BGV zu einem Schaden von 6 Millionen Franken geführt. Den geringeren Schaden von «Sabine» führt die BGV darauf zurück, dass der Wintersturm in Form von starken Windböen durch das Baselbiet gefegt sei. Diese seien weniger gefährlich als konstante Windgeschwindigkeiten, heisst es in der Mitteilung weiter. (sda)

Blackout in Südtirol wegen des Sturms - viele Notrufe

Wegen eines Sturmschadens an den Leitungen sind weite Teile Südtirols am Dienstag ohne Strom gewesen. Der Auslöser für zwei kurze Blackouts ab etwa elf Uhr waren herumfliegende Äste oder Bäume, die eine der Haupttrassen für den Versorger Edyna beschädigten.

Generaldirektor Luis Amort sagte in Bozen, die zweite Hauptleitung sei zu diesem Zeitpunkt wegen Wartungsarbeiten ausser Betrieb gewesen. 150 000 bis 200’000 Abnehmer waren betroffen. Bei Polizei und Behörden gingen viele Notrufe ein. Teils seien Ampeln ausgefallen, schrieb die Nachrichtenagentur Ansa.

In der norditalienischen Provinz leben rund 530’000 Menschen. Der Sturm «Ciara», der in der Schweiz «Sabine» heisst, hatte am Dienstag auch die italienischen Alpenregionen erreicht.

«Es war wirklich ein Naturerlebnis»

Auch in der Nacht auf Dienstag sorgte Sturm «Sabine» in der Region Basel für Unruhe. Dabei wurden nur geringe Schäden verursacht, wie die Polizesprecher beider Basel am Dienstag mitteilen. Verletzt wurde niemand.

Dass es «Sabine» aber auch in dieser Nacht ihre Muskeln spielen liess, dass weiss Telebasel Leser-Reporter Bruno Schmid. Der 56-Jährige konnte wegen dem Sturm nicht schlafen und entschied kurzerhand nach draussen zu gehen und seine Eindrücke filmisch festzuhalten. «Ich wollte raus und den Sturm richtig erleben», erzählt Schmid. Seine Aufnahmen zeigen die Kraft des Windes in der Nacht auf Dienstag sowie die Folgen des Sturms am Montag:

Telebasel Leser-Reporter Bruno Schmid zeigt mit seinen Videoaufnahmen die Kraft des Sturms «Sabine». (Video: Telebasel Leser-Reporter)

«Es war heftig. Es war wirklich ein Naturerlebnis, ein richtiges Abenteuer», beschreibt er seine Erfahrung. «Es war beeindruckend zu sehen, mit welcher Kraft die Luft durch Basel strömte.»

Behörden warnen vor Sturmgefahren

Derweil rieten die Behörden davon ab, während des Sturmes zu viel Zeit im Freien zu verbringen. Schmid war sich der Gefahr bewusst und nahm das Risiko in Kauf. «Besonders bei Nacht sieht man die Gegenstände oft nicht, wenn sie durch die Luft wirbeln.» Die Strassen seien dabei menschenleer gewesen.

Die Kantonspolizei Basel-Landschaft mahnte beispielsweise auf Facebook vor den Gefahren «Sabines».

«Glimpflicher» Ausgang

Im Baselbiet gingen 19 Meldungen wegen umgestürzter Bäume und Bauabschrankungen sowie Schäden an Dächern bei der Polizei ein. Es sei also «sehr glimpflich ausgegangen», so das Fazit des Sprechers der Baselbieter Polizei gegenüber der SDA. Auch im Kanton Basel-Stadt gab es in der Nacht auf Dienstag keine ausserordentliche Schadensmeldungen mehr.

«Sabine» riss in Courtetelle Strommasten um

In Courtételle bei Délémont riss das Sturmtief «Sabine» am Montag ganze Strommasten um. Der Wintersturm hat auch in der Nacht auf Dienstag wieder vielerorts gewütet. Inzwischen sei die heftigste Phase von «Sabine» laut Meteorologen vorbei.

(Video: Keyston SDA / Anthony Anex)
Keine grossen Schäden im Kanton Solothurn

Zwischen Sonntagabend und Dienstagmorgen sind bei der Kantonspolizei Solothurn rund 80 Meldungen über Sturmschäden eingangen. Der Kanton Solothurn sei beim Wintersturm glimpflich davongekommen, bilanzierte die Polizei am Dienstag.

Glück im Unglück hatte jener Automobilist in Dulliken SO, als ein umstürzender Baum auf sein Auto fiel. Der Lenker blieb unverletzt. (Bild: Kantonspolizei Solothurn)

Die meisten Meldungen betrafen umgestürzte Bäume, abgebrochene Äste, Gegenstände auf Fahrbahnen und vereinzelte Schäden an Hausdächern. Meldungen über grössere Ereignisse oder verletzte Personen gingen nicht ein.

Seit Sonntagabend standen neben der Polizei 33 Orts-und Regionalfeuerwehren, die Angestellte des Nationalstrassenunterhaltsdienstes, diverse Forstunternehmen sowie Stadt-und Gemeindearbeiter im Einsatz. (sda)

«Sabine» schlägt «Burglind» knapp

Wie ein Vergleich der Spitzenwerte zeigt, war «Sabine» ein ordentlicher Sturm. In den letzten 30 Jahren erreichten lediglich der  «Vivian» im Jahr 1990 (268 km/h) und «Lothar» (230 km/h) im Jahr 1999 höhere Windgeschwindigkeiten in der Schweiz.

«Sabine» liegt somit mit einem gemessenen Wert von 202 km/h auf Platz 3 der heftigsten Winterstürme knapp vor «Burglind» (201 km/h). Den passende Tweet liefert Meteo News:

Sturm «Ciara» erreicht Mittelmeerinsel Korsika

Der Sturm «Ciara», der in der Schweiz «Sabine» heisst, hat im äussersten Norden der Mittelmeerinsel Korsika in Böen ein Tempo von 219 Stundenkilometern erreicht. Der Sturm löste auf der zu Frankreich gehörenden Ferieninsel erhebliche Verkehrsprobleme aus.

«Ciara» sorgt vor der spanischen Küste bei Coruna für mächtige Wellen. (Keystone)

Betroffen waren Fährverbindungen zum Festland und Flüge, wie der Radionachrichtensender Franceinfo berichtete. Zudem loderten Feuer an mehreren Orten – südlich der Hafenstadt Bastia brannte es auf einer Fläche von mehr als zwei Quadratkilometern.

Weitere Feuerwehreinsätze in Basel

Im Kanton Basel-Stadt sorgte «Sabine» in der Nacht auf Dienstag ebenfalls für weitere Schäden. «Das Sturmtief  hat die Berufsfeuerwehr der Rettung Basel-Stadt seit gestern Abend noch mit einer guten Handvoll Einsätzen beschäftigt – abgebrochene Äste, gelöste Ziegel, Gegenstände auf Fahrbahnen und umgewehte Bäume», sagt Martin R. Schütz, Mediensprecher des Justiz- und Sicherheitsdepartements des Kantons Basel-Stadt.

Verletzt wurde bei den Vorfällen niemand: «Uns sind keine Personenschäden bekannt», so Schütz.

Waldbrand in Nidwalden

Der Wintersturm «Sabine» hat in der Nidwaldner Gemeinde Ennetmoos in der Nacht auf Dienstag eine Hauptstromleitung heruntergerissen. Dadurch geriet ein Waldstück in Brand. Verletzt wurde niemand, in einem Quartier fiel der Strom aus.

Gegen 3:00 Uhr sei es durch den Kontakt der Leitung mit Bäumen zu einem Glimmbrand auf einer Fläche von 20 auf 20 Meter gekommen, sagte ein Sprecher der Nidwaldner Kantonspolizei auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Die Feuerwehr habe den Brand unter Kontrolle gebracht. Die Polizei sei in der Nacht zu rund 20 Einsätzen ausgerückt, unter anderem wegen umgestürzter Bäume.

Aus Obwalden, Uri, Schwyz und Zug melden die Behörden vereinzelte Schäden. Diverse Strassen in der Zentralschweiz waren wegen des Sturms gesperrt.

Weitere Polizei-Einsätze im Baselbiet

19 Mal musste die Baselbieter Polizei zwischen Montag, 16:00 Uhr, und Dienstagmorgen, 7:20 Uhr, wegen Sturmtief «Sabine» ausrücken. Wiederum fielen wegen der starken Böen Bäume und Äste auf die Strasse. Auch Baugerüste stürzten um.

Wie Adrian Gaugler, Mediensprecher der Kantonspolizei Basel-Landschaft, gegenüber Telebasel sagt, wurde dabei aber niemand verletzt. Weiter waren keine Hauptverkehrsachsen von Bäumen auf der Fahrbahn betroffen.

Die Meldungen erstreckten sich über das ganze Kantonsgebiet: Unter anderem gab es Vorfälle in Muttenz, Liestal und dem Oberbaselbiet.

Abfahrtstraining in Saalbach-Hinterglemm abgesagt

Das erste, für heute Dienstag vorgesehene Abfahrtstraining der Männer in Saalbach-Hinterglemm ist abgesagt worden. Aufgrund der Niederschläge muss die Strecke neu präpariert werden. Für Mittwoch ist ein weiteres Training geplant. Für Donnerstag ist die Abfahrt angesetzt, für Freitag der Super-G.

Wegen des Sturmtiefs «Sabine» erwarteten die Organisatoren in Saalbach-Hinterglemm eine turbulente Woche, ab Mittwoch sollte es aber besser werden und auch der Niederschlag nachlassen.

Heftigste Phase von «Sabine» vorbei

Wintersturm «Sabine» hat sich in der Nacht auf Dienstag mit örtlich erneut heftigen Windböen bemerkbar gemacht. Auf dem Gütsch bei Andermatt UR wurde die stärkste Böe gemessen. Sie brachte es auf 202 Stundenkilometer.

Auf dem Jungfraujoch im Berner Oberland wurden 193 km/h gemessen und auf dem Ostschweizer Gipfel Säntis 188 km/h, wie Eugen Müller, Meteorologe bei Meteoschweiz, auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte. Auf dem Chasseral im Berner Jura blies der Orkan mit bis zu 131 km/h.

Verbreitet 70 bis 90 km/h

Im Flachland wurden verbreitet Windgeschwindigkeiten von 70 bis 90 km/h registriert. Damit sei die zweite heftige Phase von Wintersturm «Sabine» etwas schwächer gewesen als die erste vom Montagmorgen, sagte Müller. Starke Böen gab es aber dennoch: In Luzern und in Zürich-Affoltern wurden je rund 108 km/h registriert und in Gersau SZ knapp 106 km/h.

Verabschiedet hat sich der Sturm noch nicht von der Schweiz. Der Wind werde sich im Lauf des Dienstags nach und nach abschwächen, sagte Eugen Müller. Auch SRF Meteo rechnet mit noch weiteren orkanartigen Böen. Die Spuren, die «Sabine» hinterlassen hat, waren in der Nacht auf Dienstag noch an vielen Orten zu sehen und zu spüren.

Etliche gesperrte Strassen

Etliche Strassen waren nach Angaben der TCS-Verkehrsinformation gesperrt. Die Autobahn A2 musste in der Nacht zwischen Airolo TI und Göschenen UR in Richtung Norden kurzzeitig gesperrt werden, weil Bäume auf die Fahrbahn gestürzt waren.

Auf der A1 behinderten in der Nacht umgestürzte Bäume zwischen Luterbach SO und Kriegstetten BE den Verkehr in Richtung Bern. Zwischen Thalwil ZH und Horgen ZH war seit Montagabend und bis zum frühen Dienstagmorgen wegen Sturmschäden die rechte Fahrspur der A3 Richtung Chur gesperrt. Am Dienstag waren noch zahlreiche Hauptstrassen wegen Sturmschäden gesperrt.

Auch auf dem Schienennetz gab es am frühen Dienstagmorgen mehrere Unterbrüche, namentlich im Jura. Wegen umgestürzter Bäume waren im Berner Jura die Bahnstrecke Court – Moutier BE und im Zürcher Oberland die Strecke Winterthur – Rüti ZH seit Montag unterbrochen.

Am frühen Dienstagmorgen kam für kurze Zeit die Strecke Winterthur – Schaffhausen dazu. Zwischen Marthalen und Dachsen im Kanton Zürich lag ebenfalls ein umgestürzter Baum auf dem Trassee. Um 05:30 Uhr war der Schaden allerdings wieder behoben.

Wegen eines Hindernisses auf dem Gleis unterbrochen war am Dienstagmorgen auch die Brünigpass-Bahnlinie, wie die Zentralbahn auf ihrer Webseite mitteilte. Es verkehrten Ersatzbusse.

«Sturmfrei»

«Sabine» machte sich auch in Schulen bemerkbar. Einige Kinder haben auch am Dienstag «sturmfrei». Im Kanton Basel-Landschaft etwa haben Krisenstab und Amt für Volksschulen entschieden, es auch am Dienstag den Eltern zu überlassen, ob sie wegen des Sturmes ihre Kinder in die Schule schicken wollen oder nicht.

Auch in den Kantonen Zürich, St. Gallen und Schwyz machten Gemeinden den Schulbesuch am Dienstag oder zumindest am Dienstagvormittag freiwillig, oder der Schulunterricht war eingestellt. In Uster ZH zum Beispiel sollte am Vormittag die Schule noch ausfallen. Am Nachmittag mussten die Kinder aber wieder zum Unterricht.

«Sabine» schüttel Region durch

Der Telebasel News Beitrag vom 10. Februar 2020. (Video: Telebasel)

Kräftige Schauer und weitere Böen

Der Sturm soll in der Nacht kräftige Schauer bringen und dann mit Sturmböen von 90 bis 110 km/h durch die Nacht ziehen – auf den Bergen mit starken Orkanböen. Warme Temperaturen wie in der Nacht auf Montag sind nicht mehr zu erwarten, die Luft soll wechseln feucht und kühl werden, die Schneefallgrenze auf 700 bis 900 Meter sinken. (sda)

130 Flüge am Flughafen Zürich abgesagt

Am Flughafen Zürich sind am Montag bis Ende Nachmittag 67 Landungen und 63 Starts abgesagt worden, die meisten wegen des Sturms «Sabine». Einige Flugzeuge mussten durchstarten. Für 15 Minuten wurden zudem die Betankung und das Abfertigen von Flugzeugen unterbrochen.

Es könnten aber noch weitere Flüge tangiert werden, wie eine Flughafensprecherin gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte.

Nach einer leichten Entspannung im Laufe des Nachmittags und Abends erreicht in der Nacht auf Dienstag laut Meteonews eine zweite Kaltfront die Alpennordseite. Neben erneut kräftigen Schauern werden auch wieder Sturmböen mit Windgeschwindigkeiten von 90 bis 110 Stundenkilometern erwartet. (sda)

«Sabine» fordert Todesopfer im Kanton Freiburg

Am Montag ist das Orkantief «Sabine» durch die Schweiz gewirbelt. Der Sturm führte auf Schienen, Strassen und im Luftverkehr zu Behinderungen. Ein Mann kam ums Leben, als ein starker Wind das Auto des 36-Jährigen auf die Gegenfahrbahn schob.

Der Mann wurde am frühen Montagmorgen bei Les Montets FR bei der Kollision seines Autos mit dem Anhänger eines leichten Anhängerzugs getötet. Die Freiburger Kantonspolizei geht davon aus, dass starker Wind den hinteren Teil des Anhängerzugs auf die Gegenfahrbahn wehte.

Fünf Zeugen des Unfalls sowie der Lenker des leichten Anhängerzugs mussten von einem Care-Team betreut werden. Beim verstorbenen Automobilisten handelt es sich um einen Mann, der im Kanton Freiburg wohnte.

Drei Verletzte und zwei Bahnunfälle

Verletzt wurden bislang drei Personen. Ein Mann wurde im luzernischen Rickenbach beim Ausladen eines Lagercontainers verletzt, als er von einem Tor getroffen wurde, das vom Wind zugeweht wurde. In Adliswil wurden zwei Personen bei Versuch verletzt, ein weggeblasenes Festzelt von der Strasse zu bergen.

In Wald ZH und Moutier BE kam es zu Zusammenstössen zwischen S-Bahn-Zügen und Bäumen. In beiden Fällen wurde niemand verletzt. Der Unfall in Wald ZH ereignete sich gegen 8.40 Uhr. Der Lokführer leitete eine Schnellbremsung ein, doch das Zugfahrzeug kollidierte mit dem Baum.

Der Vorfall in Moutier ereignete sich schon am späten Sonntagabend. Im Zug befanden sich gemäss SBB-Mediensprecher Frédéric Revaz keine Passagiere. Dort fiel der Baum auf die Führerstandskabine, doch der Lokomotivführer wurde nicht verletzt. Die Bahnlinie zwischen Moutier und Malleray-Bévilard bleibt voraussichtlich bis Dienstag gesperrt. Die Fahrleitung muss repariert werden. Seit Montagmorgen verkehren Bahnersatzbusse. Betroffen sind Fernverkehrs- und Regionalzüge.

Grossbrand und grossflächiger Stromausfall

Wegen des Sturms griff ein Feuer in Bauma ZH auf ein benachbartes Waldstück über. Beim Grossbrand wurden fünf landwirtschaftliche Gebäude zerstört. Die Feuerwehr rückte mit einem Grossaufgebot aus.

Im Kanton Uri und in Teilen der Kantone Schwyz und Zug kam es zudem zu einem grossflächigen Stromausfall. Grund war der Ausfall der Höchstspannungsleitung von Plattischachen nach Göschenen wegen des Sturms. Ein zu Boden fallender Leiter verursachte einen Kurzschluss, welcher dann einen Brand auslöste, sagte Werner Jauch, Vorsitzender der Geschäftsleitung des Elektrizitätswerks Altdorf (EWA), auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Der Stromausfall in Uri führte zu technischen Problemen in mehreren Tunnel in der Zentralschweiz. Sowohl der Gotthard-, der Seelisberg-, sowie der Flüelen- und der Mositunnel mussten gesperrt werden, weil wichtige Einrichtungen wie etwa Lampen nicht mehr mit Strom versorgt werden konnten; die Sicherheit war nicht mehr gewährleistet. Der Stromausfall wurde am Nachmittag behoben und die Tunnel wieder freigegeben. (sda)

«Sabine» landesweit stärker als Wintersturm «Petra»

Das Orkantief «Sabine» hat am Montagmorgen im Flachland Böen mit Spitzen von 85 bis 125 Kilometer pro Stunde (km/h) über die Schweiz geschickt. Auf den Berggipfeln lagen die Spitzen vereinzelt bei 150 km/h. «Sabine» ist etwas stärker unterwegs als es der Sturm «Petra» von vergangener Woche.

Der Sturm «Sabine» zog mit hohen Windspitzen vor allem über das zentrale und östliche Mittelland sowie über die daran anschliessende Nordschweiz, wie Meteoschweiz am Nachmittag mitteilte. Die Westschweiz und der Alpenraum waren weniger betroffen. Auf der Alpensüdseite wurden keine erhöhten Windgeschwindigkeiten gemessen.

In ihrem Kerngebiet war «Sabine» etwas stärker als der Sturm «Petra» von vergangener Woche. In Rünenberg BL wurde gestern am späten Abend ein neuer Rekordwert von 148 km/h gemessen. Der bisherige Höchstwert wurde im Dezember 2011 mit 143 km/h gemessen.

Deutlich stärker war zudem der Wintersturm «Burglind» vom 3. Januar 2018. Die Windspitzen lagen nördlich der Alpen verbreitet bei 90 bis 130 km/h. In den Bergen wurden Windspitzen von 170 bis 200 km/h gemessen. In diese Kategorie fiel «Sabine» bisher nur auf dem Säntis mit 184 km/h. (sda)

Zugverkehr in Baden-Württemberg weiterhin stark eingeschränkt

Der Zugverkehr ist aufgrund des Sturmtiefs «Sabine» in Baden-Württemberg weiterhin sehr stark eingeschränkt. Das teilt die Deutsche Bahn – Stand Montag 14:30 Uhr – mit. Der Fernverkehr sei deutschlandweit wieder angelaufen. Einige ICE-Züge in Baden-Württemberg fahren auf den Strecken Mannheim – Basel und Mannheim – Stuttgart.

Auch erste Züge im Nahverkehr seien wieder unterwegs. Je nach Witterungsbedingungen verändere sich die aktuelle Lage nach wie vor stetig, so dass keine verlässlichen Aussagen zum Fahrplan getroffen werden können, heisst es in der Mitteilung weiter. Mit Ausfällen und Behinderungen sei bis auf Weiteres zu rechnen.

Folgende Strecken sind derzeit nicht befahrbar:

  • Die Schwarzwaldbahn zwischen Homberg und St. Georgen.
  • Die Höllentalbahn zwischen Donaueschingen und Neustadt/Schwarzwald und weiter in Richtung Himmelreich.
  • Die Bodenseegürtelbahn zwischen Friedrichshafen und Radolfzell.
  • Die Südbahn ist bei Ravensburg unterbrochen.
  • Die Gäubahn ist zwischen Tuttlingen und Singen unterbrochen.

Die S-Bahn in Stuttgart hat ihren Betrieb auf allen Linien wieder aufgenommen. Diese werden nur im Halbstundentakt bedient.

80 Meldungen bei der Aargauer Notrufzentrale eingegangen

Der Wintersturm «Sabine» hat im Kanton Aargau Bäume umgeweht sowie Baustellenabschrankungen und andere Sachen durch die Luft gewirbelt. Die Kantonale Notrufzentrale nahm seit Sonntagabend über 80 Meldungen entgegen.

Die ersten Meldungen über umgestürzte Bäume und ähnliche Ereignisse gingen bereits am Sonntagabend ab 18:45 Uhr ein. Die Kantonale Notrufzentrale in Aarau nahm bis am frühen Montagnachmittag insgesamt über 80 Meldungen entgegen.

Auf dem ganzen Kantonsgebiet waren über 50 verschiedene Feuerwehren aufgeboten worden. Gravierende Ereignisse wurden bislang nicht verzeichnet. Der Kantonspolizei Aargau liegen gemäss eigenen Angaben vom Montag keine Informationen über die Höhe von Schäden vor. (sda)

BGV meldet Schäden im sechsstelligen Bereich

Kurz vor Mittag sind bei der Basellandschaftlichen Gebäudeversicherung (BGV) wegen «Sabine» bereits 200 Schadenmeldungen eingegangen. Es handele sich vorwiegend um kleinere bis mittlere Schäden an Dächern, Gebäudeteilen und umgestürzte Bäume, wie die BGV mitteilt. Die Versicherung geht momentan von einer Schadenhöhe von zirka 800’000 Franken aus.

«Es sind bereits so viele Schadenmeldungen eingegangen wie mit dem Sturmtief ‹Petra‹› nach einem Tag», berichtet Sven Cattelan, CEO der BGV. «Laut MeteoSchweiz erreicht uns am Dienstag die nächste Kaltfront mit zunehmenden Westwinden. Daher erwarten wir, dass es zu weiteren überdurchschnittlichen Schadenmeldungen kommen wird. Die Feuerwehr ist bereit und für mögliche Einsätze gut gewappnet. Diese musste aufgrund des Orkantiefs bisher zwanzig Mal ausrücken. Meist wegen umgestürzter Bäume.»

BGV mahnt zu Vorsicht

Die BGV rät wegen «Sabine» dringend, lose Gegenstände zu befestigen, sich nicht in der Nähe vom oder im Wald aufzuhalten und auf herunterstürzende Dachziegel zu achten. Des Weiteren empfiehlt die Versicherung, die kostenlose App «Wetter-Alarm» – den Unwetterdienst für die Schweiz – runterzuladen.

«Das Wichtigste für Ihren Schutz: Bleiben Sie während des Sturms im Haus und bringen Sie sich nicht in Gefahr. Zum bestmöglichen Schutz der Liegenschaften vor Sturmschäden sollen Storen und Rollladen hochgefahren werden. Klappläden sollten geschlossen werden, denn diese schützen die Fenster bei Sturm», empfiehlt BGV-CEO Sven Cattelan.

Im Falle von Gebäude- oder Grundstückschäden können sich Betroffene via Onlineformular oder telefonisch melden. «Ich empfehle nach Möglichkeit die Verwendung des Onlineformulars. Damit können mögliche Wartezeiten bei der telefonischen Kontaktaufnahme vermieden werden», sagt Sven Cattelan.

Zwei Todesopfer in Polen

In Polen hat das Orkantief «Sabine» zwei Menschenleben gefordert: Eine Frau und ihre Tochter wurden auf einem Parkplatz von herabfallenden Dachteilen erschlagen. Das sagte ein Polizeisprecher am Montag.

Zwei weitere Menschen, eine Frau und ein Bub, seien bei dem Unglück in dem Skiresort Bukowina Tatrzanska im Süden des Landes verletzt worden. Sie wurden mit leichteren Kopfverletzungen in ein Krankenhaus gebracht.

Die Dachteile fielen von einem Gebäude, in dem ein Skiverleih eingerichtet ist. Bukowina Tatrzanska ist ein beliebtes Ziel für den Skisport und Ausgangspunkt für Wanderungen in der Hohen Tatra, einem Teilgebirge der Karpaten an der Grenze zur Slowakei.

«Sabine» in Zeitraffer

 So fegte «Sabine» über Zofingen im Aargau. (Video: Keystone-SDA)

Ein auf die Fahrleitung gestürzter Baum hat derweil am Montag die Albulalinie der Rhätischen Bahn (RhB) zwischen Thusis und Tiefencastel während fünf Stunden unterbrochen. Laut Angaben der Bahn brachte ein Föhnsturm den Baum zum Kippen.

Am frühen Montagnachmittag konnten die Störung behoben und die Züge wieder nach Fahrplan auf die Strecke geschickt werden, wie die RhB meldete. Während der Dauer des Unterbruchs waren zwischen Thusis und Tiefencastel Ersatzbusse zur Beförderung der Bahnpassagiere eingesetzt worden.

In anderen Teilen der Schweiz gehen derweil die Aufräumarbeiten los, wie hier im Kanton Neuenburg:

(Video: Keystone-SDA)

Stromausfälle in Uri und Schwyz – Gotthardtunnel gesperrt

Wegen Schäden am Stromnetz sind Gebiete im Kanton Uri derzeit ohne Strom. Dies ist der Webseite www.alert.swiss zu entnehmen. Auch der Talkessel Schwyz und der Raum Arth sind von einem Stromausfall betroffen.

Die Urner Kantonspolizei ist telefonisch nicht erreichbar. Ein Sprecher der Schwyzer Kantonspolizei bestätigte auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, dass der Stromausfall im Zusammenhang stehe mit dem Stromausfall im Kanton Uri.

Gotthardtunnel gesperrt

Auf www.alert.swiss heisst es, der Stromunterbruch im Kanton Uri ereignete sich infolge eines Naturereignisses. Auf Bildern bei «20 Minuten» und «Blick.ch» ist zu sehen, wie es in einem Waldstück oberhalb von Gurtnellen in der Nähe einer Hochspannungsleitung brennt.

Der Gotthard-Tunnel ist derzeit wegen technischen Problemen in beide Richtungen gesperrt, wie der TCS meldet. Ebenso der Seelisbergtunnel.

Ziefen sagt Unterricht ab

Der Sturm hat das Baselbiet und Basel fest im Griff: In Ziefen wurde der Unterricht wegen dem Sturm abgesagt. Hier gab es wegen des starken Windes auch beschädigte Gegenstände ums Schulhaus. In Bottmingen schloss die Schule zwar nicht, eine Tagesbetreuerin sagte aber gegenüber Telebasel, dass sich mehrere Schülerinnen und Schüler wegen dem Sturm abgemeldet haben.

Die Situation hat sich zur Mittagszeit etwas beruhigt. Ein Video zeigt einen relativ ruhigen Ost-Anflug eines Flugzeuges über Bottmingen:

(Video: Telebasel)

Was erleben Sie mit «Sabine»?

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Vom Wind angeschoben – Neuer Temporekord bei Flug von New York nach London

Das Orkantief «Ciara», das in der Schweiz als Sturm «Sabine» wütete, hat am Sonntag die Flugzeit von New York nach London auf neue Rekordwerte verkürzt: Drei Maschinen schafften die Strecke von 5554 Kilometern in unter fünf Stunden, wie das Portal Flightradar24 meldete.

Am schnellsten war eine Boeing 747-436 der British Airways, die – angeschoben vom starken Wind – vier Stunden und 56 Minuten benötigte. Laut Flughafen Heathrow landete sie 103 Minuten früher als geplant.

Bisherige Flugzeitrekorde

Zwei Maschinen der Fluggesellschaft Virgin Atlantic legten die Strecke in vier Stunden und 57 Minuten beziehungsweise vier Stunden und 59 Minuten zurück. Bisheriger Rekord für einen Passagierflug in einem normalen Flugzeug waren fünf Stunden und 13 Minuten, aufgestellt von einer Boeing Dreamliner des Billigfliegers Norwegian im Jahr 2018.

Den kürzesten Flug über den Atlantik schaffte 1996 das Überschall-Passagierflugzeug Concorde. Die Maschine legte die Strecke von London nach New York in zwei Stunden und 52 Minuten zurück. Nach dem Absturz einer Concorde im Juli 2000 wurde der Flugbetrieb mit diesen Flugzeugen 2003 eingestellt.

Basler Rheinfähren bis auf weiteres geschlossen

«Aufgrund der aktuellen Lage sind die vier Basler Rheinfähren heute bis auf weiteres geschlossen.» Das teilte der Fähri-Verein Basel am Montag auf Instagram mit:

Ausfälle und Verspätungen beim Euroairport

Auf dem Euroairport Basel-Mülhausen hat das Sturmtief «Sabine» den Flugbetrieb durcheinandergewirbelt. Es kam zu zahlreichen Ausfällen und teils massiven Verspätungen.

Nach Auskunft einer Flughafensprecherin wurden auf dem Euroairport am Montag bis um 10 Uhr 29 von insgesamt 180 Flügen annulliert. Acht weitere Flüge waren verspätet – teils bis zu drei Stunden.

Schon am Sonntagabend waren auf dem binationalen Flughafen Basel-Mülhausen 20 Flüge ausgefallen. Meistbetroffene Destination war dabei London.

Am Montagmorgen herrschten auf dem Euroairport zeitweise prekäre Witterungsverhältnisse mit Windböen bis zu 120 km/h. Deshalb musste nach Auskunft der Flughafensprecher der Bodendienst ab 8.48 Uhr aus Sicherheitsgründen für 40 Minuten eingestellt werden. In dieser Zeit konnten keine Flugzeuge betankt und auch kein Gepäck be- oder entladen werden.

Weitere Flüge am Flughafen Zürich abgesagt

Auch in Zürich legte «Sabine» den Flugverkehr teilweise lahm. Wegen des Sturms sind am Flughafen 56 Landungen und 52 Starts abgesagt worden. Einige Flugzeuge mussten durchstarten. Für 15 Minuten wurden die Betankung und das Abfertigen der Flugzeuge unterbrochen, wie eine Flughafensprecherin gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte.

In der Region Basel richtete «Sabine» indes zunächst keine grösseren Schäden an. Bei der Baselbieter Polizei gingen rund 30 Meldungen ein, in Basel-Stadt knapp 20. Von Verletzten war zunächst nichts bekannt. Die Feuerwehren mussten sich namentlich um umgestürzte Bäume, herunterhängende Äste, umgefegte Bauabschrankungen und herunterfallende Ziegel kümmern.

Strassenverkehr in der Deutschschweiz beeinträchtigt

Orkantief «Sabine» hat am Montagmorgen auch den Strassenverkehr beeinträchtigt. Auf Hauptstrassen behinderten teilweise umgestürzte Bäume den Verkehr.

Dies war etwa in in den Regionen Schaffhausen, Aargau, Solothurn, Jura, Bern und Zentralschweiz der Fall gewesen, wie Viasuisse in einer Mitteilung schreibt. Die Aufräumarbeiten dürften dort etwas länger dauern, wo Hauptstrassen durch Waldgebiete führen. Die Kantonspolizeien Solothurn und Bern meldeten, dass die Wälder wegen des Sturms nicht sicher seien.

Auch Behinderungen in der Ostschweiz

In Zürich war der Verkehrsfluss auf der Flughafenautobahn eingeschränkt, weil dort seit 7 Uhr die Hardwaldstrasse zwischen der Autobahnausfahrt Bülach-Nord und dem Kreisel Glattfelden in beiden Richtungen gesperrt ist. Zudem war am Montagmorgen in der Region Zürichsee die Hauptstrasse über den Hirzel, zwischen Wädenswil und Hirzel, wegen Sturmschäden gesperrt. Auf der A3 wurde zzudem die Einfahrt Horgen in Richtung Chur gesperrt.

Mit Behinderungen rechnen mussten auch Verkehrsteilnehmende in der Ostschweiz: Auf der A1 Richtung St. Gallen war die rechte Spur zwischen Rheineck und der Verzweigung Meggenhus durch umgestürzte Bäume blockiert.

BVB-Verspätungen behoben

Bei der BVB hat sich die Situation derweil wieder normalisiert: Verspätungen und Ausfälle gibt es keine mehr wegen dem Sturm.

Von Tor getroffen – Mann in Rickenbach LU verletzt

Im luzernischen Rickenbach ist am Montagmorgen ein Mann verletzt worden, weil er von einem Tor getroffen wurde, das der Wind zuschlug. Die stürmische Wetterlage fordert in der Zentralschweiz auch von den Schneesportlern Geduld: Zahlreiche Skigebiete blieben wegen des starken Winds den ganzen Tag geschlossen.

Der Mann lud einen Lagercontainer aus, als er vom zuschlagenden Tor überrascht wurde. Der Rettungsdienst brachte ihn ins Spital, wie die Luzerner Polizei mitteilte.

Insgesamt gingen bei der Luzerner Polizei im Laufe des Montagmorgens rund 50 Meldungen ein. Hauptsächlich betrafen diese umgestürzte Bäume. Mehrere Strassen waren gesperrt. Insgesamt standen am Morgen 22 Feuerwehren mit rund 630 Personen im Einsatz, hiess es weiter.

Zahlreiche Skigebiete zu

Wer im Luzerner Skigebiet Sörenberg am Montag auf die Piste wollte, wurde enttäuscht: Dort waren am Montag alle Anlagen geschlossen, wie die Gemeinde auf der Internetseite schrieb. Auch am Dienstag bleiben das Skigebiet Rothorn und die Luftseilbahn Brienzer Rothorn geschlossen. Um Feriengästen ein Alternativprogramm zu bieten, öffnete das Hallenbad am Montag und Dienstag dafür bereits um 11 Uhr statt erst um 13 Uhr.

Ebenfalls zu blieben alle Anlagen und Pisten in Engelberg OW von Trübsee bis Titlis. Am Montag sei kein Schneesportbetrieb, hiess es auf der Internetseite. Die Pisten blieben den ganzen Tag geschlossen.

Aufgrund der aktuellen Wetterwarnungen und des erwarteten Sturms mit Orkanböen stellte auch das Skigebiet Klewenalp NW den Betrieb aller Anlagen für den ganzen Montag komplett ein. Die Pisten blieben geschlossen. Über die Öffnung der Talabfahrt für Abreisende wurde situationsbedingt während des Tages entschieden. Über weitergehende Betriebseinschränkungen für den Dienstag wollten die Verantwortlichen am Montagnachmittag entscheiden.

Luftseilbahnen geschlossen

Aufgrund der aktuellen Wetterwarnungen und des erwarteten Sturms mit Orkanböen stellte Melchsee-Frutt OW der Betrieb aller Anlagen ein. Starken Wind gab es auch auf der Rigi: So war sowohl der Betrieb der Luftseilbahn zwischen Weggis und Rigi Kaltbad-First als auch jener der Luftseilbahn zwischen Kräbel und Rigi Scheidegg eingestellt. Auch auf den Pilatus fuhren keine Bahnen.

Wegen des Sturms war der Bahnverkehr zwischen Zofingen AG und Sursee LU unterbrochen. Die Dauer des Unterbruchs war am Morgen nicht bekant.

Vollsperrungen im deutschen Grenzgebiet

Laut einer Mitteilung des Landratsamts Lörrach wurden wegen Orkantief «Sabine» folgende Strassen im deutschen Grenzgebiet Lörrach beidseitig gesperrt:

B317 zwischen Todtnau und Feldberg

L126 zwischen Todtnau und Notschrei

L146 zwischen Mambach und Todtmoos

L148 zwischen Wehr und Todtmoos

K6303 zwischen Wembach und Fröhnd

L123 zwischen Wiedener Eck und Utzenfeld

K6344 zwischen Wittlingen und Haagen

K6334 zwischen Steinen und Hüsingen

Zolli schliesst wegen «Sabine»

Der Zoo Basel hat am Montag wegen «Sabine» geschlossen. Das teilt der Zolli auf Instagram mit. «Wir befürchten, dass Äste runterfallen könnten», sagt Mediensprecherin Tanja Dietrich gegenüber Telebasel. Das Vivarium bleibt dabei offen, der Eintritt ist gratis. «Wir schauen am Mittag, ob wir am Nachmittag wieder öffnen können», so Dietrich.

Für die Tiere habe der Zoo Basel die betreffenden Sturm-Massnahmen bereits im Vorfeld getätigt. «Wir haben die Flamingos ins Haus gebracht und auch die kleinen Affen bleiben drinnen. Die Tiere haben ja alle Ställe, von daher ist das kein Problem.»

Besondere Massnahmen muss der Zoo nicht treffen. Bei den Tieren verhalte es sich bei Stürmen ähnlich wie bei Menschen, wie Dietrich erzählt. «Wenn ein Unwetter herrscht, suchen Tiere wie wir einen Unterschlupf und stehen dorthin, wo sie geschützt sind.»

Der Zoo Basel hat am Montag wegen «Sabine» geschlossen. (Bild: Instagram, Zoo Basel)

18 Schadensmeldungen im Kanton Basel-Stadt

Auch Kanton Basel-Stadt arbeiten die Einsatzkräfte wegen «Sabine» unter Hochdruck. 18 Schäden wurden den Behörden wegen des Sturmes gemeldet. Bei den meisten handelt es sich um umgekippte Bauabsperrungen oder Äster auf der Strasse. Ebenso Meldungen von Ziegeln, die drohten vom Dach gewindet zu werden. Verletzt wurde niemand.

Im Kanton Basel-Landschaft gibt es zudem sieben weitere Meldungen von umgestürzten Bäumen und herumwehenden Gegenständen. Insgesamt liegt die Zahl der Schadensmeldungen nun bei 30.

In Basel regnete es am Montagmorgen zeitweise aus wie aus Küblen. (Video: Telebasel Leserreporter)

Verspätungen bei der BVB

Auch die BVB verzeichnet zahlreiche Verspätungen. Die Leitstelle teilt auf Twitter mit, wo es überall zu Störungen kommt. Aktuell sind alle Linien betroffen. Auf der Linie 10 fahren wegen Ast auf dem Geleis in der Nähe des Dorenbachviadukts keine Trams. Es verkehren Ersatzbusse.

Atemberaubende Bilder – grosse Schäden

«Sabine» sorgt in der ganzen Schweiz für Verkehrschaos und zahlreiche Schäden. Unzählige Bäume sind geknickt und zahlreiche Gegenstände wurden durch die Gegen gewirbelt.

Die starken Winde, der plötzlich Auftretende Regen und der abwechselnde Sonnenschein sorgen dabei für spektakuläre Natur-Aufnahmen. In Bottmigen erstreckte sich beispielsweise ein Doppel-Regenbogen. Am Alpnachersee klatschen indes die Wellen so hoch, das der See bis weit über die Ufer spritzt.

In Bottmingen gab es am Montagmorgen einen Doppel-Regenbogen zu bestaunen. (Bild: Telebasel)

Zugausfälle in Bayern

Wegen des schweren Wintersturms «Sabine» hat die Deutsche Bahn am Montag den gesamten Verkehr in Bayern eingestellt. Die Wetterlage lasse Zugfahrten bis auf Weiteres nicht zu, teilte das Unternehmen mit.

Bereits seit Sonntag ist bundesweit der gesamte Fernverkehr der Bahn gestoppt. Tief «Sabine» zieht derzeit mit Sturm– und Orkanböen über Deutschland, es gab Verletzte und Schäden.

400 Flüge gestrichen

Am Münchner Flughafen wurden nach Betreiberangaben am Montag von den Airlines mehr als 400 Flüge gestrichen. «Sabine» zieht seit Sonntag in Nord-Süd-Richtung über Deutschland. Während sich die Lage im Norden bereits wieder entspannt, trifft der Sturm den Süden am Montag mit voller Wucht. Für Baden-Württemberg und Bayern gelten praktisch flächendeckend amtliche Unwetterwarnungen.

Bundesweit waren Feuerwehren und Polizei wegen des Sturms seit Sonntag im Dauereinsatz, es gab unzählige Einsätze wegen umgestürzter Bäume und umherfliegender Gegenstände. Viele Strassen waren zeitweise blockiert, darunter auch Autobahnen und Bundesstrassen. In den allermeisten Fällen blieb es aber bei Sachschäden, gravierende Zwischenfälle blieben zumeist aus. Es gab aber auch mehrere Verletzte.

Bahnverkehrs-Chaos in der Ostschweiz

Zwischen St. Gallen und Herisau sowie zwischen Kreuzlingen und Konstanz ist der Bahnverkehr unterbrochen. Gründe sind eine Fahrleitungsstörung und blockierte Gleise. Im Kanton Thurgau sind da und dort Bäume auf Strassen gestürzt.

Derzeit fegen Sturmböen über die Ostschweiz. Der Bahnverkehr zwischen St. Gallen und Herisau sei wegen Hindernissen auf den Gleisen auf unbestimmte Zeit unterbrochen, schreibt der Bahnverkehrsinformationsdienst Railinfo. Die Reisenden müssen mit Verspätungen und Ausfällen rechnen.

Auf unbestimmte Zeit unterbrochen

Ebenfalls auf unbestimmte Zeit unterbrochen ist der Bahnverkehr zwischen Kreuzlingen TG und Konstanz. Grund sind hier Fahrleitungsstörungen. Auch hier gebe es Verspätungen und Ausfälle, hiess es.

Im Thurgau wurden der Polizei am Morgen landauf, landab Vorfälle wegen des Sturms gemeldet. Mehrheitlich handelte es sich um Bäume, die auf Strassen stürzten und diese zum Teil blockierten. Aus dem Kanton St. Gallen wurden bisher keine grösseren Vorfälle gemeldet.

In einzelnen Gemeinden fällt wegen des Sturms die Schule aus. So forderten die Behörden von Jonschwil SG die Eltern auf, am Montagmorgen ihre Kinder zu Hause zu behalten. Für den Dienstagmorgen gilt auf Grund der Sturmprognosen die gleiche Anordnung.

Kaputte Leitungen in Schaffhausen

Sturmtief «Sabine» hat im Kanton Schaffhausen für umgestürzte Bäume und gesperrte Strassen gesorgt. Ein Baum kappte eine Hochspannungsleitung bei der Verbindungsstrasse Dörflingen-Thayngen. Verletzte Personen gab es keine.

Bis um 8 Uhr gingen diverse Meldungen ein, vor allem wegen umgestürzter Bäume, umgekippter Bauabschrankungen sowie weggewehter Gegenstände, wie die Schaffhauser Polizei in einer ersten Bilanz schreibt.

Einzelne Strassenabschnitte mussten gesperrt werden oder sind nur eingeschränkt passierbar. Es ist mit lokalen Verkehrsbehinderungen zu rechnen.

«Sabine» hat die Schweiz im Griff. (Bild: Keystone)
10.02.2020 09:08

Bei Moutier im Kanton Bern ist am frühen Morgen ein Zug in einen von Sturm «Sabine» gefällten Baum gefahren. Meldungen zu Verletzten liegen der Berner Kantonspolizei aber nicht vor.

Wie sie am Montagmorgen per Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte, erhielt sie zwischen Sonntagabend und Montagmorgen rund 60 Schadenmeldungen. In Roches prallte ein Auto in einen Baum.

Der Baum fiel auf die Bahnlinie zwischen Malleray-Bévilard und Moutier. Der Verkehr auf dieser Linie musste in der Folge eingestellt werden.. Es wurden Ersatzbusse eingesetzt.

Starke Winde auf Gipfeln

Wegen starker Winde fahren auch keine Bahnen hinauf aufs Jungfraujoch. Dort erreichten die stärksten Böen am Montagmorgen eine Geschwindigkeit von rund 105 Kilometer pro Stunde, wie der Internetseite von Meteoschweiz zu entnehmen ist.

Auf dem Bantiger blies es mit 122,8 km/h, an der Messstelle Stockeren bei Mühleberg mit 100,8 km/h und auf dem Chasseral mit 113,8 km/h. In tieferen Lagen erreichte der Wind auch beträchtliche Stärken, so etwa in Thun, wo eine Bö mit 82,1 km/h gemessen wurde.

23 umgestürzte Bäume und Baugerüste

Das Sturmtief Sabine hinterlässt im Baselbiet seine Spuren. In der Nacht auf Montag gingen wegen des Sturms bis 6:00 Uhr 18 Meldungen bei der Kantonspolizei Basel-Landschaft ein, wie Mediensprecher Adrian Gaugler gegenüber Telebasel saget. Dabei handle es sich um Meldungen zu umgestürzten Bäumen und Baugerüsten. Verletzt wurde niemand.

Seit dem frühen Morgen erhielt die Polizei fünf weitere Anrufe wegen umgeknickter Bäume und umgewehter Gegenstände. Alle Meldungen waren dabei über das ganze Kantonsgebiet verteilt.

Auch jenseits der Grenze hinterlässt der Sturm weiterhin Chaos: Im elsässischen Häsigen ist beispielsweise der Strom ausgefallen.

Twitter-User zeigen Sabines auswirkungen

«Sabine» sorgt für spektakuläre Bilder. Auf Twitter häufen sich Fotos und Videos des Sturms.

Besonders aus Deutschland gibt es bereits zahlreiche Schnappschüsse. Dabei berichteten die User mit einem Augenzwinkern davon, was «Sabine» ihnen angetan hat.

Baselbieter Eltern entscheiden über Schulweg

Der Kantonale Krisenstab im Kanton Basel-Landschaft gibt wegen des Sturms eine Empfehlung ab: Eltern und Erziehungsberechtigte können demnach für Montag und Dienstag selber entscheiden, ob der Schulweg für ihre Kinder zumutbar ist. Grundsätzlich liege der Schulweg in der Verantwortung der Eltern. Die Mitteilung wurde über die Medien sowie Alert Swiss verbreitet.

Derweil lässt die Schulbehörde von Uster im Zürcher Oberland am Montag den Unterricht an den Primarschulen aus Sicherheitsgründen ausfallen.

Es würden Windspitzen bis von 100 bis 140 Kilometern pro Stunde erwartet, da sei die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler auf dem Schulweg nicht mehr gewährleistet, schreibt die Gemeinde Uster in einer Mitteilung vom Sonntagabend.

Probleme im Verkehr

Bereits in der Nacht tobte der Sturm im Jura mit ersten Orkanböen bis ins Baselbiet. Vielerorts wurden die höchsten Windgeschwindigkeiten dieses Winters erreicht, wie die Meteo Group mitteilte. Entsprechend sorgten umgestürzte Bäume im Kanton Neuenburg und unterbrochene Bahnlinien im Jura für Probleme.

Heftige Orkanböen

Auf dem Säntis und auf dem Chasseral fegte der Sturm um 05:00 Uhr mit 147 respektive 144 Kilometer pro Stunde über die Gipfel, wie SRF Meteo mitteilte. Auf dem Napf waren es 132 Kilometer pro Stunde.

Doch auch im Flachland wurden hohe Windgeschwindigkeiten gemessen. So erreichte der Sturm im Baselbieter Rünenberg  148 Kilometer pro Stunde, vorerst der höchste Wert, der in dieser Nacht gemessen wurde. In Schaffhausen blies der Sturm mit 112 Kilometer pro Stunde.

In den Alpentälern sorgte der starke Föhn für hohe Temperaturen. So war es in der Nacht in Sachseln OW 20 Grad warm. In Luzern waren es 17,6 Grad, während das Thermometer in Thun 17,1 Grad anzeigte.

Probleme im Bahnverkehr

Der Sturm führte in der Westschweiz zu Problemen im Bahnverkehr. Die Bahnstrecken zwischen Le Noirment und Tavannes sowie zwischen Saignelégier und Le Noirmont sind unterbrochen. Es muss mit Verspätungen und Zugausfällen gerechnet werden.

Einschränkungen durch den Sturm gibt es ferner auf der Strecke Pruntrut-Bonfol, wie den Bahnverkehrsinformationen der SBB zu entnehmen ist. Zu Behinderungen im Bahnverkehr kommt es darüber hinaus auf den Strecken zwischen Glovelier und La Chaux-de-Fonds. Ein umgestürzter Baum legte am frühen Montagmorgen den Bahnverkehr zwischen Court und Moutier lahm.

Wegen starker Winde unterbrochen ist ferner der Bahnverkehr zwischen Ringlikon und Uetliberg im Kanton Zürich sowie zwischen Weissbad und Wasserauen im Kanton Appenzell Innerrhoden. Auf der Bahnstrecke zwischen Luzern und Eschenbach LU kam es zu einer technischen Störung an der Bahnanlage. Die Linie ist unterbrochen.

Probleme auch auf der Strasse

Untrer Behinderungen litt laut TCS auch der Strassenverkehr. Die Kantonsstrasse zwischen Thayngen und Dörflingen ist bis auf weiteres wegen Sturmschäden in beiden Richtungen gesperrt. Das gilt auch für die Hauptstrasse von Neuenburg nach Pontarlier. Hier sind umgestürzte Bäume der Grund für die Sperrung.

In den Kantonen Bern und Basel Stadt hielten sich die Sturmschäden in Grenzen, wie eine Umfrage bei den beiden Kantonspolizeien ergab. Im Berner Seeland und im Oberland hätten umgestürzte Bäume den Verkehr zum Teil behindert. In Basel liege keine Meldung vor. «Wir sind nochmals glimpflich davongekommen», so der Tenor.

Im Flugverkehr zeigt ein Blick auf die Abflug-Liste am Flughafen Zürich, dass zahlreiche Flüge am frühen Morgen annulliert worden sind. Das gilt für die Flüge der Swiss nach Berlin, Frankfurt, Stuttgart, Hamburg, London, Amsterdam, Dresden, Düsseldorf, Hannover, Paris und Prag, die alle zwischen 7 und 9 Uhr hätten starten sollen.

Erste Böen bis 106 km/h

Es ist stürmt in der Nordwestschweiz. Am Montagmorgen windete es in der ganzen Region: Sturmtief Sabine brachte Böen von teilweise über 100 Kilometern pro Stunde mit sich. Der Wetterdienst Meteonews meldet Windspitzen zwischen 44 und 106 km/h.

 

Auch in der Stadt Basel windet es stark: Umgewehte Abfallsäcke und Velos liegen auf den Trottoirs, Kartons und Blätter werden durch die Luft gewirbelt. Es scheppert und knackst in den frühen Morgenstunden auf Basels Strassen.

Der Wind fegt in den frühen Morgenstunden durch Basels Strassen. (Video: Telebasel)

Ein Ende des Sturms ist noch nicht in Sicht: am heutigen Montag werden Böen bis zu 140 km/h im Flachland erwartet.

Dabei gilt es, Vorsicht walten zu lassen: Äste und Bäume könnten knicken und Ziegel von den Dächern fliegen. Wie sich die Region für das Sturmtief wappnete, lesen Sie hier.

Verletzte in Deutschland

In Deutschland fährt, wo «Sabine» stürmt, kaum ein Zug. Der Fernverkehr der Deutschen Bahn steht bis mindestens 10.00 Uhr komplett still – das Unternehmen erwartet Störungen noch den ganzen Montag über. Auch beim regionalen Bahnverkehr geht in vielen Regionen flächendeckend nichts. An den Flughäfen fallen Hunderte Starts und Landungen aus.

Vor allem in Nordrhein-Westfalen wurden Menschen von umstürzenden Bäumen oder herumfliegenden Gegenständen verletzt. Im Südosten Deutschlands «kommt noch alles», sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes am frühen Montagmorgen.

Starke Böen im Süden

«Sabine» soll noch stundenlang weiter stürmen: Die stärksten Böen und teils auch Starkregen erwarten die Meteorologen jetzt für den Süden. Für die komplette Südhälfte Deutschlands gilt laut Deutschem Wetterdienst (DWD) die zweithöchste Unwetterwarnstufe, für einige Regionen in Baden-Württemberg und Bayern sogar die höchste – hier ist weiterhin «extremes Unwetter» zu erwarten.

Für den Fernverkehr machte die Deutsche Bahn schon am Sonntagabend kaum Hoffnung: «Es ist leider schon jetzt absehbar, dass die Störungen am Montag den ganzen Tag über andauern werden.» Auch im Regionalverkehr der Deutschen Bahn und der meisten Privatbahnen kommt es den ganz Tag über zu Stillstand: Bis mindestens 08:00 Uhr sollten etwa alle Regionalzüge in Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland in den Bahnhöfen bleiben. Da die meisten Züge von privaten Bahnunternehmen auf den Gleisen der Deutschen Bahn rollen, kommt es bei den Privatbahnen in der Regel zu denselben Einschränkungen.

Viele Ausfälle auch an den Flughäfen: An den beiden grössten Airports Nordrhein-Westfalens in Düsseldorf und Köln wurden insgesamt rund 150 Starts und Landungen gestrichen. Eurowings hatte fast alle seine Flüge gecancelt.

Schulfrei für Kinder

Nicht nur den Tagesablauf Hunderttausender Pendler, auch den vieler Familien mit Schulkindern wirbelt «Sabine» durcheinander: In vielen deutschen Schulen fällt der Unterricht aus, etwa in etlichen Grossstädten Nordrhein-Westfalens sowie in Teilen von Bayern, Hessen, Niedersachsen und Bremen. Auch der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald hat allen Schülern empfohlen, daheim zu bleiben.

«Die Kaltfront zieht sich aktuell vom Saarland über Südhessen nach Thüringen und Berlin», sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes am frühen Montagmorgen. Dort gebe es schwere bis orkanartige Böen. Im Südosten Deutschlands «kommt noch alles», das Unwetter werde hier in der ersten Tageshälfte erwartet.

In Süddeutschland sind in tiefen Lagen einzelne Orkanböen (um 120 km/h) möglich, auf den Bergen teils die volle Orkanstärke (über 140 km/h). Im Süden müssen die Menschen gebietsweise mit Starkregen rechnen, zudem kann es in der Mitte und im Süden der Republik am Morgen kräftig gewittern. Zu befürchten sind laut Wetterdienst entwurzelte Bäume, herabstürzende Dachziegel oder andere Gegenstände sowie «verbreitet schwere Schäden an Gebäuden».

In nahezu ganz Deutschland berichteten die Leitstellen der Polizei in der Nacht von einer Vielzahl an umgestürzten Bäumen, die zum Teil auf geparkte Autos gestürzt waren. Bauzäune wurden umgerissen, Werbetafeln umhergeweht, Klohäuschen stürzten um, Trampoline flogen durch die Gegend. In vielen Regionen hielten sich die Schäden aber in Grenzen.

Mehrere Verletzte

In Hamburg zählte die Feuerwehr bis zum Montagmorgen etwa 300 Einsätze wegen «Sabine». Eine Kastanie krachte am Sonntagabend auf ein Einfamilienhaus, das Dach und zwei Wände stürzten ein, verletzt wurde niemand.

In Nordrhein-Westfalen gab es laut einer ersten Bilanz mehrere Verletzte. In Mülheim an der Ruhr hatten zwei Insassen eines Autos riesiges Glück: Ein 25 Meter hoher Baum erwischte ihren fahrenden Wagen im hinteren Bereich. Nur leicht verletzt kamen sie in ein Krankenhaus. «Wäre das Fahrzeug nur eine Sekunde eher an der Stelle gewesen, hätte es wesentlich schlimmer ausgehen können», erklärte die Feuerwehr.

In Paderborn wurde ein 16-Jähriger durch einen herabstürzenden Ast schwer verletzt. Er kam mit Kopfverletzungen in ein Krankenhaus.

Zwei Menschen in Saarbrücken wurden zudem am späten Sonntagabend durch einen umstürzenden Baum schwer verletzt, einer der beiden schwebt in Lebensgefahr. Die Fussgänger waren auf einem Parkplatz des Klinikums Saarbrücken unterwegs.

Sturmschaden am Dom in Frankfurt am Main: Orkan «Sabine» liess den Ausleger eines Baukrans in der Nacht in das Dach der Kirche krachen. Wie hoch der Schaden ist, konnte in der Nacht noch nicht gesagt werden.

Sturmflutgefahr herrscht ab dem Nachmittag ausserdem an der deutschen Nordseeküste, in Bremen und Hamburg, auch der Hamburger Fischmarkt könnte überflutet werden.

Briefkästen bleiben leer

Bei zahlreichen Zeitungslesern in Nordrhein-Westfalen blieb zudem der Briefkasten wegen des Sturms «Sabine» am Morgen leer. Dafür stellten mehrere Verlage ihre E-Paper-Ausgaben kostenlos zur Verfügung oder hoben die Bezahlschranken für ihre Onlineseite auf. So waren etwa die digitalen Ausgaben von «WAZ», «Westdeutscher Zeitung» und «Neuer Westfälischer» kostenlos zu lesen – passenderweise war der Sturm überall das Topthema.

«Sabine» ist laut DWD ein Winterorkan, wie er etwa alle zwei Jahre vorkommt. So stark wie «Kyrill» (2007) oder «Lothar» (1999) soll «Sabine» aber nicht werden.

Ganz überall ist «Sabine» noch nicht angekommen. In den frühen Morgenstunden war es zumindest in Leipiz noch ruhig, wie ein Tweet einer Einwohnerin preisgibt.

«Sabine» tobt durch Europa

Bereits am Sonntag zeigte «Sabine», wie sie wüten kann: das Sturmtief fegte über weite Teile Europas. Dabei gab es unter anderem in Schottland durch den Einsturz eines Daches drei Verletzte. In Irland fiel für rund 10’000 Haushalte und Unternehmen der Strom aus. Zudem wurden Sportveranstaltungen abgesagt und die Queen sagte ihren wöchentlichen Kirchengang ab. Im Nordwesten Deutschlands blieb ein ICE wegen einem umgestürzten Baum stecken.

Der EuroAirport Basel-Mülhausen und der Flughafen Zürich sagten zahlreiche Flüge ab. Auch im Resten Europas wurden Flüge anuliert. Die Mitteleuropäischen Länder bereiteten sich auf den grossen Sturm vor. In der Schweiz wurde die Gefahrenstufe 4 von 5 ausgerufen. Alles zu «Sabines» Vorwehen und dem Sturm im Nordwesten Europas – wo er Ciara genannt wird – gibt es hier.

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