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Der Telebasel News Beitrag vom 11. Februar 2020.
Baselland

Drogenstreit spaltet Reinach

Die Reinacher SVP hat eine Petition gegen den «Drogenumschlag» lanciert. Doch es stellt sich die Frage, ob das Problem überhaupt existiert.

Reinach hat ein Drogenproblem. Dies lässt zumindest die Petition «Kein Drogenumschlag am Angensteinerplatz» vermuten. Hinter der Petition steht die Reinacher Sektion der SVP. Laut Petitionstext fühlen sich die Anwohner gestört vom Drogenkonsum und -handel. Zudem würden herumliegende Spritzen und Abfallberge das Zentrum unattraktiv machen.

SVP-Sektionspräsident Csaba Zvekan: «Es sind auch Leute deshalb aus Reinach ausgezogen.» Der SVPler stösst sich auch an etwas anderem. Jugendliche der nahen Schulhäuser auf dem Weg zum ÖV würden am Angensteinerplatz mit «dieser Sache konfrontiert». Doch dies gehöre nicht zu einer Prävention, der Anblick sei gar kontraproduktiv.

Noch keine Lösung in Sicht

«Es wird halt einfach verharmlost und normalisiert», sagt Zvekan. Deshalb habe er sich gezwungen gesehen, die Petition zu lancieren. Kommt die Petition zu Stande, müssten Gemeinde- und Einwohnerrat eine Lösung erarbeiten. Zvekan: «Es gibt keine einfache Lösung – deshalb ist der Kanton und die Gemeinde gefragt.»

Dabei spielt der SVP-Sektionspräsident auch auf das Ambulatorium für Abhängigkeitserkrankungen der Psychiatrie Baselland an, welches unter anderem heroinsüchtige Menschen behandelt. Zvekan verortet auch hier ein Teil des Problems. «Eine Verlegung an den Stadtrand ist auch heikel, wegen der beiden Schulen», so Zvekan. Ein Ordnungsdienst wäre, zumindest kurzzeitig, eine Lösung.

Bei der Psychiatrie Baselland gibt man sich gelassen. Direktor der Erwachsenenpsychiatrie, Matthias Jäger, sagt: «Wir betreiben das Ambulatorium seit mehr als 20 Jahren und stehen im engen Kontakt mit dem Gewerbe, der Gemeinde und der Polizei.»  Man bemühe sich gemeinsam um eine Lösung, sollte es zu Problemen kommen.

Keine Häufung von Problemen

Doch: «Eine Häufung von Problemen ist in den letzten Jahren nicht aufgetreten.» Die Zusammenarbeit mit den Patienten sei sehr eng. So könnten die Probleme vorgebeugt werden. Beim Thema Verschieben des Standortes winkt Jäger ab. «Die Erreichbarkeit ist sehr wichtig», so der Direktor. Sei diese nicht gewährleistet, dann würde man die Patienten verlieren. Dadurch könnten sich die Probleme im öffentlichen Raum gar verstärken, etwa bei Personen mit einer starken Abhängigkeit.

Doch zurück nach Reinach. Jäger: «Wir haben keine Hinweise darauf, dass sich die Personen, die sich im Zentrum aufhalten, gleichzeitig Patienten bei uns sind.» Noch bis Ende Mai sammelt die SVP unterschriften für ihre Petition. Spätestens dann zeigt sich, wie gross das Thema für Reinach ist.

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