Belinda Bencic (im Bild) nach ihrem Sieg gegen die Kanadierin Gabriela Dabrowski am Freitag. (Bild: Keystone)
Schweiz

Schweizerinnen auf Finalkurs

Das Schweizer Fed-Cup-Team stiess die Tür in Richtung Finale weit auf. Dank Jil Teichmann und Belinda Bencic führen sie in in Biel nach dem ersten Tag 2:0.

Mit einem Bein steht die Schweiz schon am Finalturnier der besten zwölf Nationen vom 14. bis 19. April in Budapest. «Aber eben», so Captain Heinz Günthardt, «ein Sieg fehlt noch. Und vielleicht finden die Kanadier über Nacht einen Wunderheiler und sie spielen am Samstag mit (Bianca) Andreescu und (Eugenie) Bouchard.»

Am ersten Tag liessen sich die Schweizerinnen von den Aufstellungs-Kapriolen der Gegnerinnen aber nicht aus dem Konzept werfen. Jil Teichmann (WTA 68) zeigte ein starkes Einzel-Debüt im Fed Cup und besiegte Leylah Fernandez (WTA 185) in anderthalb Stunden 7:6 (7:4), 6:4. «Mir fehlte die Zeit, um nervös zu werden», so Teichmann. Seit sie wusste, dass sie gegen Fernandez statt Andreescu spielen würde, trainierte sie noch zweimal mit einem Linkshänder.

«Wir haben uns auf uns konzentriert»

Belinda Bencic erfuhr gar erst am Spieltag, dass sie gegen Gabriela Dabrowski, die Weltnummer 7 im Doppel (aber nur die Nummer 448 der Welt im Einzel), statt gegen Eugenie Bouchard antreten muss. «Sie sagten es mir, und ich sagte ‹Okay› und spielte mein Spiel. Wir haben uns auf uns konzentriert.» Belinda Bencic benötigte bloss 56 Minuten, um die überforderte Dabrowski mit 6:1, 6:2 zu deklassieren.

«Dass wir uns ausschliesslich auf uns konzentrierten, war der Schlüssel zum perfekten ersten Tag, denn mehr als ein 2:0 ist nicht möglich», so Heinz Günthardt. «Wenn du dir zu viele Gedanken über die Aufstellung des Gegners machst, dann verwirrt das nur. An diesem Wochenende begannen die Auswechslungen ja schon vor den ersten Ballwechseln.»

Fragwürdiger Eindruck der Kanadierinnen

Tatsächlich hinterliess das kanadische Team in Biel bislang einen fragwürdigen Eindruck. Sie reisten mit nur vier Spielerinnen in die Schweiz, und zwei davon streichten schon vor den ersten Einzeln die Segel. Die Fed-Cup-Partie der Weltgruppe zwischen den Nummern 9 (Schweiz) und 13 (Kanada) der Frauen-Team-Weltrangliste gerät so beinahe zur Farce. Hätte sich am Freitag Leylah Fernandez oder Gabriela Dabrowski verletzt, die Kanadierinnen könnten am Samstag nicht einmal mehr zwei gesunde Spielerinnen aufstellen.

Die Event-Halle in Biel war am Freitag ausgesprochen gut gefüllt, weil die Schweizer Fans gerne die US-Open-Siegerin Bianca Andreescu (WTA 6) und die exzentrische Eugenie Bouchard, die vor fünf Jahren die Nummer 5 der Welt war und 2014 den Wimbledon-Final erreichte, gesehen hätten. Bouchard war am Donnerstag noch für das Einzel gegen Belinda Bencic aufgestellt worden; am Freitagmittag erklärte sie hingegen wegen einer Handgelenkverletzung Forfait.

Schon am Davis-Cup-Finalturnier Ende November 2019 trat Kanada in Madrid mit einem Rumpf-Team an. Milos Raonic erklärte vor Beginn der Finalrunde verletzt Forfait und wurde nicht ersetzt. Von den verbliebenen Akteuren bestritt Felix Auger-Aliassime, weil angeschlagen, nur ein Einzel. Dank Denis Shapovalov und Vasek Pospisil erreichten die Kanadier in Madrid trotzdem den Final, den sie gegen Spanien 0:2 verloren. Beim Fed Cup in Biel geht die Rechnung der Kanadier wohl weniger gut auf.

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