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Der Telebasel News Beitrag vom 8. Februar 2020.
Basel

Neu werden Basler «Schugger» vier Jahre ausgebildet

Die Ausbildungszeit für Basler Polizisten dauert neu vier Jahre. Das ist die schweizweit längste Lehrzeit für den Polizistenberuf.

Mit dem neuen Bildungspolitischen Gesamtkonzept der Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD) hat sich die Grundausbildung von Polizistinnen und Polizisten in der gesamten Schweiz von einem auf zwei Jahre verlängert. Basel-Stadt setzt noch zwei Jahre Weiterbildungszeit drauf und weist damit landesweit die längste Ausbildungszeit aus.

Unter dem Strich verlängert sich die die Ausbildungszeit in Basel-Stadt um sieben Monate, wie an einer Medienkonferenz des Justiz- und Sicherheitsdepartements (JSD) am Mittwoch zu erfahren war. Sie besteht aus zwei Jahren Grundausbildung an der interkantonalen Polizeischule in Hitzkirch LU und in einem Lernverband der Kantonspolizei Basel-Stadt. Danach folgen zwei Jahre mit praxisorientierten Weiterbildungsmodulen im Polizeikorps.

Die Neukonzeption der Polizeiausbildung kostet den Kanton 680’000 Franken. Dieses Geld ist vom Grossen Rat für das Budget 2020 bereits bewilligt worden, die der Vorsteher des JSD, Baschi Dürr (FDP), an der Medienkonferenz sagte.

Zu wenige Aspiranten

Gegenwärtig befinden sich 19 Aspirantinnen und Aspiranten in Ausbildung. Damit ist der Bedarf von 30 Personen nicht gedeckt, wie der zuständige Chef Logistik sagte. Dies obwohl im Basler Polizeikorps als einem der wenigen in der Schweiz auch Ausländerinnen und Ausländer mit der Niederlassungsbewilligung C zugelassen sind.

Der Polizistenberuf leide etwas unter seinem durchzogenen Image in der Öffentlichkeit, begründete der Logistik-Chef den Mangel an Auszubildenden. Dazu komme, dass die berufliche Konkurrenzsituation durch die gute wirtschaftliche Lage gross sei.

Erstausbildung bleibt Voraussetzung

Die Ausbildung zum Polizisten oder zur Polizistin geschieht nach wie vor auf dem zweiten Bildungsweg. Das heisst, dass eine abgeschlossene drei- oder vierjährige Berufslehre respektive eine Matur Voraussetzung bleiben.

Die Anforderungskriterien wollen die Verantwortlichen deswegen aber nicht herunterschrauben. Nur etwa 10 Prozent der Anwärterinnen und Anwärter schaffen die Aufnahmehürden in die Polizeischule. Die meisten von ihnen scheitern an den physischen und sportlichen Anforderungen und an den Deutschkenntnissen, wie der Leiter Ausbildung im Basler Polizeikorps sagte.

2 Kommentare

  1. Eine Bekannte war dieses Jahr an der Aufnahmeprüfung. Auch Sie bestand den Deutschtest nicht. Dieser verlangte auf Zeit einige Aufgaben. Hier ist fraglich, ob jemand besser Deutsch beherrscht, welcher schneller 10 Nomen in einem Text findet als jemand, der die Nomen in mehr als 20 Sekunden entdeckt. Deutschkompetenz heisst für mich nicht, unter Zeitdruck Grammatik- und Rechtschreibaufgaben zu lösen. Auch gewährleistet die Polizei nach einer Absage keine Akteneinsicht der Prüfung, so dass man seine Fehler analysieren und für ein nächstes Mal verbessern könnte. Bin leider nicht vom Fach und weiss auch nicht, ob die Polizei eigentlich die Prüfung den Personen auf Verlangen zeigen müsste? Sie lehnte jedenfalls die Prüfungseinsicht ab.Report

  2. Darf man heute noch ungestraft «Schugger» sagen. Als Medien wohl, als Bürger im Verkehr eher nein … wäre mal eine Kolumne mit Hintergrund wertReport

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