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Der Telebasel News Beitrag vom 05.02.2020
Basel

«Die Eventplattform gehört euch nicht»

Am dritten Tag des Hooligan-Prozesses sprach die Staatsanwaltschaft. Diese fordert für fünf der Angeklagten Gefängnisstrafen.

Die Staatsanwaltschaft eröffnete das Plädoyer mit Zitaten die klar machten: Wenn es nach ihnen ginge, dann bekämen die Angeklagten im Hooligan-Prozess ordentliche Strafen. Die Taten seien in keinster Weise zu rechtfertigen. Unwahrheiten würden durch Wiederholungen auch nicht wahrer.

Die Angeklagten seien die Ursache und der Auslöser der Tat und nicht die Polizei. Er ermahne die Beschuldigten zu verstehen, dass ihnen die Eventplattform weder gehöre noch hätten sie diese gemietet. Sie sollen dies respektieren und akzeptieren. Die Polizei habe selbstverständlich jederzeit das Recht, auf der Plattform präsent zu sein.

Öffentlichkeitsfahndung

Die Beschuldigten und deren Strafverteidiger kritisierten im Vorfeld die Öffentlichkeitsfahndung der Polizei. Die Staatsanwaltschaft erklärte im Plädoyer, dass sie durch diese Methode immerhin sieben der Beschuldigten finden konnten.

Im Anschluss wurde vorgelesen, wie welcher Angeklagte identifiziert werden konnte und was ihnen für Delikte vorgehalten werden. Dabei wurde klar: Von den 16 Beschuldigten haben bereits elf Vorstrafen. Da diese teilweise längert zurück liegen, würden die nur bei einem ins Gewicht fallen. Aber: Das Risiko sei hoch, dass es zu weiteren solchen Vorfällen komme. Daher sei eine Bestrafung zwingend nötig.

Strafzumessung

Die Angeklagten seien gemeinsam mit massiver Gewalt gegen die Polizisten vorgegangen, hätten diese verletzt und schwere Verletzungen in Kauf genommen. Ein solches Verhalten gehöre bestraft, da auch unbeteiligte Dritte in Mitleidenschaft gezogen worden seien und Polizeiautos mutmasslich zerstört worden sind.

Die Staatsanwaltschaft habe Mühe mit den Aussagen der Angeklagten, dass diese nicht mehr in diesen Kreisen verkehren. Denn sie seien immer wieder in Gruppen anzutreffen, was nicht verboten sei, aber den Aussagen widersprechen.

Anträge Staatsanwaltschaft

Die Staatsanwaltschaft sprach bedingte Strafen von 10 bis 20 Monaten aus, sprich Bewährungen. Bei fünf der Angeklagten forderten sie Gefängnisstrafen von ein bis zweieinhalb Jahren.

Für die restliche Woche sind die Plädoyers der Strafverteidiger angesetzt.

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